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  #16  
Alt 04.01.2013, 21:22
sjarissa sjarissa ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

Liebe Edith,

zu gut kenn ich deine Situation... ohne dich zu kennen. Wir sind gefangen in unserer Trauer und was uns heute richtig erscheint lässt morgen schon wieder einen bitteren Nachgeschmack und zig Fragezeichen hinter... aber hier bist du immer richtig... und jeder der einen Verlust erlebt hat weiß wie schwer der Weg zurück ist... ins Leben, dieses Leben von innen heraus, bejahend und den eigenen Weg finden müssend... ohne das Altvertraute und gleichzeitig mit.
Mir helfen die Worte von R.M.Rilke sehr, ... immer wieder "bete" ich sie und deshalb schreib ich sie hier, vllt. als kleines, von ganzen Herzen angereichtes Hilfsmittel.


Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst lieb zu haben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst und es handelt sich darum alles zu leben. Lebe jetzt die Fragen - vielleicht lebst du dann allmählich ohne es zu merken in die Antwort hinein.


Innige Herzumarmung

Sjarissa
__________________
Der Tod ist der Grenzstein des Lebens, aber nicht der Liebe.

Guido * 25.12.1953 + 03.01.2012
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  #17  
Alt 05.01.2013, 20:57
edith57 edith57 ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

Hallo ihr Lieben,

Ganz herzlichen Dank an jede einzelne von euch für eure lieben Gedanken und Worte, sie sind Balsam für meine Seele.

Ich war heute in einem sogenannten "Trauercafe", das ist eine Einrichtung, die bei uns einmal im Monat vom Hospizdienst angeboten wird. In einem geschützten Raum (bei uns im Pfarrzentrum) treffen sich einfach Leute, die trauern, ganz egal, wie lange der Todesfall schon zurück liegt. Wir waren heute 7 Trauernde und 2 Hospiz-Trauerbegleiter und ich muss sagen, es hat mir sehr gut getan und ich werde Anfang Februar wieder dorthin gehen.

Eine Frau war dort, die hat ihren Mann Ende September mit 45 Jahren an einen ganz aggressiven Krebs verloren - es blieben ihnen vom Zeitpunkt der Diagnose nur 8 Wochen.

Und ein alter Mann, sicher über 80 Jahre hat mich - nachdem ich unsere Geschichte in groben Zügen erzählt habe - von Herzen darum beneidet, weil ich mich von meinem Mann verabschieden konnte. Seine Frau ist vor 1,5 Jahren nach einer ganz schweren Blutvergiftung ganz plötzlich ins Koma gefallen und nach 10 Tagen gestorben. Und das schlimmste für ihn war, dass er mit ihr kein Wort mehr reden konnte - es kam keine Reaktion mehr von ihrer Seite.

Jedenfalls ist mir wieder ganz klar geworden, wie viel Leid um uns herum ist und wie vielfältig die Trauer doch ist und es tröstet mich einmal mehr, dass ich die letzten Wochen so intensiv mit meinem Sigi zusammen sein konnte und dass es nichts gab, was noch offen war zwischen uns.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und einen - trotz allem - schönen Sonntag.

Liebe Grüße
Edith
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mein Mann:
NSCL ED 21.10.2010
nach langem Kampf ins Licht gegangen am 30.11.2012
für immer in meinem Herzen

http://www.youtube.com/watch?v=ibREmAkEgJo
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  #18  
Alt 05.01.2013, 21:21
monika100 monika100 ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

Liebe Edith,

ich habe vorhin noch an dich gedacht - schön, dass du mit dem Trauercafe eine Anlaufstelle gefunden hast, zum "Verstehen" und "Verstanden werden".

Ich habe meine Mutter nach dem Tod meines Vaters auch zu so einem Kurs in der Pfarrei "hingeschleppt", sie wollte erst nicht, aber nachher hat es ihr gut getan. Allerdings nicht so sehr die Leute, die daran teilnahmen sondern eher die beiden Betreuer. Aber das ist ja letztendlich egal, Hauptsache es bringt ein bisschen was.

