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  #16  
Alt 19.02.2020, 08:24
Ben47 Ben47 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Hallo Lotol

Ich denke bei Deinem aggressiven (also schnellteilendem) Krebs, ich nehme an, dass es ein DLBCL war, wird in der Regel als Erstlinie eine CHOP Keule genommen, da man davon ausgeht, dass man mit der harten Keule eine hohe Anzahl der Patienten direkt heilen kann. Also mit schwerem Hammer drauf, und wenn 5 Jahre Ruhe, dann wars das.

Da Du nun ein Rezidiv hattest, und das nicht nicht all zulange nach Deiner Erstbehandlung, wird gerne auf eine andere Chemo umgestellt, weil man annimmt, dass die Krebszellen sich an die Mittel der Erstlinie gewöhnt haben. Darum das Bendamustin jetzt.

Bei meinem langsamen Lymphom ist es gerade das Gegenteil. Dort teilen sich die Krebszellen langsam, und man denkt, dass man mit CHOP eh nicht alles abtöten kann, und somit wird heutzutage zuerst Bendamustin gegeben, mit der Absicht möglichst lange Remissionen zu erzielen. Mir wurde gesagt, dass meine Bendamustin Behandlung eben palliativ sei, weil das langsame Lymphom nicht heilbar sei. Aber mit dem Bendamustin plus Antikörper könne ich wahrscheinlich eine sehr lange Remissionszeit erreichen.

Das wird nun bei Dir der Fall sein. Da Du über 75 bist, nehme ich mal an, dass versucht wird, mit dem O-Bendamustin eine möglichst lange Remissionszeit zu kriegen. Wie lange das ist, kann glaub ich keiner so genau sagen.

Bei mir, da ich 52 war, wurde dann nach dem Rezidiv gesagt, dass nun die härtere Keule ausgepackt werden sollte, die Stammzellen. So kann ich auf eine längere Remission hoffen. Es zeigt sich mittlerweile auch, dass fast 45% dann kein Rezidiv mehr kriegen.
Ich habe gelesen, dass heutzutage die autologe Stammzelltransplantation als Konsolidierung auch bei Leuten bis 70 oder 75 gemacht werden kann, wenn sie körperlich fit sind. Auch bei Deiner aggressiven Krebsart. Also wenn Du planst 100 zu werden, kannst Du das ja mal bei Deiner Onkologin ansprechen.

Alles Gute und beste Grüsse
Ben
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12.2014: FL Grad 1-2, Stadium 4, KM 90% Befall, Milz Befall, Pleuraerguss beidseitig
01.2015: 6 x R-Bendamustin
06.2015: Partielle Remission,
11.2017: Rezidiv FL Grade 3A, Lymphome nur oberhalb des Zwerchfells, kein KM Befall
12.2017: 3 x R-Chop, BEAM HD mit autologer SZT.
06.2018: Komplette metabolische Remission.
03.2019: Weiterhin komplette metabolische Remission.
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  #17  
Alt 22.02.2020, 18:15
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Lieber Ben47,

danke Dir für den immer hilfreichen Erfahrungs-"Austausch" und die gedanklichen Anregungen dabei.

Zitat:
Ich denke bei Deinem aggressiven (also schnellteilendem) Krebs, ich nehme an, dass es ein DLBCL war, wird in der Regel als Erstlinie eine CHOP Keule genommen, da man davon ausgeht, dass man mit der harten Keule eine hohe Anzahl der Patienten direkt heilen kann. Also mit schwerem Hammer drauf, und wenn 5 Jahre Ruhe, dann wars das.
Daß Ärzte "auf Nummer sicher" gehen wollen und dabei bzgl. Strategien auch langfristig denken, ist nachvollziehbar.

Wenn ich mir den bisherigen gesamten Ablauf so recht überlege, könnte es auch gut sein, daß meine Onkologin nach der Strategie vorging:
- der Patient hat ein bösartiges Lymphom
- er ist bzgl. Chemos nicht vorbelastet und an sich noch relativ gesund
Also packen wir gleich die harte Keule (R-CHOP) aus und braten damit dem Lymphom eins drüber.
Um zu sehen, wie sich das entwickelt.

Das steht auch in Einklang mit dem Vorgehen im Übergangs-Zeitraum zwischen der 1. und 2. Therapie:
Da hatte ich ja schon anfangs den großen (neuen) LK im linken Oberschenkel, der aber gar nicht weiter näher untersucht (biopsiert) wurde.
Es wurde abgewartet, wie sich das Lymphom evtl. erneut weiterentwickelt.
Und erst dann als völlig klar war, daß der Krebs sich erneut "ausbreiten" will, wurde die 2. Therapie sofort "angeleiert".


Von einem DLBCL war bei meinem Lymphom noch nie die Rede.
Obwohl Du recht damit hast, daß DLBCL an sich zur Übergruppe der NHL gehört:
https://flexikon.doccheck.com/de/B-Zell-Lymphom

Sah mal bei der rechtfertigenden Indikation
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtf...nde_Indikation

zur CT vom 20.11.2019 nach, wo angegeben ist:
Gesichert follikuläres Lymphom Grad III. Verlauf. Voruntersuchung vom 17.1.2019
(Danach kommt dann der Befund der CT: Feststellung des Gesamtzustandes vor dem Beginn der 2. Therapie.)

Zitat:
Da Du nun ein Rezidiv hattest, und das nicht nicht all zulange nach Deiner Erstbehandlung, wird gerne auf eine andere Chemo umgestellt, weil man annimmt, dass die Krebszellen sich an die Mittel der Erstlinie gewöhnt haben. Darum das Bendamustin jetzt.
Denke, bei Rezidiven wird man wohl immer auf eine andere Chemo umstellen (müssen).
Daß dabei selbst eine relativ "schwächere"/mildere Chemo auch bei einem an sich bösartigen Lymphom erfolgreich sein kann ist verblüffend.

