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#1696
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Hallo Christina, ich schalte mich hier mal ein, weil es bei mir und meinem vater ähnlich war. Meinem Vater hat es geholfen, nicht mit meiner mutter und mir über seine Krankheit zu sprechen. Auch wenn wir es uns manchmal gewünscht hätten! Es gibt Menschen, die brauchen Zeit, um sich zunächst einmal selbst mit der Krankheit auseinander zu setzten. Ich glaube da wäre es falsch, sie mit der schwere der Krankheit zu überrumpeln. Vielleicht würdest du dir ewig vorwürfe machen, dass du sie direkt drauf angesprochen hast.
Ich habe meinem Vater gesagt, dass ich immer für ihn da bin, wenn er darüber sprechen möchte. So habe ich ihm kein Gespräch aufgezwängt, aber war mir sicher, dass er bescheid weiß, dass ich für ihn da bin. Ich habe mich ihm gegenüber dann immer so verhalten, wie vor der Diagnose auch. Und ich glaube, dass hat ihm sehr gut getan! Ich hoffe, du findest den Weg, mit dem du am Besten leben kannst! Alles Liebe |
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#1697
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Hallo Ulle79,
vielen Dank für Deine Antwort, Du hast Recht damit, dass ich sie damit nicht überrumpeln sollte. Ich werde es so machen wie Du, ich glaube das wird die Beste Lösung sein. Wenn ich sie im Krankenhaus besuchen gehe dann bin ich auch immer ganz normal wie immer zu ihr. Ich lasse sie meine Verzweiflung nicht spüren. Sie weiss dass ich immer für sie da sein werde, ich richte ihr gerade ein Schlafzimmer bei mir in meiner Wohnung ein damit ich sie bei mir habe und sie sich sicher sein kann, dass sie nicht alleine ist. Danke nochmal für deine Nachricht. Dir auch alles Liebe. Liebe Grüße Chris |
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#1698
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Hallo Chris979,
Ulle79 hat es so ausgedrückt wie man es nicht besser und einfühlsamer darstellen kann. Der PATIENT entscheidet ! Das ist nun gar nicht so einfach für die Angehörigen. Es ist aber auch nicht nötig oder zwingend, das man als Angehöriger dem Patienten gegenüber falsche Hoffnungen erweckt und die Situation wissentlich falsch darstellt. Wie man situationsbedingt einfühlsam und aufrichtig den Ernst der Lage darstellt - wenn es denn überhaupt gesagt werden muss - ist leider nicht generell zu beantworten. Auf jeden Fall wird Eure direkte und emotionale Nähe dem Patienten sehr gut tun. Pflege zuhause kann sehr belastend werden. Daher kann es sehr sinnvoll sein, eine Pflegestufe zu beantragen und sich ambulanter pflegerischer Hilfe zu bedienen. Eine mit uns befreundete Ärztin hat es damals auf den Punkt gebracht: Du kannst nicht alles schaffen: Beruf, Pflege und liebender Ehemann. Lasse bitte die Fachleute die Fach/Sacharbeit machen und stehe DU als Partner liebevoll Deiner Frau zur Seite. Es ist das, was DU tun kannst. Das bedeutet ihr (meiner Frau) sehr viel. Genauso war es und ist es gekommen: Ich habe bereits ihr Zimmer zur Pflege daheim vorbereitet gehabt, die Zubereitung von Essen und die Sauerstoffversorgung organisiert, Dekubitus-Bett und Krankenstuhl auf Abruf bereitgestellt. Es wurde die Pflegestufe beantragt; der ambulante Dienst jedoch konnte nicht mehr in Anspruch genommen werden, da sie wieder ins Krankenhaus kam und anschließend auf ihren eigenen Wunsch ins Hospiz verlegt wurde, wo sie nach zwei Tagen verstarb. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel Geändert von shalom (12.04.2007 um 09:23 Uhr) |
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#1699
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Hallo,
