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  #31  
Alt 08.11.2011, 16:12
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
nun ist es wieder so weit, dass wir dringend eure Hilfe und euren Rat benötigen.
Mein letzter Eintrag war, als bei meinem Mann wegen der festgestellten Knochenmetastasen eine Orchiektomie durchgeführt wurde. Nach dieser OP verschwanden seine rasenden Kopfschmerzen sofort, dafür konnte er nicht mehr gehen. Man teilte ihm mit, dass die Hormonblockade bei diesen Metastasen nicht mehr gegriffen hätte. Er erhielt daraufhin Bestrahlungen am Oberschenkel und im Anschluss daran ein neues Hüftgelenk. Ab diesem Zeitpunkt erhält er monatlich Zometa. Die folgende Reha war gut und er hat sich schnell erholt. Wir machten sogar kleine Wanderungen und waren auch eine Woche auf Urlaub.
Heute musste mein Mann ins Krankenhaus zur Kontrolle. Der PSA ist nach wie vor 0. Allerdings wurden bei der PET CT neuerlich Knochenmetastasen festgestellt und man hat ihm nun dringend zu einer Chemotherapie geraten. Es soll nun alle 3 Wochen Taxotere angewendet werden. Die möglichen Nebenwirkungen wurden sehr schleierhaft geschildert.
Alles in allem scheint es, dass er eigentlich keine andere Chance hat, als die Chemo über sich ergehen zu lassen.

Meine Fragen nun an euch:
Wurde die Hormonblockade ev. zu spät durchgeführt oder war sie einfach nicht wirksam. Was ist trotz der Blockade mit den Knochenmetastasen passiert, warum vermehren sie sich wieder.
Wie ernst ist die Situation? In diversen Beiträgen habe ich bei ähnlichen Situationen von einer sehr limitierten Lebensdauer und einer sehr eingeschränkten Lebensqualität gelesen - wer hat da Erfahrungen.

Ich liebe meinen Mann sehr und ich möchte einfach wissen, woran ich bin und womit ich noch rechnen muss, damit ich ihn so gut wie möglich bei der Bewältigung der Krankheit unterstützen kann.

Danke für eure Hilfe.
ufilein
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  #32  
Alt 09.11.2011, 09:34
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Zitat:
Zitat von ufilein Beitrag anzeigen
und man hat ihm nun dringend zu einer Chemotherapie geraten. Es soll nun alle 3 Wochen Taxotere angewendet werden. Die möglichen Nebenwirkungen wurden sehr schleierhaft geschildert.
Alles in allem scheint es, dass er eigentlich keine andere Chance hat, als die Chemo über sich ergehen zu lassen.
Hallo,

das sehe ich auch sol

Ein schwerkranker Freund hat 4 Jahre lang erfolgreich die Chemotherapie mit Taxotere durchgeführt. Nachdem er Chemoresistent geworden ist, nimmt er das neue Medikament Abiraterone (Zytiga).

Über die Hormontherapie bei Ihrem Mann nachzudenken ist glaube ich müßig. Jetzt ist er orchiektomiert, was glücklicherweise zu einem Rückgang der Schmerzen geführt hat. Das war übrigens bei meinem Vater genauso.

Gruß

Hansjörg Burger
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  #33  
Alt 09.11.2011, 18:04
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo Herr Burger,
danke für Ihre aufbauende Antwort - die "4 Jahre plus" machen mir grosse Hoffnung. In einigen Beiträgen habe ich gelesen, dass die Lebenserwartung nach Auftreten von Knochenmetastasen bei 6 bis 18 Monaten liegt.

Heute war ich im Krankenhaus. Die PET CT zeigt, dass sich die Metastasen explosionsartig in der Wirbelsäule und im Becken verbreitet haben. Daher hat man sich entschlossen, bereits morgen mit der Chemo zu beginnen.

Ich hoffe bloss, dass mit der Chemo nun ein wirksames Mittel gegen diesen aggressiven Krebs eingesetzt wird.

