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  #1  
Alt 19.06.2006, 11:31
einfreund einfreund ist offline
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Standard Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

hallo zusammen

bei meiner freundin wurde vor einem halben jahr DCIS diagnostiziert, dann hatte sie 4 operationen (sie ist 36J) es wurde immer ein bischen mehr aus der brust geschnitten und immer wieder was gefunden, und immer war es näher als 1 cm am schnittrand, dann wurde beschlossen bei einer fünften operation die brust zu entfernen und gleichzeitig wieder aufzubauen, dazu wurde der latissimo muskel aus dem rücken verwendet, der brustaufbau ist jetzt so c.a. 1 monat her, sie ist seit 2 wochen zu hause und klagt natürlich noch über schmerzen beim liegen und bewegen was aber hoffentlich bald besser wird. das ergebnis kann sich echt sehen lassen, in einem bh sieht mann überhaupt keinen unterschied zu vorher, ich finde die po ist echt gut gelungen

wenn es nicht so tragisch wäre, würde ich jetzt sagen soweit sogut, aber jetzt sagte ihr der arzt das das sie noch weiter hin medikamente nehmen soll

vorher war niemals davon die rede, jetzt nach der brust entfernung heisst es, das sie noch für 2 jahr (aussage des behandelnden artzes) oder 5 jahre (aussage des hausarztes) die medikamente Tamoxifen und Enantone-gyn nehmen soll

leider verträgt meine freundin noch nichmal die pille, da bekommt sie schon alle möglichen nebenwirkungen die auf dem beipackzettel stehen, sie hat sie jahrelang genommen, als sie sie abgesetzt hat, hat sie festgestellt das die pille (auch mehrere verschiedene hersteller) bei ihr zu sexueller unlust, migräne, übergewicht, depressionen und etlichen anderen nebenwirkungen die ich jetzt im moment nicht mehr weiß geführt hat. seit dem sie die pille abgesetzt hat geht es ihr wieder richtig gut, sie hat lust auf sex und spaß daran (war vorher angeblich "pulvertrocken" und hatte keinerlei sexuelle empfindungen) als letztes benutzte sie den Nuvaring, darüber kann ich aus erster hand berichten, sie hatte echt kein sexuelles empfinden, migräne und andere nebenwirkungen, auch beim sex wurde sie nicht feucht

so, jetzt zu ihrem problem und ihren ängsten:
bisher hatte ihr ja niemand gesagt (bzw. aufgeklärt) das sie nach der op noch weitere medikamente nehmen soll (was ich eine frechheit finde) nun hat sie angst das alle symptome der pille oder die auf dem beipackzettel von dem Tamoxifen wiederkommen, und das sie vielleicht ja danach, nach den 2-5 jahren wieder und weiterhin irgendwelche medikamente nahmen muss oder soll

so wie ich es verstanden habe, ist das tamoxifen dafür die hormonproduktion oder besser die östrogenproduktion abzuschalten oder zu reduzieren, weil aber dadurch die gefahr besteht an gebärmutterkrebs zu erkranken, ist das zweite medikament (Enantone-Gyn) verschrieben wurden, welches anscheinend im gehirn irgendetwas bewirkt das der gebärmutterkrebs gefahr gegensteuert und die seidenflüssigkeits produktion stoppt

durch die medikamente wird sie künstlich in die wechseljahre versetzt, sie hat nun angst wieder die ganzen nebenwirkungen wie migräne übergewicht sexuelle unlust, pulvertrocken zu sein, und depressionen zu bekommen

sie fragte den hausarzt ob sie das den unbedingt alles nehmen muss, dieser sagte daraufhin nur etwas genervt, wenn sie gesund werden wollen nehmen sie die medikamente.... fangen sie am besten gleich heute damit an

sie hat sie noch nicht genommen, da sie in 2 wochen auf eine 3 wöchige kur fährt und sich dabei nicht auch noch mit den ganzen nebenwirkungen der medikamente rumschlagen will.

