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  #1  
Alt 25.08.2010, 22:15
RoterWildfang RoterWildfang ist offline
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Standard Wie hilft man?

Hallo,

sicher werde ich von Einigen hier gesteinigt, denn meine Situation ist ein wenig pikant.

Die Frau des Mannes, mit dem ich seit 3 Jahren ein Verhältnis habe, bekam vor gut 2 Monaten durch eine eher zufällige Routineuntersuchung in einer Kur eine Krebsdiagnose. Welche Art genau? Da steh ich an, dass hab ich bisher noch nicht aus all den Gesprächen erfahren. Doch das ist auch nicht wichtig in diesem Fall.

Tatsache ist, daß ich BEIDE kenne (Näheres tut hier wohl nichts zur Sache) und meine derzeitige Situation sich insoweit darstellt, daß ich für den Ehemann der Puffer bin, bei dem er alles abladen kann. (ohne irgendeine Verurteilung in Richtung der Frau oder ihn)

Was mir Sorgen macht, daß sich diese Situation zuhause zuspitzt ohne Ende. Seine Frau hat eine Art Heiler oder Guru (Wie man das auch immer nennen will) im Krankenhaus kennengelernt und der hat wohl genau an der richtigen Stelle angesetzt, um ihr Vertrauen zu gewinnen.

Die letzten beiden Wochen waren wie in einem schlechten Film. Mal war sie im Krankenhaus, dann ist sie heimlich abgehauen - dann wieder reingefahren - wieder abgehauen - dann haben ihre Kinder mit ihr geredet - wieder reingefahren, etc. Dieses Spielchen hat sich nun 2 Wochen wiederholt. Schlußendlich gibts jetzt eine ambulante Therapie, sofern sie mitmacht. Aber das steht dank diesem Heiler in den Sternen!

Doch sie glaubt nicht an die ärzte und bezeichnet sie alle als Scharlartane, etc. Die Ärzte sagen ihm natürlich (Dem Ehemann sprich meinem Verhältnis) dass sie nichts machen können, wenn sie sich sperrt. Sie glaubt nur diesen Heiler. Dieser Mensch nicht dumm, setzt natürlich bei dieser Frau extrem an den Schwachstellen an. 2000 Euro hat sie auch schon mal eben so bezahlt, denn solche Leute suchen sich ja keine armen Kranken aus!

Wo meine Sorge ist, daß mein Freund (also der Ehemann) dass nicht mehr lange durchsteht. Nächtelange Diskussionen, die zu nichts führen, Anschuldigungen er sei schuld an dieser Krankheit, etc. So gehen die Tage vorbei. Keine Nacht mehr als 2 oder 3 Stunden Schlaf.

Sie zermürbt ihn und er hat kaum noch Kraft (neben einer Firma, die er hat) dass auch noch zu bewältigen. Sie? Ahnt übrigens von der Verbindung zwischen mir und ihm absolut nichts. Klar, sie kann ein Gefühl haben, aber wissen? bis heute hat sie keine Ahnung!

Nun kommt das neueste Problem. Dieser Heiler hat ihr eingeredet, daß zu wenig Geschlechtsverkehr die Ursache für ihren bösen Krebs ist. Das wirft sie ihm natürlich vor und macht ihn nun schuldig für ihre Krankheit. Er steht an der Wand und weiss nicht mehr wie er reagieren soll.

Ja, man kann MICh nun hier gerne an die Wand nageln. Doch - ich kann dieses Verhältnis schlecht erklären. Es entstand durch Zufall (denn er war lange auch mein Chef - ja ja - ich weiss - klassische Sache) und aus Spiel wurde ernst.... Umstände sind vorhanden, die ein schnelles Beenden der Ehe nicht möglich gemacht haben. Pläne waren festgelegt (für uns) die hätten im Nächsten Jahr realisiert werden sollen - und seine Kinder? Wissen auch Bescheid. Dann kam die Diagnose Krebs bei seiner Frau!

Mir ist bewusst, daß ich hier sicher alle moralischen Vorsätze verletze, die so manche (oder die meisten Menschen) haben werden. Doch mir geht es hier nicht um Urteil, versteht ihr? Alles hat seinen Grund, warum Dinge im Leben geschehen... und nicht nur 2 Menschen die sich verliebt haben, und einer davon dummerweise verheiratet ist, tragen die ganze Verantwortung daran, sondern auch alle die im Umfeld mit uns leben und dazu beigetragen haben, dass sowas wie so eine Verbindung überhaupt macht.

Ich will ihm (und damit auch irgendwie ihr) helfen. Sie hat sehr gute Heilungschancen.... die bisher erbrachten Behandlungen haben auch ein Ergebnis erzielt. Nur noch eine Stelle ist derzeit betroffen. Doch das will sie nicht wahr haben und macht ihrem Umfeld (samt meiner Exkollegen die heute noch dort abeiten - ihren Kindern und schlußendlich ihrem Mann) das Leben zur Hölle. Sie will sich auch nicht mehr medizinisch behandeln lassen, sondern nur noch auf dieser Seelentherapiesch.... von diesem komischen Heilpraktiker!