Ich denke an dich,

Monika
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  #19  
Alt 05.01.2013, 21:32
dickie dickie ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

Liebe Edith,

du hast Recht: es gibt unzählig viele Arten der Trauer - und bei aller unfassbaren Grausamkeit, die hinter uns liegt, ist es ein großes Glück, dass der Abschied von unseren Lieben möglich war. Es hätte auch anders sein können. Ich habe vor einiger Zeit eine Email meines Mannes gefunden, in der er schrieb, dass er gerade in dieser furchtbaren Zeit seiner Krankheit die wohl glücklichste Zeit seines Familienlebens erfahre. Seine Familie wäre großartig, sein ganzer Halt. Wir wären mit uns im reinen, so schrieb er. Ich musste so weinen. Was für ein nachträgliches Geschenk an uns ... Gerade heute bin ich immer wieder von der Traurigkeit überwältigt, kann es nicht fassen. O Gott, er fehlt mir so sehr! Auch ich werde bald in eine Trauergruppe gehen. Schon einmal habe ich eine Aktion des Hospiz´mitgemacht, es hatte mir sehr gutgetan.
Alles Gute für dich, Edith.
Herzlichst
Dickie
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  #20  
Alt 25.01.2013, 16:15
edith57 edith57 ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

Hallo ihr Lieben,

8 Wochen schon.....
Und immer noch so unwirklich. Ich habe ständig das Gefühl, dass er gleich zur Tür herein kommt, irgendwie habe ich noch nicht realisiert, dass er jetzt wirklich für immer weg sein wird. Er ist so präsent in unserm Haus und ich beginne langsam an meinem Verstand zu zweifeln.

Wenn ich irgendwo hin gehe, sage ich ihm wohin und wann ich wieder komme. Und wenn ich dann wieder da bin, erzähle ich ihm alles was ich ihm auch früher erzählt hätte - genau so, als ob er noch immer auf dem Sofa liegen und zuhören würde. Wenn ich schlafen gehe, küsse ich sein Bild im Wohnzimmer bei seinem "Altar" und wünsche ihm eine gute Nacht. Und im Schlafzimmer steht neben meinem Bett das gleiche Bild und da mache ich das selbe nochmal.

Wenn ich weg gehe, lasse ich das "kleine Licht" im Wohnraum brennen und das Radio läuft weiter - er hat es immer gehasst, wenn es totenstill war. Und wenn ich mal jemanden mit bringe, bringe ich es kaum über's Herz NICHTS zu seinem Foto zu sagen, wenn ich den Wohnraum betrete, aber ich glaube nicht, dass mein Besuch das verstehen könnte......

Gestern war ich zum ersten Mal bei einer Veranstaltung der Senioren bei uns in der Gemeinde. Da kann man ab 50 hin und nachdem mein lieber Mann gestorben ist, habe ich mir gedacht, das kann nicht schaden wenn ich ein paar neue Kontakte habe und habe mich dort angemeldet. Und irgendwie war ich dann am Abend richtig zornig. Da waren so viele ältere und ganz alte Ehepaare und das tat soooo weh. Warum durften wir nicht miteinander alt werden? Warum die anderen, aber nicht wir.....?

Und jetzt ist er 8 Wochen tot und ich muss - sofern ich nicht auch krank werde - noch 20 oder 30 Jahre OHNE IHN leben. Das ist im Moment nicht vorstellbar für mich. Er fehlt mir so sehr - seine Sorge um mich, seine Zuverlässigkeit, seine Zärtlichkeit, seine Liebe, die ich jeden Tag ganz tief gespürt habe. Das Leben ist so ungerecht.

Aber wem erzähle ich das alles - es geht euch ja allen ganz genau gleich. Darum schreibe ich meine Gedanken auch lieber hier, ihr versteht mich - meine Freunde meinen es zwar gut aber irgendwie haben sie das Gefühl, dass es mir ja eh schon ganz gut geht - nur weil ich ihnen nicht ständig etwas vorheule.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und liebe Gedanken an eure Verstorbenen.

Liebe Grüße
Edith
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  #21  
Alt 25.01.2013, 17:07
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fraunachbarin fraunachbarin ist offline
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Standard AW: du fehlst so sehr...

liebe edith..
8 wochen.. das ist echt noch keine zeit um mit dem schweren verlust deines geliebten mannes klar zu kommen. und hab keine angst, du schnappst nicht über. was meinst du, wieviele hier ständig im gespräch mit ihren verstorbenen sind? ich rede auch immer wieder mit meiner mami. aber ich habe nicht mit ihr unter einem dach gewohnt und sie ist in meiner wohnung nicht so präsent wie dein mann bei dir. du trauerst so, wie du trauern willst. bleib dabei. es ist ok.
es ist alles noch so frisch und du bist noch mitten in der verarbeitung.
ich wünsch dir ein schönes wochenende und schöne gespräche mit deinem lieben mann.
fühl dich lieb gegrüßt von tine
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  #22  
Alt 25.01.2013, 18:46
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Morgana Morgana ist offline
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Liebe Edith, ,
Jaa...es sind 8 Wochen seit dem Tod Deines Mannes!

