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  #1  
Alt 14.02.2011, 17:48
ufilein ufilein ist offline
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Beitrag Befund nach Prostata OP

Nachdem bei meinem Mann Prostatakrebs festgestellt wurde, ist er mit der Da Vinci Methode operiert worden. Die OP ist gut gelaufen. Leider macht mir der histologische Befund grosse Sorgen.
Es heisst darin u.a.: Tumorformationen eines mässig bis wenig differenzierten Adenocarcinoms von der Prostata mit einer Gleasonmusterbildung von 4 und 5 Punkten, entsprechend einer Gleason-Score-Klassifizierung von 9 Punkten. Die Tumorinfiltrate haben das Gewebe de rechten Prostatahälfte über grosse Abschnitte erfasst und sind auf Höhe des unteren Leitungsbündels rechts in das angrenzende Weichgewebe, kapselüberschreitend vorgedrungen. Im Umfeld der Tumorinfiltration ausgeprägter Befund einer Lymphangiosis carcinomatose.
Für mich klingt das sehr erschreckend - könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen und mir erklären, was das alles wirklich bedeutet.
Klar gemacht wurde mir, dass es sich um einen sehr aggressiven Krebs handelt, der leider nicht mehr auf die Prostata beschränkt war. Drei Monate nach der OP wird man auf jeden Fall eine Bestrahlungstherapie machen.
Danke für eure Hilfe.
ufilein
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  #2  
Alt 14.02.2011, 20:29
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

mit Gleason Score 9 ist Ihr Mann ein Hochrisikopatient. Ich würde an seiner Stellle auch eine Bestrahlung eventuell kombiniert mit einer Hormontherapie durchführen.

Mehr Infos erhalten Sie unter folgendem Link:


Prostatakrebs II Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom:

http://www.krebsgesellschaft.de/down...ca2_100818.pdf

Die Broschüre können Sie auch in gedruckter Form bei BPS in Gehrden kostenlos anfordern :

BPS <info@prostatakrebs-bps.de>

Alles Gute für Sie beide!

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.
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  #3  
Alt 15.02.2011, 09:57
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo Herr Burger,

herzlichen Dank für die prompte Info. Noch eine Frage: heisst der Befund eigentlich, dass schon Metastasen im Körper bzw. in den Lymphbahnen vorhanden sind????? Und was heisst das für den Krankheitsverlauf bzw. für ev. Heilungschancen.
Liebe Grüsse
ufilein
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  #4  
Alt 15.02.2011, 19:15
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

nein das heißt es nicht!

Allerdings ist das Risko für ein PSA-Rezidiv nach OP auf Grund des positiven Schnittrandes und des hohen Gleason-Scores sehr hoch. Ihr Mann ist nach diesem Befund ein Hochrisikopatient!

Eine vorsorgliche Bestrahlung wegen des positiven Schnittrandes (R1) ist bestimmt sehr sinnvoll. Vielleicht empfiehlt es sich, eine Hormonblockade vorher und begleitend zur Strahlentherpie durchzuführen.

Gruß

Hansjörg Burger
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  #5  
Alt 17.02.2011, 15:28
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Endlich eine etwas positive Nachricht nach den vielen Horrormeldungen, die wir in letzter Zeit erhalten haben.
Bei meinem Mann ist nun die nächste Untersuchung für Anfang Mai festgesetzt, wobei anschliessend je nachdem ob ein PSA Wert über 0,2 festgestellt wird, entweder eine adjuvante oder eine salvage Radiotherapie (vielleicht kann mir jemand den Unterschied erklären) durchgeführt wird. Ev. wird auch an eine Hormontherapie gedacht. Einige Nebenwirkungen der jeweiligen Behandlungsmethoden wurde uns im Krankenhaus erklärt, aber vielleicht kann mir jemand aus Erfahrung berichten, womit man hier rechnen muss.
Es tut mir leid, dass ich etwas laienhaft klingen muss, aber wir haben eigentlich bis nach der OP noch damit gerechnet, dass damit alles erledigt sein wird - leider hat sich herausgestellt, dass die Krankheit doch schon sehr ernst ist.
Liebe Grüsse
ufilein
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  #6  
Alt 17.02.2011, 19:57
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind in dem Ratgeber, auf den ich Sie bereits hingewiesen habe, auf Seite 40 beschrieben, die Nebenwirkungen der Hormontherapie auf Seite 49.

