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  #1  
Alt 17.12.2013, 00:46
aativ aativ ist offline
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Registriert seit: 17.12.2013
Beiträge: 2
Standard Mein Papa liegt im Sterben.

Hallo liebe Mitglieder.

Ich habe mich vor paar Minuten hier angemeldet weil ich das Gefühl habe jeden Moment durchzudrehen :'(
Mein geliebter Vater hat vor 2 Jahren die Diagnose "Krebs" bekommen (Lungenkrebs).Die Ärzte gaben ihm wenige Monate zu leben er hat sich aber aufgerafft und fleißig jede Chemo bewälltigt, hat selber eingekauft und sogar beim Umzug im Juli 2012 in eine neue Wohnung problemlos mit angepackt. Er war zwar geschwächt und nicht mehr so stark wie in gesunden Zeiten, dennoch hat er sich nie beschwert oder uns die Hoffnung genommen. Er war bzw. ist uneilbar krank.. der Krebs ist schon im endstaduim,dennoch schien das Thema TOD so weit weg.

Seit 4 Tagen liegt er nun im KH. Er hat einen aufgeblähten Bauch (Ursache dafür sind Wasseranlagerungen),seine Nieren scheinen langsam zu versagen und seine Blutwerte sind katastrophal. Er wurde heute morgen in die Palliativ Station verlegt was für mich, so hart es auch klingt,heißt: Ihm kann definitiv nicht mehr geholfen werden also geben sich die ärzte keine Mühe mehr meinen lieben Vater am leben zu erhalten, sondern versuchen im eine.. was auch immer ..verbesserte "Lebensqualität" zu ermöglichen.

Das heißt quasi für mich,dass ich jede Minute damit rechnen kann, ihn zu verlieren,oder? Ich drehe hier am Rad. Meine Mutter wacht Tag und Nacht an seinem Krankenbett und ich muss hier alleine in unserer Wohnung hilflos warten bis es sich bessert oder wahrscheinlich verschlechtert. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll..mein Papa ist die Welt für mich. Er ist erst 59 Jahre alt und ich mit frischen 20 bin noch nicht bereit meinen Papa loszulassen. Wieso ist die Medizin nicht soweit fortgeschritten um Krebs bekämpfen zu können? Wieso sind es immer die guten Menschen die leiden? Ich bin so wütend auf diese Welt dass sie mir meinen Vater nimmt..und traurig darüber dass ich mich darauf einstellen muss ihn bald nicht mehr in meinen arme zu haben.

Was meint ihr? Ist es sinvoller noch Hoffnung bis zuletzt zu haben und optimistisch an die Situation ran gehen? Oder ist es sinvoller der Realität in die Augen zu schauen und mich an den Gedanken gewöhnen ihn zu verlieren?
Bitte helft mir ich weiß nicht wo mir der Kopf steht.

Falls jemand ähnliches durchmacht bzw durchgemacht hat würde es mir helfen wenn ihr mir schreiben könntet... aativ@gmx.de

Liebe Grüße...
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  #2  
Alt 17.12.2013, 01:08
Biene79 Biene79 ist offline
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Registriert seit: 21.11.2013
Ort: Berlin
Beiträge: 6
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Hallo liebe aativ,
es tut mir sehr leid das es deinem Vater so schlecht geht.

Ich war 17 Jahre alt als ich meinen Vater an Lungenkrebs verloren hatte. Er war auch gerade erst 57 Jahre alt.
Bei ihm ging es sehr schnell, von der Diagnose bis wo er gestorben ist waren es gerade mal 6 Wochen.
Ich konnte mich nicht mal vorbereiten, da die Ärzte uns auch noch nicht mal richtig gesagt haben wie schlimm es um ihn stand.

Jetzt bin ich wieder in der gleichen Situation.
Habe vor 3 Monaten erfahren das meine Mutter Lungenkrebs hat.
Meine Welt ist schon wieder zusammen gebrochen.
Gehe jetzt aber realistischer mit um, werde so viel Zeit verbringen mit ihr, wie ich nur kann und sie in allen unterstützen.
Das finde ich einfach das wichtigste.

Lg
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  #3  
Alt 17.12.2013, 01:23
aativ aativ ist offline
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Registriert seit: 17.12.2013
Beiträge: 2
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Hallo Biene79,

danke,dass du dich meldest.

Es tut mir sehr leid, dass du diese Schickssalschläge erleben musstest bzw. musst. Ich hoffe du hast den Tod deines Vater einigermaßen verkraften können und ich wünsche dir alles gute dieser Welt und viel kraft für dich und deiner Mutter! Wahscheinlich hast du recht, ich sollte soviel Zeit wie möglich mit ihm verbringen...

Liebe Grüße und Gute Nacht...
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  #4  
Alt 17.12.2013, 02:13
ulphin ulphin ist offline
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Registriert seit: 08.08.2010
Beiträge: 140
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Liebe(r?) Aativ,

es tut mir sehr leid, Dich hier willkommen heißen zu müssen. Sei einfach von Herzen umarmt.

