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Alt 28.02.2022, 21:54
Slowfox Slowfox ist offline
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Standard AW: Meine Erfahrungen nach 5 Jahren nach der OP

Tumor-assoziierte Fatigue

1. Deutliche Müdigkeit, Energieverlust oder verstärktes Ruhebedürfnis, welches in keinem Verhältnis zu aktuellen Veränderungen des Aktivitätsniveaus steht.

2. Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf. Schlafstörungen sind unter den Patienten sehr verbreitet und schwerwiegend. Oft kommt es zu Durchschlafstörungen. Der Schlaf ist leicht und nicht erholsam. Erkrankte wachen wie gerädert auf. Auch ein gekippter Tag/Nachtrhythmus wird oft beobachtet.

3. Schlaf wird nicht als erholsam oder regenerierend erlebt.

4. Beschwerden allgemeiner Schwäche oder schwerer Glieder. Gleichgewichtsstörungen.

5. Zu den verminderten geistigen Fähigkeiten gehören u. a. Konzentrationsstörungen, Merkstörungen, Verlust der Fähigkeit zum Multitasking und »Brain Fog«. Erkrankte bezeichnen damit das Gefühl, dass ihr Gehirn wie vernebelt wirkt und sie kaum klar denken können. Brain Fog tritt oft nach Aktivität auf.

6. Verringerte Motivation oder verringertes Interesse an Alltagsaktivitäten. Durch Müdigkeit bedingte Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben zu erledigen.

7. Notwendigkeit starker Anstrengung, um Inaktivität zu überwinden.

8. Deutliche emotionale Reaktionen und Fatigue-Problematik (z.B. Traurigkeit, Frustration oder Reizbarkeit)

9. Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Erhöhte Ablenkbarkeit, Wortfindungsstörungen

10. Mehrere Stunden anhaltendes Unwohlsein nach Anstrengung.
Die Folgen für das Leben der Betroffenen sind dramatisch
Fatigue bedeutet für die Betroffenen meist das abrupte Ende oder eine lange Unterbrechung ihrer aktiven Zeit sowohl im Beruf als auch im Privatleben, oft auch leider eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer sozialen Kontakte überhaupt. Einige haben Glück und werden von der Familie aufgefangen, andere aber stehen allein und sind quasi hilflos.
In dem Missverständnis, es handele sich um eine psychosomatische Erkrankung, fordern die Versorgungsträger meist von den Betroffenen, in eine psychosomatische Rehabilitationsklinik zu gehen, was oft die Krankheit noch verschlimmert, da die dortigen Behandlungsansätze (Verhaltenstherapie und körperliche Reaktivierung) für Fatigue-Patienten ungeeignet ist. Viele Betroffene - die meisten sind in den "besten" Lebensjahren zwischen 20 und 60 - sind verzweifelt, denn das Leben zieht an ihnen vorüber, und oft glaubt man ihnen nicht einmal, dass es ihre Krankheit gibt.
Dazu kommt noch:
Durch OP, fehlende Speiseröhre und nur ein Schlauchmagen. Durch Geschmacks-veränderung, fehlender Appetit. Essen ist eine Qual. Kein Hungergefühl.
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Gruß Wolfgang

24.10.2016:
Tumorstadium uT4a N+ MX

Immer weiter machen.
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