Meine ehemaligen Kollegen wissen nichts von der Krebserkrankung, weil sie diese ja offiziell geheim hält. Sie sehen nur, wie unerträglich sie ist, und Kündigungen folgen ohne Ende.... mein Freund hat die Konsequenzen zu tragen, in dem er keine Mitarbeiter mehr hat.

Ich will Euch fragen, ob es Möglichkeiten gibt, ihm zu helfen, dass er nicht glaubt, er habe die alleinige oder überhaupte Schuld an dieser Krankheit. Habe ihm angeraten, sich bei der Krebshilfe zu melden. Diese Menschen haben geschultes Personal und Erfahrung. ob er es macht? ich weiss es nicht! Er ist ein sehr stolzer Mensch der meint, alles im Leben alleine schaffen zu müssen!

Eine Freundin von mir, die selber bereits 2 mal Krebs hatte und alles durchstand... hat mir gesagt, daß seine Frau sich verhält, als wenn sie eine "Pay back time" durchzieht. Vorwürfe, dass andere schuld seien, weil man sich selber nicht mit dem Thema auseinander setzen will. Und dem Menschen, den man als Schuldigen auserkort hat, alles vorwirft, daß er sich die Schuld auf die Schulern lädt.

Da ich ja diese Frau kenne und meine eigene Meinung über sie habe, befürchte ich, daß meine Freundin recht hat. Doch wie lange wird der Mann das überstehen?

Mir geht es übrigens nicht darum, dass sie schnell gesund wird, oder stirbt, oder er sie verlässt, ok?

Mir geht es darum, IHM zu helfen, durch diese Zeit zu kommen. Ich bin nicht Mutter Theresa, ich liebe diesen Mann wirklich! Umsonst hab ich all die Jahre nicht durchgestanden, wenn das nur ein Geplänkel wäre.

Und ich bin kein Mensch, der rosarot sieht, sondern eine Frau die im Leben steht und irgendwann in eine Situation geraten ist die sie früher selber verurteilt hat und plötzlich mittendrin stand. Darum urteile ich auch nicht mehr über Menschen, die andere Wege einschlagen, als die Norm es für richtig hält. Und ich erhoffe mir von Euch das Gleiche.

Ich will ihm einfach helfen. Ich sehe, daß er am Limit steht und eine Grenze erreicht... wenn er über diese hinaus kommt, kaum noch steuern kann, was passiert. Und das will ich vermeiden! Denn dann würde nichts gutes gestehen, mehr verletzt werden, als wirklich nötig - oder aber - er zugrunde daran gehen.

Mir ist bewusst, dass ER die Krankheit NICHT hat. Aber man muß auch sehen, daß diese Frau eine stabile Familie hat. Den finanziellen Background, dass kostspielige Behandlungen (Die Sinn ergeben) kein Thema sind, etc. Aber - sie kämpft nicht für sich, obwohl es so gute Heilungschancen gibt. Statt dessen macht sie allen um sich das Leben zur Hölle, in dem sie sich benimmt, wie ein trotziges Kind.

Ich könnte es nachvollziehen, wenn es keine Aussicht auf Besserung gäbe. Aber mit den derzeitigen Ergebnissen und Aussichten? Kann ich das nicht als in Ordnung empfinden.

Vielleicht hat jemand hier was ähnliches erlebt - in Bezug auf die Reaktion von ihr... und kann mir da seine Eindrücke widergeben.

Tja - und wenn ich hier gesteinigt werde? Dann hab ich zumindest versucht, mal ein paar konstruktive Meinungen darüber zu erhalten und mein Versuch ist gescheitert.

Liebe Grüsse in die Nacht hinein
Steffi

P.S. Noch etwas! Ich versuche jeden Tag Kraft und Ruhe zu bewahren und mir keine Tiefs zu erlauben, um ihm den Rückhalt zu geben, durch diese Zeit zu gehen. Tagebuch habe ich angefangen zu schreiben, damit mich diese Situation nicht völlig einnimmt, aber sie nimmt mich ein - unbewusst bestraft mich also seine Frau auch dafür, daß ich ihren Mann liebe! Und damit komme ich nicht zurecht. Bin ein Mensch, der helfen will - jedem der mir am Herzen liegt. Und ich sehe zur Zeit nur Leid, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit bis hin zur Sprachlosigkeit. Selber komme ich aus einer sogenannten "Krebsfamilie" und habe viele Todesfälle erlebt, die mehr als traurig waren. Aber diese Menschen? haben ihren Zustand gemeistert, sie haben sich an ihrem Leben festgehalten und die Zeiten, die sie hatten, genutzt um glücklich zu sein. Sie haben ihr Umfeld nicht terrorisiert und so extrem belastet wie diese Frau das tut. Es ist keine Entschuldigung, daß jemand ein Leben lang sich ja nie weiter entwickelt hat und niemals für sich selber Verantwortung übernommen hat. Es lieber immer anderen aufgebürdet! Jeder Mensch hat ein bewusstsein - eine Stärke und einen Verstand! Und den sollte man auch benutzen, vor allem in schwierigen Situationen. Sie hat mich zur Betroffenen gemacht, weil ich die ihn, den Ehemann, erlebe, als unglücklichen, traurigen und verzweifelten Menschen, der nicht mehr weiter weiss... und das? Macht mir unendlich zu schaffen!

