![]() |
|
|
#13
|
|||
|
|||
|
Hallo Heike,
ich schreibe heute zum ersten Mal in diesem Forum, auf das ich gestoßen bin, als ich verzweifelt nach Informationen über den Krankheitsverlauf und das Sterben bei einem Glioblastom gesucht habe. Im Februar 2006 wurde bei meinem bis dahin völlig gesundem, jung gebliebenem Vater ein Hirntumor diagnostiziert. Der Schock und die Verzweiflung der ganzen Familie war riesengroß, besonders als nach der notwendigen OP feststand: Glioblastom multiforme - Lebenserwartung 1 max 1 1/2 Jahre. Aber wir wollten es alle nicht glauben, die Hoffnung stirbt zuletzt! Es folgten Bestrahlung, sechs Zyklen Chemo, meinem Vater ging es immer den Umständen enstsprechend.... Nach jeder MRT Erleichterung: Nichts nachgewachsen. Alles ok. Dann der 5. Dezember: die letzte MRT, WIEDER NICHTS! Nur ein kleines Wasserkissen, das in einer kleinen OP entfernt werden sollte. Die Chemo wurde abgesetzt ... DER ANFANG VOM ENDE!!! Wir bekamen die Willkür der Ärzte mit aller Macht zu spüren. Der Op-Termin wurde verschoben und verschoben. Meinem Vater ging es plötzlich immer schlechter. Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnisverlust und.. und.. und..! Nach einem riesigen Kampf bekamen wir endlich einen Termin für eine stationäre Aufnahme. Sehr schnell stand fest: neue Tumore hatten sich explosionsartig ausgeweitet! Die Ärzte gaben ihn auf. Nach über drei Wochen Krankenhausaufenthalt mit teilweise unwürdiger Behandlung bzw. Nicht-Behandlung (Motto: stirbt ja eh! Und das ist wirklich wahr) haben wir ihn nach Hause geholt, wo wir ihn mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes gepflegt haben. Er konnte nicht mehr aufstehen, war teilweise völlig verwirrt und hatte (schon im Krankenhaus) einen fürchterlichen Husten, der die Nahrungsaufnahme manchmal fast unmöglich machte. Nur vier Wochen schwere aber liebevolle Pflege durch meine Mutter, meinem Bruder und mir lagen vor uns. Er war nie alleine. Meine Kinder haben ihn jeden Tag besucht, mit ihm geredet, ihm Mut gemacht. Dann ist er nach einem harten Kampf, er wollte uns, auch wenn er nichts mehr sagen konnte, einfach nicht alleine lassen, in den Armen meiner Mutter und mir am 17. März um 02.15 Uhr gestorben. Es war eine harte, traurige Zeit. Wir sind oft an unsere Grenzen gestoßen und haben sie überschritten. Aber wir würden es immer wieder genauso tun. Wir haben unserem Vater ein würdevolles Sterben im Kreise seiner Familie ermöglicht. Was bleibt ist eine entsetzliche Leere. Er fehlt uns immer und überall. Letzte Woche hatte ich Geburtstag, der erste in meinem Leben ohne meinen Vater. Aber ich höre ihn auch immer sagen während seiner wenigen klaren Momente: GENIEßT EUER LEBEN!!! Wer weiß, wie lange man es kann! Wir werden es versuchen!!! Ich wünsche dir und deinem Vater alles erdenklich Liebe und Gute und ganz viel Kraft!! Wenn ich dir irgendwie mit Informationen helfen kann, jederzeit gerne. Liebe Grüße |
| Lesezeichen |
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
|
|