war ja heute im Krankenhaus und eben hat mein Dad angerufen...nun verstehe ich gar nichts mehr....Wasser ist kaum in der Lunge...Atemnot kommt von etwas anderem....Durch das Verkleben Verwachsungen???, die das Atmen schwer machen. Morgen bekommt er Sauerstoff und soll damit auf und ab laufen und prüfen ob es besser wird. Dazu Opitate. Wieso das? Verstehe ich alles nicht. Wer kann mich aufklären? Liebe Grüße Heike |
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#1700
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Hallo Heike,
bevor man als Betroffener irritiert rumrätseln muss und sich Sorgen macht, ist es sinnvoll, den Kontakt zu den behandelnden Ärzten zu suchen. Die können die aktuelle Sachlage am Besten darstellen und verständlich rüberbringen. Beim Mesotheliom gibt es verschiedene Gründe für eine Atemnot je nach der raumgreifenden Ausbreitung des Tumors. Wenn z.B. (wie bei meiner Frau damals) der Tumor in Richtung Herzbeutel wandert, beengt er die Tätigkeit des Herzens und damit der Pumpleistung und verursacht u.a. Kurzatmigkeit. Eine große Wasseransammlung in den organumhüllenden Beuteln des Brustraums /Bauchraums wäre eine andere Möglichkeit für Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. Opioide (chemisch nachgebaute künstliche Opiate) gibt man zur Schmerzreduktion, diese Mittel hat meine Frau über einen großen Zeitraum bekommen. Opiate gibt man zur Schmerzreduktion und um die den unwillkürlichen Zwang zum Atmen zu reduzieren. Allerdings dämpfen Opiate in verstärkten Dosen auch weitere vitale Lebensfunktionen, die bis zum Dämmerzustand führen können. Es tut mir sehr leid, daß es Deinem Vater so beschwerlich geht und Du in großer Unruhe bist. Die Medikamente und die Sauerstoffversorgung werden die Atemnot ein wenig lindern. Nutze die Zeit mit Deinem Vater, aber sei auch gefasst und vorbereitet auf das, was noch kommen mag. Ich wünsche Euch viel Kraft. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1701
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Hallo Andrea_Zoom!
danke für deine antwort. es ist schön dass es deinem vater recht gut geht und er viele dinge, die ihm wichtig sind, tun kann. ich bin zur zeit an einem ziemlichen nullpunkt angekommen, da ich nun nichts mehr tun kann, nicht mehr helfen kann. nur einfach für meinen papa da zu sein erscheint mir nicht genug. mein vater schwebt zur zeit auch sehr in der luft und weiß überhaupt nicht was er tun soll, darüber hinaus habe ich den eindruck dass er momentan so ziemlich alles sinnlos findet. ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann und das bedrückt mich sehr.die untersuchung vor einer eventuellen op ist erst nach der nächsten chemo, also in ca 5 Wochen. auch finde ich es schwer mit meinem eigenen leben einfach so voranzuschreiten, ich bin der zwischenzeit mit meinem freund zusammengezogen, morgen fahren wir eine woche in den urlaub, auf der arbeit passieren auch immer wieder erfolgreiche dinge. es scheint so ungerecht und gemein wenn ich mein leben genieße. sorry, wie ich drauf bin, ich würde gerne hoffnungsvoller und lebensfroher schreiben doch erscheint das momentan unmöglich.liebe grüße von ilona |
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#1702
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Hallo Ilona!
Genauso empfinde ich auch, habe dann ein schlechtes Gewissen ...oder finde es so grausam , wenn ich das Leben geniesse und Papa seelisch ganz unten ist. er hat so eine Angst,die kann ihm keiner nehmen das ist das schlimme. Oft denke ich , ich möchte nicht in seiner Haut stecken..auch dann verdränge ich das ganz schnell.habe noch nie soviel über den Tod nachgedacht.
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#1703
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Und wieder habe ich eine Frage an Euch....
