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  #1  
Alt 31.10.2012, 21:59
Arona Arona ist offline
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Lächeln Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Ich lese seit der Diagnosestellung meines Mannes vor fast 11 Monaten hier (überwiegend ) still mit und möchte ein dickes Dankeschön los werden, für all die Hinweise und Tipps, die ich in der Zeit im Forum erhalten habe.
Dass mein Mann trotz einer anfänglichen Prognose von vielleicht noch 3 Monaten heute lebt, habe ich sicherlich auch Euch zu verdanken.
Ich möchte gerne den Verlauf der letzten Monate darstellen, vielleicht kann ich damit anderen Mut machen und auf diesem Weg ein wenig zurückzahlen.

Im Januar wurde ein Cardiakarzinom im Übergangsbereich Magen/Speiseröhre festgestellt. Es hatte bereits massiv in die Leber metastasiert. Der Krebs war so weit fortgeschritten, dass die Gefahr bestand, dass die Speiseröhre sich vom Magen löst.
Der Tumormarker AFP war bei 36.000!
Symptome gab es übrigens zu dieser Zeit so gut wie keine – unglaublich! Mein Mann war zwischen den Jahren reichlich müde gewesen, wir glaubten, er hätte eine Erkältung verschleppt. Zum Arzt wollte er auf keinen Fall – wir hatten zu dieser Zeit noch nicht einmal einen Hausarzt, weil wir beide nie ernsthaft krank gewesen waren. Widerwillig ließ er sich Anfang des Jahres von der Notwendigkeit eines Arztbesuches überzeugen und seither .... nun ja, ist unser Leben ein anderes.
CT, Sonographie, Leberbiopsie, Knochenszintigramm, Magen-und Darmspiegelung gaben Gewissheit: Magenkrebs im Endstadium mit Lebermetastasen.
Es wurde innerhalb von 14 Tagen eine palliative Chemotherapie nach Gastro-Tax-Schema eingeleitet.
Die ersten 4 Wochen nach der Diagnose bilden wohl einen Sonderraum – man funktioniert, man leidet, man macht sich Mut, man bricht zusammen, man nimmt Abschied von Lebensentwürfen, man... . Die das mitgemacht haben, wissen wovon ich spreche.
Absurderweise kam mein Mann als erster wieder auf die Füße. Er beschloss, sein Leben so weiter zu führen wie bisher. Im November hatte er mit einem Freund zusammen ein Projekt begonnen: die Restaurierung eines ziemlich vergammelten Oldtimers aus den 20er Jahren. Im Januar ruhte dieses Projekt, aber schon nach dem ersten Krankenhausaufenthalt setzte er ruhig und beharrlich die Arbeit fort. (Ist seit diesem Monat fertig! Queen of the Road!)
Die Nebenwirkungen des ersten Chemo-Zyklus hielten sich in Grenzen – wenig Übelkeit dank MCP-Tropfen und anderer, die Chemo-Tage begleitender Medikamente, Haarverlust. Das war es dann aber auch schon. Er hielt sein Gewicht. Anflüge von Bauchwasser verschwanden wieder. AFP war auf 172 gesunken – immer noch zu hoch, aber eine Wirkung der Chemo war erkennbar.
Nach einer kurzen Pause von 2 Wochen schloss sich der 2. Zyklus an. Die Nebenwirkungen waren massiver, zunehmende Müdigkeit, Blutwerte im Keller, durch ein Missverständnis zwischen Hausarzt und Onkologe viel zu viel Cortison mit den bekannten Veränderungen des Gesichtes, noch mehr Haare gingen verloren, die Veränderungen waren nun für alle sichtbar. Auch diejenigen, die nicht informiert waren, wussten bald Bescheid.
Dazu kam Geschmacksverlust – alles schmeckte nicht nur nach nichts, sondern bitter und ekelhaft. Für mich als ambitionierter Hobbyköchin eine frustrierende Lernphase. Ergebnis des 2. Zyklus (Mai): alle relevanten Tumormarker im normalen Bereich (AFP ca. 10), deutlicher Rückgang der Lebermetastasen und Verkleinerung der Leber, im Magen nur noch wenig sichtbar.
Ich hatte mich in der Zwischenzeit im Sektor komplementärer Therapie umgesehen. Die gesamte Palette zwischen Himbeeren und Rosenkohl, Curcuma und Brokkolisprossen wurde in unsere Ernährung integriert und ist bis zum heutigen Tag fester Bestandteil.
Nach zwei Zyklen sollte eigentlich Schluss sein. Da die Therapie aber so gut angeschlagen hatte, wurde ‚sicherheitshalber’ ein dritter Zyklus angehängt.
Das war nicht unbedingt ein Spaziergang, aber Menschen sind anpassungsfähig, wir hatten uns an ein Auf und Ab an Leistungsfähigkeit gewöhnt. Täglich arbeitete mein Mann trotz großer Müdigkeit und Schlappheit, abends unterstützt von seinem Freund. 8-10 Stunden , auch an den Chemo-Tagen! Das Auto sollte in alter Pracht fertig werden. Eine auch körperlich anstrengende und insgesamt sehr anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe – die wir neben unseren täglichen Spaziergängen als begleitendes Sportprogramm abhakten.
Nach dem 3. Zyklus (Juli) wurden wieder Untersuchungen gemacht: im Magen kein Krebs mehr nachweisbar. Die Lebermetastasen im CT weiter geschrumpft, fraglich ob noch Aktivität vorhanden war. AFP 5,0, alle anderen Tumormarker weiterhin im Normbereich.
Unser Onkologe wollte nun mit einer Erhaltungstherapie mit Xeloda weiter machen, wir holten eine Zweitmeinung im NTC in Heidelberg ein. Prof. Jäger empfahl Fortsetzung der Chemotherapie bis zum Versagen und dann Operation. Das war eine schwere Entscheidung, die zwischen meinem Mann und mir nicht konfliktfrei getroffen wurde.

