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  #1  
Alt 29.05.2019, 17:43
Ford Prefect Ford Prefect ist offline
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Standard Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Hallo miteinander!

Auch wenn es bei mir bislang sehr gut aussieht, mache ich mir dennoch schon Gedanken über die Zeit danach, insbesondere hinsichtlich der Nachsorge und ggf. einer adjuvanten Therapie.

Zunächst mal finde ich es heftig, dass die Krankenkasse erst ab 35 Jahren nur alle zwei Jahre das Screening bezahlt und dann nicht mal die Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop übernimmt. Hat sich daran etwas geändert? Gibt es auch Kassen, die eine engmaschigere Vorsorge und Nachsorge übernehmen?

Dann frage ich mich auch, wie es mit einer adjuvanten Therapie aussieht. Die Kombinationstherapie aus Nivolumab und Ipilumab wird ja seit Mai 2018 von der Krankenkasse übernommen, oder? Ab welchem Stadium eigentlich? Wird es auch bei Patienten mit niedrigeren Stadien übernommen? Welche Medikamente aus der Klasse der Immuntherapien werden denn noch übernommen, bei welchen steht eine Zulassung noch aus?

Wie gesagt, es sieht bei mir gut aus und ich gehe positiv an die Sache ran. Meine Prognose ist gut und ich denke, dass ich es bald überstanden habe. Dennoch möchte ich gerne für alle Evantualitäten gewappnet sein und so viel wie möglich über diese Kackbratze wissen, die mich leider auch erwischt hat. Man muss seinen Feind ja kennen!

Ich wünsche Euch alles Gute und vor allem gute Besserung!
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  #2  
Alt 29.05.2019, 19:59
Onkogast Onkogast ist offline
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Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Die Kombination Nivolumab/Ipilimumab in der adjuvanten Situation läuft in Studien, ist aber nicht zugelassen - nur für die palliative Situation.

Zugelassen sind Nivolumab und Pembrolizumab.
Vorher muss aber auf Mutationen (u.a. BRAF) untersucht werden - liegen diese vor, werden orale Therapien (zielgerichtete Medikamente) gegeben und keine Immuntherapie.

Gilt alles für das Stadium 3, die vollständig reseziert wurden (logischerweise, sonst wäre es ja keine adjuvante Situation). Zusätzlich Nivolumab auch im Stadium 4.

Therapiedauer: 1 Jahr


Zum anderen:
Es gibt schon einzelne Kassen, die teilweise (aber auch Bundeslandabhängig) die Untersuchung schon eher anbieten als mit 35.

Ich denke mal, dass das in nächster Zeit auch zunehmen wird.
Was heißt heftig - diese Regeln werden ja nicht sinnentfremdend oder willkürlich festgelegt.
Wie jeder Krebsvorsorgeuntersuchung gibt es immer Risikofaktoren (hier jetzt auf das Alter bezogen). Natürlich kann es auch eher auftreten, aber es ist eben sehr sehr selten. Sonst könnte man über jede Altersregelung bei jeder Vorsorgeuntersuchung ellenlang diskutieren.
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  #3  
Alt 30.05.2019, 18:10
Ford Prefect Ford Prefect ist offline
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Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Hallo Onkogast,

vielen Dank für die Antwort. Immerhin wird die Kombinationstherapie aus Nivolumab und Pembrolizumab übernommen. Von einer palliativen Situation kann und wird bei mir auch nie die Rede sein. Dennoch würden doch gerade Patienten in einem frühen Stadium (1b-2c) von einer adjuvanten Therapie profitieren, da diese das Rezidiv- und Progressionsrisiko signifikant senken können. Werden gerade neuere Medikamente zugelassen bzw. ist absehbar, ob und ab wann diese übernommen werden?

Den Unterschied zwischen zielgerichteter Therapie und Immuntherapie habe ich allerdings noch nicht verstanden. Für mich fieln z.B. Ipilimumab in die Kategorie "Immuntherapie". Falsch gedacht?

Bei mir war es mit der zeitnahen Behandlung kein Problem. Von der ersten verdächtigen Hautveränderung, die mir auffiel über die Untersuchung bis zur Operation mit vollständiger Entfernung des Melanoms verging weniger als eine Woche. Letztlich wurde ich sehr kompetent und gut behandelt. Dennoch frage ich mich, wie man allen Ernstes die Untersuchung mit dem Dermatoskop als Zusatzleistung festlegen kann.

Und, naja, Risikofaktoren. Ich bin als blonder, blauäugiger Mensch mit vielen Pigmentmalen und Leberflecken unabhängig meines Alters ein Hochrisikopatient. Dennoch gilt auch für mich die Zweijahresfrist ab 35 Jahren. Kann man drüber streiten, ob die Regelung Sinn ergibt. Ich nehme es jetzt erstmal so zur Kenntnis, da ich ja jetzt ohnehin engmaschig untersucht werde.

Danke jedenfalls für die Antwort, ich wünsche Dir noch einen schönen Männertag!

Geändert von Ford Prefect (30.05.2019 um 18:14 Uhr)
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  #4  
Alt 30.05.2019, 18:46
P. S. P. S. ist offline
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Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Hallo Ford Prefect,

mich würde mal interessieren, in welchem Stadium du bist, welche Art von Melanom du hattest und die Eindringtiefe nach Breslow. Ich bin im Stadium I a und froh, dass ich keine Therapie brauche.

