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Hallo zusammen,
ich bin aktuell 34 und es ist fast genau einen Monat her, seit sich mein Leben auf den Kopf gestellt hat. Am 17.11.22 kam der Anruf mit der Diagnose Gallengangskrebs. Ich bin stark übergewichtig, habe aber seit 2012 von 182 auf aktuell 124 abgespeckt - natürlich mit Auf und Abs. Seit diesem Jahr hatte ich aber ein strammes Fitnessprogramm gemacht und seit Weihnachten bis zum Anruf von 142 auf 130kg abgenommen. Wegen der hohen Diabetes-Gefahr war ich auch in regelmäßiger hausärztlicher Betreuung und dort ist Anfang Oktober ein bissel erhöhter Leberwert aufgefallen. Also Sono beim Hausarzt, der das Gesehene nicht einordnen konnte. Es war also ein reiner Zufallsbefund. Dann ging es weiter mit MRT ("dringend malignom-verdächtig") über Magen-Darm-Spiegelung, 2x Biopsie, Kontrastmittel-Sono und letztlich CT. Zuerst war noch eine FNH im Gespräch aber nach der zweiten Biopsie kam dann das erschütternde Ergebnis - CCC mit 2 Metastasen an der Leber (die größere ist 12 cm) und möglicherweise 4 Mini-Metastasen am rechten Lungenflügel. Ich wurde dann vom lokalen Krankenhaus direkt ans Uniklinikum überwiesen und nach Tumorboard war dann die Empfehlung: Chemo mit Cisplatin/Gemcitabin, in der weiteren Folge dann noch eine eventuelle molekularbiologische Therapie. Seit 07.12. läuft jetzt die Chemo. Bislang hab ich die Port-Implantation und die ersten beiden Chemos gut überstanden, nur ein paar kleinere Nebenwirkungen wie verminderten Appetit und Verstopfung, aber dafür hab ich jetzt auch Drops bekommen. Ansonsten bin ich körperlich fit, außer Adipositas keinerlei Risikofaktoren - kein Rauchen, nur minimal Alkohol (nach 2 Bier bin ich rum), keine Viruserkrankungen, keine Zirrhose oÄ. Naiv wie ich bislang war, war im Arztgespräch im Uniklinikum meine erste Frage, wann ich denn wieder arbeiten kann. ![]() Weil die Ärzte da aber so rumgedruckst haben, dass man jetzt erstmal mindestens 2 Zyklen Chemo machen müsste, um zu gucken, wie sich das Ganze verhält, bin ich stutzig geworden. Bis dahin habe ich angenommen, ich bin ja eigentlich fit, gegen Krebs gibt es heute ganz gute Therapien, ich bin bislang aus allen Schicksalsschlägen wieder besser rausgekommen als vorher. Ich werd wieder gesund. Und dann hab ich wahrscheinlich den dümmsten Fehler gemacht - ich hab mir Studien angechaut. Okay gut, mit 34 gibt es für diese Erkrankung praktisch keine Evidenz - das Durchschnittsalter liegt bei Männern bei 69. Und dann kam der Behandlungsleitfaden: Und wo finde ich das, was bei mir gemacht wird? Unter Palliativer Therapie. Mit Fernmetastasen ist der Drops medizinisch gesehen scheinbar gelutscht... Das war gestern. Heute Nacht dann der Weinkrampf und jetzt sitze ich hier und tippe... Ich habe zumindest beruflich schon einige Tiefschläge einstecken müssen aber ich bin eigentlich eine Kämpfernatur und hab mich immer wieder aufgerafft und bin sogar jedes Mal noch einen Schritt weiter gekommen als vorher. Aber jetzt grad habe ich einfach nur richtig viel Angst. Wie soll ich einen Kampf führen, der schon verloren ist? Viele Grüße, T P.S.: Ich sag einfach mal DANKE, dass ihr hier die Plattform bietet, mir meine Gedanken von der Seele zu schreiben. |
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