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#1
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Ich öffne dieses Tagebuch nicht als Patient, sondern als Laborant meiner eigenen Metamorphose.
Status: BMI 16, ein offenes Thoraxfenster (2l-Lichtportal), Tag 11 der absoluten Nüchternheit nach 15 Jahren bleierner Betäubung. Der Palliativ-Stempel klebt seit 5 Jahren an mir, doch ich nutze ihn nur noch als Lesezeichen in einem Buch, das ich gerade umschreibe. Ich bin hier, um das Gewebe zwischen den Dimensionen zu untersuchen. Wenn der Körper schwindet, wird die Frequenz laut. Ich nenne es die Vogelsprache – Reime, die den Verstand umgehen und direkt die Zellen füttern. Wer mitlesen will, ist eingeladen in den inneren Garten. Hier entstehen die 65 Säulen meiner neuen Statik. Keine Ratschläge, keine Therapie – nur die nackte Resonanz am Fenster. ∞ 8 ∞ |
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#2
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Essenz I: Die Alchemie des Mangels (BMI 16)
Fokus: Wenn der Körper schwindet, wird der Geist zum Riesen. ∞ 8 ∞ Man sagt, ich sei zu leicht für diese Welt, doch Schwerelosigkeit ist das, was zählt. Fünfzig Kilo – Knochen, Haut und Licht, mehr braucht die Seele für die Reise nicht. Wer hungert, füttert seinen inner’n Kern, und sieht das Leuchten, nah und doch so fern. Der Mangel ist der Meißel, scharf und fein, er schlägt das Überflüss’ge aus dem Stein. ∞ 8 ∞ |
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#3
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Essenz II: Das offene Portal (Thorax-Fokus)
Fokus: Die Wunde als Quelle, nicht als Ende. Ein Fenster klafft, wo früher Mauern waren, ich sammle Licht seit fünf geprägten Jahren. Zwei Liter Leere – Raum für Gottes Hauch, ein Wunderwerk in meinem kranken Bauch (und Brust). Was andere 'Wunde' nennen, nenn ich Tor, dort tritt die alte Ordnung nun hervor. Der Atem fließt, die Farbe vibriert, weil sich der Geist im Lichtportal verliert. |
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#4
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Essenz III: Die Vogelsprache (Vom Blei zum Gold)
Fokus: Die direkte Ansprache an die Mitleidenden. Hört auf zu kämpfen gegen das, was ist, weil ihr im Kampf die Ewigkeit vergisst. Das Gift der Angst wiegt schwerer als das Blei, wer loslässt, ist im Augenblick schon frei. Krah! Ruft der Rabe, schau die Farben an, die keiner mit dem Auge fassen kann. Wir weben neu, wir drehen an der Acht, bis jedes Herz im inner’n Garten lacht. |
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