Dass bei dir nie von einer palliativen Situation die Rede sein kann verstehe ich nicht so ganz. Ich gehe seit 4 Jahren regelmäßig zur Kontrolle, bei unterschiedlichen Hautärzten (Praxis und Hautklinik) und wundere mich immer darüber, wie unterschiedlich die Untersuchung abläuft. Und dass die Ärzte immer andere Nävis mit dem Dermatoskop anschauen. Die haben total unterschiedliche Sichtweisen und jeder achtet auf was anderes. Besonders die Assistenzärzte in der Hautklinik holen sehr schnell den Oberarzt zur Begutachtung dazu und dann gibt's einen Termin zum Schneiden (erst am Di wieder, jetzt warten auf Befund ).
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  #5  
Alt 30.05.2019, 19:11
Ford Prefect Ford Prefect ist offline
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Beiträge: 9
Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Hallo P.S.,

ich hatte gleich zwei maligne Melanome. Eines in situ und das andere mit einem Breslow-Index von 0,8mm, wobei der endgültige Befund noch aussteht. Letzteres allerdings mit einer Ulzeration, was Stadium 1b und dem Äquivalent einer Tumordicke von 1-2mm hinsichtlich der Prognose entspricht. Makrometastasen habe ich definitiv keine. Ob im Wächterlymphknoten Mikrometastasen sind, weiß ich noch nicht. Ich gehe aber davon aus, dass dem nicht so sein wird. Bislang sieht alles von Sono über Blutbild bis Tumormarker perfekt aus.

An eine Progression oder eine palliative Situation möchte ich von daher auch gar nicht denken. Ich nehme diese Erkrankung sehr ernst und werde alles dafür tun, nie in eine solche Situation zu kommen. Ich habe meine Ernährung radikal umgestellt, werde extrem viel Sport machen, gesund leben und jede Therapie mitnehmen, die ich kriegen kann. Ich glaube ja nicht, dass man durch positives Denken oder esoterisches Gehabe den Verlauf einer Krebserkrankung wesentlich beeinflussen kann. Aber ich denke schon, dass man einen begrenzten Einfluss hat. Von daher gehe ich fest davon aus, dass bei mir alles gut wird, wozu ich natürlich auch was tun muss.

Es tut mir leid, wenn ich Dir mit der Äußerung auf den Fuß getreten sein sollte. Es kann auch helfen, grundsätzlich vom Schlimmsten auszugehen, um dann erleichtert zu sein, wenn es doch nicht so dramatisch ist. Aber bei Dir sieht es ganz gut aus. Positiv ist auch, dass Du die Nachsorge sehr ernst nimmst und Du offensichtlich gut betreut und behandelt wirst. Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem. dass Du mit der Unsicherheit, die erstmal bleibt, gut umzugehen lernst. Alles wird gut!

Geändert von gitti2002 (30.05.2019 um 21:58 Uhr) Grund: Vollzitat
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  #6  
Alt 01.06.2019, 03:19
libertyexpress libertyexpress ist offline
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Beiträge: 50
Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Zitat:
Zitat von Ford Prefect Beitrag anzeigen
Hallo miteinander!
...
Dann frage ich mich auch, wie es mit einer adjuvanten Therapie aussieht. Die Kombinationstherapie aus Nivolumab und Ipilumab wird ja seit Mai 2018 von der Krankenkasse übernommen, oder? Ab welchem Stadium eigentlich? Wird es auch bei Patienten mit niedrigeren Stadien übernommen?
...
Das ist ja spannend das du auch bei Melanomen im Stadium 1-2 einen Vorteil bei Nivolumab/Ipilumab siehst, mal queer gedacht das liebe ich. Woher kommt die Erkenntnis? Wirklich ernst gemeint.

Gruss jon
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  #7  
Alt 01.06.2019, 04:38
Ford Prefect Ford Prefect ist offline
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Beiträge: 9
Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Hallo libertyexpress,

vielleicht nicht diese Kombinationstherapie. Über die verschiedenen adjuvanten Therapiemöglichkeiten weiß ich noch recht wenig, von daher frage ich ja.

Aber ich denke schon, dass es in frühen Tumorstadien einen prognostischen Vorteil durch solche Therapien gibt.
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  #8  
Alt 01.06.2019, 08:37
Onkogast Onkogast ist offline
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Standard AW: Diagnose malignes Melanom - was zahlt die Krankenkasse?

Kann durchaus sein, aber wird zumindest vorerst nicht kommen.
Man muss auch Nutzen und Risiko gegeneinander abwiegen.

Die Kombi aus Nivo und Ipi (ja auch das ist Immuntherapie) KANN gravierendste Nebenwirkungen haben. Zwei Patienten hatten bei uns eine fulminant verlaufende Autoimmunhepatitis, ein anderer eine Kolitis bekommen, die sehr schwer in den Griff zu bekommen war.
Wenn man das in der palliativen Situation einsetzt, dann erkauft man sich mit dieser Behandlung u.U. einige Jahre (!) Lebenszeit.

Bei frühen Stadien in der adjuvanten Situation, wo die (unbekannte) Metastasierungsrate niedrig ist, schießt man aber sicher nicht freiwillig mit Kanonen auf Spatzen.


P.S.:
Kombinatiln aus Nivolumab und Pembrolizumab?
gibts nicht.
Einzeln sind beide zugelassen für adjuvant Melanom, ja, aber nicht kombiniert.

Ob neue Therapien im (nahen) Kommen sind, kann ich leider nicht sagen.

Naja, wer natürlich ein spezielles Risikoprofil hat (wie du), der kann sicher auch vor dem 35.jahr mit Überweisung vom Hausarzt beim Dermarologen vorstellig werden, der dann wiederum schauen kann/muss und gegebenenfalls die Untersuchungen aus medizinischer Dringlichkeit auch in anderen Intervallen anordnen und abrechnen kann.
Ja, das mit dem Auflichtmikroskop ist tatsächlich ein unschöner Status quo.
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