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  #1  
Alt 16.11.2004, 11:22
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Standard Wiederauftreten des Taubheitsgefühls- Arimidex?

Hallo,

bei meiner Mutter wurde im August 2003 die Erkrankung festgestellt
(T2, MO, NO, G3). Es folgte Entfernung von 21 Lymphknoten der Achsel und Entfernung des gesamten Brustdrüsengewebes. Nur den Hautlappen ließ man übrig, um mit lattisimus dorsi aufzubauen.Ein halbes Jahr später wurde dann noch ein kleines Implantat eingesetzt, da der latissimus - Aufbau nicht gut gelungen war.

Sie bekam chemo und anschließend für 6 Monate Aromasin, danach wurde sie auf Arimidex umgestellt, da die Ärztin Aromasin nicht weiter verordnen wollte. Erst hieß es, es sei noch gar nicht bei uns zugelassen, dann erklärte sie, dieses Medikament würde erst nach Autreten eines Rezidivs angewendet werden.
Unter Arimidex hat meine Mutter erhebliche Nebenwirkungen, Beinsteife, Schlafstörungen. Vor kurzem ist sie sogar die Treppe heruntergefallen, ob Arimidex die Ursache war, kann natürlich nicht gesagt werden.

Seit ca. 2 Wochen hat meine Mutter aber wieder dieses Taubheitsgefühl in der Achselnarbe, wie sie es von der Zeit kurz nach Ihrer ersten OP kennt.
Nun soll sie die OP- Seite massieren, bzw. zu den Lymphknoten streichen. Dies hat bislang noch nicht geholfen.Sie macht sich natürlich Sorgen- ich auch!

Weiß jemand von Euch Rat?
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  #2  
Alt 16.11.2004, 18:49
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Standard Wiederauftreten des Taubheitsgefühls- Arimidex?

hallo,

ich nehme seid einem halben Jahr auch Arimidix, und bin auch von den typischen Nebenwirkungen geplagt.
Meine Narbe ist auch immer wieder mal taub, dann wieder besser - ganz weg wars noch nie. Ich glaub aber nicht, daß das vom Arimidix kommt - ich schieb´s auf Wetterumschwung.
Große, große Erleichterung bringt mir einfühlsame Lymphdrainage - das ist eine supersanfte Massage des betroffenen Armes, Rückenhälfte und Brustvorderseite.
Man muß dazu keinen dicken Arm haben, auch wenn die Ärzte das oft sagen (" ja der Arm ist ja gar nicht dick - da kann ich ihnen das nicht verschreiben..")
Deine Mama sollte da nicht lockerlassen, es steht ihr als "lymphoperierte " in jedem Fall zu - allein schon, um einen Lympharm vorzubeugen - das weiß ich ganz sicher!!
Und wenn sie sich selbst massiert - bitte nur ganz sanft, sonst drückt man die Lymphgefässe und die sich neubildenden Nervenverknpfungen nur ab!
Mein Therapeut hat mir erklärt, daß auch leichter Lymphstau in der operierten Brust schon Taubheitsgefühle machen kann...
Die Docs haben oft einfach keine Ahnung, wie man unter dieser Medikation auch leiden kann, man muß es ihnen glaub ich immer wieder sagen.
Ich merke auch, das v.a. morgens mir oft meine Beine überhaupt nicht gehorchen - ganz abgesehen davon, daß ich tierisch steif bin und alles sauweh tut. Überlege mir derzeit, ob ich nicht einfach das Risiko auf mich nehme, und die Tbl. absetze. Habe keine Lust meine Knochen schon mit 33J. zu ruinieren, wo doch angeblich nur 20% überhaupt von den Tbl. profitieren - mal sehen.
Wünsche euch beiden viel Erfolg, und übrigens kleiner Tipp:
lass "LY 3" aufs Rezept schreiben, und 6 x 1 Std, nicht 6x 0,5!
Das kann man dann aufteilen auf 12 Sitzungen, und dann wirds billiger, denn jedes Rezept kostet ja wieder 10 € + 10% Anteil beim Krankengymnasten

Liebe Grüße , Babsi
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  #3  
Alt 16.11.2004, 19:43
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Standard Wiederauftreten des Taubheitsgefühls- Arimidex?