Herzlichen Dank!
ufilein
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  #34  
Alt 11.01.2012, 23:34
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
leider gibt es schon wieder schlechte Nachrichten.
Nachdem sich bei meinem Mann trotz Orchiektomie die Metastasen explosionsartig ausgebreitet haben, hat man sich zur Chemo mit Taxotere entschlossen. Die erste Chemo ging gut, bei der zweiten hatte mein Mann einen allgergischen Schock mit Atemlähmung und Herzstillstand und konnte gerade noch zurückgeholt werden.
Daraufhin wurde das Medikament gewechselt und die dritte Chemo mit Cabazitaxel durchgeführt. Die Chemo wurde sicherheitshalber in der Intensivstation gegeben, es ging alles gut. Heute hatte er die vierte Chemo, wieder mit Cabazitaxel. Diesmal wurde die Infusion auf der Station verabreicht und er hatte wieder einen allergischen Schock - wieder mit Atem- und Herzstillstand. Nach den Notfallmassnahmen wurde er in die Intensivstation gebracht.
Der Chefarzt der Urologie in diesem Krankenhaus hat den besten Ruf und ist europaweit anerkannt. Das ganze Drumherum ist jedoch - so wie es sich jetzt darstellt - das totale Chaos. Ich hatte diesbezüglich auch schon ein ausführliches Gespräch mit dem Chefarzt.
Für mich ist jedenfalls jetzt klar, dass man keine Chemo mehr geben kann. Das heisst aber für mich auch, dass mein Mann keine Therapie gegen den Krebs mehr bekommt.
Meine Frage daher, gibt es noch andere Möglichkeiten bzw. Medikamente, mit denen man die Metastasen eindämmen kann. Die Metastasen sind mittlerweile in der gesamten Wirbelsäule, im Becken, in den Rippen usw. Für mich ist es unvorstellbar, dass wir untätig dem Fortschreiten des Krebses zusehen müssen.
Weiss noch jemand irgend einen Rat, was man noch tun kann?????
Vielen Dank.
ufilein
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  #35  
Alt 20.01.2012, 14:46
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich jetzt im falschen Forum bin, weil mir keiner mehr antwortet.
Sollte ich vielleicht in ein Forum wechseln, in dem Betroffene mit fortgeschrittenem PC sind?????
Ich wünsche euch allen alles erdenklich Gute.
ufilein
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  #36  
Alt 21.01.2012, 12:44
Sven.P Sven.P ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Wieso das denn? Es wurden Dir/ Euch doch zahlreiche Infos genannt. Alles weitere zeigt doch die Zukunft selbst, wie sich der Krebs verhält. Ich habe meine OP im letzten Jahr im März gehabt und so ziemlich alle Höhen und Tiefen durchlebt. Bestrahlung, Hormonentzugs Therapie, Diabetis II mit Tablettengabe und Insulin spritzen. Heute gehe ich wieder arbeiten und versuche mein Leben dem Krebs anzupassen und das Beste drauss zu machen. Also was genau erwartest Du jetzt vom Forum?
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  #37  
Alt 22.01.2012, 10:32
Hansjörg Burger Hansjörg Burger ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Zitat:
Zitat von ufilein Beitrag anzeigen
Haben in diesem Stadium eigentlich Bestrahlungen noch Sinn oder soll man sich nur auf die Hormontherapie konzentrieren.
Hallo,

lesen Sie doch bitte einfach den Patientenratgeber II, auf den ich Sie schon in einer früheren Antwort hingewiesen habe.

Im Augenblick ist die Hormontherapie, so lange sie noch wirkt, die Therapie der Wahl für Ihren Mann. Eine Bestrahlung der Prostata scheint mit in diesem fortgeschrittenen Stadium, in dem der Krebs metastasiert hat, systemisch geworden ist und die Prostata verlassen hat, sinnlos.

Eine Bestrahlung einzelner Knochenmetastasen, insbesondere gegen die Schmerzen kann sinnvoll sein. Ist sie nicht möglich, gibt es auch die Behandlung mit Radionukleiden.

Wenn die Hormonbehandlung eines Tages nicht mehr wirken sollte, dann läuft es auch eine Chemotherapie mit Docetaxel hinaus. Und glücklicherweise gibt es zwei neue Medikamente, die auch nach der Chemo noch wirken: Cabazitaxel und Zytiga (Abiraterone).

Die PREVAIL-Studie, in der MDV3100 vor einer Chemo getestet wird, könnte für Ihren Mann interessant sein. Prüfen Sie nach, ob er die Einschlusskriterien erfüllt. Hier erfahren Sie die nächstgelegene Studienzentrale:

http://yourprostatecancer.com/de/fact-sheet.html

Alles Gute für Sie beide!

