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Alt 06.05.2007, 01:09
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meliur meliur ist offline
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Registriert seit: 26.02.2007
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Standard AW: Alltag nach der Darm-OP

Ihr Lieben!

Kaum ist man mal ein paar Tage nicht hier, gibts hier eine richtige Diskussionslawine

Liebe Luna-Tina, wie immer Du Dich entscheiden solltest im Hinblick auf die Chemo-Frage, ich wünsch Dir einfach, dass Du Dich mit und nach der Entscheidung wohl fühlst! (Und Dir, Ulli, wünsch ich das natürlich auch.) Ja, das ist verdammt schwer, wir alle wissen das, weil wir alle schon mal darüber entscheiden mussten - mal in mehr, mal in weniger Freiheit. Du weißt ja, dass ich nach der OP und nach einigem Abwägen und mehreren sehr ausführlichen Gesprächen mit dem Chirurgen und zwei Onkologen, mit meinem Freund und mir selbst schließlich nein gesagt habe. Wie groß das Risiko war - schwer zu sagen. Bis jetzt hab ich nix, meine Tumormarker sind gut, alle anderen Werte auch, weder bei der Abdomen-Sono noch bei der Koloskopie noch beim MRT hat man was entdecken können. Aber klar, ich kann nur hoffen, dass das so bleibt.
Und ich finds gut, dass Du wieder ein bisschen arbeitest - mach nur nicht zuviel, ich glaube, dass man sich leicht überschätzt in seiner Leistungsfähigkeit, vor lauter Sehnsucht nach Normalität (Mir ist es anfangs jedenfalls tendenziell so gegangen)! Ja, erzähl mal, was ist das für ein Job?

Liebe Leena, Dein Jahrestag ist überstanden und trotzdem hat sich wieder der Traurigkeits-Mantel schwer auf Deine Schultern gelegt. Wie der Himmel draußen, so ist es wohl auch um Deine Seele wieder grau geworden. Aber so, wie ich Dich im Lauf der Wochen und Monate hier erlebt habe, weicht das graue Wetter bei Dir nach einigen Tagen auch wieder klarer Luft und blauem Himmel. Bei mir steht sie, diese Mischung aus Traurigkeit, Schrecken und Angst manchmal ganz plötzlich wie ein ungebetener Gast mitten im Zimmer und geht nicht mehr raus. Das ist dann, wenn mir, wie es auch Luna-Tina schrieb, mal wieder schlagartig klar wird: Ich habe Krebs. Eine tödliche Krankheit. Egal, wie sie sich entwickelt, die Angst wird mein Leben begleiten. Und eben diese Traurigkeit. Und ich weiß genau, was Du meinst, wenn Du von dem "rosa" Leben davor schreibst - es war ein anderes Leben, denn damals kannten wir diese Angst nicht, und nicht diese Ohnmacht.
Dabei spüre ich aber immer wieder, übrigens gerade auch, seit ich Euch alle hier im Forum kennengelernt habe, dass das Leben MIT dieser Angst und Ohnmacht uns viel mutiger und stärker macht.

Liebe Agnes, dieser Mut und diese Stärke ist, davon bin ich aus irgendeinem Grund überzeugt, etwas, was weiter am Leben bleibt. Natürlich habe ich keine Ahnung, wie Deine Mutter ihre Krankheit getragen hat, aber selbst eine Hoffnung, auch wenn sie vergebens gewesen zu sein scheint, kann weiterbestehen - und sei es als Antrieb für Dich, eine Zuversicht weiterzutragen, auch in Bezug auf ganz andere Dinge. Es tut mir so leid, dass Du Deine Mutter verloren hast.

Lieber Norbert, es ist toll, was Du alles geschafft hast und wie sehr Du Dich ins Zeug legst, echt! Ist Dein Buch inzwischen weitergediehen?

Liebe Sabine, das war mir gar nicht klar, dass Du schon seit 2 Jahren nichts mehr hattest. Super!! Das sind genau die Sachen, die so gut Mut machen. Mehr davon!!

Liebe Margaret, Dir drücke ich jetzt schon die Daumen, dass bei Deinen anstehenden Untersuchungen Positives herauskommt - dass das Ding geschrumpft ist und Du herausgehen kannst mit dem Gefühl, die Bestrahlung und Chemo war nicht umsonst!

Liebe Jana, hatten wir das schon mal festgestellt, dass wir genau zeitgleich mit der Radiochemo angefangen hatten letzten August? Verrückt, damals hatte ich manchmal das Gefühl, das hört nie auf, und wupps, jetzt ist das schon 8 Monate her. Damals hätte ich nie gedacht, dass es mir mal wieder so gut gehen könnte wie jetzt

Für so schöne Überraschungen ist man doch immer gern zu haben
In diesem Sinne:
lauter liebe Grüße!
meliur

Geändert von meliur (06.05.2007 um 01:14 Uhr)
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