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Alt 08.01.2006, 21:21
Benutzerbild von Marinchen
Marinchen Marinchen ist offline
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Standard AW: Papa!Du mußt jetzt gehen.Das ist schon ok

Hallo Sandra, Petra, Anny, Nicole und natürlich auch alle andere, die das auch mitlessen.
Sandra du kannst so gut schreiben, triefst genau auf den Punkt,beschreibst alles so genau,man liest es und hat ein Gefühl live dabei zu sein.Es ist vielleicht deswegen so,weil ich selber das ganze genau so erlebt habe.Zwar errinere ich mich nicht,
Ob er was über Abholung gesagt hat.
Nachhinein habe ich sehr viel über die Zeit (Feststellung der Krankheit bis zum Tode) nachgedacht, und bei uns war es ähnlich wie bei Petra.Mein Vater hatte die gleiche Einstellung“: ich will nichts vom Sterben hören“. Er war auch der festen Meinung es geht ihm so schlecht von der Bestallung und er erholt sich bald wieder.
Für uns war es sehr schwer loszulassen, da wir genau die Einstellung auch hatten.
Vielleicht war das nur unsere Einstellung und er wollte uns nicht enttäuschen oder Weh tuen.Aber das ist im nachhienein das passende,weil wie ich schon im ersten Beitrag berichtet habe,dass ich zu erst mein OK geben musste,mein Einverständniss ihm gehen zu lassen,ihm auf die Reise schieken.................Eine Minute später war die Seele frei.
In den Moment habe ich nur eine Erleichtung gespürt, ob von meiner Schulter seh schwäre Last gefallen ist.
Die Zeit des Schauspiels, Hoffens,Bangens,falschen Ilüsionen,Unsicherheit,und die Zeit der Angst von diesem Tag ,-war jetzt vorbei.

Noch habe ich die Meinung, mein Vater gesehen zu haben, wie er in begleitjung zwei Personen, geht.Er drehte sich um, winkte mir, ich winkte zurück, er hatte einen sehr Zufriedenen Eindruck gemacht und dann war er weg...........
Ich weiß es nicht, es war vielleicht nur eine Ilüsion, ein Traum, ict stand unter Schock, dazu habe ich damals mehrere Nächte kaum geschlafen.
Seit dem Spüre ich ihm zwar, aber er gab mir keine Zeichen, oder ich habe die nicht erkannt, meine Mama dagegen schon.Es war so.-Meine Mutter wollte ein Bild aufhängen, und es musste ein Loch in die Wand gebohrt werden, das erledichte immer mein Vater, Sie konnte sich nicht helfen, rief mich an, und fragte ob mein Mann kurz kommen kann und das machen.Ich habe aufgelegt, und wir beide gingen rüber.
Als wir ein Paar Minuten später das Zimmer betraten, sitzte meine Mutter und weinte.
Bevor ich fragen konnte was los ist, sagte sie nur das Papa gerade hier ist.Und dann erzählte Sie, was in diesen Minuten vorgefallen ist.Ihr fragt euch sicherlich was es war??? Und zwar, meine Mama fing an zu erzählen“: Nach dem ich dich angerufen habe, sagte ich nur,"Ach mein Schatz, Werre du nur hier, müsste ich dann keinen mit meinen Problemen belasten, du hättest alles gemacht.Aber du bist nicht mehr da."Und in diesen Moment "
Erzehlte Sie weiter“: Löste sich eine Schranktür und fiel auf den Boden."

Wir haben das natürlich als ein Zeichen gesehen, und tun es immer noch.

Apropos Zeichen.Ich habe auch versprochen über eine Wahrsagerin zu erzählen.

Als mein Vater tot war, mussten wir uns auf eine Beerdigung vorbereiten.Wir hatten sehr große Hilfe von den Verwandten.
Eine Cousine erzählte mir, das Sie ein Tag davor eine Bekante besucht hat, (Die Bekante kennt uns nicht, und wir Sie auch nicht)und die Mutter von dieser Bekannter ist eine Wahrsagerin und kam zufällig auch dahin.Sie kuckte meine Cousine an und fragte warum sie so traurig ist.Sie erzählte ihr das Ihr Onkel gestern verstorben ist, er hatte Krebs ,hatte sehr gelitten und so weiter.
Die Frau guckte Sie an und beschrieb mein Vater ganz genau und fragte Sie ob er so aussah, wie sie das beschrieben hat.
Meine Kusine sagte ja, es passte genau.
Die Frau sagte dann“: Ja? Gut, er steht gerade neben uns, ist in Begleitung von mehreren Menschen, und er bittet mich das ich dir sage das es ihm sehr gut geht, er ist sehr glücklich, und wir sollen nicht trauern, den die Zeit vergeht wie im Flug, und wir sehen uns dann.Das alles soll Sie auch uns sagen."

