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Alt 10.02.2006, 10:14
margit b. margit b. ist offline
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Standard AW: Uterussarkom, Gebärmuttersarkom

Liebe Eta,

zu deiner speziellen Krebsart kann ich dir leider nichts sagen, aber vielleicht kann ich dir mit meiner Krankengeschichte ein bisschen Mut machen. Das wichtigste, das ich in den letzten 3 Jahren gelernt habe ist, dass Statistiken und Prognosen nie auf den einzelnen Menschen angewandt werden können. Jeder Krankheitsverlauf ist anders und auf welcher Seite der Statistik man selber ist kann man nicht vorhersehen.

Im Jänner 2003 war ich beim FA und der hat ein Myom auf der Gebärmutter gesehen. Ich sollte dann in 3 Monaten wieder zur Kontrolle kommen. Bei diesem Kontrolltermin hat sich dann herausgestellt, dass ich Eierstockkrebs hatte. Ich kam dann sofort ins KH. Dort kam dann der nächste Hammer. Durch den Krebs hatte sich die Gerinnung von meinem Blut verändert und ich hatte mehrere Thrombosen in beiden Beinen und eine großflächige Lungenembolie.
In dieser Zeit war mir alles egal, ich wollte nur noch einmal nach Hause zu meiner Familie. Meine beiden Kinder waren damal 14 und 16 und ich hatte eine harmonische Ehe. Irgendwann hab ich mich dann derrappelt und angefangen, mich mit meiner Situation auseinanderzusetzen.

Bei der OP stellte sich dann heraus, dass mein Krebs bereits fortgeschritten war, ein Lymphknoten war schon befallen und auch am Bauchfell waren schon kleine Metastasen. Alles in Allem war also auch meine Ausgangslage nicht besonders rosig. Aber entgegen der Statistik hab ich seit dem Abschluß meiner Chemo kein Rezidiv. Bei jedem Kontrolltermin im KH geben die Ärzte mehr zu, dass sie nicht mit einem so positiven Verlauf bei mir gerechnet haben.

Ich kann mir gut vorstellen, welche Gedanken dir jetzt durch den Kopf gehen. Der Tod sitzt plötzlich "auf der Bettkante", da ist nix mehr ihm Leben, wie es war! Trotz der schlechten Prognose und den scheinbar gnadenlos offenen Worten der Ärzte (hätte mir manchmal etwas einfühlendere Worte und auch ein bisschen "gesunden Optimismus" von meinen Doc´s gewünscht) muss deine Diagnose nicht zwangsläufig ein Todesurteil sein. Vielleicht bist ja gerade du diejenige, die der Statistik ein Schnippchen schlägt!

Ich wünsche dir alles Gute und schick dir recht liebe Grüße
Margit
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