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Alt 24.08.2019, 15:57
erdferkel erdferkel ist offline
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Standard Bin neu hier im Club ( Klarzelliges Niernzellkarzinom)

Hallo Ihr Lieben

Bin hier im Forum schon eine ganze Weile als stiller Leser unterwegs und habe mich vorgestern erst registriert.
Möchte mich hier nun mal recht herzlich bedanken für die sehr hilfreichen Informationen hier im Forum.
Dadurch wurden schon viele Fragen für mich beantwortet.

Ich ziehe hier meinen Hut,denn es ist ja keine Selbstverständlichkeit so viel Mut und Kraft aufzubringen und mit einer so schweren Krankheit noch anderen mit Rat und Tat hier zur Seite zustehen. ( macht weiter so )

So nun zu meiner Person:

Bin ganze 54 Jahre jung ( Baujahr 65 ) und habe vor noch einige Jahre dranzuhängen.
Vorname Heiko ,geb.am 20.05.65 ,wohne in Chemnitz im wunderschönen
Sachsen.

Hier nun meine Geschichte (Krankheitsverlauf)

Am Di dem 14.05.18 gegen Abend Schmerzen im rechten Brustbereich und
kurzzeitiges Blutabhusten. ( hatte in der Woche Urlaub der sich dann erledigt hatte)
Nächsten Tag keine Schmerzen mehr.
Meine Frau hat mir dann gehörig den Kopf gewaschen weil ich nicht zum Arzt gefahren bin. Warscheinlich Schutzhaltung oder auch Angst genannt vor einer schlimmen Diagnose.
Bin ja ein Mann und kein Weichei dachte ich ,aber falsch gedacht wie sich später herausstellte.

Am So dem 20.05.18 gegen Abend wieder Schmerzen im rechten Brustbereich .
Am nächsten Morgen Pfingstmontag ( schöne Pfingsten) ab ins nahegelegene KH
in die Notfallaufname. Röntgbild erstellt ,dann Gespräch mit dem Arzt, es gebe da eine
Auffälligkeit im rechten Bauchraum und es müsse noch ein Ultraschall gemacht werden.
Ich wunderte mich, war doch wegen der Schmerzen im rechten Brustbereich hier.
Dann der Schock ein Tumor am oberen Pol der rechten Niere 7×7cm ,hatte da aber
noch Hoffnung das es gutartig ist weil ja die Rede von einem Tumor war.
Nächsten Morgen ging es dann zu meinen Hausarzt ,bekam da eine Überweisung
zum Urologen. ( dann nahmen die Dinge ihren Lauf)
Sofort beim Urologen angerufen und sollte gleich vorbei kommen.
Also sofort ab ins Auto und zum Urologen.
Wieder Ultraschall und dann die Diagnose, schlug bei mir ein wie eine Bombe .
Verdacht auf Niernzellkarzinom, bekam dann eine Überweisung zum CT
für den 25. 05. 8 Uhr.
Fuhr dann mit dem Auto nach Hause ( meine Frau war auf Arbeit) und baute
beinahe noch einen Unfall.
Zu Hause heil angekommen ,knallte ich beim Rückwärtsfahren in die Garage
gegen die Garagenwand. Ich stand völlig neben mir und konnte keine klaren Gedanken mehr fassen.(habe dann das Auto für 2,5 Monate stehen lassen )
Aber der schwerste Gang stand mir noch bevor, meiner Frau und meiner Tochter
die Diagnose mitzuteilen.
Dabei flossen schon einige Tränen ,aber das darf man unter diesen Umständen ja auch.
Bin doch ein ganz schönes Weichei dachte ich mir in diesen Moment.
Es war auch verdammt schwer
das meiner Mutter mitzuteilen da mein Vater 19 90
auch im Alter von 54 Jahren an Krebs verstorben ist. (Komischer Zufall mit dem
Alter).

Dann am 25.05.18 8 Uhr CT , Befund Verdacht auf Niernzellkarzinom am oberen Pol
der rechten Niere 7×6,5 cm und dann kam noch ein Untermieter dazu , ein Lungenrundherd
6 mm mit Verdacht auf Metastase zwischen Ober und Unterlappen des rechten Lungenflügels.
Zyste links 1,7 × 1,3 cm
So nun zum zweiten Mal den Boden unter den Füßen weggerissen bekommen.
Danach wieder schnell zum Urologen.
Diesmal begleitete mich meine Schwester da meinen Frau leider wieder arbeiten musste.
Bekam dann einen OP Termin in einer renommierten Uniklinik für den 28.06.18 der mir zu spät erschien.
Wollte natürlich den Untermieter so schnell wie möglich loswerden.
Darauf hin telefonierte meine Schwester mit ihrer Tochter (meine Nichte)die Ärztin in
einen guten Klinikum ist (mein Urologe schaute nur verdutzt).
Kaum wieder im Auto klingelte das Handy von meiner Schwester und meine Nichte war
drann . Hurra Op Termin am 05.06.18
Da ist erst einmal eine Tonnen schwere Last von mir abgefallen.
Bin meiner Nichte bis heute sehr sehr dankbar.

Am Mo. dem 04.06 ging es ab ins Klinikum.
Am Nachmittag hatte ich noch einige Voruntersuchungen.
Habe in der Nacht kaum ein Auge zu bekommen ,war aufgeregt wie ein kleines Kind
zum Geburtstag.
Am nächsten Morgen dem 05.06. 8 Uhr 30 ging es dann endlich in den Op.
Op verlief ohne Komplikationen und dauerte ca 4,5 Stunden.
Es wurde 3D laparoskopisch operiert,Niere wurde mit Tumor komplett entfernt.
Im Umfeld der Niere wurden noch 3 Metastasen endeckt und entfernt. (12mm,14mm,17mm)
Habe nur drei kleine punktuelle Narben und eine ca 10 cm lange Narbe ( Tumor und Niere mussten ja irgendwo raus )
Bin schon am 2 Tag unter morphinen Schmerzmittel aufgestanden ,wollte meinen Kreislauf so schnell wie möglich wieder in Schwung bringen.
Wundheilung war auch sehr gut.
Am Mo. dem 11.06. Wurde noch eine Transbronchiale Endsonographie meiner Lunge durchgeführt und 5 weitere Untermieter im linken Lungenflügel endeckt ( Metastasen)
Dann noch zwei vergrößerte Lymphknoten.
Also der nächste Niederschlag.
Diagnose: Klarzelliges Niernzellkarzinom mit Einbruch in einen segmentalen Ast der Nierenvene.
Klassifizierung : pT3a,L1,V1,NX,M1,G3
Am 12.06.ging es dann endlich nach Hause

Wurde doch etwas länger sorry (Behandlungsverlauf reiche ich noch nach )

Heiko

Geändert von erdferkel (18.09.2019 um 21:18 Uhr) Grund: Schreibfehler
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