Geändert von RoterWildfang (25.08.2010 um 22:21 Uhr)
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  #2  
Alt 26.08.2010, 09:32
chrisi0211 chrisi0211 ist offline
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Hallo Steffi,

Deine/Eure Beziehung ist mir völlig egal und es ist mir bewusst, dass eine andere Frau niemals in eine Ehe "eindringen" könnte, wenn die Ehe sozusagen völlig in Ordnung wäre, also ich bin da hingehend nicht voreingenommen und es passieren halt manchmal Dinge, die könnte man "schicksalshaft" nennen...

Du kannst eh nur das tun, was Du ohnehin schon machst - für ihn Dasein...

Seine Frau ist sehr krank, jeder Mensch reagiert auf so eine Diagnose völlig unterschiedlich, bis hin zu schweren Depressionen. Dann lernt sie einen Menschen kennen, der ihr das Gefühl gibt, dass er ihr helfen kann, dem sie vertraut (egal ob hier Sex im Spiel ist oder nicht, gegenüber der Ehe ist es genauso wie die Beziehung zwischen Dir und ihrem Mann). Ihr Mann kann sie nicht so sehr beeinflussen, wie dieser "Heiler". Vlt. weiß/spürt sie auch im Unterbewußtsein, dass ihre Ehe schon längst keine mehr ist, für sie sind das jetzige Verhalten "Fluchtversuche" - raus aus der Ehe, weg von der Krankheit...? Vlt. weiß sie aber auch, dass ihr Mann eine andere hat, Ihr nehmt an, dass es nicht so ist... eine Art "Rachefeldzug" (wäre natürlich trotzdem auch eine Möglichkeit).

Ev. sagt sie zb. auch nicht die "ganze Wahrheit" über ihren Gesundheitszustand? (machen viele, weil sie selber damit auch nicht klarkommen, verdrängen, die Familie/Kinder nicht belasten wollen usw., mit dem "Heiler" sie aber zb. über das alles redet, weil sie da keine innere Blockade hat?)
Vlt. sind ihre Heilungschancen gar nicht sooo rosig? Selbst wenn es oft anfangs so aussieht , wie man ja hier im KK leider oft lesen kann.

Steffi, was in dieser Frau im Moment vorgeht, kann niemand wissen, nachempfinden, weil einfach jeder anders reagiert, jeder andere Empfindungen hat... Unschön ist natürlich, dass sie ihren Mann vorwirft, dass er an ihrer Krankheit Schuld hat bzw. zuwenig Sex das ausgelöst hat (da trifft sie ihn halt, sonst hätte er das nicht mal erwähnt!, könnte aber auch "sorry" eine "Ausrede" Dir gegenüber sein, warum er mit ihr schläft...) - das hat er nicht, niemand ist für so eine Erkrankung schuld (so gesehen könnten dann gar keine Kleinkinder bereits mit Krebs befallen auf die Welt kommen ). Das einzige, was er sich vorwerfen kann, ist, dass er sie schon jahrelang belügt und betrügt (und das muss jeder für sich selber entscheiden, mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren - sollte widerum kein "Urteil" sein über die Beziehung zu Dir bzw. warum da nie "reiner Tisch" gemacht wurde).

Die Situation für Dich ist natürlich sehr belastend, weil auch Eure Zukunftspläne "auf dem Spiel stehen" . So eine Krankheit verändert eben das Leben aller Beteiligten, nicht nur das des Betroffenen.
Ich würde Dir einfach raten, sei für ihn da, hänge Dich aber da nicht zu weit hinein emotional - ich weiß, leichter gesagt, als getan... Aber nicht nur, dass der Mann bis dato seine Frau/Familie nicht verlassen hat, ich meine 3 Jahre ist ja eine lange Zeit (geht mich zwar nichts an und auch darüber will ich mir kein Urteil bilden bzw. kenne die Hintergründe ja auch nicht, aber für ihn könnte es halt so sein, was 3 Jahre schon funktionierte, kann doch auch länger so gehen..., er braucht so ja auf nichts zu verzichten, weder auf Familie, noch auf Dich... Was sagen seine Kinder, wie alt sind diese? zu Eurer Beziehung?), aber die Probleme seiner Familie/Frau sollten wirklich nicht Deine sein!!!!!!!! Nicht Du bist egoistisch (sonst hättest wohl kaum bereits so lange Zeit Deine große Liebe "geteilt", Dich mit seinen Problemen "belastet", bist trotzdem alleine und wartest darauf, dass er wiederkommt, hoffst, dass er sich eines Tages für Dich entscheidet), aber beim Mann sehe ich das, tut mir leid, etwas anders...
Mir ist bewußt, dass Dir der letzte Absatz wahrscheinlich nicht gefällt, leider kenne ich aus meinem Bekanntenumfeld auch so eine ähnliche Situation (nur ohne Krebserkrankung der Frau) und diese ging halt für die Geliebte nicht aus mit einem "Happy End", sie war jahrelang eh schon zermürbt aufgrund dieser eigentlich unerträglichen Situation (war Weihnachten usw. alleine, der Gedanke, dass er gerade im Bett liegt neben/mit der nichtsahnenden Ehefrau,
ausgeschlossen aus seinem gesamten Leben bis auf die Treffen halt - und wie sehr sie darunter gelitten hat!) er versprach immer wieder, sie schmiedeten Pläne usw., doch die Ausreden/Gründe weshalb eine Scheidung/Trennung nicht möglich ist/war, waren halt auch immer wieder da... letzten Endes...
ok, lassen wir das...