Hallo Siggi, hallo Babsi,

ich gehöre auch zu den sogenannten "Steif-Tierchen" (aber ohne Knopf im Ohr und deshalb nicht ganz so wertvoll, wie die echten!)aufgrund von Tamoxifen, Aromasin und zu guter letzt noch Arimidex. Meine Op
war im Febr.03 mit anschließend 4xChemo und 35 Bestrahlungen. Bin 59 Jahre und habe heuer im Mai die Antihormon-Behandlung mit
o.g. Präparaten abgebrochen und nehme seither nur noch Soja-Tabletten (gegen die Hitzewallungen) und Vitamintabletten mit Omega-3-Fettsäuren (für die Knochen), aber die Knochen-und Gelenkbeschwerden sind seither leider nicht viel besser geworden.
Wichtig ist aber viel Bewegung an frischer Luft und Gymnastik, sowie Schwimmen, dann sind die Schmerzen erträglicher!
Die AHT abzubrechen ist natürlich eine Gewissens-Entscheidung und ich weiß nicht, ob ich diese Entscheidung im Alter von 33 Jahren getroffen hätte, da hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut. Man kann da keine Richtlinien aufstellen, aber ich hoffe für Dich, liebe Babsi, daß Du für Dich die richtige Entscheidung findest und vor allem gut, bzw. besser damit leben kannst.
Die Schwierigkeiten mit dem Lymph-Abfluß hatte ich anfangs auch (17 entfernte Lymphknoten; keiner befallen!), aber ich habe nach anfänglichen Lymphdrainagen selbst diese Übungen an mir vollzogen und wie schon gesagt, hilft auch da Schwimmen und Gymnastik. Mein Arm ist nicht mehr dicker und die Taubheitsgefühle verschwinden mit der Zeit auch, allerdings dauert das seine Zeit (kann durchaus 1 Jahr und länger sein!).
Wichtig ist, daß man keine schweren Taschen oder Einkaufskörbe mit diesem Arm trägt, habe ich auch nicht glauben wollen und umgehend die Quittung bekommen, indem ich
sofort gemerkt habe, daß sich wieder was staut unter dem Arm. Man will's halt immer nicht wahrhaben (auch mit 59 nicht), daß man einige Sachen nicht mehr "mit links macht"!

Wünsche Euch, daß Ihr die eichtigen Entscheidungen und die richtigen Therapie-Maßnahmen für Euch findet, auf daß Ihr nicht länger in die Kategorie "Steif-Tierchen" eingereiht werdet.

Liebe Grüße und alles Gute wünscht Euch

Leni
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  #4  
Alt 17.11.2004, 12:04
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Standard Wiederauftreten des Taubheitsgefühls- Arimidex?

Liebe Babsi, liebe Leni,

danke für Eure Antworten, ich habe mich sehr gefreut, dass Ihr reagiert habt.
Die Ratschläge habe ich an meine Mutter schon weitergegeben, sie hat am kommenden Montag einen Arzttermin, dann soll sie sich Lymphdrainagen mit Deinen Hinweisen, liebe Babsi, verschreiben lassen.
Was bedeutet eigentlich "LY3" ?

Sehr interessant fanden wir, dass ein Lymphstau nicht unbedingt einen dicken Arm voraussetzt und der betroffene Arm auch geschont werden sollte. Dies hat man meiner Mutter leider nicht erklärt.
- Ohnehin war die Aufklärung von Seiten der Ärzte nicht so gut. Viele Infos habe ich aus diesem Forum von Euch erhalten.
Meine Mutter ist übrigens 57 Jahre alt, ich bin 37.

