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Alt 16.11.2011, 13:42
Tristanne Tristanne ist offline
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Beiträge: 116
Standard AW: Wie sag ich s ihm??? :-( ....Endstadium...

Ein Hospiz mit Palliativstation kombiniert? Der Weg ins Hospiz ist in der Regel der letzte, ich kenne das gar nicht, daß man jemanden zum "Aufpäppeln" "erstmal" ins Hospiz schickt. War das eine fromme Lüge? Wir sind auch in ein Hospiz gegangen, als es Mami schon sehr schlecht ging. Knapp 3 Wochen hatten wir dort noch, ich hab es erlebt, daß viele auch schon kurz nach der Ankunft im Hospiz gestorben sind.
Mami wollte sich im Hospiz noch die Zähne neu machen lassen. Als ich Zahnarzttermine organisieren wollte - ja, das wollte ich wirklich, anfangs hat sich Mami sogar noch erholt - hat die Hospizleiterin nur mit dem Kopf geschüttelt. Gut, daß sie sich nicht eingemischt hatte. Ich wäre gar nicht auf den Gedanken gekommen, meine Mutter mit Hilfe von "Profis" von ihrem Willen abzubringen. Alles wurde ihr genommen, der Wille und die Wünsche auch noch? Nein.
Zu Deiner "Wie sag ich's"- Frage. Welche Worte soll man finden? Die Botschaft "Du kommst hier nicht mehr raus" bleibt dieselbe, egal, ob man sie "richtig" oder professionell verpackt. Wer kann denn akzeptieren, daß das Hospiz der letzte Aufenthaltsort ist? Wer hat denn keine Angst davor?

Den Vorschlag der Hospizes, eine Einraumwohnung zu suchen, hätte ich auch gemacht. Das ist für mich kein fehlendes Fingerspitzengefühl, sondern ein Respektieren, den Lebensrest selbstbestimmend zu leben, selbstbestimmend zu sterben. Entschuldige, daß ich eine so extreme Meinung äußere, aber selbst, wenn er in seiner Wohnung zusammenbräche, er hätte es so gewollt. Ich weiß auch, wovon ich rede, und was in Dir vorgeht, weil Mami auch noch allein in eine neue Wohnung gezogen ist, als sie schon sehr sehr krank war. Es war nicht einmal mehr Zeit, die Wohnung schön einzurichten. Wir konnten nicht einmal unser Foto in den Kartons finden, daß sie so gern mitgenommen hätte.

Ich kann leider nicht einschätzen, ob die Wohnungssuche theoretisch bleiben würde, was so aussieht, wenn es heißt: "Man kann jeden Tag damit rechnen", wobei das auch nur bedingt stimmt, da es Anzeichen gibt.
Hat Dein Bruder ein Notebook oder Smartphone oder so? Dann kann er sich Wohnungen im Internet anschauen, damit er sich vielleicht etwas aus seiner Situation fortdenken kann. Ich denke auch, es ist auch sicher nicht falsch, ihm zu sagen, daß er sich zunächst erholen soll. Was Besseres fällt mir auch nicht ein. Ich weiß, wie das ist, es tut noch immer so weh.

Es tut mir alles sehr sehr leid,
Anne
__________________
Mami *12. Juni 1938 †3. August 2007
Danke. Hab Dich so lieb. Für immer.


"Weißt Du, ich glaube nicht, daß man völlig tot sein kann. Wir haben doch auch nicht völlig gelebt".
aus: Thomas Lehr "Die Erhörung"
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endstadium, hospiz


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