Sei für ihn da, sofern Du das wirklich möchtest (denke aber bitte in erster Linie an Dich, frag Dich, ob und wie Du damit leben kannst!!!) helfen kannst Du ihm indirekt, indem Du sein "Puffer" bist, seiner Frau wirst Du nicht helfen können.

Ich wünsche natürlich seiner Frau alles Liebe auf dem schweren Weg gegen diese Krankheit zu kämpfen, ihrem Ehemann Kraft für all seine Belange, die ihn derzeit belasten und dass er es schafft, sein Leben zu ordnen und Dir liebe Steffi wünsche ich, dass Du Dein eigenes Leben, Dein eigenes Ich lieben und leben darfst.
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  #3  
Alt 26.08.2010, 10:08
RoterWildfang RoterWildfang ist offline
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Standard AW: Wie hilft man?

Hallo Chrissi,

vielen Dank für Deine Antwort.

Vieles, was Du geschrieben hast, ist auch in der Tat so. Dass die Heilungsschancen gut sind, hat der Arzt bei einem Gespräch mit ihm klar gesagt, Voraussetzung dafür ist aber, daß sie auch mitarbeitet und sich nicht gegen die nötigen Behandlungen sperrt.

Doch das tut sie eben.

Ihre Kinder sind übrigens 40 (also so alt wie ich ) und 25 Jahre alt! Und es ist keine Ehe, die grad mal ein paar Jahre geht! Ferner bin ich nicht die erste außereheliche Beziehung (aber aufgrund seines Alters und der Umstände wahrscheinlich die letzte)

Und ich bin mir sehr bewusst, welche Chancen bei dieser ganzen Thematik für mich bestehen! Bin damals da reingerutscht und ehe ich mich versah, sass ich mittendrin. Nun bin ich aber die Art von Persönlichkeit, die die Dinge im Leben so annimmt, wie diese sich zeigen und abwarte, was dabei rauskommt. Lebe aber mein leben nach wie vor so, daß ich jederzeit auch alleine zurecht komme.

Klar, die Hoffnung ist da - die Gedanken über so manche Lügen in meine Richtung genauso (denn dann müsste ich blind und dumm sein, wenn ich nur ans Gute im Menschen glauben würde) und auch in meinem Umfeld gibts genügend ähnliche Geschichten, wobei die wenigsten von erfolg gekrönt waren - sprich - eine trennung statt fand!

Was mir so zu schaffen, mich sogar wütend macht, ist die art, wie das alles abläuft.

Ich sehe diese Dinge ja als quasi aussenstehende und greife mir an den Kopf, wie ein Mensch mit seinem Leben so spielen kann. Ich bin vor 15 Jahren dem Tod gerade noch so selber von der Schippe gesprungen und kann einigermassen verstehen, wie man sich fühlt und was in einem vorgeht, wenn man Zweifel am leben hat, ob es für einen noch zukünftig statt finden wird.

Doch der gesunde Menschenverstand muß doch irgendwann einsetzen? Kämpfen und nicht aufgeben!

Für mich ist es sehr schwer, einzuschätzen, wie lange ich noch die Ruhe bewahre um ihm zuzuhören und ihm damit zu helfen! Mir liegt sehr viel an diesem Menschen - umsonst macht man jetzt fast 3 Jahre dieses Spielchen auch nicht mit - aber ich komme an einen Punkt, wo es meinen Alltag belastet - und dagegen wehrt sich mein Inneres - kann sich aber dessen auch nicht entziehen.

Vertrakte Situation!

Da ich sehr impulsiv veranlagt bin, kann wohl nur ein ebenfalls impulsiver Mensch nachvollziehen, welche Kraft es bedeutet, sich in solchen Situationen ruhig und besonnen zu verhalten. In manchen Momenten bedeutet das Schwerstarbeit für mich.

Eigentlich wäre es wohl das Klügste, dieser ganzen Sache den Rücken zu kehren, wenn da nicht Gefühle wären, die das verhindern. Doch ich würde mich dabei nicht gut fühlen, weil ich das Gefühl hätte, daß ich jemanden im Stich gelassen habe, als er meine Hilfe brauchte. Darüber nachdenken, ob ic diese Hilfe von genau diesem menschen zurück bekommen würde? Tue ich besser nicht, die Antwort kenne ich!

Es geht mir hier nicht darum, daß er seine Frau verlässt, mir eine Zukunft verspricht oder rosa Luftblasen in die Luft bläst. Dafür stehe ich zu sehr mit meinen Beinen im Leben, daß ich die Chancen sehr genau abwägen kann. Davon abgesehen, kann ich eigentlich auch gut damit umgehen, einen menschen nicht völlig für mich im Alltag bei mir zu haben, da ich ein Mensch bin, der gut mit sich alleine kann. Es war übrigens niemals meine Forderung, daß er seine Frau Verlässt, sondern es war seine Idee, sein Wunsch, sein Vorhaben! Was ich bis heute sehr kritisch betrachte! Und auf der Hut bin.