Sehr gut kann ich (vor etwas mehr als drei Jahren starb meine Mutter mit 73 an Krebs), obwohl ich Deine Mutter sein könnte – und ganz sicher auch noch ganz viele weitere User hier – nachvollziehen, wie es Dir zumute ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich Dir jedoch versichern, dass eine palliative Behandlung zunächst nur bedeutet, dass die Ärzte genau das anstreben, was Du selbst ansprichst: die Lebensqualität des lieben Kranken zu verbessern/zu erhalten. Das ist doch sicher eher gut, denn dazu gehört Linderung etwaig vorhandener Schmerzen, Sauerstoffgabe bei Atemnot, Gabe geeingneter Medikamente bei Übelkeit etc. Was im Einzelfall noch möglich ist, können Dir sicherlich die Ärzte genauer sagen, daher scheut Euch nicht, sie mit Fragen, die Ihr Euch auch aufschreiben könntet, zu löchern.
Der andere Aspekt, auf den ich Dein Augenmerk richten möchte, ist der der Wünsche Deines Vaters. Ich nehme an, er ist über die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung informiert? Hat er sich dazu geäußert, welchen Umgang er dazu möchte, am besten in einer Patientenverfügung?

Kannst Du Dir für Dich/für Euch die Inanspruchnahme externer Hilfe (Sozialdienst im KH, Psychoonkologe, ….) vorstellen?

Von Herzen wünsche ich Dir und Deiner Familie alles Gute.

Ulphin
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  #5  
Alt 17.12.2013, 09:51
hermannJohann hermannJohann ist offline
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Registriert seit: 26.11.2013
Beiträge: 203
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Liebe(r) Aativ,
ich wünsche Dir alles Gute und die Kraft, die nächste Zeit durchzustellen. Palliativ heißt zunächst nur, dass die Ärzte keine Heilung mehr erwarten. Das bedeutet aber nicht, dass die Kranke nicht noch Wochen oder Monate leben kann. Meine Frau war auch auf der Palliativstation. Nach der Entlassung hat sie noch mehrere Wochen zuhause gelebt und sogar im Garten gearbeitet. Auch machten wir einen Kurzurlaub an der Ostsee. Leider ging es ihr später wieder schlechter. Versuche die Zeit mit Deinem Vater zu nutzen.
Liebe Grüße
Hermann
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  #6  
Alt 22.12.2013, 22:13
Teddy81 Teddy81 ist offline
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Registriert seit: 22.12.2013
Beiträge: 4
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Hallo aativ,
mein Papa hat 8 Wochen auf der Palliativstation verbracht, bevor er vor 3 Tagen eingeschlafen ist...die Zeit die er dort verbracht hat, war für ihn die die am sorgenärmsten war. Und sie hat uns Zeit geschenkt uns mit dem bevorstehenden Tod auseinander zu setzen. Ich bin gerade sehr traurig, aber erleichtert und durch den Verlauf habe ich alles sagen können, was mir wichtig war und nicht den Funken von "hätte ich doch" im Gefühl. Das möchte ich dir mitgeben! Nutze die verbleibende Zeit - sie kann lang oder auch kurz sein, aber es ist am Ende hilfreich zu wissen, dass man sie genutzt hat!
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  #7  
Alt 02.01.2014, 22:46
blutengel blutengel ist offline
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Registriert seit: 01.01.2014
Beiträge: 10
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Es tut mir schrecklich leid für dich und weiss was du grade durchmachen musst und noch wirst .Ich habe das vor 6 wochen mitgemacht und fange jetzt noch an zu weinen wenn ich manche geschichten hier lese.Denke ich das ich mitten drin bin was mit meinen papa gewesen ist . Ich wünsche und schicke dir erstmal ganz viel kraft und ganz viel halt .Mein papa ging am 23.11 2013 ins licht der lungenkrebs hatte gewonnen ganz viele liebe grüsse blutengel


Der Tag wo Du gehen wirst ,
wird der Tag sein wo du von
schmerz und leid befreit wirst
und du wirst ein weg ins paradies
gehen wo für schmerz und leid der weg gespeert ist.
Es sind nur die tore für deine seele dort geöffnet für ein leben danach
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  #8  
Alt 03.01.2014, 14:54
Flo86 Flo86 ist offline
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Registriert seit: 03.01.2013
Beiträge: 56
Standard AW: Mein Papa liegt im Sterben.

Hallo Aativ,

auch ich habe das gleiche wie du sowohl mei meinem Dad (Bauchspeicheldrüse +2006, 52Jahre alt) und bei meiner Mum (kleinzeller Lunge, +2013, 55Jahre alt) mitgemacht. Es ist einfach sehr schwer zu akzeptieren das ein so geliebter Mensch uns leider verlassen muss und dann noch an so einer feigen und heimtückischen Krankheit wie dieser. Zu beginn fiel es mir auch sehr schwer und auch ich habe mich hier ins Forum gewandt und viel Hilfe, Trost und gute Worte gefunden. Den Umgang damit bewältigt jeder anders, aber es nicht mit dir alleine auszumachen und dich hier anzumelden ist schon mal ein gutes Zeichen. Hier wirst du verstanden, denn mir zumindest ging es so, dass mein Freundeskreis nicht so richtig mitfühlen konnte was es bedeutet den Kampf und Krampf gegen diese Krankheit hautnah mitzuerleben, da selber noch niemand familiär betroffen war.
Als die Krankheit bei meiner Mum ausbrach wusste ich darüber schon so gut bescheid das ich keinen Arzt mehr brauchte der mir sagt das sie es nicht überleben wird, das akzeptieren und die Verarbeitung begann bei mir schon zur Diagnosestellung. Als sie dann in die Situation kam in der dein Papa nun ist habe ich versucht noch so viele schöne Momente zu erleben die ich noch in Erinnerung behalten kann, aber gleichzeitig langsam loszulassen.
Jeder verarbeitet solche Situationen anders.
Ich wünsche und hoffe für dich das du gut damit umgehen kannst und dich nicht unterkriegen lässt!!
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Stichworte
angst, hoffnung, papa, tod, verlust


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