Na wie findet Ihr das?
Ich kenne die Bibel einbischen, da wird es oft beschrieben, das wir uns in acht von dem Teufel nehmen sollen, weil er sehr gern mit uns spielt.
Es könnte auch dieses Spielchen sein??
Wir möchten es gerne sehen, und hören.
Das ist meine Meinung, und darum glaube ich an sowas, und wiederum,gleichzeitig auch nicht.

Dazu möchte ich eure Meinungen hören.

Liebe Grüße,
Marinchen
__________________
Jenseits der Zeit, gibt es kein Leid, keine Tränen an dem Ort, den wir Himmel nennen.

(Clemens Bittlinger)

Geändert von Marinchen (22.01.2006 um 13:54 Uhr)
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  #2  
Alt 09.01.2006, 12:46
Benutzerbild von Sandra!
Sandra! Sandra! ist offline
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Beiträge: 83
Standard AW: Papa!Du mußt jetzt gehen.Das ist schon ok

Hallo Anny, Petra & Marinchen und alle anderen!

Es ist wirklich nicht einfach einen geliebten Menschen gehen zu lassen, aber ihn leiden zu sehen ohne großartige Aussichten auf Besserung, zerreißt einem das Herz. Auf Fragen wie das „Warum und Wieso?“ werden wir nie eine Antwort bekommen.
Mein Vater hat sich uns gegenüber auch nie über das Sterben geäußert. Er sagte immer, dass nun alles so kommen wird, wie es kommt und dass man da nichts mehr dran ändert. Das ist eben der Lauf der Dinge. Ich glaube, dass er schon früh gewusst hat, dass seine Krankheit keine gute Wende mehr nehmen wird. Manchmal, wenn in ihm die Verzweiflung und Angst hochkam, wollte er weinen, ließ es aber dann nicht zu. Er sagte dann immer zu sich „Nein, Klaus, jetzt weine nicht! Reiß dich zusammen! Du musst stark sein und darfst dem Scheiß Krebs keine Schwäche zeigen!“ Dann schaute er uns an und man konnte in seinen Augen die Angst und Verzweiflung richtig erkennen. Man sah, dass er uns genauso wenig verlassen wollte, wie wir wollten, dass er uns verlässt. Er hatte auch noch so viele Pläne und Wünsche, die wir nun für ihn (soweit es möglich ist) realisieren werden. Das haben wir ihm schließlich versprochen. Er sagte dann immer „So eine Scheiße, so eine verdammte Scheiße. Musste die Scheiß-Krankheit ausgerechnet jetzt kommen? Konnte sie nicht noch ein paar Jahre warten?“ Er stellte die gleichen Fragen wie wir und bekam ebenso wie wir keine Antwort auf das Warum?. Er hat immer gekämpft wie ein Löwe und Nichts unversucht gelassen. Egal wie schlecht die Aussichten waren, er und wir haben nie die Hoffnung aufgegeben.

Petra, es tut mir so unendlich leid, dass dein Vater nicht so friedlich einschlafen konnte. Den Anblick, den dein Bruder erleben musste stelle ich mir unheimlich schrecklich vor. Ich hoffe für ihn, dass er diese furchtbaren Bilder schnell wieder vergisst oder zumindest gut verarbeiten kann.

Bezüglich der Zeichen von unseren Liebsten bin ich mir sicher, dass es da irgendwas gibt. Meine Mutter und meine Oma haben beide schon Unglaubliches erlebt, dass man Fremden gegenüber niemals erzählen würde, weil man Angst haben müsste, dass man als verrückt dargestellt wird. Meine Mutter hat dann durch die Bücher von Kübler-Ross und Moody erfahren, dass andere Menschen ähnliche Erlebnisse hatten. Das beruhigte sie ungemein, da sie nun doch nicht mehr an ihren Geisteszustand zweifeln musste. Und deine Mutter, Marinchen, sollte dieses auch nicht.

Moody schreibt in einem Buch (Blick hinter dem Spiegel) dass man mittels Kristallomantie in einem Psychomanteum Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen kann. Ich halte das aber für einen Selbstversuch viel zu gefährlich. Wer weiß welche Geister man sich damit ins Haus holt!? Nachher wird man wirklich noch wahnsinnig!?

