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  #1  
Alt 01.01.2018, 12:34
Einfach traurig Einfach traurig ist offline
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Registriert seit: 15.10.2016
Beiträge: 29
Standard Mein Vater

Erstmal ein gutes neues Jahr für euch alle.
Ich bin hier im Forum oft aktiv und lese viele bewegende Beiträge.Meine Mama ist jetzt etwas mehr als 1 Jahr tod.Mich würde interessieren ob jemand in der gleichen Situation ist wie ich.Es ist so,seit dem Tod.meiner Mama ist mein Vater so stark depressiv das ich mir manchmal denke ich würde gerne mit ihm den Kontakt beenden.Wir wohnen im gleichen Haus.(Hochhaus) und ich Versuche seit dem Tod meiner Mutter ihm irgendwie zu helfen.Wir telefonieren 2 Mal am Tag.Ich kümmere mich alleine um das Grab meiner Mutter.(Was ich sehr gerne tue ich bin gerne bei ihr)Aber mein Vater ist immer nur am meckern.Wie schlimm alles ist das es finanziell schwer ist für ihn,das alles scheiße ist.Über die ganzen Leute meckert er.Ich höre nie was gutes.Ich putze einmal im Monat bei ihm,das ist für mich so anstrengend da er immer nur über den Tod meiner Mutter sprich und wie schlecht alles ist immer die gleiche Leier.Ich kann ihn verstehen aber ich kann es mir nicht mehr an hören.Desweiteren lässt er sich gehen.Er geht nie weg sagt immer er kann das nicht er sei alt.Er ist 67!Nur einkaufen geht er und das um 7 damit ihn ja keiner sieht.Er geht nie spazieren oder Kaffee trinken.Er macht einfach nix außer jeden Tag die gleichen Klamotten zu tragen und zu schlafen.Ich bin froh das er wenigsten wieder das Lesen angefangen hat.Wenn ich bei ihm bin dann bekomme ich zu hören das er ja sowieso immer alleine ist und es keinen interessiert.Das er nur essen aus der Dose isst.Und Und Und...ich muß dazu sagen das wir am Anfang immer für ihn mit gekocht haben.Das aber eingestellt haben da es auch stressig war immer alles zu planen.Ichbgehe arbeiten und habe einen Sohn ich kann nicht jeden Tag bei Vater sitzen und über den Tod reden und wie schlecht alles und jeder ist.Ich bin 35 und möchte glücklich sein.Ich kann doch nix dafür das er aus der Dose isst und das er immer alleine zu Hause ist!Er geht nicht raus kein spazieren kein Kaffee trinken nix!Und kochen kann er auch aber macht es ja nicht.Ich habe schon schlechtes Gewissen wenn ich sage wir haben lecker gegessen oder wir haben einen Familientag gehabt.Ich erzähle schon nix schönes weil ich denke das er das nicht hören will.Sorry das ich so viel schreibe aber es nervt einfach nur noch.Mann kann doch sein Leben nicht so verbringen mit meckern und nix tun.Er ist in psychologischer Behandlung aber in meinen Augen bringt das nix.Hat jemand von euch so eine Situation keine Geschwister allein mit depressiven Vater?Ich verstehe ihn nicht warum macht er nix mehr aus sich?Warum macht er mit seinem Enkel nix?Spazieren Eis essen Pizzas essen ins Kino?irgendwas andere Großeltern sind auch alleine und machen so viel mit den Enkelkindern.Ich habe oft den Eindruck bei meinem Vater muss sich alles um ihn drehen.Er hätte bestimmt am liebsten ich würde jeden Tag bei ihm sein für ihn kochen und ihn beschäftigen aber ich habe ihm gesagt das ich für ihn nicht verantwortlich bin!Ich sehe in ihm nicht mehr den Vater sondern einen kleinen Jungen der nichts auf die Reihe bekommt.Er geht nie zum Grab von Mama da er das angeblich nicht kann .Psyschich!Maan muss sich der Sache doch Mal stellen!
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  #2  
Alt 01.01.2018, 14:28
vintage vintage ist offline
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Registriert seit: 29.05.2009
Beiträge: 720
Standard AW: Mein Vater

liebe/r einfach traurig,

wie hat er denn vorher gelebt?
war er da tatkräftig und optimistisch und genügsam?
oder war alles auch schon vorher da und es hat sich "nur" zugespitzt?

