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  #1  
Alt 14.05.2012, 22:55
Mel_1 Mel_1 ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

Huhu Dani.....fein Du hast nen Vornamen :-)

Glaub mir, Du wächst in die Situation rein...man glaubt nicht,was man für Stärke aufbaut um auch wieder ganz tief in nen Loch zu fallen.
Heute kann ich aber von mir behaupten, dass mir diese Schicksalsschläge doch sehr in meinem Leben helfen.
Ich seh vieles nicht mehr so eng...ich rege mich grundsätzlich über nichts mehr auf was andere auf die Palme bringt usw.

Bei meiner Mama war es irgendwie so, dass man es kommen sehen musste. Das halbe Leben quarzen wie ein verstopftes Ofenrohr...alles Reden half nix...erst als der Befund da war, hörte sie sofort das Rauchen auf
Für mich war wichtig, dass sie doch sehr tapfer das Schicksal annahm und ich denke auch mit Würde sterben durfte.
Sie wurde nur 58 Jahre alt!

Mein Mann wurde so plötzlich krank und musste auch so plötzlich gehen.
Ich war so unsagbar traurig...eine lange Zeit. Auch heute gibt es noch Zeiten wo ich hier sitze und die Tränchen kullern.
Aber er hat mir in dieser Zeit wo er selbst damit klarkommen musste, bald zu sterben, vermittelt was Stärke ist.

Dani...wenn Du Interesse an den Büchern von E.Kübler-Ross hast, schreib mich privat an...ich hab sie hier!

Viele Grüße
Mel
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  #2  
Alt 14.05.2012, 22:58
micky117 micky117 ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

Hallo Schwesterherz

Ich drück' dich


Micky
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  #3  
Alt 15.05.2012, 00:01
molüfunidami molüfunidami ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

hallo micky!
schön, dass du da bist! danke für deine kraft, dass du mama so zur seite stehst und sie so liebevoll begleitest, obwohl auch dir manchmal die kraft dazu fehlt.
hab dich lieb, dani

liebe mel und miriam!
micky ist meine schwester.ich habe ihr heute von diesem wundervollen forum erzählt und habe total geweint, als ich gesehen habe, dass sie auch hier ist.
obwohl wir viel und auch sehr intensiv miteinander reden,ist es super schön,sie auch hier an meiner seite zu haben.

vielleicht könnt ihr uns schwestern auch weiterhin so lieb begleiten und uns zur seite stehen.
liebe grüsse, dani
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  #4  
Alt 15.05.2012, 00:30
micky117 micky117 ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

Hallo Dani,

ich bin momentan auch so ziemlich aus der Bahn geworfen, da Mama sich meiner Meinung nach seit Samstag verändert hat. Seit dem Tag wirkt sie so abwesend, in sich gekehrt, müde. Sie spricht wenig, schickt uns nach wenigen Minuten nach Hause und hat heute auch alle Mahlzeiten für die nächsten Tage abbestellt.
Ich soll sie morgen erst anrufen bevor ich zu ihr fahre, wahrscheinlich wird sie jeden Besuch ablehnen, ich rechne damit. Laptop steht hier, Avatar ist eingelegt.
Das ist alles so Unbegreiflich...

Gute Nacht
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  #5  
Alt 15.05.2012, 10:17
molüfunidami molüfunidami ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

hallo mel!
vielen dank für den tipp! ich habe vorhin im netz die fünf sterbephasen nachgelesen.
im moment ist mir total schlecht, weil ich das gefühl habe, dass meine ma schon in phase fünf angekommen ist. dadurch, dass sie so wenig über ihre gefühle spricht und gesprochen hat, habe ich bewusst auch nur phase eins mitbekommen. und jetzt sprechen so viele anzeichen für die letzte phase!

hallo micky!
hast du auch schon nachgelesen?
ich befürchte, du wirst das gleiche denken.
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  #6  
Alt 15.05.2012, 11:01
Benutzerbild von Mirilena
Mirilena Mirilena ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

Guten Morgen Dani und Mickey,

ja, das kenne ich auch, dass man sich über jedes "Hoch" riesig freut und unter der Decke schwebt, um dafür hinterher wieder um so tiefer abzustürzen... Das ist eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. Sehr schwer auszuhalten, aber man lernt irgendwie damit umzugehen. Es belibt ja auch nichts anderes übrig. Auch ich kann im nachhinein sagen, dass mich der Tod meines Vaters verändert hat. Ähnlich wie Mel betrachte ich viele Dinge heute aus einer anderen Perspektive und versuche, mich und meine Probleme nicht mehr ganz so ernst und wichtig zu nehmen bzw. sie zu relativieren. Oft dunktioniert das gut, manchmal eben auch nicht;-) Dann ärgere ich mich trotzdem über blöde Bemerkungen und ekelhafte Chefs...