bringen die medikamente IN IHREM FALL wirklich was??? die brust ist doch schon entfernt worden, keine bestrahlung und keine chemo, sie fragt sich nun ob es angesichts der ganzen nebenwirkungen sinnvoll ist die medikamente zu nehmen, sie weiß ja nicht wirklich wofür sie das alles nehem soll, und wie es danach weiter geht, kinder kriegen ist während der medikamentennahme ja auch nicht möglich, die frage ist was kann passieren wenn sie die medikamente nicht nimmt, bzw. wie gut sind die medikamente was für eine heilungschance haben diese in prozent, nicht das sie das alles umsonst nimmt, weil es gern mal prophylaktisch verschrieben wird. und der nutzen im gegensatz zu den nebenwirkungen vielleicht ja nicht wirklich im verhältnis steht.... ?? (ich weiß das der nutzen, grundsätlich überleben sein kann - aber nicht umsonst gibt es fernehsendungen und bücher mit dem thema - "das geschäft mit der angst"..... wenn der arzt es sagt, dann wird es schon richtig sein und stimmen.....)

wer hat mit den medikamenten oder dem thema allgemein erfahrungen und kann sie mal ein bischen aufklären oder einen erfahrungsbericht hier schreiben

diesen text habe ich mit ihrem einverständnis geschrieben, und heute abend werden wir gemeinsam hier online gehen, dann kann sie auch gerne auf fragen antworten, oder falls ich was vergessen habe, kann sie es noch dazuschreiben

über eine/mehrere anworten würden wir uns wirklich freuen

gruß an alle
carsten
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  #2  
Alt 19.06.2006, 11:54
monika becker monika becker ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Carsten,

erst mal finde ich es ganz toll, dass du dich so um deine Freundin kümmerst. Und zu deiner Frage muss ich dir sagen, dass deine Freundin auf alle Fälle die Medikamente nehmen sollte. Ich selbst habe 2 Jahre lang Zoladex gespritzt bekommen und zusätzlich noch Tamoxifen nehmen müssen. Die aufgeführten Nebenwirkungen müssen doch gar nicht eintreten. Ich hatte nur Hitzewallungen und damit kann man leben. Am besten erst gar nicht den Beipackzettel lesen. Und für den Fall, dass noch "irgend etwas" in ihrem Körper herumschwirrt, ist es wirklich das kleinere Übel. Ich wünsche dir und deiner Freundin alles Gute.

Liebe Grüße

Monika
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  #3  
Alt 19.06.2006, 15:01
Benutzerbild von Doro2005
Doro2005 Doro2005 ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo einfreund,

schau mal in dem Tread nach: "Hormontherapie" dort stehen alle "Pro´s" und "Contra´s" sehr ausführlich beschrieben drin. Die Nebenwirkungen können, aber müssen keineswegs sein. Falls diese wirklich massiv auftreten, kann man immer noch auf ein anderes Präparat wechseln.

Aromatasehemmer wird nach mehrjähriger Standardtherapie verabreicht / Wegen der guten Ergebnisse wurde Studie vorzeitig entblindet
HAMBURG (awa). Immer mehr Studien belegen den Nutzen von Aromatasehemmern in der neoadjuvanten und adjuvanten Hormonbehandlung bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Mamma-Ca. So wurde bei Patientinnen, die postoperativ zunächst eine fünfjährige Standardtherapie mit Tamoxifen und danach Letrozol oder Placebo erhalten hatten, die Rezidivrate mit dem Aromatasehemmer signifikant verringert.
Eine adjuvante Therapie mit Tamoxifen über fünf Jahre nach der Brustkrebsoperation schütze vor Rezidiven und verlängere das Überleben der Patientinnen, eine längere Behandlung mit dieser Substanz bringe aber mehr Schaden als Nutzen. Darauf wies Professor Craig Henderson aus San Francisco beim europäischen Brustkrebskongreß in Hamburg hin.
Die anschließende Behandlung mit dem nichtsteroidalen Aromatasehemmer Letrozol (Femara®) kann offenbar bei vielen Frauen verhindern, daß sie doch noch ein Rezidiv nach fünf Jahren Behandlung mit Tamoxifen bekommen. Das hat eine doppelblinde und placebokontrollierte Studie ergeben (wir berichteten).
Insgesamt 5187 Patientinnen, die postoperativ zunächst Tamoxifen eingenommen hatten und zum Beginn der Studie rezidivfrei waren, erhielten entweder täglich 2,5 mg Letrozol oder Placebo.
Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 2,4 Jahren verlängerte Letrozol im Vergleich zu Placebo die krankheitsfreie Überlebensrate um sechs Prozent. In der Letrozol-Gruppe hatten 93 Prozent und in der Placebo-Gruppe 87 Prozent der Frauen nach insgesamt vier Jahren Behandlung (erst Tamoxifen, dann Letrozol) keine Zweit- oder kontralaterale Tumoren, lokoregionäre Rezidive oder Fernmetastasen. Die Gesamtüberlebensrate in der Beobachtungszeit erhöhte sich mit Letrozol um 24 Prozent. Mit Verum starben 31 und mit Placebo 42 Frauen. Allerdings sei der Unterschied statistisch nicht signifikant, obwohl die geringere Rezidivrate ein besseres Gesamtüberleben vermuten lasse, so Craig.
Insgesamt 4,5 Prozent der Frauen im Letrozol-Arm und 3,6 Prozent im Placebo-Arm brachen die Behandlung wegen unerwünschter Wirkungen ab. Unter Letrozol waren Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, unter Placebo vaginale Blutungen signifikant häufiger. Mit Letrozol gab es einen Trend zu mehr Osteoporose-Diagnosen und zu mehr Frakturen.
Craig wies auf einer Veranstaltung von ******** darauf hin, daß niemand ein so eindeutiges Ergebnis zugunsten von Letrozol erwartet hatte. Die Studie wurde vorzeitig entblindet und den Frauen aus dem Placebo-Arm Letrozol angeboten. Ursprünglich sollte die Therapie mit Letrozol fünf Jahre dauern. Craig informiert jetzt seine Patientinnen über die neuen Daten und bietet vor allem Frauen mit hohen Rezidivrisiko nach Therapie mit Tamoxifen Letrozol an.