Erst...und leider... schon 8 Wochen....die sich zählen lassen.
Nein, Dein Verstand ist völlig ok. Das ist völlig normal bei Menschen, die trauern, weil sie den "nächst stehenden Menschen" verloren haben.
Ich erinnere mich für "Dich gern" mal...ich stehe nun fast bei 4 Jahren und 5 Monaten ohne meinen Mann:
Ich komme nach Hause und gucke auf dem Weg bis zur Haustür, ob in der Wohnung Licht brennt.
Ich komme in die Wohnung und lausche, ob ich da ein "Atmen" höre.
Ich werfe einen Blick ins Schlafzimmer...vielleicht schläft er da noch.
Viel Platz auf der Couch trotz Miezen...ich sitze auf einer "Pobacke"...nach rechts gelehnt...wo real ja nun Platz ist.
Ich komme vom Einkaufen zurück und rufe: "Ich bin wieder da!"
Ich erzähle ihm, was ich erlebt habe...
Ich gucke Fernsehen...Fußballergebnisse und sage in Richtung rechts neben mir: "Reg Dich nicht auf, war halt ein doofes Spiel!"
Ich ruckele mich im Bett zurecht...selbstverständlich auf die linke Seite und vermisse...den sanften "Gegendruck".
----
Oh jaa...kenne ich gut, den Blick auf ältere Menschen, die miteinander unterwegs sind, miteinander geniessen können - für die es "gewohnt" normal ist...gemeinsam einkaufen zu gehen oder in der Sonne ein Eis zu essen?
Warum...diese Frage...ist nicht zu beantworten...es ist so! Es ist so schwer und der bittere Geschmack, dass man nicht mehr sein Leben gemeinsam teilen kann ist schlimm - doch es half mir, einfach "Stopp" zu sagen...bevor die Gedanken "feindlich wurden" gegen Menschen, die anders leben durften.
---
Jaa...das ist nicht vorstellbar, weiter zu leben (wie geht Leben ohne ihn???).
Stimmt - auch ich finde, dass das Leben ungerecht ist!
---
Liebe Edith...Du bist am Anfang eines schweren Weges...Trauer, tut weh...bringt einen ganz tief runter...man krabbelt ein bißchen vorran...und dann schlägt die Trauer wieder zu.
Hab Geduld mit Dir...irgendwann wird es "pünktchenweise" Licht in dem dunklen Tunnel geben...es ist hart und es dauert...und das ist gut so...weil schließlich der geliebte Mensch für uns so wichtig, so "richtig" war...dass wir nicht einfach "Klappe zu" damit abschliessen können!

Heule, wüte, klage hier - es gibt immer Menschen, die verstehen können .

von mir +



Morgana
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Die Seele hätte keinen Regenbogen, wenn die Augen nicht weinen könnten.
[Indianische Weisheit]
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  #23  
Alt 25.01.2013, 19:52
monika100 monika100 ist offline
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Liebe Edith,

DU bist völlig normal

Mein Vater ist seit 9 1/2 Jahren tot - und ich rede immer noch mit ihm.

Und meine Mutter - sie waren 44 Jahre verheiratet - macht das noch mehr als ich. Wenn sie z. B. zum Friedhof geht - und denkt dass sie keiner hört - sagt sie: "Hallo - hier bin ich!"

Jeder geht damit um wie er meint, da gibt es kein Richtig oder Falsch - und das ist gut so.

Ich kann es auch gut verstehen, dass du "ein paar dumme neidische Gedanken kriegst", wenn du andere Paare siehst, denen eine lange Ehe beschieden ist.
Umso mehr schäme ich mich gerade, haben mein Mann und ich uns heute doch dauernd gezofft...

