AW: Sag ichs meinen Kindern ?
Hallo Cora,
ich kenne dieses blöde Gefühl, nach außen gesund und fröhlich wirken zu wollen. Aber das ist nicht immer möglich und dann sollten die Familienmitglieder und die engsten Freunde wissen wie es um uns steht. Es gibt keine absolut gültige Prognose für die Lebenserwartung und den Verlauf unserer Krankheit. Doch ich bin jetzt sehr egoistisch geworden und genieße jeden Tag - wenn das möglich ist. Ich treffe mich mit Freundinnen für eine nette Kaffeerunde, rufe alte Tanten an, gehe zu Veranstaltungen, die mir gut tun. Eigentlich wollte ich Sprachkurse machen, das kann ich nicht mehr - bis ich alles einigermaßen gelernt habe, werde ich nicht mehr reisen können oder gar nicht mehr hier sein. Und das mit dem Pfirsichbaum lasse ich auch. Den hätte ich gerne in den Garten gepflanzt, doch die Früchte werde ich nicht mehr essen können ...
Bei der Einschulung der Enkelkinder wäre ich ja auch gerne dabei - das wird wohl nicht und das macht mich sehr traurig. Aber vielleicht kann ich ja noch Weihnachten feiern und Silvester und wer weiß sogar noch Ostern nächstes Jahr. Aber heute scheint hier die Sonne, es gibt überall duftendes frisches Obst zu kaufen und Sommerblumen blühen und für Morgen habe ich mir Gäste eingeladen und ehrlich gesagt, ich fühle mich gut.
Bei allem wünsche ich Dir, liebe Cora, viel Lebensfreude und eine Portion Egoismus!
Viele Grüße
Mara
|