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Alt 01.11.2020, 18:24
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Rudolf Rudolf ist offline
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Standard AW: . . . und was ich sonst noch sagen wollte . . .


Liebe Leser und Mitkrebsler,
Ihr, die ihr jetzt hier lest, seid wohl mehrheitlich nicht mehr dieselben,
die vor 6 Jahren hier gelesen und geschrieben haben.
Etwa 10 Jahre lang habe ich hier gelesen und geschrieben,
habe so manchen auch persönlich kennen gelernt, bei "Nierentreffen" in Würzburg,
bin Marita begegnet, als sie zur Kur in meinen Wohnort kam,
Marita, unsere unerschrockene, lebensfreudige Mutmacherin.
Ich habe Heino in ....... besucht, als ich 300 km zu einem Geburtstag meiner Schwester fuhr.
Aus seiner Mailadresse waren Name und Wohnort erkennbar.
Inzwischen schweigt leider sein Telefon.
Ich habe nie um Rat gefragt, denn zu meiner Therapie mit der Mistel hätte mir niemand etwas raten können.

6 Jahre sind vergangen seit meinem letzten Beitrag.
Zu meiner Geschichte: Nov. 2000: Nierenzellkarzinom links, 8 cm.
6 Tage später Operation: Niere + Milz im ganzen operativ entfernt.
Bei Klinikentlassung erfahre ich: ca. 10 Lungenmetastasen gleichmäßig
über beide Flügel verteilt, Operation nicht möglich.
Also ärztlicher Vorschlag: Immun-Chemo-Therapie.
Zu erwartende Nebenwirkungen: "katastrophal".
Ich entscheide: "Lieber gesund sterben als krank leben."
Meine Lebensgefährtin sagt:
"Egal, wie du dich entscheidest, ich begleite dich." Dann heiraten wir.
Aber das Schicksal entscheidet anders:
Mir begegnet ein Arzt, der die Mistel als Heilmittel kennt.
Ohne Skepsis, ohne Euphorie wende ich sie an, lerne, sie mir selbst sc. zu spritzen.
Nach 7 Monaten CT: der Radiologe wundert sich: So etwas habe ich noch nie gesehen."
Die Metastasen sind deutlich kleiner geworden.
Aber: eine einzelne will nicht weichen. Sie sitzt ganz unten in der Lunge auf dem Zwerchfell.
Dieses wird offenbar schlechter durchblutet, so dass nicht genug Wirkstoff dort ankommt.
Im Laufe der Jahre wird sie mal kleiner, mal größer ...
Ich will zum Cyberknife, aber inzwischen ist diese Metastase zu groß.
So frage ich einen Thoraxchirurgen um Rat.
Er operiert mich und 18 Jahre nach der Diagnose bin ich das Dings nun los.
Das war 2018.
Inzwischen war ich auch wieder auf meiner Insel, aber zur Zeit geht es ja leider nicht.

Ich wünsche euch allen die Gesundheit, die ihr euch selber wünscht.
Egal, in welcher Lage du bist: erfülle dein Leben mit dem Sinn, den du ihm geben willst.
Lebensfreude ist die beste Therapie gegen jeden Krebs!
Rudolf
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Ich habe Krebs - aber ich bin gesund!
(Nieren-Op. Nov. 2000, Mistel seit Sept. 2001, anfangs >15 Lungenmetastasen, seit 2003 noch eine, seit 2006 ruhend, 2018 operativ entfernt)

Ich kämpfe nicht gegen den Krebs, sondern für das Leben.
Nein, ich kämpfe nicht, ich lebe!
Mein Krebs ist nicht mein Feind, er ist Teil meines Körpers. Ich will ihn verstehen.
Angst ist Gift für den Körper . . . . . und noch mehr für die Seele.
Entscheiden Sie sich für das Leben, sagte eine Psychologin . . .

Geändert von Rudolf (21.11.2023 um 19:24 Uhr)
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