Ich mach es kurz: nach einer 6-wöchigen Erholungspause begann der 4. Chemozyklus.

Der lief nun nicht mehr so glatt, die Blutwerte waren dauerhaft schlecht, Immunsystem am Boden, der Zyklus musste zweimal unterbrochen werden. Mit Hilfe von Neupogen und Gottvertrauen haben wir aber auch das geschafft.
Zwischendurch ein Anruf beim Institut von Prof. Beuth in Köln. Seither gehören auch Gaben von Vitamin E gegen Missempfindungen in den Füßen und Equinovo (Enzymtherapie) zum täglichen Nahrungsmittel(ergänzungs)regime.
Alles in Absprache mit dem Onkologen, möchte ich hier ausdrücklich betonen.

Ende Oktober: PET-CT. Was soll ich sagen – keinerlei Tumoraktivität sichtbar! Keine weitere Metastasenbildung in anderen Organen!
Die Magenspiegelung ist erst nächste Woche, aber da im PET-CT nichts zu sehen war und im Sommer der Magen bereits ohne Befund war, geht der Onkologe davon aus, dass auch bei der Spiegelung nichts zu finden sein wird.

Wir wissen natürlich, dass damit der Krebs nicht endgültig besiegt ist, aber wir haben richtig viel Zeit gewonnen und darüber sind wir glücklich.

Wie soll es jetzt weiter gehen? Wie verhindern wir ein Rezidiv?

Unser Onkologe – dem wir unendlich viel zu verdanken haben – sagte im gestrigen Gespräch, dass er so einen Verlauf noch nie erlebt habe und noch nie gesehen hätte, dass eine Chemotherapie ‚am Ende des Endstadiums’ so anschlüge und er sich nun selbst ‚Zweitmeinungen’ zur Frage nach dem weiteren Vorgehen bei ausgewiesenen Spezialisten für Magenkrebs einholen wolle. Wir sind ihm für seine Offenheit sehr dankbar. Es ist wohl effektiver, wenn er und nicht wir das tun.

Ich möchte nicht verschweigen, dass wir unsere Kraft auch im Gebet gefunden haben. Freunde und Bekannte haben für uns gebetet und vor mancher ‚Mutter Gottes’ haben in den letzten Monaten unsere Kerzen gebrannt. Ich denke, auch das war - neben allem anderen - ein wichtiger Teil unseres Weges.

Ich halte euch auf dem Laufenden wie es mit uns weitergeht und wünsche allen Betroffenen viel Durchhaltewillen und die nötige Kraft dazu.
Arona
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  #2  
Alt 01.11.2012, 13:58
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Rickerl Rickerl ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Hallo Arona,

sei mir bitte nicht böse, ist für mich alles nicht ganz vorstellbar.

