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#12
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Hallo Birgit,
es tut mir nicht nur sehr leid, sondern auch sehr weh, was ich gerade gelesen habe. In diesem Forum bist du sehr gut aufgehoben, das kann ich dir versprechen. Es wird aber auch Tage geben, an denen du dir wünschen würdest, dieses Forum niemals gefunden zu haben. Der Grund wird dann darin liegen, dass in diesem Forum nicht nur geschrieben wird. Man erfährt leider auch sehr viel Leid und Trauer. Das tut sehr weh! Dass du dich z.Zt. als seelisches Wrack fühlst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Heute vor einem Jahr hatte ich gerade die letzte Chemotherapie hinter mir und ich stand kurz vor der großen Operation. Ich wusste nicht, wie sie ausgehen würde, und ich hatte ehrlich gesagt, große Angst, die Sache nicht zu überleben. Eine Alternative gab es aber nicht. Natürlich habe ich danach in ganz erheblichem Maße an Lebensqualität eingebüßt, aber dafür besteht eine sehr große Chance auf Heilung. Die bisherigen Nachsorgeuntersuchen sprechen jedenfalls dafür. Was ich nicht so ganz verstehe, ist, dass bei deinem Vater bereits im November 2008 Wasseransammlungen im Brustbereich (vermutlich Lunge) festgestellt wurden, eine Diagnose auf Mesotheliom jedoch erst Mitte Januar 2009 getroffen wurde. Vielleicht haben die Ärzte in dem Krankenhaus, in dem dein Vater behandelt wird, zuwenig Erfahrung mit diesem furchtbaren Pleuramesotheliom. Ich möchte euch nicht erschrecken, aber eine sofort beginnende Chemotherapie (z.B. mit Alimta und Cisplatin) ist mit Sicherheit besser, als das die Ärzte momentan nur darüber sprechen und die Therapie eventuell in Erwägung ziehen. Das hört sich schon fast verantwortungslos an. Als Beispiel möchte ich euch einen Hinweis geben: Am 31.10.2007 wurde bei mir Wasser in der Lunge festgestellt. Nach sehr vielen Untersuchungen wurde am 11.11.2007 nach einer Thorakoskopie das Tumorstadium T1 festgestellt. Am 21.02.2008, dem Tage der großen OP, befand sich der Krebs bereits im Stadium T2 (nach Chemotherapie). Nicht sehr viel später wäre eine Operation nicht mehr möglich gewesen. Heute bin ich angeblich auf T0. Dein Vater ist nun 63 Jahre alt. Das ist kein „Durchschnittsalter“. Das ist ein Alter, in dem man anfangen will, sein Leben zu genießen. Und wenn Babcock dazu beigetragen hat, dass es deinem Vater heute sehr viel schlechter geht, als dem Vorsitzenden des Vorstandes, dann soll Babcock oder die zuständige Berufsgenossenschaft dafür auch eintreten. Deshalb sollte dein Vater sofort ein Verfahren über die Anerkennung einer Berufskrankheit in die Wege leiten lassen. Der Sozialdienst im Krankenhaus oder ein Interessenverband, wie z.B. der VdK, wird sehr schnell darum bemüht sein, euch zu helfen. Halte dich an mein Sprichwort: Kopf in den Sand stecken gilt nicht! Und grüße deinen Vater sehr lieb von mir. Alles Gute für euch. Rolf aus Regensburg PS: Ganz besondere und sehr liebe Grüße an Jürgen und Hans. |
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