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Alt 21.02.2007, 14:45
Spursfan Spursfan ist offline
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Standard Neoadjuvante Hormontherapie - sinnvoll?

Hallo,

letzte Woche wurde bei meiner Freundin (27 Jahre alt) ein bösartiger Knoten in der rechten Brust diagnostiziert. Am Valentinstag. Großartiges Timing...

Seitdem wurden schon einige weitere Untersuchungen durchgeführt. Der aktuelle Stand:

- Lunge, Knochen, Bauch sind alle "sauber" - Tumor hat nicht gestreut
- hormonrezeptor-positiv
- HER2-negativ
- G1-Tumor, wenig aggressiv
- Größe: Unter 2cm.

Die Heilungschancen werden prinzipiell als gut eingeschätzt. Zwei Dinge bereiten den Ärzten jedoch noch ein wenig Sorge:
1.) Das Alter meiner Freundin.
2.) Momentan wäre eine brusterhaltende OP nicht möglich.

Letzteres liegt aber weniger an der Art und Beschaffenheit des Tumors, sondern vielmehr an der relativ kleinen Brust meiner Freundin.

Daher wurde uns eine neoadjuvante Therapie empfohlen, um uns die Chance einer brusterhaltenden OP offen zu halten. Prinzipiell tendieren die Ärzte hierbei zu einer Chemotherapie - aber auch das weniger wegen der Art des Tumors, sondern aufgrund des jungen Alters.

Mit dem behandelnden Arzt hat sich gestern dann eine sehr angeregte Erörterung ergeben. Rein von der Logik her klingt in unseren Ohren nämlich eine neoadjuvante Hormontherapie irgendwie naheliegender - laut Befund soll der Tumor stark hormonrezeptor-positiv sein, da erscheint eine hormonelle Bekämpfung irgendwie der "direktere" Weg zu sein.

Jedenfalls hat sich in dem wirklich angenehmen Gespräch mehr und mehr herausgestellt, dass unser behandelnder Arzt eigentlich genauso denkt, wie wir - und dass er wohl in der vorangegangenen Ärztekonferenz zu unserem Fall mehr oder weniger "überstimmt" wurde. Nach seiner Einschätzung des Befunds spricht vieles dafür, dass der Tumor auf eine Hormontherapie ansprechen würde.

Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Chemotherapie auf diese Art Tumor anspricht, auch etwas geringer, als beispielsweise bei G3-Tumoren.

Er will sich jetzt nochmal mit zwei anderen Experten telefonisch beratschlagen, was letztendlich mögliche Nachteile dieses Versuchs wären. Wäre meine Freundin 20 Jahre älter, würde es diese Diskussion wohl gar nicht geben, da wäre bei diesem Befund eine hormonelle Therapie so gut wie obligatorisch.

Morgen werden wir uns mit unserem Arzt nochmal telefonisch austauschen.

Wir tendieren momentan eher zu einer neoadjuvanten Hormontherapie mit anschließender OP - wie umfangreich diese dann auch immer ausfallen mag. Aber selbstverständlich ist uns dieser scheinbar etwas unkonventionelle Weg auch im Zweifelsfall kein höheres Risiko in Bezug auf die generelle Heilung wert.

Derzeit leuchtet uns dieser Ansatz einfach nur noch etwas mehr ein.

Hat hier im Forum vielleicht jemand konkrete Erfahrungen zu einer solchen Herangehensweise zu berichten? Für weitere Tipps und Denkanstösse wären wir sehr dankbar.

Danke, und viele Grüße,
Spursfan

Geändert von Spursfan (21.02.2007 um 16:43 Uhr)
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