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Alt 02.12.2010, 12:49
ladyfender ladyfender ist offline
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Registriert seit: 24.07.2008
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Standard AW: Brustkrebs, uns hat es erwischt

Du hast natürlich vollkommen Recht Amneris....Ich komm mir selber schon total bescheuert vor.

Schließlich gibt es ganz viele Frauen, die eine schlechte Prognose hatten und Gott sei Dank immer noch leben. Eine davon kenne ich und sie ist seit mittlerweile 20 Jahren Tumor- und Metastasenfrei. Vielleicht kommt es gerade so dick, weil es wieder mal kurz vor Weihnachten ist. Die "Wiederholungsgefahr" erscheint mir aus irgendeinem Grund sehr groß zu sein. Nein nicht aus irgendeinem Grund, sondern weil um diese Zeit zum Vorschein kam, was ich niemals für möglich gehalten hätte, das es ausgerechnet mir passiert. Meine erste Warnung bekam ich schon im Juli 2008: Cervixkarzinom und als "Weihnachtsgeschenk" die BK-Diagnose. Recht vielen Dank auch, ich weiß gar nicht womit ich soviel Aufmerksamkeit verdient hatte. Das wäre doch nun wirklich nicht nötig gewesen.

Im Forum war ich bisher auch relativ selten, weil ich es schlicht und einfach nicht ertragen konnte mich mit der Krankheit zu beschäftigen. Ich hätte ohnehin keine tröstenden und verständnisvollen Worte gefunden und wollte auch keine "hören". Zu sagen das ich in einer ähnlichen Situation bin und wie ich mich dabei fühle, fiel mir schwer und eigentlich wollte ich nicht darüber nachdenken. Das hätte für mich bedeutet schwach zu sein, das wollte ich mir auf keinen Fall erlauben.

So wenig Raum wie möglich sollte mein unerwünschter Untermieter in meinem Leben haben. Sowohl während, als auch nach der Behandlung. Ich wollte mit niemandem Reden und war immer froh, wenn ich allein im Chemozimmer war. Meistens hatte ich Glück, da ich in der laufenden Studie die einzige Patientin bin. Ich war immer der Meinung es sei für mein Umfeld, meine Familie und meine Freunde schlimm zu sehen, wenn es mir schlecht geht. Deshalb hatte ich beschlossen die Zähne zusammen zu beissen und so pflegeleicht wie möglich zu sein. Auch wenn ich man manchen Tagen kaum den Weg zur Toilette geschafft habe, saß ich pünktlich um 16:20 Uhr aufrecht auf dem Sofa wenn mein Mann von der Arbeit kam. Der reinste Selbstbetrug. Alles wovor ich bisher erfolgreich die Augen verschlossen hatte kommt nun mit Gewalt zum Vorschein und jetzt versteht natürlich niemand warum ich so ein Jammerlappen bin.

Normalerweise bin ich nämlich ein sehr optimistischer, fröhlicher und patenter Mensch. So kennt man mich: Für fast alles gibt es eine Lösung, ist die Situation noch so aussichtslos krempele ich als Erste die Ärmel hoch
......aber jetzt habe ich große Angst davor das alles noch einmal zu erleben und ich habe Angst dieses Mal nicht stark sein zu können.
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