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Alt 02.12.2010, 10:17
ladyfender ladyfender ist offline
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Standard AW: Brustkrebs, uns hat es erwischt

@Amneris:

Eben habe ich gelesen, was Du dir von Deinem Schutzengel wünschst....Danke dafür! Ich hoffe sehr das auch meiner gut auf mich aufpasst.
Ich wollte nie jemand sein, der jammert oder sich selbst bemitleidet, aber im Moment weiß ich nicht mehr was ich tun soll. Bisher habe ich auch nur ganz selten darüber gesprochen und wenn, dann so als ob es mich nicht mehr berührt. Ich bin doch stark und kann mit allem umgehen...das habe ich jedenfalls immer behauptet damit sich niemand sorgt. Ich dachte, wenn ich keine Angst zeige, dann würde irgendwie alles wieder gut.

Vor genau zwei Jahren habe ich den Knoten in meiner Brust entdeckt und ein Alptraum begann. Zwei OP's weil ein Wächterlymphknoten befallen war, Chemo, Bestrahlungen, ReHa, Nachsorge. Bisher war alles ohne Befund und unser Leben wurde wieder normal: Ich habe wieder gearbeitet, den Alltag organisiert. Zum ersten Mal seit Jahren haben wir einen Urlaub gebucht...
Doch jetzt habe ich wieder einen Knoten mit 3cm im Durchmesser an einer Stelle, die von der Mammografie nicht erfasst wird. Ich werde noch verrückt! Nächsten Mittwoch muss ich wieder zur Stanzbiopsie und glaube bereits jetzt zu wissen, das nichts gutes dabei heraus kommt. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ich habe furchtbare Angst, das der Krebs wieder da ist. Metastasen konnten bisher keine festgestellt werden, aber was heißt das schon? Ich versuche ja positiv zu denken, aber es fällt mir sehr schwer und ich hangele mich von Stunde zu Stunde bis zur endgültigen Gewissheit. Meine Ärztin sagte, was immer es sei, raus müsse es in jedem Fall. Um eine OP komme ich also nicht herum. Das macht mir keine Sorgen, aber ich bin vor Angst wie gelähmt. Ich bin erst 40 geworden...ich will einfach noch nicht sterben müssen! Letzte Nacht habe ich mich dabei "erwischt" wie ich angefangen habe meine Beisetzung zu planen. Das ist irgendwie krank finde ich, aber ich komme nicht dagegen an. Mein Mann versucht mich zu trösten, aber ich mag gar nicht mit ihm reden weil ich nicht möchte das es ihm schlecht geht. Wenn man es genau nimmt, könnte es mir eigentlich egal sein. Wenn es mich vom Schlitten haut ist es für mich vorbei, aber für alle anderen geht das Leben weiter. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Frage ob alles vorherbestimmt ist, ob es wirklich nur "Fügungen" gibt und keine Zufälle. zurückblickend war mein Leben bisher voller Probleme. Diese lösten sich während meiner Erkrankung nach und nach. Jetzt wo alles schön ist, wir endlich aufatmen könnten, sieht es im Moment für mich so aus, als ob ich diese Zeit nur bekommen habe um meine Angelegenheiten zu regeln. Meine Kinder sind erwachsen, meine Eltern versorgt, das Haus verkauft. Wir wollten JETZT die Dinge tun die wir sonst immer auf "später" verschoben haben....und nun stehe ich da und weiß nicht ob ich noch einmal die Kraft habe um mein Leben zu kämpfen....
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