Krebs-Kompass-Forum seit 1997  


Zurück   Krebs-Kompass-Forum seit 1997 > Krebsarten > Hodenkrebs

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 06.07.2024, 21:50
Neptun Neptun ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 23.06.2024
Beiträge: 2
Standard Kein Krebs, aber trotzdem Fragen

Hallo, ich bin 33 Jahre alt und lese hier schon einige Jahre mit, da in den letzten ca. 10 Jahren 3 Bekannte (nicht Verwandte), an Hodenkrebs erkrankt sind (soviel zum Thema Hodenkrebs ist selten) und ich mich für diese Menschen und ihrer Krankheit interessiere. Finde toll wie hier berichtet wird und Mut gemacht wird.

Nun bin ich selbst kein Krebsbetroffener, jedoch wurde mir im Mai 2024 der linke Hoden entfernt, da ich links vor ca. 7 Jahren plötzlich eine Veränderung gemerkt habe und dann natürlich sofort zum Urologen gegangen bin. Ergebnis war "nur" eine Varikozele und eine leichte Hydrozele. Das komische war damals, dass die Beschwerden quasi wirklich über Nacht kamen. Früh aufgestanden, gemerkt "Moment mal, der linke hängt doch plötzlich tiefer als sonst, fühlt sich irgendwie anders an als sonst". Schmerzen hatte ich allerdings gar keine in dem Moment, also kein Anzeichen für eine Torsion oder ähnliches. Nun gut nach dem Urologenbesuch erstmal beruhigt gewesen und nochmal Kontrolltermin nach 3 Monaten-auch da alles wie bei der Erstuntersuchung, keine weiteren Veränderungen also erstmal lange Zeit beruhigt gewesen und nicht weiter drüber nachgedacht. Ca. 1.5 Jahre später hatte ich dann links Beschwerden beim Sitzen und Stehen, nicht unbedingt vom Hoden direkt sondern eher vom Samenstrang, gut also erstmal Varikozelen-OP lapraskopisch, hat allerdings keine wirkliche Besserung gebracht, auch nach Monaten warten nicht (klar muss man etwas Geduld haben nach der OP bis der gewünschte Effekt eintritt), also nächster Versuch, mikrochirurgische Varikozelen-OP. Nach dieser OP war zumindest dieses Druckgefühl nicht mehr vorhanden, welches durch den "Rückstau" des Blutes entsteht. Ok das war vor ca. 7 Jahren, dann war erstmal lange Zeit Ruhe, allerdings vergrößerte sich in dieser Zeit die Hydrozele und es war linksseitig immer mal wieder ein unangenehmes Gefühl beim Sitzen und beim Sport. Nächster Schritt war dann die Hydrozelen-OP letztes Jahr Oktober. Die OP ist gut verlaufen und es gab auch keine große Schwellung oder ähnliches, trotzdem auch nach einigen Monaten, die Hodenbeschwerden links blieben. Die Tunica Albuginea war im Ultraschall (auch vor OP) geschwollen, Durchblutung wohl beidseitig normal und unauffällig. Anfang des Jahres wieder mehrmals beim Urologen gewesen, weil ich immer wieder links ein unwohles Gefühl hatte, konnte mir auch nicht vorstellen, dass der linke Hoden noch intakt ist. Daraufhin mit dem Urologen die Entfernung links vereinbart, da eine Besserung eh nicht mehr zu erwarten wäre. Nun komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen. Ich habe vor und nach der Entfernung Testosteron messen lassen. Der Wert lag vor der Entfernung bei 3.7 und danach exakt genauso, gemessen beide Male 11 Uhr morgens, also kann man annehmen, dass der linke Hoden eh schon funktionslos war. Ein Spermiogramm hatte ich auch mal machen lassen, die Werte waren gut, Menge und Anzahl der Spermien weit über Norm, FSH immer niedrig (also der noch vorhandene Hoden völlig gesund).
Nun ist mir klar, dass viele hier einiges mehr durchmachen mussten (Chemo, Bestrahlung) und ich im Prinzip nur einen Hoden abgeben musste und mir keine Gedanken um einen Tumor bzw. Rezidiv machen musste. Allerdings denke ich oft drüber nach wie es aussieht mit dem Testosteronspiegel im Alter. Wie sieht es bei den "Langzeitgeheilten" hier so aus, die vielleicht schon 15-20 Jahre mit einem Hoden leben? Funktioniert alles noch, kann der eine Hoden auf Dauer ausreichend Hormone produzieren oder gibt es Probleme?
An sich hab ich kein großes Problem mit einem Hoden zu leben, auf den ersten Blick sieht man es auch kaum ob nun einer oder zweit, allerdings würde mich stören, wenn man irgendwann auf eine Substitution angewiesen wäre.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 08.07.2024, 22:58
Deichwart Deichwart ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 12.09.2023
Beiträge: 28
Standard AW: Kein Krebs, aber trotzdem Fragen

Servus,
Langzeit-Betroffener bin ich vielleicht noch nicht, hatte aber vor einem Jahr die Diagnose HK und habe nun seit August letzten Jahres nur noch einen Hoden. Der Testosteronwert schwankt bei mir seitdem zwischen 190 und 250, je nach Tageszeit etc. Ich habe vor der OP auch Spermien einfrieren lassen, just in Case, kann aber sagen, dass es auch jetzt noch sehr gut um die Lust bestellt ist. Zudem habe ich direkt 3 Monate nach der OP freudig erfahren d+rfen, dass ich Vater werde.
Von daher bin ich guter Dinge, dass auch der eine Hoden seine Arbeit vortrefflich meistert. Grüße
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 09.07.2024, 20:51
Neptun Neptun ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 23.06.2024
Beiträge: 2
Standard AW: Kein Krebs, aber trotzdem Fragen

Danke schon mal für die Antwort. Über die Zeugungsfähigkeit mache ich mir nicht ganz so viele Gedanken, denn mein Spermiogramm ist ja recht gut ausgefallen (alle Werte weit über Norm, mit einem Hoden). Mir ist viel wichtiger dass man nicht irgenwann Testosteronprobleme bekommt und ob ein Hoden auf Dauer die Arbeit des anderen übernehmen kann ohne große Einbußen. Nach Entfernung des Linken hatte ich wie gesagt exakt den gleichen Wert zur gleichen Uhrzeit (sicherlich wären auch leichte Schwankungen normal). Das zeigt, dass wahrscheinlich der linke Hoden eh schon länger nicht mehr produziert hat.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:51 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2024 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Volksbank Darmstadt Mainz eG · IBAN DE74 5519 0000 0172 5250 16 · BIC: MVBMDE55