Liebe Grüße

doro2005
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  #4  
Alt 19.06.2006, 17:02
sonntagskind sonntagskind ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Carsten,

auch ich finde es toll, dass Du Dich aktiv kümmerst.

Der Beitrag von doro2005 geht ein kleines Bisschen an Eurer Situation vorbei, da Deine Freundin gar keinen Aromatasehemmer bekommt. Die sind normalerweise nur bei Frauen sinnvoll, die die Wechseljahre schon hinter sich haben.

Genau die Kombination aus Anti-Östrogen (Tamoxifen) und GnrH Analogon (allerdings Zoladex statt Enantone) werde ich demnächst wohl auch bekommen, da mein Tumor sehr viele Rezeptoren für Östrogen hat. Das ist Voraussetzung, dass diese Therapie anschlägt.
Ob der Tumor Deiner Freundin solche Rezeptoren hat, wisst Ihr ja sicher aus den Berichten der Ärzte bzw. Pathologen.
  • Wenn sie die Hormonrezeptoren hat, dann würde ich in jedem Fall diese Anti-Hormon-Therapie machen (und wegen der Nebenwirkungen erst mal abwarten, was wirklich kommt), da sie genauso effektiv sein kann wie eine Chemo oder sogar noch besser (kommt auf die Spezifika des Tumors an).
  • Wenn sie die Hormonrezeptoren nicht hat, tretet den Ärzten kräftig in den Arsch, was der Quatsch dann soll.

Fragt die Ärzte doch mal direkt, warum sie die Anti-Hormon-Therapie (AHT) erst jetzt vorschlagen. Sie müssten spätestens nach der ersten OP (oder schon vorher, wenn mit einer Stanze eine Biopsie entnommen wurde) die Rezeptoren gekannt haben. Aber vielleicht wollten sie damit den OP Marathon erst abwarten? Naja, aber sagen hätten sie's ja schon können.

Viele Grüße

Renate
(weiss noch nicht, ob ich es schaffe, heute abend hier vorbeizugucken, muss packen, da ich morgen für die OP in die Klinik muss)
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  #5  
Alt 19.06.2006, 18:21
Bluesilk Bluesilk ist offline
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Registriert seit: 19.06.2006
Beiträge: 3
Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo...

hier ist Bluesilk...seit 1 Stunde Mitglied und schon mitten drin- in der Thematik, die mich auch berührt:

1) Wieviele Hormone müssen sein?...

2) Ist alles, was die Ärzte lautsagen/ oder durch die Blume meinen RICHTIG?

3) Wissen wir Betroffenen -einfach so- schon alles? oder müssten WIR nicht
umfassend aufgeklärt werden???

