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  #1  
Alt 30.01.2016, 17:02
allthesmiles allthesmiles ist offline
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Unglücklich Mein Papa wird bald sterben!!

Hallo Zusammen,

ich habe mich hier angemeldet um Leute zu finden, die eventuell ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Mein Vater hat Krebs und der Haupttumor ist unbekannt. Er hat so ziemlich überall mittlerweile Metastasen und die Ärzte haben die Chemotherapie komplett eingestellt.

Er selbst hat trotzdem noch Hoffnungen obwohl es ihm sehr schlecht geht. Er ist sehr schwach,kann nur noch wenige Schritte selbst laufen mit dem Rollator und auch nur in Begleitung von der Phsysiotherapie, er schläft fast den ganzen Tag und redet manchmal ganz klar mit uns und dann im nächsten Moment als wäre er betrunken. Er stöhnt viel und atmet sehr schwer.
Die Ärzte machen keine klaren Angaben. Sie sagen immer sie würden noch etwas probieren, wenn sich der Zustand etwas bessert aber in welche Richtung es geht,können sie nicht sagen.

Ich glaube eher,dass mein Vater bald sterben wird. Und der Gedanke daran bringt mich um.

Ich bin erst 25 Jahre alt und mein Vater wird mit großer Wahrscheinlichkeit meine eigene Hochzeit nicht mehr mitbekommen. Ich habe mich so darauf gefreut ihn später als Opa meiner Kinder zu haben und all das wird er nicht mehr miterleben.

Wir erfahren sehr viel Unterstützung in dieser schweren Zeit,was meinen Vater sehr hilft . Er ist sehr bekannt und hat sich mit allen gutgestellt. Das ganze gute karma,welches er angespart hat in all den Jahren,hat NICHTS geholfen.
Ich liebe meinen Vater und er ist erst 52 Jahre alt. WARUM IST DAS LEBEN SO UNGERECHT?!

Gibt es hier Leute,die ihren Vater beim sterben begleitet haben,in einer ähnlichen Situation waren und vielleicht in meinem Alter waren?

Man darf die Hoffnung nicht verlieren und muss stark bleiben aber es fällt so sehr schwer. Meine Freunde,mein Freund und meine Familie bewundern mich,dass ich meinen Humor nicht verliere und immer noch so positiv und Stark bin. Aber innerlich sieht es einfach alles schwarz und leer aus.


Geändert von allthesmiles (30.01.2016 um 17:04 Uhr)
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  #2  
Alt 30.01.2016, 19:37
fluturi fluturi ist offline
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Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Hallo,

ich kann dir nicht viel zur Sterbebegleitung sagen, aber ich teile deine Ängste, wenn ich auch noch etwas mehr Hoffnung für meinen Vater habe. Ich bin 28 und mein Vater hat Ende Dezember letzten Jahres die Diagnose fortgeschrittener Darmkrebs erhalten. Die Prognosen der Ärzte beliefen sich von 3 Monaten bis 1,5 Jahre. Das mag in deiner Situation derzeit nach "viel" Zeit klingen, aber uns hat es komplett umgehauen. Ich habe auch große Angst um meinen Vater. Wir zwei ähneln uns sehr und haben ein besonderes Verhältnis zueinander. Ich habe so Angst, dass er so viel nicht mehr miterlebt. ..wie ich mein Examen abschließe, Kinder bekomme und und und. Es ist eine schreckliche Angst und sie verdrängt bei mir oft alles an Normalität. Alles ist auf einmal so egal. Ich bin in der Familie auch immer die Starke. Wenn ich zweifle, habe ich das Gefühl, brechen alle anderen weg. Insofern versprühe ich natürlich Hoffnung und ich hoffe ja auch, aber trotzdem bleibt die Angst.
Seit wann hat dein Papa Krebs? Kannst du viel bei ihm sein?

Ich wünsche euch von Herzen ein kleines Wunder.
Alles Liebe.
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  #3  
Alt 30.01.2016, 20:09
Adlumia Adlumia ist offline
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Beiträge: 306
Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Hallo an euch,

ich kann mich zu euch gesellen, bin auch in eurem Alter und mein Vater hat auch Krebs.
Ja die Angst ist ständiger Begleiter und manchmal weiß ich nicht mehr, wie hoffen "funktioniert".
Wenn man einen Mensch so leiden sieht, sieht wie er abbaut, was ist dann Hoffnung? Ich weiß, dass er nicht mehr gesund wird, also hoffe ich nur, dass er nicht mehr lange so viel leiden muss und dass seine Restlebenszeit (wie lange sie auch ist) so angenehm wie irgend möglich ist.

Zum Thema Gerechtigkeit: Ich glaube, dass es sie einfach nicht gibt. Natürlich fragt man nach dem warum aber die Frage ist in dem Sinne zwecklos, weil es keine Antwort geben wird, die einen irgendwie befriedigt.