Diagnose: Magenkrebs im Endstadium mit Lebermetastasen und dann kann er mit Chemo täglich 8-10 Stunden arbeiten? Die meisten die in diesem Zustand eine Chemo bekommen müssen, oftmals stationär behandelt werden, so schlecht geht es ihnen!

Das Lebermetas mit Chemo besiegt werden, hm habe ich leider noch nie gehört! Ein Stillstand ja, aber verschwinden?

Auch das der Tumor im Magen verschwunden sein soll, habe ich noch nie gehört?

Aber wenn es bei deinem Mann so positiv aussieht dann freut es mich unheimlich, ja es ist wunderbar, besser könnte es nun nach diesen ganzen Behandlungen nicht kommen!

Sicherlich wird nun ganz schnell die Magenentfernung anstehen um dort die Krebserkrankung zu besiegen, und einen Rezidiv vorzubeugen.

Hoffe Du schreibst hier weiter, denn es werden nun viele Mitglieder hier neue Hoffnung schöpfen und sich für die genaue Behandlung und Zusammensetzung der Chemo interessieren?

Alles Gute weiterhin.
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Viele Grüße

Rickerl
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  #3  
Alt 01.11.2012, 16:51
Arona Arona ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Hallo Rickerl,
ich weiß - auch für uns ist das alles unglaublich nach den Prognosen im Januar.
Mein Mann ist ein 'zäher Hund'. An meinem Bericht ist tatsächlich nichts übertrieben, auch die Arbeitsstunden nicht. Er selbst hat sogar das Gefühl, dass ihm die Arbeit geholfen hat, weil sie seinen Tag strukturiert und gefüllt und ihn vom Grübeln abgehalten hat. Ich habe das schließlich - zunächst sehr widerwillig - akzeptiert, obwohl ich natürlich am Anfang gedacht habe, er verplempert die kurze Zeit, die uns noch bleibt.
Bereits bei den Nachuntersuchungen im Sommer (CT und Magenspiegelung) hatten die dabei beteiligten Ärzte bei der Besprechung der Ergebnisse unabhängig voneinander zunächst gedacht, sie hätten die falschen Befunde vorliegen, weil die Veränderungen so groß waren. Die Biopsie verdächtiger Stellen im Magen war damals bereits ohne Befund. (Magenschleimhautentzündung) Ich hatte gleichzeitig Kontakt mit dem RPTC in München und die Befunde dort hingeschickt. Die konnten uns zwar nicht helfen, haben aber auch zum Verlauf nur gestaunt und gratuliert und uns empfohlen, mit der Chemo weiter zu machen.
Und was die Metastasen in der Leber angeht, sind sie - so das Ergebnis des PET-CTs von letzter Woche - frei von Tumoraktivität (so hat sich der Professor ausgedrückt und so habe ich das ja auch in meinem Bericht wieder gegeben), das heißt ja nicht, dass sie nicht noch zu sehen sind. Keine Ahnung übrigens, ob und was man da noch sieht, ich konnte die CD auf meinem Mac nicht öffnen.

Die Zusammensetzung der Chemo kann man googlen (ich weiß nicht, wie man links hier einfügt), Cisplatin und 5 FU in der einen Woche und in der nächsten dann nur 5 FU über eine 24 Stunden Infusion in einem Bolus, den man in einer Tasche um den Hals tragen konnte.
Gegen die Nebenwirkungen gab es begleitend an den Chemotagen in der Cisplatinwoche Emend 125mg/80 mg, Dexamethason 4mg und MCP 30mg. Sechs Wochen waren ein Zyklus.

Was die weitere Behandlung angeht: da bin ich auch gespannt. Ich werde natürlich berichten, wenn wir mehr wissen.
Alles Gute,
Arona
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  #4  
Alt 01.11.2012, 21:29
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Rickerl Rickerl ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Hallo Arona,

bitte verstehe mich nicht falsch, dieser neue Befund freut mich, es freut mich sehr

Ich habe auch so einen "zähen" Burschen zu Hause, aber die Tage direkt nach der Chemo, ab dem 3. Block, lag er schon einige Tage flach! Er hatte kein Erbrechen, keinen Haarverlust, aber er war einfach schwach! Auch mein Partner hat während der Chemopausen gearbeitet! Er hatte aber "nur" eine vorsorgliche Chemo nach der OP!