--- ... --- ...---- ... --- FRAGEN, die wir nur mit viel/ aufwendiger Eigeninitiative beantwortet bekommen....... ICH empfehle die Suche nach einer örtlichen Selbsthilfegruppe...da gibt es viel Verständnis + viele Erfahrungen + viele Infos zu behandelnden Ärzten/ Kliniken der Region...
+++ nur nette Menschen die mit!!! Krebs leben...

--- ... --- ... --- ... ----

Den Artikel von Renate kann ich nur aus meiner Erfahrung als Brustkrebs-Patientin (1.OP 9.4.2006/ 3.+letzte OP 22.5.2006 ..) unterstützen:
wenn die Krebsart "hormonsensitiv" ist, helfen die o.g. Medikamente, dass möglichst keine neuen Metastasen/ Tumorzrellen in der anderen Brust entstehen könnten.

Ich nehme Tamoxifen20 jetzt 6 Wochen, bin 53 Jahre alt und hatte noch keine Wechseljahrserscheinungen... bekomme jetzt von dem Medikament süße, kleine, innere Warm-Duschen...echt erträglich...etwa so, als wenn ich am ganzen Körper "rot werde". dann halte ich die Luft an, denke: ich werde zum Glück nicht rot!!! und dann geht die Welle wieder...

Ich bekam dazu auch eine 3monats-Spritze Zoladex (die keine war, sondern ein Depot unter der Haut!(hatte mir auch niemand vorher erklärt=> gab einen RIESEN Blauenfleck, weil falsch "gesetzt" nicht "gespritzt" werden muss...
kann daran aber keine Nebenwirkungen festmachen..oder essind die Kleinen Warmen Wellen aus der Kombination??? aber echt NUR die einzigen Nebenwirkungen...bis jetzt, in meiner kurzen frischen Behandlungszeit!!!

Das meine Scheide trockener geworden ist...habe ich nicht festgestellt...

Deressionen hatte ich zwischen 30 und 40 Jahre...aber keine NEUEN jetzt...

Seht es doch etwas Positiv: Die 2. Brust soll nicht befallen werden..WENN der
Tumor HORMONsensitiv ist/war...sonst sind die Hormone überflüssig und es müsste eine CHEMO gemacht werden...

Wichtig ist es, so einen verständnisvollen/ einfühlsamen PARTNER in dieser Zeit zu haben... und eine offene, alle Fragen zulassende Partnersschaft zu leben...

Nun ...ists genug an Tipps...
Liebe Grüße Euch BEIDEN...


Blue
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  #6  
Alt 19.06.2006, 18:42
einfreund einfreund ist offline
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Beiträge: 2
Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

hallo

ich bin richtig überwältigt von den vielen und schnellen antworten, fahre jetzt zu meiner freundin und nehme das notebook mit, dann werde ich ihr das hier alles mal zeigen.

noch eine frage, am mittwoch hat sie einen neuen termin bei ihrem behandelndem arzt. könnt ihr mir, bzw. ihr oder uns sagen was sie da am besten alles fragen soll ?? mir geht grade durch den kopf warum Enantone-Gyn und nicht Zoladex was ich eben gelesen habe, was ist da der unterschied ??

renate, ich wünsche dir alles gute für deine op morgen, und hoffe dich bald hier wieder zu sehen (zu lesen), es ist schön und auch irgendwie beruhigend hier auf viele antworten und nette hilfsbeiete leute zu treffen

danke
bis später
gruß carsten
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  #7  
Alt 19.06.2006, 21:02
Ute06 Ute06 ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Carsten,
ich hatte auch DCIS in einer Brust, sie ist amputiert worden. Meine Hormonrezeptoren waren auch positiv.
Doch ich nehme keine Medikamente. Mein Arzt sagte auf meine Frage, das ist bei einem entfernten DCIS völliger Quatsch, da ja bei dieser Krebsvorstufe garkeine Metastasen entstehen können. Vorrausgestzt es war wirklich nicht invasiv.
Man wird dadurch übrigens künstlich in die Wechseljahre geschickt. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann kann man dann auch gar keine Kinder kriegen.
Alles Gute
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  #8  
Alt 19.06.2006, 21:33
Goldmaus Goldmaus ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Carsten,
ihr solltet beim Arzt unbedingt fragen, wie die Tumorklassifikation von dem DCIS hieß, und ob Hormonrezeptoren dabei sind. Das Gewebe ist ja nach den Operationen sicher im Labor pathologisch untersucht worden. Ohne Hormonrezeptoren macht die Anti-Hornmontherapie keinen Sinn, und ob sie bei einem DCIS wirklich notwendig ist, da hab ich auch so meine Zweifel, wie Ute06 schon schrieb.