Kann jedoch auch die Hoffnung "nähren", daß man selbst dann, wenn man (altersbedingt und/oder durch Chemos) "klapperiger" wird, immer noch ein Lymphom-Rezidiv erneut plattmachen kann.
Wie oft das möglich ist, weiß niemand so genau.
Hängt vielleicht auch dominant vom Fortschritt der "Kampfmittel" gegen Lymphome ab.

Zitat:
Bei meinem langsamen Lymphom ist es gerade das Gegenteil. Dort teilen sich die Krebszellen langsam, und man denkt, dass man mit CHOP eh nicht alles abtöten kann, und somit wird heutzutage zuerst Bendamustin gegeben, mit der Absicht möglichst lange Remissionen zu erzielen. Mir wurde gesagt, dass meine Bendamustin Behandlung eben palliativ sei, weil das langsame Lymphom nicht heilbar sei. Aber mit dem Bendamustin plus Antikörper könne ich wahrscheinlich eine sehr lange Remissionszeit erreichen.

Das wird nun bei Dir der Fall sein. Da Du über 75 bist, nehme ich mal an, dass versucht wird, mit dem O-Bendamustin eine möglichst lange Remissionszeit zu kriegen. Wie lange das ist, kann glaub ich keiner so genau sagen.
Damit sind wir beide in einer recht ähnlichen Lage:
Wir können nur hoffen, daß Remissions-Zeiten möglichst lange gestaltet werden können.
Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.

Was die Heilbarkeit meines Lymphoms anbelangt, gebe ich mich keinen Illusionen mehr hin:
Der Krebs wird sich irgendwann wieder "ausbreiten" wollen.
Fragt sich halt nur wann nach der 2. Therapie.

Zitat:
Bei mir, da ich 52 war, wurde dann nach dem Rezidiv gesagt, dass nun die härtere Keule ausgepackt werden sollte, die Stammzellen. So kann ich auf eine längere Remission hoffen. Es zeigt sich mittlerweile auch, dass fast 45% dann kein Rezidiv mehr kriegen.
Ich habe gelesen, dass heutzutage die autologe Stammzelltransplantation als Konsolidierung auch bei Leuten bis 70 oder 75 gemacht werden kann, wenn sie körperlich fit sind. Auch bei Deiner aggressiven Krebsart. Also wenn Du planst 100 zu werden, kannst Du das ja mal bei Deiner Onkologin ansprechen.
Denke, wir können sowieso nur das auf uns zukommen lassen, was sich einstellen wird.
Danach sehen wir bzw. unsere Ärzte, was jeweils am besten zu tun ist, damit wir weiterleben können.
"Hangeln" wir uns also weiterhin durch.

Wünsche Dir auch viel Dusel dabei.

Bei mir sieht es tendenziell weiterhin ganz gut aus:
Ich nehme langsam zu, und der Achsel-LK nimmt langsam ab.
Daß er relativ langsam abnimmt ist wohl ein Anzeichen dafür, daß er nicht besonders krebsig ist.

Naja - 3 Zyklen liegen noch vor mir, und wenn er danach nicht ganz verschwunden ist, stört mich das auch nicht weiter.
Dann habe ich halt permanent einen weiteren kleinen LK, mit dem ich genau so gut weiterleben kann wie mit meinen kleinen LK im Unterkiefer, die ich schon seit ca. 60 Jahren permanent habe.

Liebe Grüße
lotol
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1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => sehr gute Remission.
Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.
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  #18  
Alt 24.02.2020, 17:44
Ben47 Ben47 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Hallo Lotol

zur CT vom 20.11.2019 nach, wo angegeben ist:
Gesichert follikuläres Lymphom Grad III. Verlauf. Voruntersuchung vom 17.1.2019

Also dann hast Du ein follikuläres Lymphom, wie ich. Dort gibt es auch 3 Unterarten, wobei Grad III b das aggressivste ist. Ich hatte zuerst Grad 2, dann beim Rezidiv Grad III a.
Grad III b ist gemäss den Ärzten näher verwandt mit dem DBLCL.

Auf jeden Fall sind die zwei Chemos welche wir beiden kriegten, Chop und Bendamustin die zwei modernsten und am häufigsten angewendeten Chemos bei unsern Lymphomen. So sind wir sicher in guten Händen.

Und da hast Du wohl recht, für uns ist die längstmögliche Aufrechterhaltung der Remission das A und O, und ich bin sicher, dass mit den ganzen neuen Therapien wir hier noch lange weiterschreiben können, auch bei weiteren Rezidiven.

Beste Grüsse
Ben
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12.2014: FL Grad 1-2, Stadium 4, KM 90% Befall, Milz Befall, Pleuraerguss beidseitig
01.2015: 6 x R-Bendamustin
06.2015: Partielle Remission,
11.2017: Rezidiv FL Grade 3A, Lymphome nur oberhalb des Zwerchfells, kein KM Befall
12.2017: 3 x R-Chop, BEAM HD mit autologer SZT.
06.2018: Komplette metabolische Remission.
03.2019: Weiterhin komplette metabolische Remission.
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  #19  
Alt 25.02.2020, 03:40
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Lieber Ben47,

Zitat:
Also dann hast Du ein follikuläres Lymphom, wie ich. Dort gibt es auch 3 Unterarten, wobei Grad III b das aggressivste ist. Ich hatte zuerst Grad 2, dann beim Rezidiv Grad III a.
Grad III b ist gemäss den Ärzten näher verwandt mit dem DBLCL.
Sah bei der Erstdiagnose (2016, vor der ersten Therapie) nach:
Follikuläres Lymphom, Grad III A.

