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Alt 13.10.2003, 19:57
Gast
 
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Standard Krankheitsverlauf bei einem Glioblastom

Hallo Anna,

vielen lieben Dank für Deinen Gruß. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Euch.
Eines habe ich noch vergessen. Wir haben in dem ersten halben Jahr sehr viel schlechte Prognosen gehört und hatten das Gefühl, dass uns einige Ärzte schon aufgegeben haben. Das war ganz schön frustrierend.
Dennoch haben wir dann einen wunderbaren und guten Neurologen gefunden, der sich wirklich sehr viel Zeit nimmt, und auch zuhört. Die Angst bleibt ja immer, doch er sagt, das die Statistik letzten Endes nur Zahlen sind. 49 % kann die Medizin helfen, den Rest muss man selber machen. Da hatte er nicht unrecht. Ich habe damals für 1 Jahr aufgehört zu arbeiten, obwohl es mich beruflich zurückgeworfen hat. Aber diese Zeit möchte ich echt nicht missen. Wir haben sehr viel geredet und viel gelacht; dabei die Krankheit vergessen. Das war, auch wenn es sich blöd und makaber anhört, auch eine schöne Zeit für uns. Wir haben viel geredet und Dinge gemacht, die wir sonst nie gemacht haben bzw. keine Zeit für hatten, da wir nur unserem Beruf und der Karriere im Blick hatten.
Im Ergebnis kann ich nur sagen, das ich glaube, das man einfach die sogenannte innere Mitte und Ausgeglichheit trotz der Angst und Furcht finden muss; mit sich im reinen sein.
Dann geht auf einmal alles viel besser. Wir haben diesen Weg Gott sei Dank gefunden und seit dem sind uns viele Dinge im Leben nicht mehr wichtig. Vieles sehen wir heute gelassener und fragen uns, worüber sich so mancher aufregt. Geht auch alles anders.
Ich wollte hier keinen Roman verfassen, sondern Dir nur noch sagen, dass es auch so ein bisschen auf die Rahmenbedingungen ankommt, die man sich selber schafft.
Wir sind heute auch noch fassungslos und sind nach jedem Kontrolltermin fix und fertig. Aber ab nächstes Jahr sollen nur noch einmal jährlich die Untersuchungen stattfinden. Das ist doch ein Ziel, oder?

Hinzufügen muss ich noch, dass ich über ein anderes Forum noch zwei Glio IV - Erkrankte kennengelernt habe, denen es auch gut geht; bei denen die Krankheit auch schon 3 bzw. 4 Jahre her ist.

Ich weis, das es für uns ein pures Wunder ist, das leider nicht jeder hat. Doch gebt die Hoffnung nie auf.

Liebe Grüße

John
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