Wegen den Vor- und Nachteilen der Antihormontherapie mit Tamoxifen und Zoladex oder Enantone könnt Ihr auch hier viel nachlesen:
http://www.krebs-kompass.org/Forum/f...splay.php?f=36

Es ist eine schwierige Entscheidung pro und contra, auf jeden Fall. Viele Studien sprechen für ein gutes Wirken von Tamoxifen usw., manche Frauen haben wenige bzw. erträgliche Nebenwirkungen, andere, so wie ich auch, kommen damit gar nicht klar. Ich konnte mit den Nebenwirkungen nicht leben und hab alles wieder abgesetzt, unter dem o.g. Link findet ihr auch einige Beiträge, wo ich meine Situation erzähle.

Ich möchte Euch nur empfehlen, erkundigt Euch gut, fragt den Ärzten Löcher in den Bauch, schreibt Euch die Fragen vorher auf, vielleicht begleitest Du Deine Freundin auch zum Arzt, denn 4 Ohren hören mehr wie 2, und man kann auch zu zweit oft mehr und bessere Fragen stellen.
Und lest viel im Internet nach, es gibt sher viele Infos dazu.

Den richtigen Therapieweg muß jede für sich selbst dann finden, oft mit Versuch und Irrtum, aber es gibt ihn für jede, und er ist für jede Frau unterschiedlich.

@ bluesilk:
ich mußte echt grinsen, wie du so nett die "süßen, kleinen, inneren Warm-Duschen" unter Tamoxifen beschreibst. So fing es bei mir auch an, und ich hoffe und wünsche Dir von Herzen, dass es so nett bleibt bei dir!

Liebe Grüße
von der Goldmaus
__________________

Man kann sich den ganzen Tag ärgern - aber man ist nicht verpflichtet dazu
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  #9  
Alt 19.06.2006, 21:49
Benutzerbild von tinemarinella
tinemarinella tinemarinella ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Lieber Carsten!

Ich finde es toll, daß Du Dich so für Deine Freundin einsetzt. Halte zu ihr und besprecht wirklich alles offen und ehrlich - vieles wird einfacher wenn man offen drüber spricht. Aber es müssen auch beide "aushalten" können - manchmal ist man sich selbst im Weg.

Ich bekomme seit Mai 05 Zoladex und seit Oktober 05 Tamoxifen. Die Nebenwirkungen sind natürlich vorhanden, aber es geht doch um mehr als das - es geht ums überleben und wer nimmt da nicht gerne den Kampf auf.

Ich wünsche Dir und Deiner Freundin alles Liebe und gaaanz viel Kraft für die kommende Zeit - Ihr schafft das, jeder hat sein eigenes Rezept dafür.

@bluesilk Ich mußte schmunzeln. Soooo gut beschrieben (das mit den Wallungen) hats noch niemand, aber es triffts auf den Punkt.

Liebe Grüße
Christine
__________________
Da wo ich bin ist oben!
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  #10  
Alt 19.06.2006, 22:38
kaline5 kaline5 ist offline
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Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo ein Freund,
bei mir wurde auch DCIS entfernt, aber im Gesunden, bh.OP.(Bin 43)
Ich habe nächste Woche die Bestrahlungen hinter mir und hoffe, alle unsichtbaren Mietnomaden damit erwischt zu haben.
Bei mir wurde nicht automatisch eine Hormonrezeptorbestimmung vorgenommen, ich mußte mit Überweisung vom Gyn in die Pathologie des Brustzentrums!
Das habe ich aber auch erst gemacht, nachdem mich die Meinung verschiedener Ärtze ganz verunsichert hat.(Um ganz sicher zu gehen wurde mir eben doch von einer Seite die Behandlung mit Tam empfohlen, in Amerika seien Studien dazu positiv)
Was ich letztlich mit dem Wissen anfange, weiß ich noch nicht denn die Behandlung mit Tamoxifen ist bei DCIS ist nicht unbedingt vorgesehen.
Da ich aber auch "Herzpatientin" bin und dieses Medikament das Herz nicht gerade schont, werde ich genau abwägen.
Mit DCIS haben die Mediziner noch so ihre Probleme, bis vor ein paar Jahren war die Diagnostik noch gar nicht so weit den Kalk so früh zu entdecken-
es fehlen schlicht Erfahrungswerte.
Ich habe das Glück einen Partner zu haben der mir Kraft gibt und Entscheidungen mitträgt- so wie Ihr es macht.
Ich wünsche Euch Kraft für die für Euch richtige Entscheidung,
alles Gute!!
Christine
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  #11  
Alt 21.06.2006, 14:30
Daniela2801 Daniela2801 ist offline
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Beitrag AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Charsten,