Was mir weh tut, ist, daß ich sehe, wie eine Familie sich durch diese Krankheit anfängt zu zerstören - und das in rasender Geschwindigkeit. Und sowas macht mich wütend. Da ich in einem mal grob gesagt, im weitesten Sinne auch sozialen Beruf arbeite und oft sehe, wie Menschen sich selber zerstören.... ich aber da die Möglichkeit habe, ein bisschen was zu ändern oder zu helfen - und da machtlos wie an der Wand stehe, komme ich selber ins Strudeln.

Ich weiß, das ich nur helfen kann, in dem ich zuhöre und leise meine Meinungen dazu anklingen lasse ohne sie zur Option für ihn werden zu lassen. Schlußendlich geht es dabei auch um mich, mich nicht dabei zu weit hineinziehen zu lassen....

Wohin das führen wird? Keine Ahnung! Sicher ist, es wird ein Lehrstück in meinem Leben werden - wenns keinen Sinn hatte, das ganze, diesen sicher :-)

Vielen Dank noch einmal für Deine ehrliche Antwort.

Lieben Gruß
Steffi
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  #4  
Alt 27.08.2010, 09:04
chrisi0211 chrisi0211 ist offline
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Hallo Steffi!

Ich sehe, Du bist Dir im Großen und Ganzen im Klaren, weißt Eure Beziehung einzuschätzen - das ist schon mal wirklich gut so!

Weißt Du, jetzt gehe ich mal davon aus, wenn die Kinder 40 und 25 sind, dass die beiden so rund 60-65 irgendwo sind, in einem Alter angelangt, wo man sicher anders "denkt" als mit 40 - bin selber die Tage dann 40 - denke ja jetzt auch anders als wie mit 20 - sehe das Leben durch "andere Augen", denke rationaler irgendwie. Was ich damit sagen will, es ist bestimmt ein haushoher Unterschied, ob ich mich mit 20 verliebe oder mit 60... Mit 20 wahrscheinlich hätte ich noch "alles" für meine große Liebe getan, mit 40, wie ich jetzt bin, würde ich schon abwägen und mit 60, jetzt gehe ich von meinen Eltern aus (beide über 70 und wirklich gut, sportlich, agil beeinander) nur mehr an mich selber hauptsächlich denken - das klingt jetzt wahrscheinlich blöd, aber in dem Alter denke ich misst man bestimmte Dinge anders, vielleicht stellt man sich auch ein Lineal vor von so 80-90 cm und dann blickt man aufs Lineal und es wird einem bewußt, wo man bereits steht im Leben... Und sagen wir mal, wenn ich zb. 65 bin und mich ereilt eine Nachricht, dass ich ernsthaft krank bin, weiß, dass meine Kinder bereits groß sind und sehr gut alleine leben können, die Ehe nie das Non-plus-Ultra war (da es schon mehrere aussereheliche Beziehungen seinerseits gegeben hat und wer denkt, dass eine Frau das nicht mitkriegt, liegt da meines Ea falsch, sie weiß vlt. nicht wer, wie, wo genau, aber das spürt man doch...und vor allen Dingen wird da die Basis der Ehe einfach eher geschwisterhaft sein, wenn nicht teilweise sogar schon "feindselig"), ok, vlt. ist das jetzt der Punkt im Leben, wo die Frau sagt, es ist rein meine Entscheidung! Bis dato war ich "fremdbestimmt" durch Kinder, Mann usw., jetzt müssen mal die anderen akzeptieren, was ich will! Tue ich mir das an, um vlt. noch weitere 10-20 Jahre so weiterzumachen? Vlt. will sie auch einfach ihr bisheriges Leben so gar nicht mehr... und ihre Reaktion ist, dass sie keine Therapie machen will!
Nachdem sie mehr oder minder ihren Mann beschuldigt, dass er dafür verantwortlich ist für ihre Krankheit, könnte ich mir auch das vorstellen!
Der Guru hat ihr vlt. ins Ohr gesetzt, dass Krebs entsteht, wenn die Seele aus dem Gleichgewicht ist, was ich nicht zum ersten Mal höre . Vlt. ist es daher einfach ein "Hilfeschrei" ihres Inneren, verstehst Du was ich meine?
Dass sie eine ganz schwere innere Krise durchlebt, beweisen ja die nächtelangen Diskussionen mit ihrem Mann .

Natürlich ist in dieser Situation ihre ganze Familie "gefordert", allerdings Steffi gehörst Du da nicht dazu, Du kannst Dir den "Seelenmüll" von ihm anhören auf Dich laden lassen, bin mir sicher, dass Du diesen Mann liebst (sonst würdest Du ohnehin nicht das alles jahrelang mitmachen), Du musst nur aufpassen, dass Dich seine Probleme, was in Wahrheit nicht Deine sind!!!, Dich nicht runterziehen! Das klingt jetzt "oberflächlich", das weiß ich auch, aber ich habe sehr oft schon bei mir selber festgestellt, dass mich Probleme/Sorgen anderer derart negativ beeinflussen, schon fast so, als ob es meine wären - psychisch gesehen, das ist wirkliches Mitleid, weil man tatsächlich mitleidet!

