Hallo Kristine............................und immer wieder muß ich Dir sagen,- wie gut ich Deine Gedanken nachvollziehen kann..............es geht mir doch kein Stück anders im Moment.
Mein Vater ist nun seit 7 Tagen weitgehend wach und seit drei Tagen nehmen die Intensivärzte ihn täglich für 2-3 Stunden vom Beatmungsgerät ab,- er macht seinen Job mit dem "Spontanatmen" lt. der Ärzte sehr gut , - er kämpft,- also will er leben,- oder???
Bewegen kann er sich so gut wie nicht,- außer seine rechte Hand,- damit versucht er immer mir zu zeigen (ich schiebe meine Hand unter die seine),- daß noch Kraft in ihm steckt...................nachdem ich ihm gestern ewig die Füße mit Creme massiert habe, -die Waden gleich dazu, -fing er plötzlich auch an, seine Zehenspitzen zu bewegen,- wowwww!!!!!!!!!!.................er tut alles ganz brav,- was die Pfleger ihm sagen,- er wehrt sich nicht,- er nimmt alles hin,- weil es eben nötig ist.
Nachdem er ja in den ersten zwei Tagen doch noch gar nicht richtig "da" war,- habe ich zunehmend das Gefühl er sein Geist erwacht immer mehr........er antwortet zielgerichtet mit Nicken ,- oder verneinend mit Kopfschütteln,- stups ich ihm die Nase zärtlich an,- zieht er eine Grimnasse,- halte ich ihm meinen Finger vor den z.Zt. zahnlosen Mund (sein Gebiss darf er noch nicht tragen),- dann schnappt er nach ihm und versucht ihn festzuhalten,- eine Geste,- auch das mit der Zunge, -die er immer gerne gemacht hat.....hatte er nen Krümel am Mund und meine Mutter wollte ihm den abkratzen,- schnappte er immer liebevoll nach ihrem Finger.............also,- er ist wach.
Seit gestern trägt er bei den Besuchen seine Brille,- ein Auge ist von Geburt an Blind,- die Brille tat ihm gut,- wollte sie ihm wieder absetzen, -als ich ging,- aber da hat er das Gesicht zusammengekniffen,- als wolle er seinen neuen "Durchblick" nicht schon wieder hergeben müssen................mein lieber Vater........ob er ahnt,- was auf ihn zukommt nach dem Krankenhaus,- wobei wir immer noch keine O.K. von den Ärzten haben,- daß er wirklich "über'n Berg" ist...............das Blatt kann sich auch wieder ändern,- nun ist er seit 6 Wochen im Krankenhaus,- auf der Intensivstation seit nunmehr 40 Tagen...........................er wird es hoffentlich schaffen,- was auf uns alle noch zukommt,- läßt sich erahnen,- aber das werden wir wohl meistern müssen und ja auch wollen,- zur Not mit einem Pflegedienst,- werden dann auch Pflegestufe beantragen..................da ich selbst schwerbehindert bin (stark gehbehindert) kann ich körperlich nicht allzu gut einspringen,- meine Ma schafft das auch nicht alleine...........aber wir werden eben alles versuchen,- soviel sind wir unserem Vater schuldig...............ob er sich mit seiner Situation anfreunden kann,- denn nichts mehr wird sein wie immer,- kann man jetzt ja noch nicht sagen,- aber alleine das Zuhause sein können,- wird ihm bei seinem Wiederaufbau helfen können.
Ich darf gar nicht zu weit vordenken,- das belastet...................noch geht es ums Überleben,- danach wird sich alles finden..............
Ich drück Dir die Daumen, daß Du eine Einstellung findest,- der Gesundheitlichen Situation Deines Vaters gegenüber,- mit der Du gut leben kannst,- ohne immer wieder erneut zu zweifeln.................warte ab,- wie Dein Vater alles so empfindet ,- wird er noch beatmet,- oder kann er schon sprechen???
Das kann meiner ja leider noch nicht,- und das erschwert die Situation natürlich zusätzlich.
Für heute mal die besten Grüße an Dich Tine und an all die andere Lieben,- die hier mitschreiben.
Tschüßi von Marion und Familie.
