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Alt 15.06.2006, 20:21
Marcel S. Marcel S. ist offline
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Registriert seit: 15.06.2006
Beiträge: 8
Standard AW: gekämpft - gehofft und doch verloren

als erstes mal danke für eure antworten. es hilft ungemein mit anderen sich darüber auszutauschen.

es ist schwierig wieder in die richtige bahn zu kommen denn so viel muss man verarbeiten. alleine der frust das mein papa mit diesen schmerzen trotz hoher morphium dosis sich herumquälen mußte. einen glauben verliert man da schnell und manchmal hat man auch den gedanken ob es nicht besser wäre den sich quälenden mensch einfach zu erlösen.

ich bin 28 jahre und das letzte jahr und das ende hat mein weiteres leben geprägt auch wenn ich heute denke das ich alleine in den letzten zwei wochen um 10 jahre älter geworden bin. ich hätte es nie für möglich gehalten mal ein elternteil zu beerdigen. an sowas denkt man einfach nicht und auf einmal steht man da und hat seinen papa verloren und weiß nicht mehr wie es ohne ihn weiter gehen soll. ich weiß er war darauf vorbereitet und hat sich mit dem tod auseinander gesetzt. mein papa war lehrer unter anderem auch für religion. er hatte einen glauben und hat auch an einen weg nach dem tod geglaubt. er hat immer gesagt er war 57 jahre gesund - hat 2 gesunde kinder - eine ehe geführt über 36 jahre und hat ein schönes leben gehabt. aber jetzt mit 58 jahre ist er gestorben und das viel zu früh !!!

manchmal kommt auch wut hoch wo ich ich mir sage warum ist er vor 2-3 jahren nicht schon mal zum arzt gegangen. immer hat er die anzeichen runter gespielt das er einen empfindlichen magen hat usw. magengeschwüre im schlimmsten fall hat er immer gemeint aber es war ja nie so schlimm das er mal zum arzt hätte gehen können. ich hab beim 1. mal extra geschrieben "er hat seinen gegner nicht ernst genommen" ! das war leider so denn der krebs war zu stark um alleine gegen ihn anzukämpfen. er ist von uns gegangen obwohl man vor 2-3 jahren noch alles hätte heilen können. mit dieser wut wach ich nachts manchmal auf. einen vorwurf habe ich ihm direkt nie gemacht weil er mit der krankheit genug zu tun hatte und ich will ihm auch eigentlich keine vorwürfe machen denn er ist mit der krankheit sehr positiv umgegangen auch als vorbild für mich oder meine familie. er hat sich nicht verkrochen sondern hat das jahr noch voll gelebt --- hat sich immer wieder angestrengt was zu unternehmen --- hat schmerzen unterdrückt und war für seine enkelkinder immer da obwohl er sich vielleicht hätte mehr schonen müssen.

ich habe hunderte fragen die ich ihm stellen würde wenn ich ihn nochmal sehen würde. dafür ist es heute leider zu spät und deshalb bekommt man das gefühl nicht los das man sich nicht alles gesagt hat. es wird noch sehr lange dauern bis ich das letzte jahr verarbeitet habe. eine große hilfe ist meine frau auch wenn sie doch einige launen von mir im moment einstecken muss was nicht so toll von mir ist. ich muß diesen langen wohl auch recht steinigen weg gehen und bin froh das ich hier ein forum gefunden habe wo es menschen gibt die einen verstehen weil sie das gleich mitmachen.

gruß
marcel
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