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  #1051  
Alt 12.02.2010, 10:44
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo meine Lieben,
ich müsst mir wohl wann anders noch mal die Daumen drücken. Die Klausur ist ausgefallen. War wohl nichts mit letzter Klausur. Die Professorin ist eine Ecke vorm Gebäude wegen des Glatteises hingefallen und hat sich wohl das Handgelenk gebrochen. Die Komilitonen, die das gesehen haben, meinten, dass das ganz böse aussah. Die Professorin wurde dann vom Krankenwagen abgeholt und die Klausur ist ausgefallen. So schnell konnte sie ja keine Aufsicht organisieren. Außerdem hatte sie wohl große Schmerzen. Dummerweise ist es wohl auch die rechte Hand. Wann die Klausur nun statt findet, steht natürlich noch nicht fest. Aber mit dem gebadeten Schweinchen halt ich auch noch bis zum anderen Termin aus, wann immer der ist.
Ich habe dann die Zeit genutzt und habe mir eine Note anerkennen lassen. Weil ich so "lahm" studiere, hat mich die Studienordnung überholt und ich muss meinen Noten hinterherlaufen. Man fragt sich echt, wofür es Computerprogramme gibt, die nur in Standardfällen funktionieren. Urlaubssemester sind da nicht vorgesehen.
Nach dem ganzen Gelerne muss ich mich mal wieder auf das restliche Leben einstellen.
Ich werde jetzt mal Hörspiel hören und meine Wohnung auf Hochglanz putzen. Das finde ich immer sehr befreiend nach Prüfungszeiten, auch wenn die jetzt leider nicht ganz vorbei ist.

Alles Liebe! Fallt nicht hin! (Am besten auf allen Vieren kriechen )
Eure Kerstin
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Morbus Hodgkin, II B mit Riskofaktor, ED 4/06, 8x BEACOPP eskaliert,Bestrahlung, 1. Rezidiv 03/07, 2x Chemo mit DHAP, 20.06.07 SZT; Bestrahlung;Reha, 2. Rezidiv, 18.04.08 allogene SZT, 03.06.08 komplette Remission , 2019: Knoten im Brustkorb, 03/19 ED Peripherer Nerventumor, 6 Zyklen Chemo, Bestrahlung, OP, bestätigte Remission 01/20
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  #1052  
Alt 12.02.2010, 12:34
chaoskatze chaoskatze ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Oh nein, sowas ist ja echt ätzend! Gerade, wenn man sich darauf freut, endlcih Ferien zu haben...
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  #1053  
Alt 12.02.2010, 19:09
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallöchen!
Mit dem Wohnungsputzen bin ich nicht so weit gekommen. Wurde mehr ein schlafen. Mein Schlafrythmus ist immer noch voll im Eimer. Mein Müdigkeitssyndrom ist wohl auch durch das Glatteis schlimmer geworden. Dadurch, dass ich gerade selten Fahrrad fahre bin ich wohl noch müder. In letzter Zeit habe ich echt wenig Privates unternommen. Meine Freizeit verbringe ich in der Regel auf meinem Bett oder im Bett. Das war zwischenzeitlich schon mal besser. Kennt ihr das und habt eventuell einen Tipp? Eine zeitlang habe ich richtig ritualisiert nachmittags drei Stunden geschlafen und war danach fit. Seitdem ich nicht mehr ganz so müde bin, schlafe ich weniger und hänge mehr rum. Der Mundschutz und meine Kreislaufprobleme haben mich auch nicht fitter gemacht. Das muss ich jetzt unbedingt mal angehen. Ich finde am Ende des Winters sollte der Bär mal wieder aus der Höhle kommen.