Tu Dir selber einen Gefallen, tu möglichst viel, was Dir guttut, auch wenn Du dadurch unter Umständen mal für ihn "nicht verfügbar" bist, was nicht heißt, dass Du ihn im Stich lässt! Du hast Dein eigenständiges Leben, kannst seine Probleme nicht lösen, seiner Frau nicht helfen, aber Du kannst Dir selber einen Weg suchen, wie Du mit dieser Situation zurecht kommst - im Moment tust Du das nämlich nicht wirklich, zu sehr belastet Dich das alles , Deine Gedanken drehen sich den Großteil des Tages wahrscheinlich um seine Probleme! Und das sollte nicht so sein...

Wünsche Dir alles Liebe!
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  #5  
Alt 27.08.2010, 11:03
RoterWildfang RoterWildfang ist offline
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Hallo Chrissi,

vielen Dank!

Gestern abend hat es mir dann auf den Hut drauf gesetzt.

Er ist zu einem Termin mit diesem Heiler gefahren - und natürlich mußte er mir das mitteilen! Ich habe ihm klar zurückgeschrieben, wenn er sich auf diese Schiene einer Schuld an einer Krankheit einlässt, so wird er immer diese Schuld haben... wenn dieser Mensch nur ansatzweise Erfolg hat mit seinen Worten.

Das war dann irgendwann wohl zuviel für mich am gestrigen Tag!

Habe ihn nun gebeten, in der kommenden Woche Zeit für ein Gespräch zu finden. Er soll mir sagen, was er eigentlich für ein Ziel verfolgt, wie das nach seiner Ansicht aus, weiter funktionieren soll und auch ich! Worte des Zuspruches benötige, die da nicht immer heissen, daß er MICH braucht, sondern, daß er wohl noch klar realsiert, daß auch ich ein Mensch bin, der nicht unendlich an Kraft geben kann und dabei keine mehr zurück erhält.

Leider bin ich so veranlagt, daß mich offensichtliche Dummheiten von anderen Menschen (die ich kenne) manchmal wütend machen. Und deshalb leider - ausnahmsweise für mich - leider - dann zu sehr da rein investiere!

Eigentlich müßte ich es heute ja besser wissen - denn Dinge wiederholen sich ja bekanntlich im Leben.

Mir tut die Frau leid.... weil so eine Diagnose zu bekommen hat kein Mensch verdient. Auch ich weiss nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich eine Diagnose bekomme, die mein weiteres Leben in Frage stellt. Zieh ich mich zurück? Gebe ich auf? Versuch ich mich an allem festzuhalten was nach Chance aussieht? Keine Ahnung.

Diese Ehe ist seit über 30 Jahren auf Lügen aufgebaut. Seine Lügen! Warum ich das nun so akzeptiert habe? Grübel - ich frage mich manchmal selber. Vielleicht liegt es daran, daß dieser Mensch eine ganz eigene Anziehungskraft hat und ich ihn Jahrelang, bevor das mit uns begonnen hat, als einen graden, klaren, ehrlichen Menschen (als Chef) erlebt habe. Der niemals einer Auseinandersetzung ausgewichen ist (Ich bin kein einfacher Arbeitnehmer) und wir uns damals sehr viel in den Haaren hatten, weil ich mir nicht habe alles gefallen lassen. Er mich aber auch nie gekündigt

All dass, was Du schreibst in Bezug auf diese Ehe, auf die gemeinsamen Jahre.... sind alles Überlegungen, die ich auch habe und hatte. Darum versuche ich auch immer, mich so weit wie es geht so abzusichern, daß ich ihn nicht zu Leben benötige. Gefühle sind eine eigene Sache - die kann man nicht abschalten. Entweder werden Gefühle genährt, oder so lange getreten, bis sie sich von alleine abschalten und man endlich die Konsequenzen zieht.

Irgendwie stecke ich noch mittendrin in diesem Prozess.

Sicherlich bin ich nicht von dieser aktuellen Krankheits-Situation betroffen - sondern hänge da nur irgendwie mit dran - weil er mich als Puffer benötigt und ja auch benutzt.

Ich ihm auch helfen will - weil ich weiss, dass Familienangehörige oft genauso darunter leiden wie der Kranke. Aber wahrscheinlich muß ich mir selber helfen. Aus diesem Kreislauf heraus zu treten. Was leider nicht so einfach ist.

Er ist ein sehr einnehmender Mensch. Das hat schon zu einigen Konflikten geführt. Aber es ist dann doch immer weiter gelaufen.

Kennst Du das Gefühl, Chrissi, benutzt zu werden, damit man sich selber besser fühlt, weil man jemand anderem alles aufladen kann, der das für einen selber tragen soll? So komme ich mir vor!

