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  #17  
Alt 03.04.2007, 14:57
Benutzerbild von AndreaS
AndreaS AndreaS ist offline
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Registriert seit: 09.02.2005
Ort: SB
Beiträge: 834
Standard AW: Die Zeit machts einfacher????????

Hallo Steph,

ich habe deinen Beitrag gelesen und gedacht: Irgendwie hat wohl jeder Angehörige, der trauert, das Gefühl nicht verstanden zu werden.

Weißt du, ich kann mir denken, dass du das Gefühl vermittelt bekommst: Nun, sie ist ja schon alt genug, verheiratet, selbst Mutter, da ist das ja "normal". Dass es vielleicht der "Reihenfolge" nach normal sein mag, dass zuerst die Eltern, dann die Kinder gehen, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Schmerz um den geliebten Menschen einen umhaut, dass es einfach keinen Trost gibt, keinen Mann, kein Kind, der Mensch, der dich in diesem Augenblick trösten könnte, nämlich dein Papa ist nicht mehr bei dir.

Aber es wird nicht nur dir so gehen, ich denke, deine Mama fühlt aus ihrer Sicht ähnlich. Mir ist es so gegangen, habe ich immer wieder gehört: Na, zum Glück hast du ja noch deine Kinder, du bist ja nicht alleine. Ja, ich habe meine Kinder, und ja, es ist ein Wahnsinnsglück. ABER und nun kommt es eben, ich war sehr wohl alleine, hatte ich was anderes verloren als meine Kinder, nicht wertend, anders. Mein Jetzt und mein Morgen war nicht mehr da, ich war so alleine wie noch nie zuvor in meinem Leben. Meine Kinder waren anfangs sogar schwer zu ertragen - ich hoffe das versteht jetzt niemand falsch - denn ich konnte meinen Schmerz nicht so zulassen, wie ich es gebraucht hätte, wusst um ihren eigenen Schmerz, wollte sie nicht zusätzlich belasten, ihnen nicht das Gefühl geben, für mich stark zu sein.

Es ist schwer für das Umfeld, besonders auch besonders für deinen Mann, der hilflos zusehen muss, dass ausgerechnet auch er nicht helfen kann. Es kann niemand helfen, die Sprüche, die die Welt nicht braucht, sie verletzen, obwohl das niemand möchte.

Ich weiß nicht, ob du tatsächlich schon Hilfe benötigst, denke ganz einfach, es ist normal, dass du dich so fühlst. Es braucht ganz einfach Zeit, so schwer es fällt, sie zu überstehen. Aber solange du über deinen Papa redest, hier oder wo du dich sonst verstanden fühlst, frisst du ja die Trauer nicht in dich rein, weißt woher dein Unwohlsein herrührt. Klar, jeder empfindet anders, aber ich denke der Austausch dort, wo Menschen mit dem gleichen Schicksal aufeinandertreffen, die ähnliche Erfahrungen gesammelt haben, kann aus meiner Sicht mehr bewirken, als ein neutraler Dritter, der in dem Augenblick, indem er dir Tipps gibt, gar nicht in deiner Situation steckt, sie vielleicht sogar noch niemals erlebt hat. Das jedoch ist meine ganz persönliche Überzeugung, war mein Weg, vielleicht irre ich mich auch.

Lass dir Zeit, alles ist normal auf diesem Weg, alles erlaubt

LG
Andrea
__________________
Που να 'σαι τώρα που κρυώνω και φοβάμαι
και δεν επέστρεψες
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