Ganz herzliche Grüße an Euch,

Siggi
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  #5  
Alt 17.11.2004, 12:29
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Standard Frage an Babsi

Hallo Babsi!
Du schreibst:
Man muß dazu keinen dicken Arm haben, auch wenn die Ärzte das oft sagen (" ja der Arm ist ja gar nicht dick - da kann ich ihnen das nicht verschreiben..")
Deine Mama sollte da nicht lockerlassen, es steht ihr als "lymphoperierte " in jedem Fall zu - allein schon, um einen Lympharm vorzubeugen - das weiß ich ganz sicher!!


Wer verschreibt diese Lymphdrainagen? Ich bin auch eine Lymphoperierte und habe keine dicken Arm, aber öfter Schmerzen in dem Bereich.

Mit wem muß ich mich da auseinandersetzen? Hausarzt?

Danke und liebe Grüße von Elke
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  #6  
Alt 17.11.2004, 17:02
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Standard Wiederauftreten des Taubheitsgefühls- Arimidex?

Hallo ihr alle!

Also erst mal: LY 3 bedeutet frei übersetzt: starke Indikation gegeben, zumindest hat mir das mein Hausarzt so erklärt.
Man muß jetzt auf diesen Physiotherapie-Rezepten so Codes draufschreiben, ist ziemlich neu seid 01.06. glaub ich. Und es muß eben auch die Dauer drauf stehen (6x1 Std.) zu empfehlen, und wie oft pro Woche man hin soll (bei mir 3 x Woche).

Ich hab also diese Rezepte von meinem Hausarzt bekommen, mit dem ich mich sehr gut verstehe, und kann eben nur sagen, was er mir erklärt hat. Er sagt, diese Erkrankung fällt sowieso aus dem normalen Buget heraus, und schon deswegen kann er großzügiger verschreiben. Und ein operativer Eingriff am Lymphsystem ist eben auf alle Fälle eine Indikation für Lymphdrainage.
Unser ganzes Lymphsystem ist ja EIN System, und wenn an einer Stelle eingegriffen wird, dann ist der ganze Rest auch beeinträchtigt - zumindest in den Fließeigenschaften der Lymphe. Ich merk das immer daran, daß meine Beine und Füße nach der Lymphdrainage deutlich schlanker sind, obwohl er nur Arm und Brust behandelt hat. (Hab seid TAxotere ständig dicke Beine)
Ich weiß auch nicht, warum die Ärzte immer so auf geschwollenen Arme fixiert sind, und bei geschwollener Brust gar nicht reagieren, fragt mal einen Lymphdrainagetherapeuten, die wissen das am besten, wie sehr sich so ein Eingriff auf den ganzen Körper auswirkt.

Was die Schonung betrifft: es ist einfach so, das bei uns jetzt statt einer 4-spurigen Autobahn nur noch eine kleine Landstrasse da ist, die durchaus funktioniert, aber eben Probleme (Stau) macht, wenn zuviel Autos (Lymphflüssigkeit) da ist. Lymphflüssigkeit fällt z.B. vermehrt an bei Entzündungen (deswegen Verletzungen oder Blutentnahmen etc. vermeiden)oder bei gesteigerter Durchblutung (Arm ewig runterhängen lassen, häufiges Abdrücken durch Blutdruckmessen...) Aber ich denke, das wisst ihr eh, und ich will ja nicht so "oberlehrerinnenmäßig" hier auftreten.
Hoffe euch hilft das weiter, und jetzt ab zum Hausarzt und Rezept holen! Ach ja, noch ein Argument für den Dottore falls er Zicken macht: Durch die LD wird die Fähigkeit der Lymphgefässe selbst zu pulsieren (das tun sie nämlich normalerweise so ca. 5 mal pro Minute) verbessert, was dann ja prophylaktisch gegen Stau ist, und die Fließeigenschaften werden positiv beeinflußt. Alles was schneller fließt und dünner ist, kann nicht "hängen" bleiben.

viel Erfolg - eure Babsi
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