Wie es aussieht, haben wir also nun ziemlich identische "Prachtkerle" eines Lymphoms, mit denen wir uns weiter "herumschlagen" müssen.

Bei Dir hat es sich beim Rezidiv wohl dahin "weiterentwickelt", während es bei mir unverändert blieb.

Wenn ich meine Gesamtzustände vor den Therapien vergleiche:
- vor der 1. Therapie hatte ich massenhaft abartige LK
-- im Oberbauch 3,5 bis 4,5 cm
-- in der linken Leiste (innerhalb des Beckens angesiedelt) einen sehr großen LK, der dort regelrecht herauswuchs und der Anlaß für mich war, zu einem Internisten zu gehen
-- unter dem Unterkiefer flächige Anschwellungen
-- links und rechts am Hals (ca. ab Ohrenhöhe bis in die Schlüsselbein-Mulden reichend) "Perlenketten" von kleineren LK
-- dazu dann auch noch Wasser im Pleura

- vor der 2. Therapie hatte ich erheblich weniger abartige LK
-- den größten im linken Oberschenkel (außerhalb des Beckens angesiedelt), der ebenfalls regelrecht herauswuchs, jedoch bei weitem nicht so schnell, wie der vor der 1. Therapie
-- den zweitgrößten in der rechten Achselhöhle, den ich lange Zeit gar nicht bemerkte
-- mehrere kleine um den Darm herum, die dessen ordentliche Funktion behinderten und letztlich der "Auslöser" dafür waren, daß mein Körper mit "Essens-Verweigerung" reagierte

Insgesamt waren die Folgen des Rezidivs bei weitem nicht so umfangreich, wie sich mein Lymphom vor der 1. Therapie entwickelt hatte.

Krass lebensbedrohlich war bei mir die Situation weder vor der 1. Therapie, noch vor der 2. Therapie.
War das bei Dir auch ähnlich gelagert?

Denke, allein dieses Bewußtsein, daß Lymphome zu den "angenehmsten" Krebsarten gehören (können) - sofern man davon bei Krebs überhaupt sprechen kann - trägt ganz wesentlich zu der "inneren Einstellung" bei, wie man mit so einem Krebs am besten "umgehen" kann.

Bei einem Lymphom sollte es deshalb auch nicht besonders schwer fallen, sich daran gewöhnen zu können, daß man es nun mal hat.

Zitat:
...für uns ist die längstmögliche Aufrechterhaltung der Remission das A und O, und ich bin sicher, dass mit den ganzen neuen Therapien wir hier noch lange weiterschreiben können, auch bei weiteren Rezidiven.
Darin bin ich mir auch recht sicher:
Wer lange weiterschreiben kann, lebt auch lange.
Unsere Rezidive wird man höchstwahrscheinlich immer wieder plattmachen können.

Liebe Grüße
lotol
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1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => sehr gute Remission.
Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.
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  #20  
Alt 25.02.2020, 08:46
Ben47 Ben47 ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Hallo Lotol

Ja genau, bei mir hat es sich so in ein III a weiterentwickelt. Wobei es auch sein kann, dass ich schon solche Grad III a beim ersten Auftreten hatte. Einfach der Knoten der biopsiert wurde, hatte beim ersten Mal ein Grad 1 bis 2 ergeben. Da das ja nicht digital geht, können da beide Entwicklungsstufen gleichzeitig im Körper sein.

Jetzt macht auch Deine Behandlungsstrategie Sinn. Es gibt beim Grad III a unter den Ärzten zwei Gesinnungsschulen, solche die zuerst den R-Chop nehmen und dann beim Rückfall R-Bendamustin, wie bei Dir, und eine andere, die machens genau umgekehrt. (wie bei mir) Da wird wahrscheinlich das eine Vorgehen so gut wie das andere sein.

Bei mir war die Symptomatik und das Auftreten der Knoten wie bei Dir. Bei Erstdiagnose sehr viel ausgeprägter im ganzen Körper inklusive Wasser in der Pleura. Das heisst wir sind beide von der Garde, welche nicht sofort zum Arzt gehen, wenn erwas nicht stimmt. Ich bin dann auf dem Zahnfleisch (oder auf den Felgen wue man so schön sagt) auf die Notaufnahme. Wegen des vielen Wassers in der Lunge konnte ich noch knapp 50 Meter laufen, danach musste ich jeweils 5 Minuten stillsitzen.
Beim Rezidiv habe ich dann irgendwann einen Knollen unter dem Schlüsselbein bemerkt, der bei gewissen Bewegungen komisch knackste. Das CT zeigte dann auch innerlich wieder ein paar Knoten, aber viel weniger als beim Erstauftreten.
Beim Erstauftreten hat das Ganze sehrwahrscheinlich über Jahre oder Monate innerlich vor sich hin gemoddert ��

Da ich irrtümlicherweise bei Dir von einem DLBCL ausgegangen bin (was einiges aggressiver ist), kam ich auf die Idee mit Transplantation auch bei 75 Jährigen. Beim follikulären Lymphom Grad III a wird eine Transplantation meines Wissens bei Deinem Alter sicher nicht gemacht, da unser Typ Lymphom beim Rezidiv über Jahre besser behandelt werden kann, als das DLBCL. Wir müssen einfach hoffen, dass unser Lymphom nicht in ein DLBCL transformiert, weil auch das gibt es bei den Biestern.