Ja, die unheilbar kranken Menschen machen unterschiedliche Phasen durch. Jedoch muss das nicht unbedingt "lehrbuchmäßig" in der Reihenfolge geschehen. Da ja alle Menschen sehr unterschiedlich sind... Eure Mama will ja nach außen nicht wahrhaben, dass sie so krank ist und mag auch nicht darüber reden. Andererseits wendet sie sich offensichtlich nach innen und leht Besuch von Menschen ab, die ihr doch so wichtig sind. Es kann auch sein, dass sie euch "schützen" will. Das habe ich bei meinem Vater so erlebt. Er hat uns weitere Knochenmetastasen verschwiegen, weil er uns nicht beunruhigen wollte. Bei ihm war in den letzen 2 Wochen vor seinem Tod erschreckend, dass er jegliche Nahrung abgelehnt hat. Er brauchte das nicht mehr und hat nur noch getrunken. Für meine Mama war das besonders hart, obwohl sie es akzeptierte. Sie hatte ihm versprochen, dass sie ihn nicht mit Essensaufnahme quälen würde und sie hat es auch nicht getan. Dennoch hatte sie immer das Gefühl, ihn verhungern zu lassen, weil er so abgemagert und schwach war. Aber Sterbenskranke benötigen diese Nahrung nicht mehr... Und es ist besser und leichter für sie, wenn wir das akzeptieren, so schwer es uns fällt. Auch das Sprechen fiel ihm schwer am Ende. Zum schluss ging es gar nicht mehr. Aber er hat es immer genossen, wenn jemand bei ihm war und an seinem Bett saß.
Alles Liebe
Miriam
__________________
Mein Papa erhielt am 18.04.11 die Diagnose Lungenkrebs mit Knochenmetastasen und ging am 21.02.12 ins Licht. Alles vergeht, aber die Liebe bleibt...

Hand in Hand - gemeinsam sind wir stark!
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  #7  
Alt 15.05.2012, 12:09
carla44 carla44 ist offline
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Standard AW: bronchialkarzinom endstadium kleinzellig

Liebe Micky, liebe Dani,

es ist wirklich schwer, so ein Schicksal zu ertragen, diese Hilflosigkeit, wenn man den geliebten Menschen so krank sehen muss und irgendwie nichts dagegen tun kann.

Es ist nicht schlimm, wenn Du Dani da nicht hingehen kannst. Mach Dir keine Vorwürfe bitte. Vielleicht kann auch jemand Deiner Mama mal das Telefon ans Ohr halten und Du erzählst ihr kurz etwas.
Es wurde hier schon von den anderen gesagt. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Alles was Du von Herzen tust, ist gut und richtig, egal wie viel oder wie wenig das ist.

Dass Eure Mama den Besuch nur kurz bei sich haben möchte, das kenne ich auch noch von meinem Vati. Manchmal her er Besucher weggeschickt (mich aber nicht) oder ist einfach eingeschlafen. Ich habe dann ganz oft einfach nur dagesessen und nichts gemacht oder hatte ein Buch dabei. Aber auch diese Stille, nur sein Atem, dass er einfach noch da war - das hat mir im Nachhinein viel gegeben.

Vielleicht ist es Eurer Mama einfach auch zu viel. Und Schmerzen vor anderen zeigen, das konnte mein Vati auch nicht. Er hat sogar recht unwirsch reagiert, wenn er gefragt wurde. Nur nachher zum Schluss konnte er es nicht mehr aushalten und hat häufiger Morphium bekommen.

Ich wünsche Euch viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Liebe Grüße
Carla
__________________
Mein lieber Vati ist am 17.7.2011 um 16.30 Uhr in meinen Armen friedlich eingeschlafen.

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lungenkrebs


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