Einerseits soll ich lt. ihm das Thema nicht zu meinem Thema machen - auf der anderen Seite kriege ich ständig Infos "Bin gerade dahin unterwegs mit ihr, heute ist das mit ihr passiert, gestern jenes, hilf mir, brauche Dich, weiss nicht mehr weiter," etc. pp.

Da drängt sich bei mir die Überlegung auf, ob nicht ER das zu meinem Thema macht, um sich die nötige Luft zu verschaffen.

Ich denke, Du hast Recht. Ich muß mich zurückziehen. Darum habe ich auch um ein Gespräch gebeten. Diese Familie muß da durch - wies ausgeht? Kann nicht mein Ding sein. Ich werde da sein, wenn er mich wirklich braucht, doch ich werde mich nicht mehr von ihm in dieses Thema hineinziehen lassen. Und an Tagen, wenn grad alles gut läuft? Dann braucht man mich nicht.

Das ist schräg, weisst Du!

Es gibt soviele Menschen, die wären froh, jemanden zu haben, der ihnen nur ein bisschen zuhört und ein bisschen für sie da ist. Es gibt Menschen die hart kämpfen, damit sie leben dürfen und vieles dafür ertragen. Aber das, was da abläuft? Hat eine eigene Qualität. Die oftmals Kopfschütteln im mir erzeugt. Und auch eine Art Abwehrhaltung, mich zum Instrument machen zu lassen.

Anfangs habe ich geglaubt, durch klare Worte, Verständnis, zuhören, helfen zu können. Weil er mich auch darum bat. Doch nun geht es alleine auf meine Kosten!

61 Jahre ist er alt, um ehrlich zu sein. Sie ist 59 Jahre. Natürlich sind die Denkweisen durch den Generationsunterschied schon teilweise verschieden, doch nicht vergleichbar, als wenn das Verhältnis z.B. 20 zu 40 wäre. Ich habe ein sehr bewegtes Leben geführt mit viel Tiefschlägen und habe dadurch eine andere Sichtweise und Denkweise aufs Leben bekommen. Daher stehe ich komischerweise oft in der Situation ihm zu sagen, wie Dinge im Leben ablaufen - weil er die Erfahrungen, die ich gemacht habe, niemals erlebt hat. Eben immer ein Leben geführt, nach seinen Vorstellungen, nach seinen Richtlinien - für sich immer das beste herausgeholt hat und wohl noch nie eine Rechnung für sein Handeln bezahlen mußte.

Vielleicht beginnt er gerade, sie zu bezahlen, wer weiss. Aber dann bitteschön nicht auf Kosten von mir! Ich habe mich vielleicht in den letzten 3 Jahren schuldig gemacht, aber die 27 Jahre davor? Sicher nicht!

Ja, das Leben ist ein Irrenhaus!

Lieben Gruss
Steffi
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  #6  
Alt 27.08.2010, 13:37
RoterWildfang RoterWildfang ist offline
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Standard AW: Wie hilft man?

Ich habe nun noch einmal gelesen, was Du geschrieben hast.

Auch ich denke, daß sie sehr wohl weiß, was er da im geheimen macht. Vielleicht nicht mit klaren Vorstellungen, Worten... aber das Gefühl eines Menschen ist etwas untrügbares. Es fängt an, sich wie ein flaues Unwohlsein im Bauch fortzusetzen... bis es wie ein Backstein drin liegt. Und man kann sich nicht erklären, warum es nicht verschwindet.

Aber - meine Vermutungen oder Äußerungen in diese Richtung spielt er immer weg und glaubt (allen Ernstes) er sei so ein guter Schauspieler, daß sie niemals etwas merkt und er sich absolut im Griff hat.

Bewusst sicher - aber wir Menschen bemerken die unbewussten Dinge oft stärker als die, die wir sehen! Und das? Bedenkt er dabei nicht.

Wenn dieser Heilpraktiker (in Österreich wirst Du das noch einfacher als in Deutschland) ihr einen mentalen Halt gibt, ist das auch richtig. Und es ist vielleicht auch in gewisser Weise gut, daß sie einen anderen Bezugspunkt und somit auch eine andere Sichtweise kriegt. Dinge anders wahr nimmt. Nur den Rest? Finde ich mehr als merkwürdig und mich stört es, wenn ich sehe, daß Menschen mit Suggestion und Manipulation Menschen in eine Richtung drängen, daß sie alles andere darüber hinaus nicht mehr erkennen wollen.

Irgendwie denke ich, daß alles hat einen Sinn - wie es gerade läuft. Auch dieser Heiler (guru oder wie auch immer) hat seinen Zweck dabei.

Heute werd ich mir auf alle Fälle vornehmen, mir keine großen Gedanken darüber zu machen. Jeder von diesen menschen ist erwachsen und alt genug... muß wissen was er tut.

LG
Steffi
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  #7  
Alt 27.08.2010, 17:25
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Liebe Steffi,

Ich kenne Dich ja nicht persönlich, aber auch mein Leben, bin jetzt bald 40 , war bisher sehr bewegt und manchmal denke ich, mehr erlebt zu haben/mitgemacht zu haben wie so manch 90-jähriger...

Lass Dich nicht benutzen/ausnutzen - das hat sich auch niemand verdient! Arbeitest Du noch unter "Deinem Chef"?