Ich hatte sowieso mit mir vereinbart nach den Klausuren mit dem Mundschutz Schluß zu machen. Im Moment scheinen auch nicht so viele Leute erkältet. Öffentliche Verkehrmittel ohne Mundschutz empfinde ich aber langsam als sehr unangenehm. Irgendwie ist mein Bewusstsein für Infekte deutlich gestiegen. Trotz EPO führe ich ein Faultier-Leben. Heißt ja nicht, dass ich meine komplette Fitness wie vor der ersten Chemo zurück will. Die vor der letzten Transplantation würde schon reichen. Ich habe aber noch die Hoffnung, dass das vielleicht auch mit dem Absetzen von der Immunsupression besser wird. Dieses Medikament scheint echt viele Nebenwirkungen zu haben.
Bei der letzten Fatique-Befragung hab ich zwar angegeben, dass meine Müdigkeit sich nicht negativ auf meine sozialen Kontakte auswirkt, aber im Moment ist das wohl so.
Vielleicht sollte ich wieder regelmäßig in der Sportmedizin aufs Laufband. Jetzt habe ich ja vorlesungsfreie zeit und Zeit solche Dinge in angriff zu nehmen.
Heute geh ich noch zu meinem Freitagsport. Das ist der einzige zu dem ich im Moment regelmäßig gehe. Ich glaube, ich geh heute ohne Mundschutz dahin. Sport mit Mundschutz ist verdammt anstrengend.
Wahrscheinlich sollte ich nicht zu viel von mir erwarten, aber irgendwas muss ich tun.
Schönen Abend noch!
Eure Kerstin
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  #1054  
Alt 13.02.2010, 00:13
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Der Sport hat mir gut getan. Schon so etwas einfaches kann mich manchmal erheitern. Dann habe ich mich mit ner Freundin abgeseilt. Ihr ist auch aufgefallen, dass wir uns in letzter Zeit so selten sehen. Da waren wir noch nett was zusammen trinken. Lustigerweise saß an einem anderen Tisch ein Freund von mir mit seiner Freundin (beide aus der Kirchengemeinde) und an einem anderen Tisch die Gemeindepfarrerin. Ich glaube mit dem Ball-Vorbereitungsteam. Morgen ist nämlich Jugendball im Kirchenkreis. Ich muss mich nur einmal vor die Tür wagen und schon treff ich lauter Freunde und Bekannte. Und das in der Großstadt.
Ich sehe also, dass ich meine aktuelle soziale Isolierung ganz leicht wieder beheben könnte, wenn ich mal den Fuß vor die Tür setze. Besonders in meiner Sportgruppe und meiner Kirchengemeinde habe ich viele soziale Kontakte. Da fühl ich mich auch wirklich sehr wohl. Ich glaube, dass hat mir auch in letzter Zeit einfach gefehlt. Ich hätte ja auch mal mehr rausgehen können. Werde ich aber in nächster zeit wieder machen.