ist er in einer depression?


ansonsten reagierst du völlig richtig:
denke an dich und deine familie.

meine mutter (77) ist seit 10 jahren witwe und sie ist auch nie "zufrieden".
sie kann weder mit sich alleine sein noch mit anderen.
sie sieht immer ihr leid als das schwerste an und will auch nichts annehmen.
da muss ich mich auch abgrenzen.

viel kraft dir!
__________________
lieben gruß, vintage



Mein geliebter Mann wurde nur 49 Jahre alt und
starb knapp fünf Monate nach der Diagnose.
* Juli 1965 - + Mai 2015

ED Weihnachten 2014 Darmkrebs mit zu vielen Lebermetastasen,
dann auch Lungenmetastasen...
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  #3  
Alt 01.01.2018, 15:08
Marlene2014 Marlene2014 ist offline
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Registriert seit: 29.09.2014
Beiträge: 21
Standard AW: Mein Vater

Mit meiner Mutter ist es ähnlich.
Sie ist nur am Meckern.
Alle Bemühungen von uns für sie haben entweder nie stattgefunden, waren falsch oder viel zu wenig.
Haben den Kontakt im Sommer daraufhin abgebrochen. (Schreiattacken!)

Im Dezember erneuter Versuch, ging von uns aus.
Am 1. Weihnachtsfeiertag war schon wieder alles nichts, mir wurde mein Geschenk wieder mitgegeben und am Ende des Tages fühlten wir uns nur noch verraten. Seitdem wieder kein Kontakt.

Psychologen oder gar Medikamente lehnt sie wütend ab.
Mittlerweile ist mir mein Leben zu schade...

Traurige Grüße
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  #4  
Alt 01.01.2018, 19:45
Christin12 Christin12 ist offline
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Registriert seit: 15.06.2012
Beiträge: 60
Standard AW: Mein Vater

Ich kann mir vorstellen, dass die Situation sehr anstrengend für dich ist.

Dein Vater ist depressiv und noch in Trauer. Er geht morgens einkaufen,
damit ihn niemand auf seine Situation ansprechen kann. Aber immerhin: er
geht einkaufen.

Die psychologische Behandlung bringt offensichtlich nichts. Vielleicht haben sie nicht den richtigen Draht zueinander. Manche Psychologen üben auch Druck aus, den braucht man in so einer Situation nicht.

Schlag ihm doch eine REHA vor. Es gibt Einrichtungen, die Trauerbewältigung anbieten. Dort kann er sich mit anderen Betroffenen austauschen und es gibt auch Einzelgespräche mit Psychologen. Er wäre rund um die Uhr versorgt und du könntest mal Luft holen.
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  #5  
Alt 02.01.2018, 18:35
Nicitzka Nicitzka ist offline
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Registriert seit: 20.11.2017
Beiträge: 33
Standard AW: Mein Vater

Hallo Du,

tut mir leid, was Du erleben musst und musstest.
Jeder geht anders mit Trauer um. Ich stelle e smir sehr schwer vor, wenn man sich dazu auch noch verantwortlich für den zurückgebliebenen Elternteil fühlt, auch wenn man das gar nicht ist.

Die Idee mit der Reha find eich richtig gut! Vielleicht kannst Du mal schauen, was es da für Angebote für Hinterbliebene gibt?

Hast Du schon mal geschaut, ob es Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene (Witwer/Witwen) gibt und ob es für ihn eine Möglichkeit wäre?

Es gibt auch einige gute Bücher, als ersten Schritt sich mit der Trauerbewältigung auseinander zu setzen. Vielleicht kannst Du ihm welche raussuchen (Bücherei) und wenn er es annimmt gut, wenn nicht, nicht.

Es tut einem zum eigenen Schmerz dazu ja auch noch weh, wenn der Papa so leidet.

Ich finde aber gut, dass Du Dich versuchst, abzugrenzen.
Mehr als Hilfe anbieten, kannst Du ja nicht.
Nicitzka
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