Natürlich hat auch er an Dir Gefallen gefunden, das zweifelsohne, aber wenn Du einen Zettel nimmst und auf die rechte Seite "Steffi" schreibst und auf die linke "Er" und überall schreibst Du die Vorteile hin, die jeder aus dieser Beziehung zieht... zu welchem Ergebnis kommst Du dann? Das gleiche mit den Nachteilen machst... welches Ergebnis?

Steffi, ich will ihn Dir absolut nicht "ausreden", ganz und gar nicht, a) steht mir das nicht zu, b) ist es Dein Leben!!!
Doch sehe ich, dass Du darunter einfach gewaltig leidest!!!

Warum macht er sowas überhaupt, dass er Dir mitteilt, dass er unterwegs ist mit seiner Frau zum Heiler/Guru? frage ich mich. Was bezweckt er damit? Ist ihm nicht klar, dass Dich das alles belastet?
Will er, dass Du "aufgibst"? - Weißt Du was ich glaube, dass er ein Mensch ist, der gerne den anderen die Entscheidungen überlässt, die wirklich wichtigen Entscheidungen! z.B. hätte seine Frau irgendwann mal die Scheidung eingereicht, weil es ihr einfach "gereicht" hat, dann hätte er das "dankend angenommen", aber selber geht er so einen Schritt nicht (so schnell). Gut, so hat er seine Frau zuhause, die ebenso leidet psychisch, abgesehen jetzt mal von der Krebserkrankung, welche dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen aufsetzt!!! Und er hat eine Freundin/Geliebte, man nenne es wie man will und bitte das sollte nicht abwertend klingen!, welche ihm einen Teil seiner "Jugend" gibt, welche da ist bedingungslos... Er ist ein wahrer Egoist Und, jetzt nicht nur Deinetwegen, sondern wegen seines ganzen bisherigen Lebens(wandels) hat er ja doch ein schlechtes Gewissen irgendwo gegenüber seiner Frau - und das darf er auch ruhig haben . Er ist nicht schuld daran, dass sie erkrankt ist, das ganz und gar nicht, aber würde er nicht so fühlen, dann würde er doch nicht so reagieren, oder?

In dieser Situation tun mir zwei leid: Seine Frau und Du! Er hat keinen Funken Mitleid verdient, er tut zwar so, als ob er der Arme wäre, aber in Wirklichkeit lädt er seinen Seelenmüll ab, in Wirklichkeit ist er nicht bereit/fähig zu dem, was er tut, zu stehen, in Wirklichkeit geht er den Weg des geringsten Widerstandes!!! Und in Wirklichkeit hat er dabei ja keine ernsthaften Nachteile - so sehe ich es, sorry!
Vielleicht liege ich damit falsch, weiß ich nicht, kenne ich Euch alle ja nicht...

Es ist auch klar, dass eine bereits so langjährige Ehe nicht mehr so sein kann, wie wenn man frisch verliebt ist, jeder Mensch entwickelt sich im Laufe des Lebens weiter, es kommen viele geplante und auch ungeplante Dinge daher, die aus Frischverliebten sowas ähnliches wie Freunde zum Pferdestehlen machen sollte, bei vielen flacht einfach alles ab und sie leben nebeneinander her, wirklich glücklich ist keiner der beiden mehr in dieser Beziehung, aber aus Gewohnheit, Bequemlichkeit, Ansehen, Kinder, Geld usw. bleibt man halt zusammen (z.b. eine Scheidung kostet ein Vermögen)... man arrangiert sich irgendwie, vlt. akzeptiert man auch, dass der Partner außereheliche Beziehungen hat (auch das gibt es wirklich), Hauptsache ist, dass die "Fassade" stimmt! Tja, ein auf Lügen aufgebautes Leben .

Ach, ich weiß es nicht... Du hast Dir das auch auf keinen Fall verdient...

Du bist in der "Aussenseiterrolle", Du kannst nicht wirklich aktiv etwas tun, außer zuhören und leiden/mitleiden...

Er denkt, dass er sich/die Situation mit der Frau zuhause im Griff hat - na, das ist ja schön von ihm , dann hat er aber vlt. noch nicht bedacht/begriffen, dass Frauen in manchen Dingen einfach viel feinfühliger sind als Männer?
Ihm stört es ja auch nicht, dass er Dich des öfteren verletzt oder denkt er da auch, dass es Dich nicht stört, wenn er heimfährt , wenn er zuhause eine "heile Familie spielt", wenn Du Weihnachten allein unterm Baum sitzt? usw. Na klar, das war ja eh von vornherein klar, dass das so ist und auch das hat er im Griff - menno, ich muss aufhören zu schreiben, das regt mich so auf, wie kann man(n) nur derart unsensibel sein, selbst bezogen sein, derart mit den Gefühlen von Menschen spielen?

Ja, alles im Leben hat so seinen Sinn..., oft braucht es schicksalshafte Wendungen, um weiterzugehen .

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg - haste grad auch keinen leichten...

Gönn Dir heut´noch was Schönes - einfach so, für Dich, für Deine Seele - ich werde jetzt noch Schwammerlputzen gehen, habe heute jede Menge mit Junior gefunden .

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