Beste Grüsse
Ben
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Geändert von Ben47 (25.02.2020 um 09:01 Uhr)
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  #21  
Alt 26.02.2020, 02:23
lotol lotol ist offline
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Lieber Ben47,

Zitat:
Zitat von Ben47
wir müssen einfach hoffen, dass unser Lymphom nicht in ein DLBCL transformiert, weil auch das gibt es bei den Biestern
Wie sich das bei den Biestern genau verhält, ist recht schwierig einzuordnen.
Werde mit meiner Onkologin mal darüber sprechen ob bei mir evtl. eine Transformation stattfand.

Meine Erstdiagnose (auf Grund der Biopsie des großen LK (links) innerhalb des Beckens) war:
Follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom, Grad III A.

Nachdem vor der 2. Therapie keinerlei weitere Diagnose stattfand, gehe ich davon aus, daß sich an meinem Lymphom selbst nichts nennenswert verändert hat.

Die ursprünglich kurative Absicht der 1. Therapie (6 x R-CHOP + evtl. 2 x R-Erhaltungstherapie) erbrachte keine Heilung des Lymphoms, obwohl sie auf Anhieb zu einer sehr guten Remission führte, weshalb auch + evtl. 2 x R gar nicht mehr "angehängt" wurde.

Das mit unseren Lymphomen ist aus meiner Sicht an sich ein recht schwer überblickbares Chaos, weil es ziemlich viele Varianten davon gibt.
Was wir dann dazu lesen können, kann bei unseren Rezidiven teils inzwischen "überholt" sein.

Rückblickend können wir nur versuchen, wenigstens die Anfänge unserer Therapien einigermaßen richtig einordnen zu können.

Die für uns entspr. PDF kann ich leider nicht verlinken:
Dazu bitte ich Dich, die PDF unter uni tübingen und "Maligne Lymphome" selbst zu suchen.
Da findest Du dann auf S. 13 (unten), daß auch die Unterscheidung nach Graden sich anscheinend verändert(e).

S. 16 dann Interessantes zu DLBCL
S. 84 zu R-CHOP

Und unter 8.3.3 für Dich Interessantes, sowie unter
8.3.4. für mich Interessantes.

Oder z.B. hier:
https://www.cme.mgo-fachverlage.de/u...am/exam_98.pdf

Der ganze Sums ist und bleibt dennoch relativ unübersichtlich.

Für mich fand ich heraus, daß bei über 70-Jährigen bei meiner Lymphomart R-CHOP für den "Erstschlag" gegen den Krebs am besten geeignet ist.
Wenn das bzgl. Heilung nicht ganz "hinhaut", dann heutzutage bei einem Rezidiv O-Bendamustin als nachfolgende 2. Therapie.
Wie es aussieht, wird dabei auch der Antikörper gewechselt:
Ist bei mir nicht mehr R, sondern O.

Die Wahl der Mittel kann bereits beim nächsten Rezidiv ganz anders aussehen.
Nur darauf können wir "bauen":
Daß ein Rezidiv wieder "niedergeknüppelt" werden kann.

Was bei Dir bereits der Fall war und sich wohl auch bei mir einstellen wird.

Auch wenn wir zur Garde gehören, die nicht gleich sonderlich nervös wird, wenn irgendetwas gesundheitlich nicht mehr stimmt, liegt dennoch ein Altersunterschied von ca. 20 Jahren vor.
Heißt - die 2. und evtl. auch noch eine 3. Therapie werde ich mit Sicherheit noch "durchstehen" können, bis ich über 80 Jahre alt sein werde.

Und dann höchstwahrscheinlich an etwas ganz anderem "abkratze" als an meinem Lymphom.

Umso mehr wünsche ich v.a. Dir langanhaltende Remissionen.

Liebe Grüße
lotol

Geändert von lotol (27.02.2020 um 00:10 Uhr) Grund: Ergänzung im Text
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  #22  
Alt 29.02.2020, 14:01
Ben47 Ben47 ist offline
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Hallo Lotol

Vielen Dank für die langen Remissionswünsche 😂, das ist genau der Grund wieso bei mir noch diese Transplantation angehängt wurde. Eben Alter versus noch vorhandene Medikamente im Köcher. Dazu kommt, dass die Transplantation besser wirkt, wenn sie recht früh im Krankheitsverlauf eingesetzt wird. Die schauen da natürlich auf all die verschiedenen Einflussgrössen, um dann etwas Vernünftiges vorzuschlagen.

Beste Grüsse
Ben
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  #23  
Alt 01.03.2020, 16:44
lotol lotol ist offline
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Lieber Ben47,

Zitat:
Die schauen da natürlich auf all die verschiedenen Einflussgrössen, um dann etwas Vernünftiges vorzuschlagen.
Ja, nur der mögliche "Zeitgewinn" zählt dabei.
Sind bei Dir derzeit bereits ca. 2 Jahre.
Wann hast Du die nächste Nachuntersuchung?

Nichts zu danken für die Remissionswünsche:
Immer wieder machbare Remissionen sind ja eh nur das einzige Mittel, mit dem wir Lymphomiker uns immer wieder "durchhangeln" können.
Bis unsere Körper das nicht mehr "mitmachen" und deshalb dann irgendwann "zusammenbrechen" werden.

Derzeit sieht es bei mir aber nicht danach aus als ob dieses "Ende der Fahnenstange" bereits erreicht sei.
Ganz im Gegenteil sieht es nach dem 3. Zyklus der 2. Therapie ganz danach aus, daß mein Immunsystem erneut "aufgemöbelt" werden kann.

Die "halbe Miete" der 2. Therapie ist gelaufen:
Der Achsel-LK schrumpfte dabei weiter, und andere LK - außer denen, die ich schon immer hatte - sind nicht feststellbar.