Ich wünsche euch einen schönen Wochenendanfang!
Eure Kerstin
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  #1055  
Alt 13.02.2010, 22:15
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oft-weiß-ich-nich-weiter oft-weiß-ich-nich-weiter ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Liebe Kerstin ,

ich freue mich, von Dir zu lesen, dass Du versuchst, in Bewegung und unter die Leute zu kommen... Das tut sicher gut!

Manchmal liegt das eben doch ein bisschen am (Bild entfernt) , den es zu überwinden gilt...

Schaff ich oft nich, zumindest was den Sport angeht, leider...

Schönes Wochenende Deine A.
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( Rest entfernt)

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  #1056  
Alt 14.02.2010, 11:11
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Liebe A.,
das ist ja mal ein tolles Bild. Echt süß. Der gute alte Schweinehund. Das mit der Müdigkeit ist ja so eine Sache. Oft finde ich das ganz schwer gesunden Menschen zu erklären. Beziehungsweise das Ausmaß deutlich zu machen. Wahrscheinlich ist es auch so schwierig, weil ich ansonsten so gut "funktioniere". Ich weiß, dass ich da teilweise was gegen tun kann. Aber auch nur in einem bestimmten Rahmen.
Das ist für mich ein ganz schwieriger Bereich, weil ich mich in meinem Leben immer sehr auf meine Leistung konzentriert habe und jetzt macht der Körper nicht mehr mit. Seit meiner letzten Transplantation habe ich das erst so richtig. Ich versuche auch, dass zu akzeptieren und meinem Körper die nötige Ruhe zu geben. Deswegen lege ich mich ja fast täglich nach dem Mittagessen hin und schlafe. Oft mehrere Stunden. Ich bin auch meistens nur vormittags geistig fit. Deswegen versuche ich, wenn es möglich ist, meine Studiensachen nur vormittags zu machen. Ich habe auch Probleme mir dabei selbst nicht faul vorzukommen.
Dieses Müdigkeitssyndrom, genannt Fatique, haben wohl fast alle Stammzelltransplantierten und viele die Chemos usw. bekommen haben. Ich fühle mich da oft von meinen Mitmenschen unverstanden. Sicher liegt es nur an mangelnder Aufklärung.
Liebe A., ich hoffe du verstehst mich nicht falsch. Ich weiß, dass ein voller Alltag sehr anstrengend sein kann und man am liebsten nur ins Bett will. Ich habe gar keinen vollen Alltag und lieg trotzdem im Bett.
Wenn ich erzähle, dass ich nachmittags im Bett liege, bekomme ich oft die Antwort, dass derjenige auch gerne einen Mittagsschlaf machen würde, aber keine Zeit hat, weil er andere Dinge tun muss. Ich fühle mich da oft sehr unverstanden. Mir geht es genau andersherum. Ich habe keine Zeit andere Dinge zu tun, weil ich schlafe. Und ich schlafe echt so tief und fest, dass ich träume und beim Aufwachen nicht weiß, ob es morgens oder abends ist. Ich baue das ja schon in meinem Alltag ein und habe deswegen weniger in der Uni belegt. Meistens schaffe ich es inzwischen auch ohne schlechtes Gewissen nachmittags im Bett zu liegen, während meine Komilitonen vielleicht am Schreibtisch sitzen und arbeiten.
Neulich habe ich mit einem alten Freund telefoniert, der meine Krankengeschichte nur am Rande mitbekommen hat. Der meinte, dass ich nicht so viele Ausreden haben soll und mich überwinden soll und einfach mehr machen. Ich fühlte mich so unverstanden. Und verletzt. Ich würde ihm das so gerne erklären, ohne dass er denkt ich will mich wichtig machen. Aber wenn ich ihm das nicht erkläre, kann er es nicht verstehen. Vor allem wegen der Fatique bin ich ja auch noch als voll erwerbsunfähig eingestuft.
Langam mache ich mir auch Sorgen, ob ich in meinem Leben überhaupt mal wieder voll arbeiten kann. Immerhin liegt meine Transplantation schon 22 Monate zurück. Ich hätte nicht gedacht, dass die Nachwirkungen so lange sind. Nach der autologen Transplantation hatte ich mich relativ schnell wieder erholt.
Mein Problem ist wahrscheinlich nicht mein Schweinehund, sondern eher, dass ich ein bisschen liebevoller mit mir selbst umgehen sollte. Ich erwarte von mir selbst ja trotz Fatique in der Uni Höchstleistungen zu bringen. Ja, wahrscheinlich definiere ich mich noch zu sehr über meine Leistungen. Das hat sich auch durch meine Krebserkrankung nicht geändert. Ich finde aber, dass ich schon etwas liebevoller zu mir geworden bin.
Okay, ich steh jetzt auf (ich liege noch im Bett ) und mache mir ein leckeres Sonntagsfrühstück. Dann werde ich mal weiter meine Wohnung putzen.
Schönen Sonntag!
Kerstin
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Geändert von Kerstin22 (15.02.2010 um 01:19 Uhr)
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  #1057  
Alt 14.02.2010, 20:13
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Nach der Diskussion hier in den letzten Wochen bin ich mir nicht sicher, ob man mich vielleicht versehentlich missinterpretiert. Ich wollte mit meinem vorigen Beitrag nicht sagen, dass man als "Gesunder" keine Gründe hat müde zu sein oder so. Wenn ich über das Müdigkeitssyndrom schreibe, welches viele Stammzelltransplantierte und anders Behandelte haben, sage ich nichts über andere Gruppen oder spreche gar deren Leiden etc. ab. Ich hoffe, dass ich das jetzt nicht immer explizit erwähnen muss. Meiner Meinung nach versteht sich das von selbst.
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  #1058  
Alt 15.02.2010, 00:10
blanche_coste blanche_coste ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin,

also ich denke mal, dass 22 Monate nach einer solchen Behandlung keine allzu lange Zeit ist. Klar, man will immer alles sofort und am liebsten gleich morgen. Aber ich denke, da kannst du wirklich nichts anderes machen als dich auszuruhen. Da nützt wirklich nicht viel.