ich nehme seit Anfang März '06 beide der von Dir genannten Medikamente, auch ich hatte Angst als ich die Nebenwirkungen gelesen habe, doch ich habe mich entschieden zu Leben und nehme sie deshalb.

Ich komme aus der Nähe von Lüneburg und hatte das Glück in Hamburg Klinik Eppendorf behandelt zu werden. Dort hat man mir so viel erklärt das ich schon ganz schwindelig wurde. So wie Du Deine Freundin untersützt, habe auch ich meinen Verlobten an meiner Seite, er sagt immer zu mir "Wir beide gegen den Rest der Welt" und so fühlt man sich auch ganz oft.

Bei mir wurde letztes Jahr im Juni BK festgestellt, dann ging alles ganz schnell bereits zwei Wochen später bekam ich die erste Chemo, hier habe ich mich für die harte Version entschieden alle zwei Wochen eine Chemotherapie und das neun mal. Anfang Dezember wurde ich operiert, meine Brust konnte zum Glück erhalten bleiben, natürlich ist sie nicht mehr schön und viel kleiner doch irgendwann bekomme ich eine Schönheits OP. Nach der OP bekam ich Anfang diesen Jahres eine sechs Wöchige Bestrahlung und nun wie beschrieben die Hormonbehandlung.

Sicher fragst Du Dich warum ich mein Krankheitsbild bzw. Verlauf aufschreibe, doch was ich damit sagen will: man hat doch nicht diesen ganzen Schei.... hinter sich gebracht, diese Schmerzen, dieser seelische Druck über so lange Zeit, daß man dann aufhört zu kämpfen.

Ich kann nur für meinen Teil sagen, das ich als Nebenwirkungen der Hormonbehandlung nur Schweißausbrüche, ab und an Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme habe. ( Wechseljahrbeschwerden).

Eins noch zum Schluß, das Du Deine Freundin so unterstützt finde ich ganz toll, ich hab auch ein solches Exemplar als Mann zu hause und darüber bin ich heil froh, denn ich wollt mehr als einmal aufgeben. Übrigens ich bin auch erst 37 Jahre alt.

Liebe Grüße
Daniela
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  #12  
Alt 21.06.2006, 15:09
sonnenstrahl sonnenstrahl ist offline
Gesperrt
 
Registriert seit: 21.02.2006
Beiträge: 1.611
Standard AW: Medikamente nach Brustaufbau (Tamoxifen u. Enantone-Gyn) muss das sein ?

Hallo Carsten,

du fragst nach dem Unterschied von Zoladex und Enantone. Ich habe Trenantone bekommen, denke mal, das ist das Gleiche. Die Wirkung beider Medikamente ist die Gleiche, Zoladex ist eine Spritze die monatlich verabreicht wird mit einer relativ dicken Kanüle wird das Medikament in den Bauch appliziert, was etwa die größe eines Reiskorns hat. Das ist nicht grad sehr angenehm, war meine Erfahrung, kommt auf denjenigen an, der die Spritze setzt. Habe dann von der Trenantone als 3- Monatsspritze gehört und gefragt ob ich die bekommen könnte. Vorteil: nur aller 3 Monate zum Spritzen und man merkt nur einen kleinen Pieks, da die Kanüle sehr dünn ist, das Medikament wird als Suspension verabreicht. Ich fands super, dass ich gewechselt habe.

Alles Gute für deine Freundin
LG Anett
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