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Alt 21.10.2010, 16:15
wbl66 wbl66 ist offline
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Standard AW: Profil: Angehörige stellen sich vor...



Hallo Leute.

Habe seit einiger Zeit so etwas wie dieses Forum gesucht, weil ich merkte das ich das mit dem Krebs meiner Mutti doch nicht so verarbeitet habe wie ich dachte. Es kommt immer wieder aus mir raus und ich muß weinen, kann nix dagegen tun.
Ich bin 43, single, meine name ist annett, arbeite in einem call center, wohne in Leipzig und mein Sohn 22 ist beim Bund. Ich habe noch einen Bruder, auch Single, ein jahr älter und zur Zeit ist unsere Geschwisterbeziehung etwas `gestört`sag ich mal, weil ich wut und kein Verständniss für sein Verhalten habe.
Meine Mutti hatte Krebs (Brust), naja hatte ist auch so ein Ding, das hat man irgendwie bis zum Ende, diese Diagnose, weil man ja nie weiß, auch wenn jetzt alles gut ist, ob das auch so bleibt. Meine Ma ist 67 und wir sind ohne Vater groß geworden. Als Sie die Diagnose Krebs bekam (2009) stand ich Ihr bei und tu das heute noch, was selbstverständlich für mich ist. Sie ist meine Ma und meine Freundin, wir haben ein Super Verhältniss. Habe alle Termine mit Ihr wahrgenommen, habe Sie zu jeder Chemo gebracht und geholt, viele viele Gespräche mit Ihr geführt und Ihr sogar die Haare abrasiert als es soweit war. Das war schlimm für mich, ich dachte sie sieht jetzt aus wie früher im II. Weltkrieg, als den leuten die Haare geschorren wurden und ich kam mir so sch... vor aber es mußte ja sein, das hatten wir besprochen. Ich war immer Stark und hab mir nix anmerken lassen. Keiner wußte wie es in mir drinnen ausssieht. Es kam vor das ich Sie zur chemo abgab und noch im Krankenhaus kaum aus dem Zimmer war und rotz u wasser geheult habe. Man wußte ja nie wie es ihr am nächsten tag ging. Meine Mutter war nie krank in Ihrem Leben, sie ist immer für alle u jeden da und denkt zuletzt an sich. Mich hat das manchmal geärgert, weil Sie auch nie jemanden zur Last fallen wollte un will und selbst die Krankenschwestern nicht zur last fallen wollte, was schachsinn ist. Dafür sind sie ja da. Aber meine Mutter ist halt so und ich glaube die ändert sich auch nicht mehr. Gestern habe ich sie zur kur gefahren und ich hoffe sie erholt sich gut. Erst wollte sie ja nicht zur kur aber ich babe sie dann zum arzt geschleppt und der hat es ihr dann auch geraten und nun ist sie ja auf erholung.
Mein Bruder hat sich nie gekümmert, er konnte wohl das elend nicht sehen. Er war immer nur da wenn es ihr `gut` ging, hat sich nicht einmal bei mir bedankt das ich das alles hinbekommen habe. Mußte ja meine dienste dementsprechend danach richten und einen haushalt habe ich auch noch. Es ist doch auch seine Mutti, wir haben nur Sie. Sie hat uns alles gegeben uns gut erzogen, sie hatte es auch nicht immer leicht. Im gegenteil, er halste ihr noch Termine auf, obwohl da wo er wohnt leute im Haus da gewesen wären aber nein der Herr muß ja Mutti fragen und die fährt natürlich. Ich habe da auf sturr geschalltet und hab sie mit bus und bahn fahren lassen. Wenn was pasiert wäre, hätte er Schuld gehabt, dieses weichei. Seitdem ist Funkstille zwischen uns und ich weiß nicht ob sich das mal ändert. Bin enttäuscht von meinen großen Bruder.
Die Familie ist super, ich konnte immer anrufen o reden aber am ende fühl ich mich irgendwie alleine. ich weiß nicht, ich reiß mir den A... für sie auf u mein Bruder der denkt nicht nach. Was soll man davon halten? Warum ist der so? Für Ihn ist das jetzt abgehagt und gut ist. Nach mir fragt der nicht. Ich bin immer Stark aber wie es innen aussieht, sieht keiner und sieht man mir auch nicht an.

So, jetzt habe ich mir mal einges von der Seele geschrieben und hoffe ich nerve nicht.

Liebe Grüße Annett
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