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#1
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Hallo ihr Lieben,
Am Mittwoch ist mein geliebter Vater von uns gegangen und hiermit ist das eingetreten, wovor ich mich insgeheim gefürchtet hatte. Sein Kampf hat knapp 7 Monate seit der Diagnose-Stellung gedauert und zuletzt war es für uns alle extrem zehrend. Mit dem Tod ist die Trauer in mein Herz eingezogen. In dem ganzen Organisationsaufwand für die Beerdigung hat sie aber noch nicht so viel Platz gefunden, um sich zu Wort zu melden. Ich erwarte, dass der Trauer- und Verarbeitungsprozess kontinuierlich mit der Zeit einsetzten wird. Ich habe mich bereits während des ganzen Krankheitsverkaufs immer wieder verabschiedet und versucht auch das letzte Tröpfchen Liebe meinem Vater zu geben. Auch wenn es sich so angefühlt hat, als könnte ich nicht noch mehr geben, so hat mir jedes kleinste Lächeln von meinem Vater eine ungemeine Kraft gegeben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich ihm in seinen letzten Momenten beistehen konnte, trotz räumlicher Distanz. Es erfüllt mich auch etwas mit stolz, so viel gegeben zu haben, hin und her geflogen zu sein, mich immer wieder aufgerappelt zu haben um seine Hand halten zu können. Er war mir ein toller Vater und das ist das mindeste, aber auch größte, was ich ihm geben konnte. Wäre es möglich gewesen ihn mit meinen eignen Händen zu heilen, so hätte ich selbst dies versucht. Ich sehe im Verlust viel Schmerz, jedoch auch eine Erleichterung. Eine Erleichterung für meinen zuletzt doch sehr leidenden Vater, jedoch auch für uns als Familie. Es hat so unglaublich weh getan, ihn so erschöpft zu sehen und ihn rund um die Uhr Zuhause zu pflegen. Jedoch ist es mir wichtig, auch diese Erinnerungen zu behalten. Er ist nicht einfach so von uns gegangen, sondern weil ihn der Krebs innerlich "zerfressen" hat. Welche Wahl steht einem denn bei solch einem aggressiven Monster? Der Tod war eine Erlösung. Ich würde auch nicht leidend leben wollen. Auch wir können endlich anfangen zu "heilen" und uns auf unsere Wunden zu besinnen und wieder lernen normal zu leben. Er wird weiter in meinem Herzen leben. Er wird derjenige sein, mit dem ich abends vorm Schlafengehen um Rat bitte. Er wird der Ausgleich sein, der mich in Zeiten der Aufruhe wieder erdet. Er war mein Engel auf Erden, jetzt mein Engel im Himmel. Ich hoffe, er sieht, dass ich ihn unheimlich vermissen werde. Ich drücke euch alle, Eure TaraN |
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#2
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Liebe TaraN,
Zitat:
Du/Ihr könnt und werdet anfangen zu "heilen". ![]() Es wird dauern bis der Verlust "verschmerzt" ist. Und sich dann irgendwann nur noch das Empfinden von Dankbarkeit einstellt. Vielleicht kann Dir das hier ein wenig auf dem Weg bis dahin helfen: http://www.ribbeck-havelland.de/gedicht.html Liebe Grüße, Dich/Euch umarmend und tröstend. lotol
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Krieger haben Narben. --- 1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => CR Nach ca. 3 Jahren Rezidiv 2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => CR Nach ca. 1 Jahr Rezidiv, räumlich begrenzt in der rechten Achsel 3. Therapie (2021): Bestrahlung |
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#3
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Liebe TaraN,
mein Beileid zum Verlust deines Vaters. Ich habe deine Geschichte verfolgt. Ich denke, sei Vater kann stolz sein auf seine Tochter. Die ihm all ihre Liebe mitgegeben hat und trotz der räumlichen Trennung immer für ihn da war. Er wird froh sein, dass du nun deiner Mutter beistehen kannst. Ich drück dich ganz fest und wünsche dir für die ne bevorstehende Zeit viel Kraft. Es wird dauern... |
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#4
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Wünsche euch ganz viel Kraft :-(
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#5
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Liebe TaraN.
Ich möchte Dir mein Beileid zum Heimgang deines Vaters aussprechen. Viel Kraft bei der Verarbeitung dieses Verlustes. Möge Deiner Trauer dankbare Erinnerung an einen liebenswerten Menschen Platz machen, der dich im Leben begleitet hat. Mit stillem Gruß. Wolle2. |
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#6
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Hallo ihr Lieben!