Anfang der kommenden Woche beginnt der 4. Zyklus der 2. Therapie, also die zweite halbe Miete der Therapie.
In sie "steige" ich mit den Randbedingungen "ein":

1) Bronchialkatarrh, der mich ca. 1 Woche vor dem 3. Zyklus wieder mal "erwischte".
Kenne ich schon - ist meinem Gewohnheits-Rauchen "geschuldet".
Trat bisher meistens eher im Nov. od. Dez. auf, wenn überhaupt.
War früher aber spätestens nach ca. 2 Wochen beendet.

Derzeit schleppt sich das jedoch schon über mehr als 4 Wochen dahin.
Allerdings ohne jegliches Fieber.
Evtl. beginnendes Fieber mit (starkem) Grog sofort "niederknüppeln" zu können, funktioniert bei mir immer noch recht gut.

Natürlich kenne ich die h.M. dazu: Soll ja eher kontraproduktiv sein.
Komischerweise half/hilft es mir dennoch immer.
Könnte vielleicht auch nur Einbildung sein und/oder der schnell durchwärmende Effekt.
Damit man keinen "dicken" Kopf vom Grog bekommt, ist es besser ihn anstatt mit Zucker mit Honig zu süßen.

2) Im Bewußtsein dessen, das ich auch hier verlinke:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/i.../25570174.html

Werde auch mal auf den Infusions-Beuteln nachsehen ob die Dosierungen erhöht werden oder unverändert bleiben.


Liebe Grüße
lotol
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1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => sehr gute Remission.
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2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.
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  #24  
Alt 03.03.2020, 06:32
Onkogast Onkogast ist offline
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Zitat:
Zitat von lotol Beitrag anzeigen

Werde auch mal auf den Infusions-Beuteln nachsehen ob die Dosierungen erhöht werden oder unverändert bleiben.
Wie meinst du das?
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  #25  
Alt 06.03.2020, 00:38
lotol lotol ist offline
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Hallo,

am 4.3. lief der zweite Tag der Medikament-Zufuhr des 4. Zyklus ab:
Nur noch Bendamustin-Zufuhr.
Am 3.3. Zufuhr von Obiunutuzumab + Bendamustin.

Erwartungsgemäß gab es keinerlei Probleme dabei.

Zitat:
Zitat von Onkogast
Zitat:
Zitat von lotol Beitrag anzeigen

Werde auch mal auf den Infusions-Beuteln nachsehen ob die Dosierungen erhöht werden oder unverändert bleiben.
Wie meinst du das?
Genau so, wie ich das schrieb.
Sieh dabei bitte mal, daß es sich bei der 2. Therapie um eine völlig andere handelt als bei der ersten Therapie.
Recht vorsichtig wurde anfänglich bei der 2. Therapie getestet ob es dabei irgendwelche "Unverträglichkeiten" gibt.
Die gab es nicht, und erst danach liefen die Zyklen unverändert nach dem gen. Ablauf weiter, und sie werden auch unverändert so weiterlaufen bis zum Ende der Therapie.

Danach wird man dann weiter sehen können ob noch "Erhaltungs-Zyklen" angehängt werden müssen.

@ Ben47:

Sprach mit meiner Onkologin darüber ob evtl. eine Transformation meines ursprünglichen NHL stattfand.
Sie meinte lakonisch:
Das spielt keine große Rolle mehr.
Nach der 1. Therapie stellte sich wider Erwarten ein Rezidiv ein.

Sie haben recht damit, daß wir das nicht näher untersuchten.
Das erübrigt sich aber aus "Schonungsgründen" unserer Patienten.
Weil die 2. Therapie mit oder ohne Transformation keine andere wäre als O-Bendamustin.

Viel wichtiger ist derzeit, daß all Ihre Blutwerte völlig i.O. sind und auch keinerlei Anzeichen dafür vorhanden sind, daß Ihre "Entzündungs-Werte" nicht i.O. wären.
Sie zeigte mir dazu einen Graph, der auch bei den Blutwerten routinemäßig überprüft wird.
Ist dieser hier:
https://flexikon.doccheck.com/de/Serumelektrophorese

Sie erklärte mir auch:
Wenn dieser Wert sich in seinem "Ausschwing-Verhalten" (rechtsseitig) von seinem Maximum nicht nennenswert verändert, besteht keinerlei Grund für Beunruhigung.
Verändert sich der "Elpho"-Wert dort, wird rechtsseitig etwas "abgeschnitten", was bei Ihnen aber nicht der Fall ist.
Ihre Elpho-Werte sind völlig i.O.

Insgesamt deutet alles darauf hin, daß die Therapie erfolgreich läuft.
Drei Zyklen haben wir noch vor uns, und danach sehen wir uns das Ergebnis an.
Um dann entscheiden zu können ob wir noch zwei Erhaltungszyklen anhängen sollten.

Ich fragte meine Onkologin auch noch danach, wie lange das Obinutuzumab im Körper wirksam ist.
Sie erklärte mir, daß das recht unterschiedlich sein kann:
Wenn anfangs noch viele krebsige Zellen vorhanden sind, "verbraucht" es sich erhebllich schneller als gegen Ende der Therapie.
Die Zyklendauer von ca. 4 Wochen ist deshalb so ausgelegt, daß es gegen Ende der Therapie über den ganzen Zeitraum wirksam bleibt.

Zum Unterschied zwischen Rituximab(R) und Obinutuzumab(O) fand ich hier noch ganz Interessantes:
https://lymphome.de/follikulaeres-ly...n-spaetfolgen/

Bei R stellte sich PNP in den Füßen und Fingern ein, was sich aber nach und nach wieder etwas legte.
Bei O bemerkte ich bisher keinerlei Nebenwirkungen.
Bei beiden Mitteln bemerkte ich während der Infusionen überhaupt nichts Ungewöhnliches.