Auch er bekam 5 FU und Folinsäure, aber ohne Cisplatin. Und auch mit einer anderen Dosis aber mit Strahlentherapie

Diese CD von Ct oder PET kann man selber nicht öffnen, da ist ein spezielles Programm erforderlich!

Die Ärzte werden nun überlegen, ob sie die Magenentfernung durchführen, dort ist ja der Primärtumor!

Ich hoffe das es wirklich gut wird, trotz der anfänglich schlechten Aussichten.

Lass es uns hier im forum wissen, um auch für alle anderen neue Hoffnung zu haben!
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Viele Grüße

Rickerl
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  #5  
Alt 02.11.2012, 00:01
Arona Arona ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Liebe Rickerl,
danke, dass du dich mit uns freust und danke für die guten Wünsche.
Jetzt heißt es erstmal die Magenspiegelung am Mittwoch abwarten und dann sehen, was als weiterer Therapievorschlag kommt.
Die Warterei auf Ergebnisse ist das Schlimmste - aber das Empfinden wohl alle so.
Ich wünsche dir, deinem Mann und allen stillen Mitlesern und Betroffenen alles Gute und viel, viel Mut und Kraft.
Arona
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  #6  
Alt 02.11.2012, 08:32
Laesperanza Laesperanza ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Mein Mann hatte auch Chemo vor der OP. Nach dem letzten Zyklus hatte er angefangen Rad zu fahren, da der Arzt ihm leichte sportliche Betätigung empfohlen hat. Während der Chemo nach der OP ging dann gar nichts mehr. Da lag er auch nur die ganze Zeit und war zu schwach.
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  #7  
Alt 02.11.2012, 09:41
Arona Arona ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Liebe Laesperanza,
danke für den link - diese Broschüre kannte ich noch nicht, werde ich gleich mal in Ruhe lesen. Der Verlauf klingt aber unserem sehr ähnlich. Hoffentlich hat es bei uns auch so ein positives Ende.
Was die Müdigkeit während der Chemo angeht: am Schlimmsten ging es meinem Mann vor Therapiebeginn nach der Diagnose. Ihm war ständig übel (ohne Erbrechen), er war 'todtraurig' (logisch) und extrem schlapp. Die Chemotherapie war tatsächlich Erlösung aus diesem Zustand.
Die ersten beiden Chemos wurden nach Portlegung noch im Krankenhaus stationär gemacht, weil die Gefahr bestand, dass es zu massiven Blutungen kommt.
Der Rest erfolgte ambulant. Er war insgesamt bis jetzt etwa 14 Tage im Krankenhaus (Januar). Flach gelegen hat er eigentlich nur Ostern und Pfingsten - da waren wir zu Kurzurlauben an der Ostsee und dort hat er fast nur geschlafen und war sogar zum Spazierengehen zu schlapp. Er meint, dass ihm da die 'Arbeitstherapie' gefehlt habe - könnte aber auch daran liegen, dass der Körper die Chance zur Ruhe genutzt hat.
Vor der Operation haben wir gehörig Angst. Mein Mann will eigentlich nicht operiert werden. Sollte es darauf hinaus laufen, wird noch viel Überzeugungsarbeit auf mich zu kommen.
Ich weiß natürlich, dass die Magenentfernung nach allem was ich hier so gelesen habe, seine große Chance ist. Aber er hat sich nicht wirklich mit den Hintergründen seiner Krankheit auseinander gesetzt und den 'theoretischen Teil' an mich delegiert.
Wenn es soweit ist, bekomme ich hoffentlich hier Unterstützung!
Auch Euch alles Gute,
Arona