Die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind heutzutage in der Regel gering.

Bei der Hormontherapie soll Ihr Mann mit dem Urologen sprechen, dass er zuerst Antiandrogene (Tabletten - Bicalutamid) einsetzt. Die sind bedeutend Nebenwirkungsärmer als die Spritze, bei der der Mann chemisch kastriert wird mit allen Folgen einer Kastration.

adjuvant = vorsorgliche Therapie
salvage = Rettungs-Therapie

Gruß

Hansjörg Burger
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  #7  
Alt 18.02.2011, 14:00
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo Herr Burger,
nochmals vielen, vielen Dank für Ihre sehr informativen Antworten. Ich bin nun doch wieder etwas mehr optimistisch, dass wir die notwendigen Therapien mit allen daraus resultierenden Folgen gemeinsam durchstehen werden.
Viele Grüsse
ufilein
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  #8  
Alt 28.02.2011, 12:19
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

es kommt doch leider immer wieder etwas dazu. Seit etwas mehr als einer Woche leidet mein Mann unter starken Kopfschmerzen, die - wie er es formuliert - wie Blitze durch seinen Schädel sausen. Unser Hausarzt hat ihn heute zum Neurologen überwiesen.

Können diese Kopfschmerzen im Zusammenhang mit dem Krebs stehen????

Liebe Grüsse
ufilein
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  #9  
Alt 02.03.2011, 13:32
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

diese Frage läßt sich von einem medzinischen Laien wie mir nicht beantworten.

Der Gang zum Neurologen ist richtig und wichtig.

Ich selbst hatte mir zum Prostatakrebs einen Hirntumor (Menignom) angelacht.

Nach dem Motto "man kann Läuse und Flöhre haben" ist nicht alles auf den Prostatakrebs zurückzuführen, sondern kann auch andere Ursachen haben.

Gruß

Hansjörg Burger
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  #10  
Alt 04.03.2011, 15:52
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Danke, Herr Burger! Sie haben sich ja auch alles eingefangen, was schrecklich ist!!!!! Ich hoffe, Sie haben alles gut überstanden und sind jetzt ok!

Mein Mann war mittlerweile beim Neurologen, es wurden nicht wirklich Untersuchungen durchgeführt, sondern es wurden Schmerzmittel verordnet. Diese nimmt mein Mann seit einigen Tagen und (natürlich!) sind die Schmerzen besser. Wir werden noch etwas abwarten und wenn sich nicht wirklich etwas bessert, vielleicht nochmals beim Neurologen vorstellen.

Mein Mann wurde vor 6 Wochen operiert. Er leidet noch voll unter Inkontinenz und wird schon etwas ungeduldig. Ich habe ihm jetzt geraten, eine Inkontinenzberatung im Krankenhaus aufzusuchen.

Vielleicht kann mir jemand aus den eigenen Erfahrungen berichten, wie lange es dauert, bis mit einer - vielleicht auch geringen - Besserung gerechnet werden kann.

Liebe Grüsse
ufilein
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  #11  
Alt 16.04.2011, 10:03
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

ziemlich verzweifelt wende ich mich heute wieder an euch. Nachdem mein Mann seit vielen Wochen schreckliche Kopfschmerzen hatte, wurde er nun stationär auf der Neurologie im KH aufgenommen und es wurden eine Schädel MR und schliesslich eine PET CT gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass es bereits Metastasen im Oberschenkel, in der Halswirbelsäule und in einem Schädelknochen gibt. Nächste Woche wird noch eine Szintigrafie gemacht, um letzte Klarheit zu haben.

Könnt ihr mir sagen, was diese Diagnose für uns heisst - wie wird es weiter gehen und wie kann man dies wirksam behandeln.