Bis dann,
Monika
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  #24  
Alt 26.01.2013, 13:40
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Gina79 Gina79 ist offline
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Liebe Edith! Ich habe bei dir immer still mitgelesen! Es tut mir so leid, ich wünsche mir, dass für dich die Sonne auch bald wieder scheint!
Viel Kraft und liebe Grüße Nina
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  #25  
Alt 14.02.2013, 17:11
edith57 edith57 ist offline
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Hallo ihr Lieben,

Erstmal vielen Dank für eure mitfühlenden Worte - besonders in deinen Worten - liebe Morgana - finde ich mich wieder. Und dir wird es heute wahrscheinlich auch so gehen wie mir jetzt: am Valentinstag, am Tag der Liebe fühle ich mich noch verlassener als sonst.

Dabei haben wir den Valentinstag nie gefeiert, er ist spurlos an uns vorüber gegangen, wir haben nie Wert darauf gelegt. Aber heute höre ich schon den ganzen Tag im Radio nette Menschen, die ihrem geliebten Partner liebe Grüße, Dankesworte und Liebesbezeugungen schicken und jedesmal gibt es mir einen Stich mitten ins Herz. Ich könnte ja einfach abschalten, aber fast habe ich das Gefühl, dass ich mir das anhören MUSS.

Und zu allem Unglück ist nun auch noch meine alte Tante gestorben und heute Abend ist die Totenwache, am Samstag dann die Verabschiedung. Nicht, dass ihr Tod besonders schlimm ist für mich: sie war 97 Jahre alt und immer gesund und munter, bis sie am Montag praktisch von einer Minute auf die andere gestorben ist. Was könnte es schöneres geben für das Lebensende? Aber es ist die Angst, dass bei diesen Trauerfeiern wieder alles hoch kommt und meine Trauer um meinen geliebten Mann mich überwältigen wird.

Und trotzdem werde ich hingehen, ich bin es ihr schuldig. Sie war immer meine Lieblingstante. Da muss ich einfach durch, diesen Weg kann mir niemand abnehmen. Aber es wird verdammt schwer werden.

Ihr Lieben, trotz allem Leid, das uns verbindet, wünsche ich euch einen schönen Valentinstag und allen, die ihren geliebten Partner noch haben möchte ich ans Herz legen, ihn heute ganz besonders zu drücken und lieb zu haben - es kann so schnell vorbei sein.

Liebe Grüße
Edith
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  #26  
Alt 14.02.2013, 17:26
Tiina Tiina ist offline
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Zitat:
Zitat von edith57 Beitrag anzeigen

und allen, die ihren geliebten Partner noch haben möchte ich ans Herz legen, ihn heute ganz besonders zu drücken und lieb zu haben - es kann so schnell vorbei sein.

Edith
Ja, da hast Du so Recht, liebe Edith - das werde ich tun!!
Ich weiß, wie der Muttertag immer für mich ist seit meine liebe Mami nicht mehr lebt - das gibt mir eine ganz kleine Ahnung davon, wie der Valentinstag für Dich ist...

Ich wünsche Dir sehr, dass die Trauerfeier Deiner Tante nicht zu hart wird!
Alles Liebe,
Anja
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  #27  
Alt 15.02.2013, 22:12
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Morgana Morgana ist offline
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Liebe Edith,
Jaa,,,ich kann es verstehen...Valentinstag...
Ok...Du wirst "brutal" an die Liebe erinnert...
Jaa...das ist am "14.02." gerne Thema im Radio...
Ja, Ja, Ja...ist auch Kommerz...kaufen...mit dem Fokus auf "Liebe"....
....
Hmmm...ich höre es dann...auch immer wieder...im Radio...sehe Beiträge im Fernsehen...Valtentinstag..."Beiträge"...von glücklichen Paaren...die...huch...einfach "glücklich" sind...
Gucke ich mir an... Und ich kann...inzwischen schmunzeln...Ah jaa...da denke ich z.B. (total unangenehmes Thema für die auf dem "Bildschirm" gezeigten Paare)...Ich hatte zum Valentinstag 2007...Kopf beschwert nach unten...dieses Plüschherz (Schlaufe dran!) mit der Aufschrift "I love you" entdeckt und spontan gekauft...Das Ding habe ich ordentlich "desinfiziert" und dann an den "Galgen" seiner (heftigen) stationären Chemo gehängt! War doch Valentinstag und ...er lag im Krankenhaus!

Ja, Edith, höre es Dir an...ob dieser Tag für Euch "wichtig" war oder nicht...egal...die Liebe zählt...und die Erinnerungen!