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  #8  
Alt 02.11.2012, 11:38
Laesperanza Laesperanza ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Ich würde die OP machen.
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  #9  
Alt 02.11.2012, 12:13
larap larap ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Hallo Arona,
das sind ja unglaubliche Nachrichten! Toll!!!
Meine Mutter bekam die gleiche Diagnose und auch zu Beginn die gleiche Chemo. Die Kombination Cisplatin und 5 Fu noch gepaart mit Herceptin alle 14 Tage haben auch bei ihr einen deutlichen Rückgang der Lebermetastasen bewirkt. Da es ihr nach dem Cisplatin aber alles andere als gut ging, hat man auf 5 FU reduziert, was zur Folge hatte, das die Leber inzwischen (wieder) voll von Metas ist. Allerdings konnte in der Magenspiegelung und auch im CT nach gewiesen werden, dass das Magenkarzinom kleiner geworden ist und auch die Metas in den Lymphen und - man höre und staune - Bauchfell zurück gegangen sind. Jetzt ist sie im 3. Zyklus: Irinotecan zusammen mit 5 FU. Es geht ihr gut. Ich ermuntere sie auch ihr Leben, so gut es geht, wie vor der 'Diagnose' weiter zuführen und das tut sie auch. Auf alternativ medizinische Maßnahmen verzichtet sie allerdings. Sie trinkt nach wie vor ihr Sektchen und raucht, kann noch immer alles essen und nimmt auch nicht ab. Im Mai hatte sie eine mehr als beschissene Prognose und dafür lebt sie heute noch erstaunlich gut, auch wenn sie manchmal schon schlapp und müde ist. Auch leidet sie unter Übelkeit und anderen Nebenwirkungen, die aber dennoch, auch Dank begleitender Medikationen, ertragbar sind. Nach einem ersten Loch und mittlerweile auch immer mal wieder emotionalen, psychischen und physischen Talfahrten, haben wir gelernt 'damit' zu leben und sind dankbar für jeden Tag, an dem es ihr gut geht. Eine OP ist ihr erspart geblieben und darüber sind wir heute ganz froh, denn leider gibt es bei ihr auf der Station (stationäre Chemo) nur weniger hoffnungsvolle OP Patienten, die zum einen unter der OP ansich leiden und kurz danach doch wieder mit Metas an anderen Stellen behandelt werden müssen. Das muss aber ja nicht so sein! Das Leben geht manchmal wundersame Wege und auch wenn wir Menschen glauben alles zu wissen, gibt es immer wieder Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht erklärbar sind und auch nicht kalkulierbar. Meine Mutter wird nicht mehr geheilt, aber es geht ihr heute besser als man uns im Mai Glauben gemacht hat und so werden wir auch gelehrt, achtsamer und dankbarer mit unserer Zeit und unseren 'Menschen' umzugehen. Jeder Tag ist ein Geschenk und wenn das Heute vielleicht nicht so gut ist, kann es das Morgen aber vielleicht wieder sein? Bei ihr ist es zumindest ein Auf und Ab und das ist im Hinblick auf die Aussage : jetzt geht es Bergab, doch schon mal auch etwas Positives: es gibt immer noch 'gute' Tage, Zeiten und Phasen!
ich freue mich sehr für euch und drücke ganz fest die Daumen, das es so positiv für euch weiter geht!
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  #10  
Alt 02.11.2012, 14:40
Arona Arona ist offline
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Zitat:
Zitat von Laesperanza Beitrag anzeigen
Ich würde die OP machen.
Kannst du das denn?