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Eure
ufilein
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  #12  
Alt 25.04.2011, 19:56
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,

da ich nun total am Boden zerstört bin, bitte ich nochmals um eure Hilfe.
Die Szintigrafie hat bei meinem Mann leider den Erstbefund bestätigt, d.h. es sind Metastasen im Oberschenkel, in der Halswirbelsäule und in einem Schädelknochen.

Die Kopfschmerzen sind immer noch ständig da und sehr stark, er hat aber jetzt ein wirksames Medikament (mit Cortison), das ihm ganz gut hilft.

Am Mittwoch hat er einen Termin beim Urologen, der ihn operiert hat. Er soll da die weitere Vorgangsweise festgelegt werden.

Ich bin total verzweifelt, weil ich einfach nicht weiss, was jetzt noch alles auf uns zu kommt. In dem von Herrn Burger empfohlenen Artikel habe ich gelesen, dass der Krebs nicht mehr heilbar ist, wenn es Metastasen gibt. Da die Metastasen im Kopf und in der Halswirbelsäule sind, habe ich grosse Angst vor den möglichen Folgen (Hirnschäden, Lähmungen????????). Ausserdem mache ich mir grosse Sorgen, weil nämlich nach der OP im Befund M0 - also meines Erachtens nach keine Metastasen - stand und jetzt 2 Monate später sind die Metastasen da. Er hat zwar Gl Score 9 - aber wie schnell geht die Entwicklung weiter und was kommt auf uns zu????

Bitte um eure Infos, wie es euch ergangen ist. Herzlichen Dank!!!!!
ufilein
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  #13  
Alt 26.04.2011, 14:37
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
ich habe nun den schriftlichen Befund der Neurologie vorliegen. Es heißt darin:
Ganzkörper-Szintigraphie: der Befund ist suspekt auf eine Metastasierung in der Schädelkalotte, in der Clavicula links, im Sternum, in der Scapula links, im Rippenthorax beidseits, in der Wirbelsäule, im Becken sowie im Femur beidseits.
Dies klingt für mich noch schrecklicher als erwartet, es scheint, dass die Metastasen sich fast im ganzen Körper ausgebreitet haben.
Wir sind morgen in der Urologie des KH, wo mein Mann operiert wurde, vielleicht könnt ihr mir noch Tipps geben, was ich dort noch fragen soll????
Haben in diesem Stadium eigentlich Bestrahlungen noch Sinn oder soll man sich nur auf die Hormontherapie konzentrieren.
Ich weiss momentan gar nicht mehr, worauf ich mich konzentrieren soll.
ufilein

Geändert von ufilein (26.04.2011 um 14:45 Uhr)
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  #14  
Alt 26.04.2011, 15:51
oggy2001 oggy2001 ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Warum wurde die Szintigraphie eigentlich nicht vor der OP gemacht ?
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  #15  
Alt 26.04.2011, 15:54
oggy2001 oggy2001 ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Zitat:
Zitat von ufilein Beitrag anzeigen
Hallo,
ich habe nun den schriftlichen Befund der Neurologie vorliegen. Es heißt darin:
Ganzkörper-Szintigraphie: der Befund ist suspekt auf eine Metastasierung in der Schädelkalotte, in der Clavicula links, im Sternum, in der Scapula links, im Rippenthorax beidseits, in der Wirbelsäule, im Becken sowie im Femur beidseits.
Dies klingt für mich noch schrecklicher als erwartet, es scheint, dass die Metastasen sich fast im ganzen Körper ausgebreitet haben.
Wir sind morgen in der Urologie des KH, wo mein Mann operiert wurde, vielleicht könnt ihr mir noch Tipps geben, was ich dort noch fragen soll????
Haben in diesem Stadium eigentlich Bestrahlungen noch Sinn oder soll man sich nur auf die Hormontherapie konzentrieren.
Ich weiss momentan gar nicht mehr, worauf ich mich konzentrieren soll.
ufilein

Wie waren die Werte deines mannes vor der OP ?
Ich meine PSA, GS ?
Ich wundere mich immer noch dass keine Szintigraphie vorher gemacht wurde.
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