Da steht Dir nun der Abschied von Deiner Tante bevor...hochbetagt...friedlich gestorben...Jaa, das ruft nochmals wieder die Erinnerung an den Tod Deines Mannes hervor...das "fehlende Gleichgewicht"...
Ja...Du wirst das schaffen, Abschied zu nehmen, weil Du genau weißt, was Abschied heißt!
Ich hatte Irene...Cousine meiner Schwiegermutter...die mir in der schweren Zeit als mein Mann auf Intensiv lag...täglich telefonisch, rücksichsvoll zur Seite gestanden hatte...täglich morgens um 05:00 bei offenem Fenster, zu jeder Jahreszeit...Gymnastik...93 Jahre alt geworden....

Oh ja, gerne schliesse ich mich Deinem Wusch an:

[I]"Ihr Lieben, trotz allem Leid, das uns verbindet, wünsche ich euch einen schönen Valentinstag und allen, die ihren geliebten Partner noch haben möchte ich ans Herz legen, ihn heute ganz besonders zu drücken und lieb zu haben - es kann so schnell vorbei sein."[/I]

So soll es sein!
LG
Morgana
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  #28  
Alt 02.03.2013, 14:55
edith57 edith57 ist offline
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Hallo ihr Lieben,

Ich bin gerade am Koffer packen. Morgen früh mache ich mich für 1 Woche auf nach Ägypten, um dort in unserem Lieblingshotel nach lieben Erinnerungen zu suchen. Ich freue mich darauf und bin gleichzeitig unendlich traurig, weil ich nun nur noch einen Koffer packen muss und niemand da ist, mit dem ich die Vorfreude auf den Urlaub teilen kann. Und weil ich immer daran denken muss, dass er - als wir das letzte Mal dort waren - noch gesund war und eine lebensbedrohliche Erkrankung jenseits unserer Vorstellungen lag.

Ich habe ein ganz sonderbares Gefühl in mir. Einerseits die freudige Erwartung, ihn und mit ihm die schönsten Zeiten in unserem gemeinsamen Leben wieder zu finden und gleichzeitig Angst davor, was diese Erinnerungen in mir auslösen werden.

Ich habe keine Angst vor den Tagen - da werde ich schwimmen, schnorcheln und lange Strandwanderungen machen, aber ich fürchte mich vor dem Abend. In diesem Hotel sind zu 90 % ältere Ehepaare, die das gemeinsame Abendessen genießen und reden und lachen - genau wie wir das auch immer gemacht haben. Nur dass ich jetzt allein dort sein werde und den anderen beim genießen, reden und lachen zusehen muß. Und mich immer wieder fragen werde, warum gerade uns das nicht mehr vergönnt ist....

Ich hoffe, ich werde damit umgehen können und es wird nich allzu schmerzhaft für mich werden - aber ich kann einfach nicht anders: ich muß dorthin und mich den Erinnerungen stellen.

Ganz liebe Grüße an alle Mitleser und eine gute Zeit für euch
Edith
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  #29  
Alt 02.03.2013, 17:01
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Gina79 Gina79 ist offline
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Liebe Edith! Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche! Ich denke schon, dass es nicht einfach für dich werden wird aber ich weiß und ich kann es nachfühlen, dass du dich da hingezogen fühlst! Ich wünsche dir einen "guten" Herzschmerz, der bei dir vieles aufarbeiten lässt!
Auch ich habe so eine Reise vor, waren mit Papa als er noch gesund war in Kroatien. Möchte unbedingt dort hin, kann es mir jetzt noch nicht vorstellen, es ist noch zu frisch aber ich sehne mich danach und werde es auch tun!

Pass auf dich auf und geh deinen Gefühlen nach, die sind richtig!

Liebe Grüße Nina
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Mein Papa: Kleinzelliges Bronchialkarzinom
Diagnose am 21.12.2011
am 23.2.2013
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  #30  
Alt 03.03.2013, 11:09
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fraunachbarin fraunachbarin ist offline
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liebe edith.
ich wünsche dir eine gute zeit in ägypten.. genieß das gute wetter dort :-)
ich hoffe, du kannst dort so aufarbeiten, wie du es dir vorstellst.
ich ziehe den hut vor dir.. allein dort hinzugehen.. alle achtung.
das zeigt doch, was für eine starke frau du bist :-)
laß es dir auch gut gehen... es sei dir so sehr gegönnt.
drückerle von tine
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