Scherz beiseite - ich habe dich natürlich richtig verstanden.

Danke für deinen Ratschlag!
Arona
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  #11  
Alt 02.11.2012, 15:48
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Rickerl Rickerl ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Sollten die Ärzte sich für die OP entscheiden, dann sollte dies für deinen Mann nicht zur Debatte stehen!
Bei Magenkrebs kann nur eine komplette Magenentfernung Heilung bringen!
Also wenn es nun nach der schrecklichen Erstdiagnose, doch noch die Hoffnung auf eine Magenentfernung gibt, dann lieber gestern als morgen!
Einfach ist die Op nicht, aber wenn er das nun bisher geschafft hat, sehe ich da kein Problem, er wird sich auch an ein Leben ohne Magen gewöhnen!
__________________
________________
Viele Grüße

Rickerl
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  #12  
Alt 02.11.2012, 17:17
Arona Arona ist offline
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Standard AW: Es kommt uns wie ein Wunder vor...

Liebe Larap,
dein threat war im Juni der Grund dafür, mich im Forum anzumelden und auch mal was zu schreiben. Ihr habt mir so leid getan. Ich kannte das Gefühlschaos nach der Diagnose nur zu gut, auch die ganzen Ängste, die einen von morgens bis abends begleiten.
Ich danke dir für deine guten Wünsche und hoffe, dass es für deine Mutter und dich noch viele gute Tage gibt. Mir gefällt deine Einstellung, die sich sehr in Richtung 'Gelassenheit' gewandelt hat. Ich wünschte mir an manchen Tagen auch etwas mehr davon. Was die Aussichten angeht - lass uns abwarten - wie du selbst sagst, da ist mehr zwischen Himmel und Erde als wir kalkulieren können.
Viel Glück für Euch,
Arona

Geändert von Arona (02.11.2012 um 17:45 Uhr) Grund: falsches Datum
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  #13  
Alt 02.11.2012, 17:38
Arona Arona ist offline
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Liebe Rickerl,
ich weiß ja wie wichtig die Operation wäre, aber sie muss uns erstmal angeboten werden. Und da vertrauen wir unserem Onkologen.
Wir waren eben spazieren und da waren auch deine und Laesperanzas Empfehlungen Thema. Er hat zum ersten mal nicht kategorisch abgelehnt. Da tut sich also was...
Danke dafür!
Jetzt müssen wir noch ein paar Tage abwarten und (grünen) Tee trinken.
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Liebe Grüße,
Arona
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  #14  
Alt 02.11.2012, 19:33
orangensaft orangensaft ist offline
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Hallo Arona,
das ist ja eine schöne Geschichte,Trozt Magenkrebs, lang und detailiert geschrieben,ich mag lange Geschichten,sie können mir sehr viele nützliche Infos liefern.Danke.
Kannst mir nette weise über Equinovo (Enzymtherapie) schreiben,hat ihm dieses Mittel genütz,welche Wirkung hat dieses Mittel.

Alles Gute und liebe Grüße
Orangensaft
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  #15  
Alt 02.11.2012, 21:29
Arona Arona ist offline
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Liebe/r Orangensaft,
Equinovo ist kein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel, das in der Apotheke frei verkäuflich ist, aber 'nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden darf' (steht auf der Packung und daran haben wir uns gehalten - also nicht in die Apotheke laufen und kaufen!)
Den Hinweis auf Equinovo habe ich hier im Forum gefunden. Es wurde uns auch vom Institut Prof. Beuth in Köln empfohlen. Wir haben daraufhin unseren Onkologen auf Equinovo angesprochen und es verschrieben bekommen. Es ist relativ teuer. Ein weiterer Grund also, die Einnahme mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Wesentlicher Bestandteil ist Selen (als Natriumselenit) (ich habe hier in den letzten Tagen einen Hinweis auf die Wichtigkeit von Selen bei Krebserkrankungen gelesen. Da ich leider nicht weiß, wie man links einfügt, musst du selbst danach suchen. Tut mir leid!)
Laut Packungsbeilage hat Selen wichtige Aufgaben bei der Abwehrleistung des Körpers, ist Radikalfänger und wird unter onkologischen Standardtherapien in besonderem Maße vom Körper gebraucht. Es bringt also das Immunsystem auf Trapp.
Es enthält auch die Enzyme Papain und Bromelain, die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduzieren können.
Schließlich enthält Equinovo Lektine, die das in den Schleimhäuten ansässige Immunsystem aktivieren.

Ich denke mal, du findest genauere Informationen sicherlich auch im Internet.

Hat Equinovo uns genutzt?

Weiß ich nicht!
Ich kann dir nur sagen, dass mein Mann seit der Einnahme keinerlei Schleimhautprobleme hatte (hatte er in den ersten drei Monaten ohne Equinovo). Die Nebenwirkungen der Chemo haben sich bei ihm ohnehin in Grenzen gehalten, aber der Geschmacksverlust beim Essen war unter Equinovo im 4. Zyklus deutlich geringer. Nach seinen Blutwerten in diesem Zyklus hatte er eigentlich kein Immunsystem mehr, unser Onkologe hätte ihn zwischenzeitlich gerne im Krankenhaus isoliert, hat darauf aber verzichtet, weil er meinen Mann mittlerweile ja ganz gut kennt und weiß, dass das für ihn die Hölle wäre. Mein Mann hat auch in dieser sicherlich nicht ganz ungefährlichen Phase nicht mal einen Schnupfen bekommen. Equinovo? Ja, vielleicht.
Ich denke, es ist ein nicht unwesentlicher Teil im Gesamtpaket, das jeder für sich passend schnüren muss.
Ich hoffe, ich konnte dir Klarheit verschaffen.
Viele Grüße und alles Gute,
Arona
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afp, afterloading, lebermetastasen, magenkrebs, speiseröhrenkrebs


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