Vielen Dank für die Beileidswünsche. Es ist nun schon fast einen Monat her, dass mein Vater von uns gegangen ist und es kommt mir tatsächlich wie eine Ewigkeit vor. Was meinen Trauerprozess betrifft, so bin ich überrascht, dass ich nicht dem "erwarteten Muster" von Trauerattacken und Tränen verfallen bin. Tatsächlich überkommt es mich einige male, aber generell bin ich doch recht stabil. Was anders ist, ist dass ich meinen Vater nun in den schönen Dingen wie die Sonne, wenn sie durch die Wolken bricht, sehe. So habe ich das Gefühl, er ist stets mit mir. Ich bin mir jedoch bewusst, dass solch ein Glaube weit hergeholt klingen kann. In jedem Fall, erfreue ich mich ihn so wiederzuerkennen. Ich habe zudem ein Briefbuch an meinen Vater angefangen, in dem ich ihn so adressiere, als würde ich mit ihm reden und ihn um Rat bitten. Im ganzen Alltagstrubel, hilft es mir Andacht zu halten und ihn wieder in mein Leben zurückzuholen. Meine verbleibende Familie, so wie ich, reitet auf "Wellen des Optimismus". Mal sind wir voller Lebenslust, mal zicken wir uns gegenseitig an. Meine Mutter betont immer wieder sich allein gelassen zu fühlen und da werde ich meistens sauer. Seit dem Tod bin ich fast jedes Wochenende bei ihr und habe manchmal das Gefühl, ein Eimer zum entleeren von negativen Gefühlen zu sein. Das ist verletzt mich immer wieder, weil ich selber genau den selben Schmerz wie sie durchlebe und sie auf ihrer Position verharrt. Naja, ich denke mal, dass dies alles normal in der Trauerbewältigung ist. Ich vermisse ihn jeden Tag, aber ich bin auch dankbar, dass er so lange und so intensiv bei mir war. Ich drücke euch fest ![]() Eure TaraN |
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#7
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Liebe Tara,
egal ob du deinen Vater in der Sonne siehst oder über ein Buch mit ihm "sprichst".Wichtig ist nur das es DIR hilft.Was andere denken ist Nebensache! Trauer begegnet jeder Mensch auf seine Art,wichtig für die Verarbeitung ist es nur sie zuzulassen und nicht zu verdrängen.Dann werden wir später zwangsläufig Probleme haben. Ich habe mir jetzt fast 6 Wochen nach dem Tod meines Mannes ein wirklich sehr schönes Buch gekauft :Einen geliebten Menschen verlieren,Eine Begleitung durch die Trauer,von Dr.Doris Wolf. Anfangs habe ich immer gedacht das ich sowas nicht brauche und es eh nicht hilft.Aber ich muss sagen das es ausgesprochen hilfreich ist.Es wird "erlaubt"auch wirklich schlimme Gedanken zuzulassen und vermittelt gleichzeitig ganz viel positives und schenkt Kraft.Vielleicht wäre das eine gute Sache für deine Mutter.Ich kann es wirklich nur empfehlen! Liebe Grüße:amunet
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Mein Mann:kleinzelliges Bronchialkarzinom ED:Ende November 2016 Gestorben am:14.6.2017 mit nur 54 Jahren
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#8
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Trauerbewältigung hat unterschiedliche Voraussetzungen.
![]() Liebe TaraN, Zitat:
Wie sollte das auch anders sein können? Weil doch nicht nur die Basis der Bewältigung unterschiedlich ist, sondern auch unterschiedliche Individuen das jeweils auf ihre Art bewältigen müssen, um es letztlich auch zu können. Es freut mich sehr für Dich, daß Du einen Weg gefunden hast, damit bestmöglich für Dich umgehen zu können. ![]() Vielleicht/hoffentlich trifft das auch für den Rest der Familie einigermaßen analog zu. Aus meiner Sicht allerdings todsicher mit Ausnahme Deiner Mutter. Weil sie - wie bereits w.o. gesagt - ihren Lebenspartner verloren hat. Das ist ein völlig anderer qualitativer Unterschied - verglichen mit dem ihrer Kinder oder sonstiger Angehöriger in der Familie. Damit will ich sagen, daß dadurch nicht nur andere Bewältigungs-Probleme existieren, sondern auch, daß die Trauerbewältigung für Deine Mutter erheblich schwieriger ist. Dies deshalb, weil z.B. für Dich, Deine Geschwister und andere Angehörige völlig andere Perspektiven bestehen. Ganz im Gegensatz, z.B. zu Dir, fühlt sie sich wohl deshalb wirklich total allein gelassen. Genauer gesagt, dominant "zurückgelassen". Noch genauer gesagt, mit einer "Retro-Perspektive" und welcher für ihr zukünftiges Leben?? Sei/seid also bitte nicht zu "streng" mit ihr, sondern versucht, sie "aufzufangen". Es ist nicht anders zu erwarten, als daß sie noch etwas länger "seelisch/psychische Aschenbecher" brauchen wird, weil der "Verlust-Schmerz" in ihr ganz anders "abbrennt". ![]() Ablenkung davon ist ein ganz "bewährtes" Mittel. Natürlich seid ihr für sie da und sie für Euch, und natürlich seid ihr auch weiterhin Teil ihres Lebens. "Schüttet" sie also regelrecht mit Euren Angelegenheiten "zu". Und versucht bitte dabei, ihr "nebenbei" klarzumachen, daß es auch noch ein Leben nach dem Verlust des Lebenspartners geben kann. Das wird mühsam sein und auch dauern können. Aber irgendwann kommt dann auch todsicher die Einsicht dazu. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr nämlich gar nichts anderes übrig bleibt. ![]() Das aber erst mal "fressen/verdauen" zu können, ist m.E. ungleich schwieriger als auf "Wellen des Optimismus" zu reiten. Du/Ihr werdet das schon mit vereinten Kräften hinbekommen können. Viel Glück dabei. ![]() Liebe Grüße lotol
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Krieger haben Narben. --- 1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => CR Nach ca. 3 Jahren Rezidiv 2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => CR Nach ca. 1 Jahr Rezidiv, räumlich begrenzt in der rechten Achsel 3. Therapie (2021): Bestrahlung |
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| angehörige krebspatienten, berufsleben, chemo ausfallen, magenkrebs, sorgen |
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