Liebe Grüße
lotol
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Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.
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  #26  
Alt 08.03.2020, 19:57
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Zitat:
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Genau so, wie ich das schrieb.
Sieh dabei bitte mal, daß es sich bei der 2. Therapie um eine völlig andere handelt als bei der ersten Therapie.
Recht vorsichtig wurde anfänglich bei der 2. Therapie getestet ob es dabei irgendwelche "Unverträglichkeiten" gibt.
Die gab es nicht, und erst danach liefen die Zyklen unverändert nach dem gen. Ablauf weiter, und sie werden auch unverändert so weiterlaufen bis zum Ende der Therapie.
lotol
Was genau willst du denn nun an den "Beuteln" und den Dosierungen nachsehen? Und was hatte des mit dem Link zum Tagesspiegelartikel zu tun?
Die Dosierung ist festgelegt, nur nach Körpergröße/Gewicht angepasst.

Und der Ablauf der Obinutuzumab-Gaben laufen immer gleich ab, egal ob Erstlinie (1.Therapie) und Zweitlinie im Rezidivfall.
Hier ist es grundsätzlich so, dass mit Tag 1,2,15 begonnen wird im 1. Zyklus.
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  #27  
Alt 17.03.2020, 04:58
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Hallo,

Zitat:
Zitat von Onkogast
Was genau willst du denn nun an den "Beuteln" und den Dosierungen nachsehen? Und was hatte des mit dem Link zum Tagesspiegelartikel zu tun?
Zu Ersterem:
Sah nach ob die Dosierung unverändert blieb.
Hat sich ja nun alles geklärt => sie bleibt unverändert.

Zu Letzterem:
Den Tagesspiegelartikel verlinkte ich (hier) in einem anderen Zusammenhang als im Unterforum Krebsforschung.


Coronavirus und Pneumokokken-Impfung

Nachdem noch kein Coronavirus-Impfstoff vorhanden ist, wollten meine Frau und ich wenigstens eine Pneumokokken-Impfung machen lassen, was an sich (altersbedingt) kein grundsätzliches Problem ist:
https://www.aerzteblatt.de/nachricht...-Risikogruppen

Gestern rief ich deshalb im ABC Nürnberg-Nord an und bat darum, bei meiner Onkologin zu klären ob ich überhaupt so eine Impfung während meiner Therapie machen lassen darf.

Darf ich jetzt nicht.
Frühestens ein halbes Jahr nach der Therapie kann ich mich dann impfen lassen.

Naja - wenigstens meine Frau kann sich impfen lassen.

Welche Konsequenzen es haben kann, wenn innerfamiliär jemand von dem Drecks-Virus "erwischt" wird:
Darüber denkt man am besten erst dann nach, wenn dieser Fall eintreten sollte.


Mein Achsel-LK schrumpft weiter so vor sich hin, und insgesamt geht es mir gut.

Liebe Grüße
lotol
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Krieger haben Narben.
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1. Therapie (2016): 6 Zyklen R-CHOP (Standard) => sehr gute Remission.
Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.

Geändert von lotol (17.03.2020 um 14:01 Uhr) Grund: Korrektur Angabe Unterforum
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  #28  
Alt 11.04.2020, 02:34
lotol lotol ist offline
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Standard AW: Non-Hodgkin-Lymphom ("böse" bösartig), Runde2 der Therapie an über 75-Jährigem

Hallo,

am 6. und 7.4. lief der 5. Zyklus unproblematisch ab.
Alle Blutwerte sind i.O., und alles deutet darauf hin, daß auch die 2. Chemo erfolgreich sein wird.
Der LK in der rechten Achselhöhle verkleinert sich weiterhin.

Gefühlt hat er nun ungefähr die Größe der LK im Unterkiefer, die ich schon fast "lebenslänglich" hatte und immer noch habe.

Unklar ist mir ob ich diesen LK nicht schon immer hatte und ihn erst dann zufällig bemerkte als er vor der 2. Chemo angeschwollen war.

Denn, auch aus Analogien hier im Forum scheint es eher typisch zu sein, daß LK im linken Leistenbereich abartig anschwellen, wenn sich im Lymphsystem etwas Krebsiges ausbreiten will.
Bei mir war das jedenfalls vor der 1. Chemo so und auch vor der nun 2. Chemo.

Wir wissen ja, daß es nahezu unzählige "Spielarten" von Lymphomen gibt.
Niemand weiß bisher genau, was die wirklichen Ursachen für Lymphome sind.

Dazu kann ich (vielleicht auch nur für mich zutreffend) sagen, daß sich Krebsiges in meinem Lymphsystem gewissermaßen lange davor ankündigt, bevor der Krebs auf andere Organe "übergriffig" werden kann.

Insoweit denke ich auch, so lange ein Lymphom nicht auf andere Organe krebsig übergriffig wurde, ist noch längst nicht alles im Kampf gegen den Krebs "verloren" und hoffnungslos.

Ganz im Gegenteil kann man ihn - wie es bisher aussieht - innerhalb des Lymphsystems immer wieder plattmachen.
Wie oft man allerdings das Plattmachen aushält, will ich lieber nicht erfahren müssen.

Altersbedingt bin ich in einem Status, in dem ich nicht mehr genau beurteilen kann ob sich nun Widriges durch Nebenwirkungen von Chemos eingestellt hat, oder sich sowieso (auch ohne Chemos) eingestellt hätte.
Ist aber alles nichts, mit dem auch ganz gut weiterleben kann.

