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Alt 07.05.2007, 17:19
jf80 jf80 ist offline
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Registriert seit: 31.08.2006
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Standard AW: Alltag nach der Darm-OP

Hallo liebe Luna-Tina!

Oh man, das ist ja ein ganz schönes Ding!
Das wirkt so auf mich, also wenn deine Familie gar nicht mehr wissen möchte wie es dir geht.. und dabei ist grad die Familie ( find ich persönlich so) superwichtig für die Verarbeitung dieser Sch.. krankheit..
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich dir raten soll, aber vielleicht würde es helfen mal mit deinem Bruder zu quatschen.. frag ihn doch mal was ihm wirklich auf der Seele brennt.. weil vielleicht hat deine Ma ja auch irgendwie die falschen Worte benutzt..
Ich denk nämlich ( so hab ich die Erfahrung mit meinen beiden Brüdern gemacht) das er unheimliche Angst hat. Angst zu was diese Krankheit bei dir führen könnte, seine Schwester zu verlieren. Ich weiß nun nicht wie Nahe ihr euch untereinander steht... und vielleicht ist das seine Art sich einfach vor der Realität verschließen zu wollen, was dir natürlich echt weh tut ( was ich total gut verstehen kann)
Ich weiß noch damals als ich die Diagnose bekam und ich es meiner Familie erzählte.. kam von meinem jüngeren Bruder, die Frage: Was den schlimmsten Falles passieren kann. (Das hat er nicht mich gefragt sondern ausgerechnet meine Mutter..) Die sagte nur darauf: Darauf kann und möchte ich dir keine Antwort geben. Danach rief er natürlich bei mir an und fragte mich dasselbe.. und da hab ich ihm gesagt: Das schlimmste was passieren kann, ist, das ich daran sterbe. Er hat damals so geweint.. und trotzdem hat meine gesamte Familie nie so reagiert wie deine, immer kam die Frage wie geht es dir.. dann hab ich kurz berichtet.. und dann sind wir zu anderen Themen übergegangen.
Aber sich davor verschließen und überhaupt nicht mehr darüber reden zu wollen ist , so find ich, total falsch. Klar sollte irgendwann, aber erst dann wenn die Therapie weitestgehend vorbei ist, wieder ein Stück weit in die Realität zurückgekehrt werden.. aber nicht dann wenn man noch mitten drin ist, WEIL grad für DICH deine Familie in dieser Zeit am wichtigsten ist.

Und zum Thema Forum, hat mir mein Freund damals so was ähnliches gesagt.
Bis er verstanden hat, das IHR ALLE neben meiner Familie usw. die wichtigsten Leute gewesen seit, die mir in dieser schwerden zeit zur Seite gestanden haben. Die mich verstehen( was irgendwelche Nebenwirkungen, Bauchkrämpfe etc. betrifft), die mit mir gelacht haben, sich mit mir gefreut haben.. und mit mir geweint haben..
Ich hab zu meinem Freund immer gesagt, das dieses Forum sowas ähnliches wie mein Psychologe ist.. ( naja so konnte ich mir wenigstens den Psychoonkol. sparen, ma wollen ja die Krankenkasse nicht noch mehr mit Kosten belasten )

Ich hab damals zu meiner Familie gesagt: Zusammen schaffen wir das!
( mit nem riesen Kloß im Hals) und WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!

Ich wünsch dir, das du das Problem mit deinem Bruderherzl so schnell wie möglich aus der Welt schaffen kannst, weil nichts ist schlimmer wenn man schon durch die Krankheit so schwer belastet ist und dann durch so etwas seelisch noch mehr belastet wird.
Viel Glück und ganz viel Kraft dafür wünsch ich dir.

Liebe Meliur, ich glaub das mit dem " Wenn ich mich recht erinnere, hast Du noch vor kurzem erzählt, dass es schön war, Dich mal wieder so richtig lang und ausführlich mit ihm zu unterhalten - auch weil er dafür jetzt wieder offener zu sein scheint, nachdem er sich von seiner Freundin getrennt hat (oder verwechsle ich da was?)"------ dat war ich .. und mein jüngerer Bruder
Dicke knutscha und drücka
Jana
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