AW: Cup-Syndrom
Hallo Uwe,
hallo ihr sonstigen Lieben,
ich habe das Bedürfnis mich wieder mal zu melden.
Für die, die mich noch nicht kennen:
-bin Ende 50 mit großen Kindern und kleinen Enkeln
-habe Adenobronchialkarzinom im Stadium 4, bekannt seit Nov. 07
-Chemobehandlung bis Aug. 08
-danach bis Anfang 09 beschwerdefrei
-jetzt wieder Schmerzmittel, seit heute 50er Fentanylpflaster
Zu den Adenokarzinomen ist mir aufgefallen, daß die wohl im allgemeinen nur sehr winzig sind. Bei mir hat man es bis heute nicht lokalisiert. Den Onkologen scheint das aber egal zu sein, da man wg. der Metastasen sowieso nicht bestrahlen oder gar operieren könne.
Zum Umgang der Angehörigen mit den Erkrankten möchte ich aus meiner perönliche Perspektive anmerken, daß ich wenn es mir schlecht geht
-oft gern allein bin
-kein Bemitleiden oder Bedauern schätze
Noch blöder finde ich allerdings solch aufmunternde Sätze wie, "das wird schon wieder" ect.
Lieber was Erheiterndes, z.B. wie mich neulich ein guter Bekannter freudestrahlend begrüßte (ich hatte "rechtzeitig" wie mir schien alle schonend auf mein baldiges Ableben vorbereitet):
"Du lebst ja immer noch! Aber was soll ich denn jetzt mit der schwarzen Kravatte machen?" (nachdenklich) " Meinst du, ich soll versuchen sie bei ebay zu versteigern?"
Was ich damit sagen will ist, daß man auch mit tödlichem Krebs noch ganz gut leben kann. Ich versuche wenigsten, mich mit meinem Untermieter zu arrangieren und ihm nicht mehr Platz einzuräumen als unbedingt sein muß.
LG Reinhard
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