Und weiterhin denke ich auch, dass es doch mühselig für dich sein muss, dich mit deinen Freunden zu vergleichen, weil du im Endeffekt weißt, dass du "nicht so gut abschneiden wirst". Du weißt genau, du brauchst diesen Schlaf, ansonsten läuft nix. Und du weißt auch, dass diese Müdigkeit nicht einfach vom Himmel gefallen ist, sondern es eine, keine schöne, Vorgeschichte hat.

Ich mache auch alles in meinem eigenen langsamen Tempo - und das ist okay so.
Hauptsache ist, dass man überhaupt vorankommt (auch als Schnecke) und dass man Spaß an der Sache, was man macht.
Und nebenher die kostbaren Stunden/Minuten mit Freunden genießt
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  #1059  
Alt 15.02.2010, 00:55
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Liebe blanche_coste,
dann sind wir schon mal zwei Schnecken! Lass uns zusammen einen Salat essen!
Liebe Grüße
Kerstin
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  #1060  
Alt 15.02.2010, 09:06
Ilse Racek Ilse Racek ist offline
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Cool AW: Krebs und Studium

Liebe blanche coste

Nach nun immerhin über 7 Jahren nach Diagnosestellung BK habe ich hier im Forum und sozusagen "im richtigen Leben" immer wieder festgestellt, dass d i e Patienten am besten zurecht kommen, die sich sozusagen nach den "Gegebenheiten" richten .....

.... und ich finde halt auch, dass NIEMANDEM (auch nicht den Angehörigen, Mitstudierenden und Arbeitskollegen) geholfen ist, wenn KrebsTherapierte extrem ehrgeizig sind und dann möglicherweise irgendwann umkippen .....


Dir und allen MitstreiterInnen alles erdenklich Gute

mit lieben Grüßen
__________________
Ilse
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  #1061  
Alt 15.02.2010, 13:14
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo ihr Lieben,
ich habe beschlossen mich doch für eine Weile hier zurückzuziehen. Ich merke einfach, dass mir das Forum im Moment nicht bekommt. Es zieht mich noch zusätzlich runter. Ich will mich mehr von der Krankheit abwenden und dem Leben zuwenden. Durch das Forum gelingt mir das schwieriger. Ich kann nicht verleugnen, dass es mir im Moment körperlich und psychisch nicht gut geht. Ich will mich aber nicht dafür rechtfertigen müssen oder Angst vor Anfeindungen haben. Oder mich verstellen. Deswegen habe ich beschlossen mal die Klappe zu halten. Mich bewegt gerade so viel und ich komme nicht zur Ruhe. Ich brauche einfach mal Abstand.
Es tut mir leid, dass ich das tue, obwohl ihr mir hier so geholfen habt und in den letzten Wochen so unterstützt.
Es fällt mir nicht leicht und einige werde ich sehr vermissen, aber ich pack das gerade nicht anders.
Alles Liebe
Eure Kerstin
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  #1062  
Alt 15.02.2010, 21:31
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oft-weiß-ich-nich-weiter oft-weiß-ich-nich-weiter ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Liebe Kerstin ,

habe die letzten Beiträge leider gerade erst gelesen, hatte zwar kurz rein geschaut, aber noch nicht genau... Sorry!
Ich hoffe, Du fühlst Dich nicht von mir angegriffen, Du musst Deine Müdigkeit nicht vor mir rechtfertigen.
Ich habe mich mit dem Thema Fatigue wg. meines Mannes beschäftigt. Leider lässt sich bei ihm nicht wirklich trennen, "was nun die Folge von was ist". Sein Schlaf- Bedürfnis ist auch enorm gestiegen...(Chemo-Folge und/oder beruhigende Medikamente)

Ich würde mich einfach freuen, wenn Du, im Rahmen der Dir zur Verfügung stehenden Kraft
das Räucherschinken-Dasein zeitweilig verlassen könntest und "unter die Leute" kommst.
Hoffe, das Studium und Dein Schlaf-Bedürfnis lassen noch etwas Energie übrig
(ich weiß durchaus, dass es auch noch andere Aufgaben gibt, die erledigt werden müssen...)...
Mir geht es so, dass ich es durchaus genieße, wenn z.B. die Kids in der Schule sind oder abends im Bett,
allerdings sind das auch die Zeiten, wo mich doch öfter das Grübeln überfällt... Da ist es schön, dann Menschen zu haben...
Hoffe, es geht Dir bald wieder besser Deine A.