Bei mir liefen diese "Ankündigungen" nahezu identisch, wenn auch etwas unterschiedlich in der Intensität und zeitlich, ab:

1) (vor der 1. Chemo):

a) Widerwärtigkeit gegenüber Essen, die mir unerklärlich war, weil ich normalerweise so gut wie alles essen kann.
Außer Lammfleisch, auf das ich schon immer mit Brechreiz reagierte.
Von daher kenne ich es auch, wie es abläuft, wenn mein Körper "zumacht" und jegliche spezielle Essenszufuhr rigoros "abriegelt".
Dabei brauche ich nicht mal konkret etwas zu essen:
Allein der Geruch von Widerwärtigem reicht schon dazu aus, daß mein Körper "zumacht".

b) erst danach stellte sich die kraße Anschwellung eines LK im linken Leistenbereich (innerhalb des Beckens) ein.
=> sofortiger Handlungbedarf => RCHOP (Standard).

2) (vor der 2. Chemo):

a) da lag schon längst eine kraße Anschwellung eines LK links (außerhalb des Beckens, im linken Oberschenkel) vor.

Dieser LK war ungefähr genau so groß wie der vor der 1. Chemo.
Fühlte sich jeweils an, wie ein kleines Hühner-Ei unter der Haut
Um auch LK-Größenordnungen dazu zu nennen:
- Größter D des "Eies": ca. 3,5 bis 4cm
- Kleinster D des "Eies": ca. 2,5 bis 3cm
Diese Werte liegen weit über den 10mm-LK, ab denen unsere Onkologen allmählich "nervös" werden.

Zur Beurteilung der Entwicklung eines Lymphoms im Einzelfall haben sie dann aber schon "bessere Nerven".
Naja - sie wissen ja ebenfalls, daß man an einem Lymphom so schnell auch nicht gerade stirbt.
Da ist dann schon noch Einiges aus dem Arsenal dazwischen und vorhanden, um vorschnelles Abkratzen von Patienten zu verhindern.

b) das wurde abwartend beobachtet, bis mein Körper total "zumachte" und jegliche Essens-Zufuhr abriegelte.
=> erneut sofortiger Handlungsbedarf => 2. Chemo.

Verblüffend war dabei, daß mein Körper mehr oder weniger sofort nach dem Beginn der 2. Chemo wieder "aufmachte".
Was mich auch sehr erleichterte, weil mir klar war, daß weitere "Essens-Verweigerung" unweigerlich dazu führen würde, daß ich abkratzen werde.
Bei dem Untergewicht, das ich hatte, wäre das nur eine zeitliche Frage gewesen, wann ich komplett "beendet" gewesen wäre.

Natürlich weiß ich nicht, wie das mit den "Vorankündigungen" (daß etwas im Argen liegt) bei anderen Lymphomikern ganz generell aussieht/aussah.
Denke aber, daß es die wohl immer gibt.
Sie mögen anders und individuell unterschiedlich sein - aber es gibt sie.
Und darauf sollte am besten jeder Lymphomiker auf Grund seiner eigenen Erfahrungen achten.
Es könnte vielleicht auch ganz hilfreich sein, wenn andere Lymphomiker von ihren diesbzgl. Erfahrungen berichten.

Denn inzwischen dazugelernt habe ich Eines:
Jederzeit kann sich ein Krebs erneut in unserem Lymphsystem ausbreiten wollen.
Damit müssen wir wohl alle weiterleben (können).

Ansonsten geht es mir unverändert gut, und ich hoffe, daß das auch so bleiben wird.

Ein Coronavirus hat mich bisher nicht "erwischt".
Gepenstisch war die Abriegelung im Klinikum Nord in Nürnberg:
- alle Nebeneingänge waren geschlossen
- Zutritt nur über den Haupteingang möglich, und nur aus triftigen Gründen
- Besucher von Patienten hatten keinen Zutritt, und nach der Kontrolle des Grundes mußte sich jeder seine Hände mit einem Desinfektions-Mittel waschen und eine Schutzmaske anlegen
- Alle behandelnden Schwestern trugen auch Schutzmasken
- Bei den behandelnden Ärzten war das jedoch unterschiedlich

Meine Onkologin trug keine Schutzmaske, achtete aber darauf, daß Distanz eingehalten wurde.
Ich befragte sie auch dazu, was ich am besten bzgl. Coronavirus tun sollte.
Ihre Antwort war eindeutig:
- Halten Sie Abstand und vermeiden Sie jeden menschlichen körperlichen Kontakt.
Auch innerfamiliären, weil Sie gar nicht wissen können ob jemand bereits infiziert ist

- Obinutuzumab wirkt immunsuppressiv.
https://flexikon.doccheck.com/de/Obinutuzumab

D.h.: Jede stinknormale Infektion kann für Sie lebensbedrohlich werden.
Und eine Corona-Infektion kann sowieso lebensgefährlich werden.

- Wenn sich bei Ihnen irgendwas abartig verändert:
Melden Sie sich sofort im ABC, damit sofort gegengesteuert werden kann

- Ansonsten läuft alles ganz gut.
Anfang Mai, am Beginn Ihres letzten Zyklus, habe ich Urlaub.
Normalerweise würden wir bereits am Beginn des letzten Zyklus den Stand der LK per US überprüfen.
Bin aber noch am Überlegen ob wir US nicht erst Anfang Juni machen.
Weil ich das ganz gerne selbst einordnen würde.

Meine Antwort dazu war:
Der Zyklus läuft ja ohnehin ca. 1 Monat lang.
US können wir folglich auch erst Anfang Juni machen.
Ein Monat US-Ergebinis hin oder her spielt doch keine großartige Rolle.

Macht es alle gut und kommt "ungeschoren" durch die Coronavirus-Zeiten.
Und "Frohe Ostern" wünsche ich allen.