Euch auch alles Gute und viel Kraft in der schweren Zeit!
Ich wünsche euch auch Menschen an der Seite, die euch zuhören, einfach ein offenes Ohr haben.
Wir sind nicht allein! Vielleicht ist es ein Trost, wenn auch nur ein schwacher, für jeden persönlich,
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  #4  
Alt 31.01.2016, 09:57
allthesmiles allthesmiles ist offline
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Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Hallo ihr Lieben,

danke für eure Antworten. Es tut doch irgendwie gut zu hören,dass man nicht der einzige Mensch mit diesen Ängsten ist, wobei ich mir wünschen würde,dass niemand mehr diese Krankheit erleiden muss.

Es tut mir Leid zu hören,dass ihr ebenfalls in so einer schweren Zeit steckt.

Mein Vater ist im Mai 2015 zum arzt gegangen,da er sehr starke Rückenschmerzen hatte. Im September bekam er dann die Diagnose Metastasen wobei der Haupttumor unbekannt ist.

Anfangs wurde uns viel Hoffnung gemacht, da es nur 3 Metastasen waren und dann hat er durch die Chemotherapie immer weiter abgebaut. Musste sich ständig übergeben und hat starke Fieberschübe bekommen.

Anfang Januar haben sie die Chemotherapie eingestellt und er soll zu uns nach Hause kommen um palliativ betreut zu werden.

Es tut einfach nur schrecklich weh. Mein Vater und ich haben auch ein sehr besonderes Verhältnis zueinander und ich bin ein 'Papakind'.

Wir haben wirklich tolle Leute, die uns sehr sehr sehr helfen. Aber trotzdem kann diesen Schmerz glaube ich kaum jemand nachvollziehen.

Darf ich fragen wie bei euren Vätern weitergemacht werden soll?
Gibt es noch Hoffnung auf Heilung oder Stillstand der Krankheit?

Ich wünsche euch ebenfalls sehr viel Kraft für die kommende Zeit. Ihr dürft nur nicht aufgeben und müsst weiter Stark sein. Wir hoffen auch weiterhin auf ein Wunder!!!
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  #5  
Alt 31.01.2016, 10:02
allthesmiles allthesmiles ist offline
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Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

PS: ich habe die letzten 3 Wochen von morgens bis Abends im Krankenhaus verbracht.Jetzt muss ich wieder arbeiten aber bin am Wochenende immer in meiner Heimat und verbringe viel Zeit bei meinem Vater. Alles andere ist unwichtig zur Zeit.
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  #6  
Alt 31.01.2016, 10:25
SweetieST SweetieST ist offline
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Beiträge: 60
Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft
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  #7  
Alt 31.01.2016, 13:45
allthesmiles allthesmiles ist offline
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Beiträge: 12
Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

DANKE!! Ich habe gerade deine Geschichte gelesen und wünsche dir ebenfalls sehr viel Kraft und Hoffnung auf ein Wunder!
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  #8  
Alt 31.01.2016, 18:50
Reigenlilie Reigenlilie ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 136
Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Hallo!

Ich stecke in der gleichen Situation wie Du, nur dass es um meinen Mann geht.
Da sieht es zur Zeit genauso aus. Er kann sich kaum mehr fortwärts bewegen und auch nur in der Wohnung , ist sehr schwach und schläft die meiste Zeit.
Manchmal ist er ganz da und kann mir Daten nennen, die ich selbst vergessen habe. Und dann wieder bringt er nur wirres Zeug heraus. und manchmal verstehe ich ihn gar nicht. Da kommt nur Wortsalat.

Mit ihm zusammen muss ich immer stark sein, bin ich aber nicht.
Bewundert werde ich auch, wie ich das alles mache, aber da gibt es nichts zu bewundern.
Ja, das Leben ist ungerecht.

Mitfühlende Grüße

Reigenlilie
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  #9  
Alt 31.01.2016, 19:39
fluturi fluturi ist offline
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Ort: Hamburg
Beiträge: 321
Standard AW: Mein Papa wird bald sterben!!

Wir haben Papas Diagnose erst Ende Dezember erhalten. Da wurde er erstmals operiert, diese Woche zum zweiten Mal. Anschließend soll noch eine Chemo folgen, evtl sogar noch Bestrahlung. Letzteres halte ich derzeit nicht für ratsam. Gerade sind wir also alle noch in der Phase, wo ganz viel getan werden kann (gefühlt).

Er wurde Donnerstag sehr lang operiert. Gestern war er schon sehr gut drauf, heute dafür umso schlechter. Aber ich glaube, das ist normal. So eine große OP und das zum zweiten Mal innerhalb eines Monats. Ich habe versucht ihm Mut zu machen und hoffe, dass es morgen vielleicht besser ist.

Ich bin selbst oft auch total gereizt und von so vielem genervt. Kennt ihr das? Ich könnte manchmal wegen Kleinigkeiten in die Luft gehen so im Alltag. Wenn bei Edeka jemand fragt, ob er mal vorbei kann. Da muss ich mich so zusammenreißen.. Oder wenn andere "Probleme" haben, über die ich vor 2 Monaten auch noch nachgedacht hätte, heute ist das alles so sekundär und mir egal..
__________________
Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung. - Albert Camus
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Stichworte
angst, cup-syndrom, hilflosigkeit, tochter, vater stirbt


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