Geändert von oft-weiß-ich-nich-weiter (17.03.2010 um 19:14 Uhr) Grund: entfernt
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  #1063  
Alt 17.02.2010, 14:27
Lila Mieze Lila Mieze ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo Kerstin,

ich habe jetzt nicht jeden einzelnen Beitrag durchgelesen. -Sind ja mittlerweile auch etliche.
Also, was den Schwerbehindertenausweis angeht, den wirst du sicher aufgrund deiner Erkrankung bekommen. Wie es mit dem Entgegenkommen der Uni aussieht, weiß ich nicht genau. Normalerweise gestaltet sich das schwierig, aufgrund der Anwesenheitspflicht in den Bachelorstudiengängen. Ich kenne nur die Regelung, dass man nicht mehr als 25% fehlen darf und es gibt keine Ausnahmen, auch nicht mit einem Attest. Es gibt allerdings die Möglichkeit Urlaubssemester zu beantragen, habe ich auch schon mal getan, d. h. man kann bis zu 2 Semester mit dem Studium aussetzen, behält den Studienplatz und zahlt in dieser Zeit keine Studienbeträge und -gebühren. Danach kann man sein Studium fortsetzen. Normalerweise kann man das Ganze schriftlich beantragen und kann den Grund selbst angeben, auch ohne ein Attest. Sollte man mehr als 2 Semester "Pause" benötigen, muss man zum Amtsarzt und auch dann sollte es kein Problem sein länger auszusetzen. Offenheit gegenüber Dozenten hat sich bei mir immer bewährt. Du befindest dich in einer denkbar schwierigen Lebenssituation und es ist wichtig, dass deine Dozenten darüber informiert sind. Zumindest schafft es Verständnis wenn du vielleicht Verlängerungen für Hausarbeiten etc. benötigst. Es ist klar, dass deine Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Meine Krebserkrankung liegt mittlerweile 9 Jahre zurück und ich habe mein Studium erst begonnen, nachdem ich wieder gesund war. Trotzdem Leistungseinschränkungen bleiben, die Belastbarkeit ist herabgesetzt. Ich weiß ncht ob es allen so geht, bei mir ist es definitiv so. Ich habe mich lange dagegen gewehrt "Vergünstigungen" in Anspruch zu nehmen, weil ich einfach nur wieder "normal" leben wollte. Mittlerweile habe ich erkannt, das es vollkommen legitim und häufig auch notwendig ist. Ich hab mir viel Stress gemacht (insbesondere im Studium), den man vielleicht zumindest etwas reduzieren hätte können.
Ich wünsch dir viel Durchhaltevermögen und vor allem für deine Gesundheit alles Gute.
Behalt das Ziel im Auge.
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  #1064  
Alt 18.02.2010, 11:09
chaoskatze chaoskatze ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

@Lila: das erste Posting ist mittlerweile ien paar Jahre her, ich schätze, in der Zeit hat sich einiges geändert
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  #1065  
Alt 25.02.2010, 10:48
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Kerstin22 Kerstin22 ist offline
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Standard AW: Krebs und Studium

Hallo!
Ich hatte eher Angst anderen aus Versehen auf die Füße zu treten und dann die Keule zu bekommen.
Liebe Lila Mieze,
ich hatte schon zweimal ein Urlaubssemester. Einmal wegen der autologen Stammzelltransplantation und einmal wegen der allogenen Stammzelltransplantation. Ich glaube bis zum Bachelor könnte ich sogar noch einmal ein Urlaubssemester beantragen, was ich hoffentlich nicht brauche. Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit 100% und mehreren Merkzeichen.
Trotzdem vielen Dank für deine Ratschläge! Schön, dass es dir wieder gut geht! Ich merke auch, dass man hinter manches anders und entspannter machen würde.
Alles Gute
Kerstin
P.S. Es geht mir wieder besser.
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Geändert von Kerstin22 (25.02.2010 um 10:51 Uhr)
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