Marinchen, im Fernsehen habe ich auch schon mal von Menschen gehört, die als Medium Kontakt zu Verstorbenen herstellen können. Ich weiß nicht, ob deine Wahrsagerin auch zu diesem Personenkreis gehört? Ich wäre mit solchen Kontaktaufnahmen vorsichtig. Man weiß nicht wirklich, ob diese Wahrsager und Medien einem nur irgend etwas erzählen, was man gerne hören möchte oder ob sie wirklich Kontakt zu unseren Liebsten haben?! Sollte ein solches Medium aber Tatsachen erzählen, die es eigentlich nicht wissen kann, würde ja einiges für einen tatsächlichen Kontakt sprechen. Ich kann es aber wirklich nicht beurteilen, da ich selbst weder ein Medium kenne oder einer Wahrsagerin begegnet bin. Letztere haben ja eher einen schlechten Ruf. Aber wahrscheinlich muss man so eine „Sitzung“ mal ausprobiert und miterlebt haben, um sich wirklich eine Meinung bilden zu können.

Ich warte einfach mal ab, vielleicht bekomme ich von meinem Vater ja auch noch mal ein Zeichen oder irgend etwas ähnliches. Vielleicht muss er sich in seiner neuen Welt auch erst mal eingewöhnen!? Man darf aber auch nicht Rund um die Uhr auf ein sogenanntes „Zeichen“ warten und jedes Knacken oder jeden Windzug in Frage stellen! Ich glaube eher, dass wenn unsere Liebsten uns ein Zeichen geben wollen, dann werden wir es auch merken.
Anny, du schriebst, dass deine Mutter sehr oft bei dir ist. Woran oder wie merkst du das?

Liebe Grüße Sandra
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  #3  
Alt 09.01.2006, 14:55
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Marinchen Marinchen ist offline
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Beitrag AW: Papa!Du mußt jetzt gehen.Das ist schon ok

Hallo Sandra!!!
Schön das du so schnell geantwortet hast, Ich hoffe das es dir einigermaßen gut geht.

Ich möchte mich auch noch dazu äußern.

Diese Wahrsagerin kenne ich nicht und dabei soll es eigentlich auch bleiben.
Ich habe es nicht vor die Frau Wahrsagerin oder einen von den Medien aufsuchen, oder ein Kontakt mit einem Geist aufnehmen.Ich habe davon viel zuviel Angst.
Ich würde es nicht verkraften mein Vater als Geist zu sehen.
Aber das wusste er auch, dass ich panische Angst von den Toten habe.
Ich habe in meinem Leben schon einiges gesehen.
Ich war dabei, als mein Vater starb, ich war natürlich auch die nächsten zwei Stunden bei ihm im Zimmer. Ich habe ihm gestreichelt, seine Hände geküsst. Er war noch warm wie ein Mensch so eben ist. Das war eben mein Papa.
In drei Tagen wurde er in die Friedhofskapelle gebracht. Da habe ich ihm auch noch zwei mal besucht. Es war für mich so schrecklich. Der war sehr kalt, hat sich total verändert, kurz gesagt es war nichts von ihm da, nur ein kranker Körper. Da hatte ich schon Hemmungen den zu berühren, ich hatte von ihm sehr große Angst gehabt. Ich schämte mich dafür, das tue ich immer noch, ich kann aber nichts dagegen machen. Es war noch immer so gewesen und Papa wusste davon. Darum wird er nichts unternehmen, wenn es natürlich in seine macht steht, um mich zu erschrecken und damit meine ich sich zeigen, oder bemerkbar machen.
Ich spüre zwar das er bei uns ist, das ist super Gefühl, aber sehen......., muss ich ihm nicht.
Ich hoffe du verstehst was ich damit sagen will.

Weißt du, heute Nacht habe ich das erste mal von meinem Vater „normal“ geträumt.
Es war so schön, kein Alptraum zu haben
Ihm wieder mal so zu sehen, wie er früher war.
Und das alles habe ich euch allen zu verdanken.


Ich Grüße dich ganz lieb,
Marinchen
__________________
Jenseits der Zeit, gibt es kein Leid, keine Tränen an dem Ort, den wir Himmel nennen.

(Clemens Bittlinger)

Geändert von Marinchen (22.01.2006 um 13:54 Uhr)
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