Gedicht
<Deine Frau hat ein großes Glück mit Dir. Doch leider ist es <nicht immer so.
Hi Elionora,
weit gefehlt, so beneidenswert ist meine Frau nicht. Der zweite Satz -zwar auf deine Situation bezogen- trifft die "Zustände" bei uns besser, wie ich meine.
Im Übrigen, genau genommen bin ich ebenso betroffen, wie meine Frau. Es ist doch so, dass man dem verfluchten Krebs fast genau so ausgeliefert ist und niemals ausschließen kann, dass er einem das Wertvollste nimmt, was man hat, eben die Frau, ohne die man nur noch halb da wäre.
Aber das schiebe ich, wie in dem letzten "Werk" beschrieben, gerne zur Seite. Schwermut würde niemandem helfen. Man muss sich so oder so in das unausweichlich zuschlagende Schicksal fügen.
So, nun habe ich aber genug philosophiert. Mir sind die schweren Gedanken eigentlich zuwider. Aber man kann sich ihrer nicht immer erwehren. Zum Angeln gehen ist´s auch schon zu spät ;-)
Dein Mann hat es wohl auch so richtig erwischt, mit dem Bandscheibenvorfall. Wenn etwas schiefgeht, dann richtig, gelle?
Mein Kreuz hat einmal im Jahr 1990 gesponnen und mir den Dienstversagt. Alleine am Frühstückstisch habe ich mich an einer Kaffee-Tasse "verhoben". Da knallte mir eine Unterlagscheibe zwischen dem 4.+ 5. raus. Gott, was war ich in diesem Moment so hilflos. Aber ohne OP hatten die mich im Krankenhaus nach knapp 4 Wochen wieder ziemlich flott.
Das schlimmste in dieser Krankenhauszeit war der Ort meiner Unterbringung.
-Mit ein Grund, weshalb ich an Schicksal oder Fügung, Vorsehung oder wie immer man es nennen will, glaube.
Man hat mich damals mit den akuten Schmerzen in eine Klinik-Abteilung verlegt, in dem ich eigentlich völlig fehl am Platze war. Ich verbrachte diese Zeit in einem Haus voller Patienten, die an Krebs in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen erkrankt waren.
So bald ich wieder das Bett verlassen konnte und bemerkte, welche Mitpatienten hier behandelt wurden, hatte ich zunächst fast Hemmungen überhaupt das Zimmer zu verlassen.
Nicht Berührungsängste waren es, die ich empfand, sondern eher das Gefühl, dass mein "schlimmes Problem" in Relation zu meinen Mitpatienten lediglich einem quer sitzenden Pups gleich kam.
Es war erschütternd, kleine Jungs und Mädchen zu sehen, die schon im Vorschulalter ihre Chemo hatten oder mit ihren ca. 10 Jahren im Rollstuhl saßen, bzw. denen schon Gliedmaßen wegen Knochenkrebs amputiert waren. Bemerkenswert aber war ganz besonders die Lebensfreude, diese Zuversicht, die speziell die Kinder ausstrahlten. Da sollte sich der/die eine oder andere Betroffene ein Beispiel nehmen.
Ganz selten meckert mal wieder eine Bandscheibe und bringt sich mit ein paar Stichen wieder in Erinnerung. Alles in Allem habe ich also im Gegensatz zu deinem Mann richtig Glück gehabt. Aber das Leben hält immer wieder Überraschungen bereit, dass es mir nie zu wohl wird.
-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x-x
Doch nun abschließend etwas anderes.
Ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich bemerkt wird, wenn ich eine Zeit lang meinen Fingern die Tastatur vorenthalte.
Damit meine ich, dass es mich richtig gerührt hat, dass man mein Nicht-mehr-schreiben überhaupt bemerkte. Nicht ganz ohne leichte "Schamesröte" habe ich die vielen lieben Begrüßungen gelesen.
Es ist schön, wenn man mit dem drücken der kleinen Knöpfe so nette Reaktionen bei anderen auslöst. Nur alleine dadurch, dass man diese Knöpfe in der vermutlich richtigen Reihenfolge drückt, löst man Gefühle von Zustimmung, Ablehnung, Sympatie oder Antipatie und andere Emotionen aus.
Das mache nicht ich, das alles machen nur die Tasten vor mir. Ich zähle 103 Knöpfe, einer so grau und unscheinbar wie der andere. Nicht zu fassen, das alles :-)
Wenn´s recht ist, werde ich sie (die Tasten) von Zeit zu Zeit wieder so drücken, wie ich es für richtig halte und verabschiede ich mich bis demnächst in diesem Forum.
Ich habe weiter die Hoffnung, mit meinen Worten, meiner Selbsteinschätzung, meinen Fingern und Buchstabenketten, von denen ich beim Tasten-drücken bei weitem nicht alle gebrauchen kann und meiner Vermutung, dass man die oft längeren Buchstabenketten manchmal gerne auf seinen Bildschirm holt, bei den Lesern ins Schwarze zu treffen.
:-(
Da ist es wieder passiert. Wieder einfach keinen Schluss gefunden und rumgeblödelt ;-)
Zweifelsohne ist mein Kindskopf wieder mit mir durchgegangen. Die letzten Absätze nach dem -x-x-x-x-x-x-x-
hätte ich dir und den übrigen Lesern auch ersparen können, in dem ich etwa folgendes geschrieben hätte:
Danke an Alle, die mich und meine oft gewöhnunsbedürftigen Zeilen vermissten. Es tut gut, gerne gehört, bzw. gelesen zu werden. Dieses Gefühl möchte ich nicht missen, daher werde ich mich bald wieder melden.
Bis dahin alles liebe von Werner
PS: den noch´n Gast lasse ich zukünftig weg.
Werner reicht!
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