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  #1  
Alt 17.12.2005, 16:00
mafisch mafisch ist offline
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Standard Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo zusammen,

vor etwa 5 Jahren hatte mein Vater einen schweren Arbeitsunfall. Bei der Montage einer Anlage ist eine mehrere hundert Kilo schwere Stahlplatte auf sein Bein gefallen und hat sein Knie völlig zertrümmert. Die Folge waren zahlreiche Krankenhausaufenthalte, ein künstliches Knie, Sepsis, erneute Krankenhausaufenthalte und eine permanente Einnahme von Schmerzmitteln, um das Leben einigermaßen erträglich zu machen. Die medizinische Versorgung wurde zu dieser Zeit durch die Berufsgenossenschaft übernommen. In 2004 - mein Vater war inzwischen Rentner - wurde schließlich ein Nierentumor festgestellt, an dem er wenige Monate später verstarb. Es ist zu vermuten, dass die Krebserkrankung eine Folgeerscheinung der starken Einnahme von Schmerzmitteln ist. Mit den Tod meines Vaters hat die BG jedoch alle Zahlungen etc. eingestellt und natürlich keine Verbindung zum Arbeitsunfall gesehen. Meine Frage nun: gibt es Präzidenzfälle zu diesem Thema? Könnte die Erkrankung eventuell doch von der BG anerkannt werden? Wie hoch wären die Chancen?
Wer kennt ähnliche Fälle? Gute Anwälte?

Ich würde mich über jeden Hinweis sehr freuen!!!
Vielen Dank!

Marc
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  #2  
Alt 18.12.2005, 08:11
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Marc,



Wer ist auf die Vermutung gekommen, daß die Einnahme von Schmerzmedikamenten den Nierentumor auslösten?

Ich bin kein Arzt oder in der Biologieforschung, aber warum enstehen bei Langzeitmedikation in der Schmerztherapie keine vergleichbaren Fälle? Ich bin Schmerzpatientin, habe vorher in allen Richtungen recherchiert und bin auf keinen Zusammenhang mit Tumoren gekommen.

Da ich Dir nicht weiterhelfen kann, habe ich nur einen Rat für Dich. Setze Dich mit den Forschungsabteilungen größerer Universitätskliniken in Verbindung, welche in der Urologie Forschung betreiben ( z.B. die Universitätsklinik in Tübingen).

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, und würdest Du demtentsprechende Informationen erhalten, wäre es nett, wenn Du sie hier posten könntest.
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #3  
Alt 18.12.2005, 13:56
mafisch mafisch ist offline
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Registriert seit: 17.12.2005
Beiträge: 4
Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Jutta,

verschiedene Studien haben den Zusammenhang von Schmerzmittelkonsum und Nierenkrebs bestätigt:

"Wichtige beeinflussbare Risikofaktoren sind Tabakkonsum und chronischer Schmerzmittelmißbrauch. Der regelmäßige Gebrauch (oder Mißbrauch) von bestimmten Schmerzmitteln wie Phenacetin und Acetaminophen kann Nierenkrebs begünstigen, wie auch in neuen Studien bestätigt wird."

Hier noch zwei Links, in denen ein Zusammenhang unter den Risikofaktoren aufgeführt wird.

http://www.krebsgesellschaft.de/db_n...oren,4267.html

http://www.uni-duesseldorf.de/krebs2/krebsarten16.html

Wenn ich weiteres zum Thema erfahre, gebe ich hier gern bescheid.

Viele Grüße,
Marc
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  #4  
Alt 18.12.2005, 22:17
SurvivorJens SurvivorJens ist offline
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Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Marc,
ich bin Moderator im Nierenkrebsforum und selbst Nierenkrebspatient. Ich kann Deine Vermutung, daß Nierenkrebs eine Folge der Einnahme der schweren Schmerzmittel Deines Vaters ist verstehen, liegt ja nahe, aber bestätigen oder gar pauschalisieren kann ich das nicht ! Jedes Mittel hat eben nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß bei ordnungsgemäßer Einnahme auch noch so harter Schmerzmittel Krebs, egal wo, entstehen kann.
Ich weiß von einigen Medikamenten, daß sie die Nieren angreifen können, mehr nicht.
Wie gesagt, ich bin Betroffener, kein Arzt.
Wo mein Nierenkrebs herkam, kann ich nicht beweisen, ich kann es nur vermuten und habe deshalb, so weit es eben geht, mein Leben umgestellt, bzw "Gewohnheiten" geändert oder ganz abgelegt. Das einzige, was ich bis zu meiner Erkrankung vor drei Jahren an Schmerzmittel zu mir genommen hab, das war die Spritze beim Zahnarzt, oder Paracethanol nach einer heftigen Nacht, sonst nichts !
Trotzdem, forsche weiter, bin gespannt auf Deine Ergebnisse, und wenn Du dein Thema im Nierenkrebsforum haben möchtest, schreib mich bitte an !

Jens
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  #5  
Alt 24.12.2005, 09:58
Benutzerbild von AndreaS
AndreaS AndreaS ist offline
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Ort: SB
Beiträge: 961
Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Marc,

auch mein Mann ist an Nierenkrebs gestorben. Was den Kampf mit der BG betrifft, so habe ich zwischenzeitlich aufgegeben. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Erkrankung meines Mannes in unmittelbaren Zusammenhang mit seinem Beruf und den verarbeiteten Lösemitteln und Farben etc. zusammenhing. Aber die BG hat ganz einfach den längeren Atem. Hauseigene Gutachter, die niemals gegen die BG begutachten würden. Jahrelange Prozessführung? Wer schafft das in der Situation als Trauernde. Ich habe Akteneinsicht erhalten in die Liste der als Berufserkrankung gemeldeten Fälle von Nierenkrebs. Sie wurden allesamt abgelehnt. Einige (so auch ich) haben Rechtsmittel eingelegt, geklagt hat keiner (auch ich nicht), da die Beweislast einzig und alleine bei den Betroffenen liegt. Öffentliches Interesse besteht nicht, es geht ja nur um einen Angehörigen, der in der Masse kein Gewicht hat, somit stehst du alleine da.

LG
Andrea
__________________
Που να 'σαι τώρα που κρυώνω και φοβάμαι
και δεν επέστρεψες
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  #6  
Alt 08.10.2006, 11:51
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Fides Fides ist offline
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Beiträge: 25
Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Marc,

ich hab den Thread gerade gefunden. Tut mir leid, dass Dein Vater so ein Unglück hatte.

Habt Ihr denn inzwischen etwas mit der BG erreichen können?

Viele Grüße
Carola
__________________
Nicht dem Leben mehr Tage,
sondern den Tagen
mehr Leben geben.

Indisches Sprichwort
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  #7  
Alt 08.10.2006, 19:05
mafisch mafisch ist offline
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Registriert seit: 17.12.2005
Beiträge: 4
Standard AW: Krebs als Folge eines Arbeitsunfalls

Hallo Carola,

nein. Wir haben noch nichts wirklich erreicht. Aber es erfolgt noch immer ein reger Briefwechsel zwischen der BG und uns :-).

Ein BG-naher Arzt hat in der Zwischenzeit ein für uns negatives Gutachten erstellt. Wer hätte das gedacht :-)...

Mal sehen, was noch so passiert ...

Viele Grüße,
Marc
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