Krankheitsverlauf bei einem Glioblastom
Lieber Markus,
und diejenigen, die geantwortet haben.
Seit einer Woche überlege ich mir, wie ich Dir antworten kann. Ehrlich gesagt, gibt es keine Antwort für das, was Du erlebt und beschrieben hast. Ich kann Dir nur anbieten, weiter zuzuhören, Dir vielleicht das Gefühl zu geben, das Du nicht alleine bist, sondern das es da noch jemanden (und viele andere) gibt, die bei Dir sind und hoffen, das es trotz der schlimmen Krankheit Deiner Frau "gut" geht; Du genug Kraft findest, für Deine drei Kinder da zu sein. Auf diesem Weg kann ich Dich leider nur begleiten, und zuhören.
Ich schäme mich nicht für das was ich schreibe, sondern es hat mich zutiefst getroffen, als ich Deine Nachricht gelesen habe. Sprachlosigkeit. Ich bin über eine Woche mit mir in "Klausur" gegangen und habe überlegt, ob ich nicht doch zuviel Mut und Hoffnung verbreite, die es bei dieser Krankheit nur schwer zu geben scheint.
Die Beiträge und auch Deine Antwort haben mich bestärkt, mein Denken und Handeln nicht zu ändern. Für uns ist es nur der einzige Weg, so zu leben, in dem wir nach vorne schauen, und nicht an das glauben, was viele "Weißkittel" und schon alles gesagt haben. Deswegen hat mich Deine Nachricht auch sehr betroffen gemacht, weil ich in Dir den gleichen Weg gesehen habe, wie wir ihn seit 4 Jahren gehen.
Auch haben die Worte von Heidi, Sandra, S. und Anna mich überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, wie meine Beiträge auf andere Menschen wirken. Vielleicht liegt es an der Art und Weise, wie wir (meine Frau) und ich für uns einen Weg gefunden haben, damit zu leben.
Wir hatten im vergangenen Jahr einen riesen Rückschritt. Meine Frau hatte einen sehr schweren Verkehrsunfall. Beide Füsse gebrochen, beide Knie geprellt, Brustwirbelbruch, Wirbelssäulen-verletzung, schwere Gehirnerschütterung usw. . Bis dahin hatten wir gedacht, uns kann nichts mehr anhaben, doch innerhalb von 1 Sekunde war wieder alles anders. Es hat lange gedauert, bis meine Frau sich erholt hatte und heute springt sie wieder rum als wenn nichts gewesen wäre. Was muss noch passieren, haben wir uns gefragt.
Aber so ist das Leben - es gibt keine Antworten nach dem "Warum". Deshalb stellen wir uns diese Fragen nicht mehr, sondern fragen uns nach dem "Wie werden wir damit fertig".
Ich bin ein wenig abgeschweift, wollte Dir eigentlich nur damit sagen, das das Leben schwer zu meistern ist, aber es Wege gibt, es zu meistern.
Es gibt Dir keinen Trost, keine Antworten auf Deine Fragen. Aber einige Antworten findest Du vielleicht in Deinen Kindern wieder, die Euch helfen, das Leben zu meistern. Einen Sinn geben, nie aufzugeben und zu kämpfen, auch wenn es hoffnungslos scheint.
Ich möchte mich nochmals bei allen für die lieben Worte bedanken.
Ihr habt recht. Es gibt sehr wenige Menschen, die überhaupt verstehen, was es heist, mit dieser Krankheit zu leben oder überhaupt etwas verstehen.
Markus, ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft.
Liebe Grüße
John
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