AW: Tonsillenkarzinom
Hallo ihr Lieben,
bin schon seit ein paar wenigen Wochen stiller Leser und wollte eigentlich schon viel eher mal schreiben. Aber die letzten Wochen waren schon sehr anstrengend und nervenaufreibend. Habe schon viele nützliche Tips gelesen, die wir z.T. schon anwenden konnten bzw. sicher in den nächsten Wochen brauchen. Vielen Dank schonmal!
Die Situation ist bei uns Folgende:
Bei meinem Papa wurde am 13.6. 07 festgestellt, dass er ein Tonsillenkarzinom hat und der Rachenring sowie Zungengrund auch betroffen sind. Das war natürlich für uns ein totaler Schock!
Zur Vorgeschichte muss ich sagen, dass mein Papa ( 61 ) vor 5 1/2 Jahren Darmkrebs hatte. Das hat er, inklusive OP und Chemo, verhältnismäßig gut überstanden. Er ist anschließend immer engmaschig kontrolliert worden, mit Darmspiegelung, Blutkontrollen usw. Seit ca. einem dreiviertel Jahr stieg der Tumormaker wieder an, aber es wurde nix gemacht außer Blutkontolle. Man sagte ihm, dass manche Menschen einen erhöhten Tumormaker haben ohne das etwas Krankhaftes gefunden wurde!
Mein Papa hatte schon eine Weile Halsschmerzen, hat dies aber auch nicht weiter ernst genommen. Irgendwann war er dann doch mal beim Arzt und bekam Antibiotika. Als auch das 2. nicht anschlug wurde er zum HNO- Arzt geschickt, der sofort sah, was los ist.
Nach den ganzen Voruntersuchungen und Vorgesprächen wurde er dann am 26.06. operiert. Geplant war, das neben der Tumorausräumung Haut transplantiert werden soll; Haut vom Arm für die Zunge und aus der Leiste für den Arm.
Die OP dauerte 8 Stunden und anschließend wurde er noch für 1 Nacht beatmet. Als wir ihn am nächsten Morgen besuchten, waren wir erstmal erschrocken, dass er keine Transplantation hatte und auch keine Nasensonde, wie für den Anfang geplant war. Hätte uns ja eigentlich freuen müssen, aber wir haben uns gleich die schlimmsten Gedanken gemacht, dass es für diesen Eingriff vielleicht schon zu spät war usw.
Das Warten auf das Arztgespräch kam uns wie eine Ewigkeit vor.
Dabei kam raus, dass er für die OP, wie sie geplant war ,einen zu kleinen Kiefer hat, als das man mit genügend Sicherheitsabstand hätte operieren können. Deshalb hat man sich unter der OP für eine ander Variante entschieden. Er hat halt auf beiden Seiten am Hals lange Schnitte und von da aus konnte das auch an der Zunge entfernt werden, ohne Transplantation.
Das klang ja erstmal gut!
Naja die Zeit ist schon sehr belastend, immer dieses Grübeln, Gedanken machen, mal ist man positiv gestimmt, dann geht es einem wieder richtig schlecht, man leidet so mit, kann "nur" dasein nichts von dem Leid abnehmen,... Aber das kennt ihr ja alles.
Süppchen essen ging von Anfang an, das Problem ist das Verschlucken und dass dadurch alles ewig dauert.
Dann kam noch eine leichte Lungenentzündung dazu und das Ergebnis der Tumorentfernung. Es musste nochmal nachoperiert werden! Wieder ein Rückschlag! Heute erwarten wir wieder das histologische Ergebnis, wieder warten, wieder Angst!
Für den 13.7. hat er einen Gesprächstermin für die Bestrahlung, die bald folgen soll.Das wird sicher eine heftige Zeit, ich hoffe er muss nicht so leiden und habe schon alle möglichen Mittelchen von Euch rausgeschrieben!
Erschwerend kommt dazu, dass uns 2 1/2 Autostunden trennen. Ich war jetzt über 1 Woche dort zur moralischen Unterstützung. Hatte meine kleine Tochter mit(knapp 2), das baut Opa auf.
Sorry, dass ich euch jetzt so zugetextet habe, aber das musste mal raus!
Ich bin etwas in Eile, melde mich bald wieder und hoffe sehr, dass ich dann gute Nachrichten habe.
Bis dahin alles Liebe
Anja
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