Thema: Stammtisch
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Alt 06.09.2009, 12:18
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AndreaS AndreaS ist offline
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Registriert seit: 09.02.2005
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Standard AW: Stammtisch

Hallo Ihr!

Sonntag, die Sonne scheint und mal wieder lese ich hier...

Ich halte es noch immer für ganz wichtig, für sich selbst festzulegen, was man NICHT will. Es ist für mich aber auch wichtig zu wissen, dass es sich verändern kann, nicht muss, aber kann. Was für mich gestern noch unvorstellbar und auf gar keinen Fall möglich war, morgen kann sich meine Sicht geändert haben, möchte ich genau das, was ich damals nicht wollte. Die Seele lässt immer nur so viel zu, wie sie im Augenblick erträgt. Die Päckchen müssen gepackt werden, anders verschnürt, um mit der Zeit ganz allmählich Platz zu schaffen. Wir alle haben unser Leben verloren, da schüttelt man sich nicht mal eben und geht zur neuen Tagesordnung über. Wir alle hier haben aber noch etwas gemeinsam: Wir reden miteinander, hören einander zu, sind bereit das Beste aus dem zu machen, was uns geblieben ist.
Auch ich konnte mir nicht vorstellen, wie nach Claus jemals ein Mensch noch mal mein Herz erreichen kann

Zitat:
Ich denke: "es muss einem vor die Füße fallen"
anders kann ich es mir nicht vorstellen - jetzt jedenfalls nicht.
Ja, so ist es mir passiert Und ich denke, so MUSS es passieren. Und das macht ja auch Sinn. Wie war es denn mit unseren geliebten Partnern im „alten“ Leben? Haben wir sie gesucht? Nein, sie waren plötzlich da und haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Auf einmal wollte man keinen Tag mehr ohne sie, die Vertrautheit wuchs mit jedem Tag, das Leben, abgestimmt auf das des anderen. Kein Plan, kein Vorsatz. Es ist einfach so hingerutscht.

Ein Partner, der nach dem Tag X unseren Weg kreuzt, lernt uns so kennen wie wir JETZT sind. Verwundet, mit einem gelebten Leben, mit einer Vergangenheit. Und wenn dieser Mensch aufrichtiges Interesse an uns hat, wird er zuhören, will wissen, was uns bewegt. Wird unsere verstorbenen Partner „kennenlernen“ wollen. Sich ein Bild machen.

Ich durfte es erleben. Und ich darf teilhaben, wie es meine Freundin erleben darf. Zwei neue Partner, die unseren Weg in Liebe und Anteilnahme begleiten, die den Platz der verstorbenen Partner respektieren, die mit uns neue Rituale finden, eigene für die neue Zeitreise aber immer mit unseren geliebten Menschen an der Seite. Keine Bilder in Schubladen versteckt, nein Kerzen daneben angezündet. Blumen gebracht, hin und wieder sogar Zwiesprache. Versprechen an die Verstorbenen, vielleicht hin und wieder ein Hilferuf? Sie purzeln in unser Leben und WOLLEN auch unsere Traurigkeit teilen, die Abstürze, alles, was uns eben ausmacht. Das kann man nicht planen, das passiert einfach so. Es ist ein Geschenk, so wie unsere Partner vor dem Tag X ein Geschenk waren, nicht gesucht, einfach gefunden. Wenn es sich nach Zumutung anfühlen würde, wäre es falsch, dann wäre der Mensch an unserer Seite falsch….

Die Seele lässt nur soviel zu, wie sie erträgt. Und wenn der Richtige da ist, der der es wert ist, schreit das Herz: Lass es zu, spring auf den Zug, der LIEBEN heißt. Grönemeyer hat so liebevoll gesungen über seine verstorbene Frau. Hat lange Päckchen sortiert, versucht sein Leben ohne sie zu meistern. Jedes Wort kann ich nachempfinden auf seiner CD „Mensch“ Und keines seiner Worte verliert an Richtigkeit, wenn er heute „das Geschenk“ seiner neuen Partnerin widmet. Es ist ein Geschenk, und wir alle dürfen es dankbar annehmen....

Lasst euch nicht ärgern und kommt gut durch den sonnigen Tag!

LG
Andrea
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Που να 'σαι τώρα που κρυώνω και φοβάμαι
και δεν επέστρεψες
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