Thema: Angst
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Alt 25.09.2011, 13:56
der_weg der_weg ist offline
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Standard AW: Kontrolltermin

Hallo Sunset,

also ich denke solche Gedanken sind in Deiner Situation völlig normal.... Ich kann natürlich nicht für alle Ärzte sprechen, aber meisten der Ärzte auf onkologischen Stationen, die ich so kenne, , würden solche Gedanken ernst nehmen.
Bei uns auf der Station gibt es auch die Möglichkeit mit einer Psychologin zu sprechen wenn man das möchte.
Das hat glaub ich auch nichts mit "verrückt sein" zu tun, sondern Du befindest Dich in einer Ausnahmesituation; da bekommen auch Menschen psychische Probleme, die normalerweise stabil sind.

Wie junge Leute mit der Erkrankung umgehen, da gibt es auch Unterschiede denke ich.
Ich hab aber den Eindruck sie kommen um so besser damit klar, je stabiler das soziale Umfeld ist.
Es gibt Patienten, die kommen mit Mitte 20 noch mit beiden Eltern in die Klinik und andere, die kommen mit 18 schon allein.
Es gibt welche, die wollen über das ganze sprechen und nehmen auch gern psychologische Hilfe an und andere, die machen völlig dicht.
Es gibt übrigens auch Erwachsene, die weit über 60 sind und ihre Situation nicht wahrhaben wollen.... Sicher ist es wenn man jung ist noch schwieriger, aber aktiove Auseinandersetzung mit der Erkrankung ist nicht unbedingt eine Frage des Alters.

Ich denke kein Arzt würde wegen Kopfschmerzen gleich automatisch davon ausgehen dass der Tumor wächst.... Also das kannst Du ruhig erzählen ohne Angst zu haben dass das eine schlechte Nachricht mit sich zieht.
Das kann man ohnehin nur durch Bildgebung feststellen.

Dass Du Angst hast ist ganz normal; ich denke die hätte jeder. Und in Deinem Alter ist man damit natürlich noch einsamer, weil es in der Gruppe wenige mit einer solchen Erkrankung gibt.... Man möchte lieber so sein wie die anderen auch, alles machen könne, etc. Ich glaub das ist für jeden Menschen einschließlich Ärzten sehr gut nachvollziehbar,

Wie sieht das denn aus, wissen denn Deine Freunde davon ? Ich denke es wäre gut wenn Du wenigstens ein bis zwei Personen in Deinem Umfeld hast, denen Du Dich anvertrauen kannst. Es kann ja auch mal irgendwas sein und denn wärs ja gut wenn wenigstens einer Bescheid weiss.
Was auch helfen kann sind Kontakte zu anderen Betroffenen, damit Du siehst dass Du damit nicht allein bist. Es gibt ja in größeren Städten auch Selbsthilfegruppen.... wobei ich natürlich nicht weiss wie das in Deiner Altersgruppe aussieht, da müsste man sich erkundigen.

Davon laufen kann man vor der Sache leider nicht... Auf lange Sicht ist es sicher besser sich seinen Ängsten zu stellen, auch wenn das jetzt erstmal schwer ist.... Und natürlich leicht gesagt von jemand, der nicht betroffen ist. Ich sehe sowas auf der Arbeit zwar tagtäglich und habe/hatte Betroffene in der Familie und im Bekanntenkreis, aber wahrscheinlich hab selbst ich nur eine vage Vorstellung davon wie das für jemanden denn tatsächlich ist.

Ich war vor kurzem selbst in der Klinik wegen eines vergleichsweise harmlosen Tumors im Kopf (kein Krebs, was gutariges, was nach der einen OP wahrscheinlich erledigt ist) und selbst das war schon nicht einfach, obwohl ich wusste das sind jetzt die 2 Wochen und ich komm da mit 90iger Wahrscheinlichkeit ohne bleibende Schäden wieder raus. Was mich da am meisten gestört hat war dassd die Leute draußen schön ihrem normalen Leben nachgehen und ich bin da denn irgendwie wie abgschnitten.
Da wagt man kaum drüber nachzudenken wie das für die jungen Leute ist, die was haben, was sie über eine viel längere Zeit beeinträchtigt.

Es kann natürlich sein dass Du im Rahmen der Studie da persönlich erscheinen musst oder die wollen dass die Bilder immer vom selben Gerät gemacht werden.... Das müsstest Du alles mal erfragen. Es kann so sein, muss aber nicht.
Also eigentlich versucht man gerade jungen Patienten das immer so wenig belastend und einschränkend wie möglich zu gestalten.... Ich denke wenns die Option gibt die Bilder in Hamburg zu machen, denn werden die Ärzte da sicher zustimmen.

Was ist denn nach der Bestrahlung geplant; sollst Du noch operiert werden ?

Viele Grüße
Sophie
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