Hansjörg Burger
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  #38  
Alt 01.01.2013, 18:52
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
seit einem Jahr war ich nicht mehr im Forum.
Ich wünsche euch allen ein gutes Neues Jahr, das vor allem einen Weg der Besserung bringen soll!

Nachdem mein Mann genau vor einem Jahr zweimal nach der Chemo einen allergischen Schock hatte und reanimiert werden musste, teilte man ihm im Krankenhaus mit, dass man nur mehr Schmerzbekämpfung machen könne, da die Chemo die einzige Therapie wäre, die ihm noch helfen könnte. Daraufhin hat er die Klinik gewechselt. Im neuen Krankenhaus hat man sofort die Behandlung mit Zytiga begonnen. Zusätzlich bekommt er Trenantone und Zometa und noch einige Medikamente. Er hat sofort bestens auf diese Therapie angesprochen. Er ist seither schmerzfrei und hat wieder eine gute Lebensqualität. Ihr werdet es kaum glauben, aber wir konnten wieder Wanderungen unternehmen, wir waren in unseren schönen Bergen unterwegs, wir machten Urlaub auf einem Hausboot im Elsass, wir machten einige Kurzurlaube in Thermen usw. Wir sind so dankbar für dieses Geschenk und wir hoffen natürlich inständig, dass dieser Zustand weiterhin anhält. Bei den monatlichen Untersuchungen und den quartalsweise erfolgten MR's wurde immer wieder Stabilität seines Zustandes festgestellt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen alles Gute! Bewahrt euch den Optimismus - ihr seht, es geschehen auch kleine Wunder!!!!!
Alles Gute
ufilein
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  #39  
Alt 13.02.2014, 13:45
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hallo,
seit meinem optimistischen Beitrag von vor ca. einem Jahr hat sich bei uns sehr viel getan. Zytiga hat für ca. 1 Jahr wahre Wunder gewirkt und hat uns beste Lebensqualität geschenkt. Leider hat die Wirkung dann aufgehört und man wartete auf Xandi. Dieses hat leider überhaupt keine Wirkung gezeigt. Nachdem mein Mann zwei Mal nach der Chemo einen Herz- und Kreislaufstillstand hatte, hatte man vorher alles andere versucht. Es gab einige Bestrahlungen (Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule mit beträchtlichen Schäden an der Speiseröhre etc.). Schließlich begann man zu Beginn dieses Jahres doch wieder mit einer Chemo, die er glücklicherweise auch vertragen hat. Sein Zustand war jedoch schon sehr schlecht, die Metastasen haben sich überall verbreitet und sind speziell in den Schädelknochen sowohl nach aussen als auch nach innen gewachsen. Einzige Hilfe ist lt. unseren Ärzten nun eine Bestrahlung des gesamten Schädels, was natürlich auch mit Risken verbunden ist. Aber es ist wenigstens eine Chance, noch eine sehr limitierte Zeit mit halbwegs erträglichen Schmerzen zu erleben. Andererseits würde er nach Meinung unserer Ärzte in den nächsten Wochen bzw. Tagen versterben.

Die Situation ist für uns jetzt natürlich sehr, sehr schwer und wir sind beide überaus traurig. Wir sind aber auch sehr dankbar für das wunderschöne Jahr 2012, das uns geschenkt wurde.

Euch allen wünschen wir alles Gute!
ufilein
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  #40  
Alt 19.02.2014, 20:59
ufilein ufilein ist offline
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Standard AW: Befund nach Prostata OP

Hat denn irgend jemand von euch Erfahrungen mit Bestrahlungen des Gehirns??? Mit welchen Nebenwirkungen muss man wirklich rechnen, die Ärzte sagen da ja nie genau, was eintreten kann bzw. wird.
ufilein
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  #41  
Alt 11.06.2014, 20:38
ufilein ufilein ist offline
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Unglücklich AW: Befund nach Prostata OP

Zitat:
Zitat von ufilein Beitrag anzeigen
Hat denn irgend jemand von euch Erfahrungen mit Bestrahlungen des Gehirns??? Mit welchen Nebenwirkungen muss man wirklich rechnen, die Ärzte sagen da ja nie genau, was eintreten kann bzw. wird.
ufilein

Mein Mann ist leider Ende Mai nach einem bewundernswerten Kampf gegen den Krebs verstorben.
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