Liebe Grüße
lotol
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Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.

Geändert von lotol (11.04.2020 um 02:55 Uhr) Grund: Korrektur: Manchmal frage ich mich, wo Leute Latein gelernt haben.
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  #29  
Alt 14.04.2020, 06:42
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Zitat:
Zitat von lotol Beitrag anzeigen
- Obinutuzumab wirkt immunsuppressiv.
https://flexikon.doccheck.com/de/Obinutuzumab

D.h.: Jede stinknormale Infektion kann für Sie lebensbedrohlich werden.
Hat die das wirklich so gesagt?
Oder hast du es etwas pointiert auf den Punkt gebracht?
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  #30  
Alt 03.05.2020, 02:25
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Hallo,

Zitat:
Zitat von Onkogast
Hat die das wirklich so gesagt?
Oder hast du es etwas pointiert auf den Punkt gebracht?
Kannst Du interpretieren, wie Du lustig bist.

Meine Onkologin "schärfte" mir schon immer ein, daß ich mich sofort melden sollte, wenn irgendwas "aus dem Ruder läuft".
Bei jedem Zyklus tat und tut sie das immer (wieder).

Ich bitte Dich:
Daß damit kein Schnupfen o.ä. gemeint ist, liegt ja wohl auf der Hand.
Sowas "bügelt man glatt" - individuell unterschiedlich, nach jeweiligen (lebenslänglichen) Erfahrungen, wie das am besten und erfolgreich geht.

Weißt Du, wodurch sich eine "Pipifax-Infektion" bis hin zu einer schweren Infektion entwickeln kann?
Wer weiß das schon?

Ich bin es gewohnt, in rein technischen/naturwissenschaftlichen Kategorien zu denken.
"Schwer" ist für mich nur eine Frage des Gewichtes in kg.
Mit einer "schweren" Infektion kann ich herzlich wenig anfangen.
Kann mir zwar vorstellen, daß es eine gravierende sein müßte, aber so genau weiß ich das gar nicht.
Anhaltspunkte dafür kann ich nur insoweit finden als sich bei mir irgendwas kraß entwickelt.

"Kann" impliziert für mich nur eine Möglichkeit, die als solche nicht zwangsläufig eintreten muß.

Was meinst Du also, was mir meine Onkologin besser gesagt haben sollte?

Ich denke, daß sie eine relativ genaue Vorstellung davon hat, welche "Pappenheimer" sie jeweils behandelt:
Mein Internist hatte recht damit, daß ich mich bei ihr mit meiner Lymphom-Behandlung "in den besten Händen" befinde.
Zwar könnte ich das ohne weiteres auch noch genauer begründen, aber wem sollte das etwas nützen können?

Welche "Vertrauens-Basis" Patienten zu ihren Ärzten haben, kann individuell nur recht unterschiedlich sein.
Stimmt sie, ist es gut.
Anderenfalls wechselt man am besten die Ärzte.
Denn ich bin überzeugt davon, daß genau diese (passende) Vertrauens-Basis auch eine Rolle spielt, daß Behandlungen erfolgreich sein können.
Wie so viele andere "unmeßbare" Faktoren ebenfalls.

Egal:
Am kommenden Montag beginnt bei mir der letzte Zyklus der 2. Therapie.
Am Dienstag dann der "leichtere Teil" davon:
Nur noch (weitere) Bendamustin-Zufuhr.
Geht ratz-fatz mit voll aufgedrehter Zufuhr.

Unklar ist (mir) nur noch ob dann bereits am Mittwoch eine Nachuntersuchung bzgl. Erfolg der Therapie stattfindet.

Das steht zwar so (konzipiert) in meinem Begleit-Heft der Therapie drin.
Doch der Hintergrund dabei ist etwas anders:
1) Meine Onkologin hat am Beginn des 6. Zyklus Urlaub.
Und sie war sich auch unschlüssig darin ob sie nicht (lieber) die Ergebnisse erst Anfang Juni (wenn sie wieder da ist) sichten und bewerten sollte,

2) Ich werde die Nachuntersuchung kurz nach Beginn des 6. Zyklus ablehnen.
Denn "gezählt" wird immer nur am Schluß.
Völlig egal ob es sich um ein Schafkopf- oder ein Skat-Spiel oder eine Krebstherapie handelt:
Das Endergebnis "zählt".

Und das kann nur nach dem Ablauf des 6. Zyklus vorliegen.
Folglich bei mir nur nach Anfang Juni.
Wobei es bei Lymphomen ohnehin keine großartige Rolle spielt ob man die nun einen Monat früher oder später bzgl. ihrer evtl. negativen Entwicklung betrachtet.
Denn so schnell stirbt man an einem Lymphom ganz gewiß nicht.

Anderenfalls wäre ich nämlich schon längst "abgekratzt" und unter "der Grasnarbe liegend".

Tatsache scheint mir zu sein, daß man ein temporär eskalierendes Lymphom immer wieder plattmachen kann.
Zwei Mal erlebte ich das bereits.
Und ich reiße mich nicht gerade darum, das auch noch zum dritten Mal erleben zu müssen.

Andererseits denke ich, daß man das schon auch mehrmals "durchstehen" kann.
Zumal der Fortschritt bzgl. Kampfmitteln gegen Lymphome enorm ist.

Liebe Grüße
lotol
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Nach ca. 3 Jahren war aber ein Rezidiv feststellbar. Was zur nächsten Therapie führte.

2. Therapie (2019/2020): 6 Zyklen Obinutuzumab + Bendamustin => wieder komplette Remission.

Geändert von lotol (03.05.2020 um 02:28 Uhr)
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