bei meinem Dad ist ja eine Verklebung durch Talkumpuder gemacht wurden. Da er nun kaum wieder Luft bekommt, dachten wir, dass es sich wieder um Wasser in der Lunge handelt. Jedoch sagte der Arzt ihm gestern, dass durch die Talkumverklebung ein Exem?? entstanden ist, welches auch nicht mehr wegzubekommen ist. Er musste auf ein Laufband, wo er 1,5 km geschafft hat und man sagte ihm, dass er somit erst einmal kein Sauerstoffgerät benötigt. Muss ich mich wirklich damit abfinden, dass es nicht mehr besser wird? Was kann er zusätzlich tun, um diesen Zustand nicht zu verschlimmern? Grüße und Kraft an Euch alle Heike |
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#1704
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Hallo Heike (Seagirl),
ich stand kurz davor mich per PN nach dem Ergehen Deines Vaters und Deiner Stimmungslage zu erkundigen.. Nun bist Du durch Deinen Beitrag dem zuvorgekommen.. Ich habe mal ein wenig im Internet recherchiert unter dem Stichwort --------------------------- Aus: http://www.pneumologe.com/startseite/glossar.html Pleurodese Künstliche Verklebung beider Blätter des Brustfells zur Verhinderung eines Pneumothorax oder ständig wiederkehrenden Pleuraergusses. Man unterscheidet zwischen chemischer und chirurgischer Pleurodese: * Bei chemischer Pleurodese werden Pleurablätter durch Entzündungsreiz verklebt (Fremdkörper, Talkum, Zytostatika). * Bei chirurgischer Pleurodese werden die Pleurablätter teilweise oder komplett entfernt. --------------------------- Aus: http://allergie.qualimedic.de/Therap...leurodese.html Pleurodese Qualimedic AG • Di 01 im Aug, 2006[14:37 GMT] Als "Pleurodese" bezeichnet man die Verklebung beider Rippenfellblätter. Diese Maßnahme hat keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben bei einem Lungenkrebs, sondern dient der Beseitigung der durch Rippenfellmetastasen verursachten, anhaltenden Rippenfellergussbildung. Durchführung Zu diesem Zweck wird zunächst mittels Rippenfellspiegelung (Thorakoskopie) oder mittels Anlage einer Brustkorbdrainage das vorhandene Gewebswasser abgesaugt. Danach wird entweder Talkumpuder über das Thorakoskop im Brustraum verstäubt (Talkum-Poudrage, Erfolg 85 bis 90%) oder Talkum über die Drainage eingefüllt (Flüssigtalkum-Pleurodese, Erfolg 70 bis 80%). Durch den so ausgelösten Entzündungsreiz (Hinweis Shalom: Das meint man wohl mit dem Ausdruck: Exzem) kommt es zur Verdickung der Pleurablätter sowie zu Verklebungen, in deren Folge die Ergussbildung stoppt. Neben Talkum, welches die beste und preiswerteste Substanz ist, können auch das Antibiotikum Tetracyclin sowie die Chemotherapeutika Mitoxanthron und Bleomycin verwendet werden. -------------------------- Du schriebst: „Muss ich mich wirklich damit abfinden, dass es nicht mehr besser wird? Was kann er zusätzlich tun, um diesen Zustand nicht zu verschlimmern?“ Heike, es ist nicht in jedem Fall in unsere Hand gegeben, wie sich der Zustand eines Kranken hält, verbessert oder verschlimmert. Ich sage es unverblümt: Es ist besser, auf ALLES vorbereitet zu sein, um nicht in eigene Panik zu geraten. Den Spagat der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen auszuhalten ist manchmal dabei schier unerträglich. Die Ärzte werden aber sicher genau das tun, was für Deinen Vater in seinem Zustand sinnvoll erscheint. Das kann z.B. auch bedeuten, dass man ihm lediglich Schmerzmittel verabreicht, ihn aber von sonstigen Eingriffen oder Behandlungen verschont. Wenn es Euch gelingt glückliche und noch unbeschwerte Augenblicke gemeinsam zu genießen, so ist das ein wunderbares Geschenk. Die Tatsache, noch nicht die Sauerstoffversorgung zu benötigen, ist ein solches Geschenk. Die Tatsache, dass er eine von Dir genannte Wegstrecke erträglich laufen kann, ist ein solches Geschenk und viele andere kleine Dinge, der er noch tun kann. Jede Deiner hier genannten Sorgen, Ängste und Ereignisse habe ich noch deutlich in eigener Erinnerung und kann sie zutiefst nachempfinden. So sehr uns Gesunde die Hoffnung auf ein Wunder und eine unverhoffte Lebensverlängerung erfüllt: Diese Krankheit ist heimtückisch, verläuft mal schnell, mal langsam, aber sie ist leider bislang unerbittlich. Was uns bleibt: Liebe und Nähe zu geben, Wünsche zu erfüllen; wenn es möglich ist, Gedanken auszutauschen, Ängste und Nöte miteinander auszusprechen. Lebt intensiv den Augenblick. Er ist nicht wiederholbar. Jeder geht mit Krankheit, Sterben und Tod anders um. Die Einen suchen die Einsamkeit, die Anderen suchen den Kontakt verständnisvoller und einfühlsamer Freunde oder professionelle Hilfe (z.B. psychologische und/oder religiöse Hilfe). Das mag eine ganz wesentliche Unterstützung sein, um für den Kranken oder die Betroffenen die Situation besser zu ertragen. Wir (ich) haben JEDE Hilfe gerne in Anspruch genommen, die sich uns bot. Wir wollten und mussten über das sprechen können, was uns bewegte (bedrückte). Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel Geändert von shalom (01.05.2007 um 11:11 Uhr) |
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#1705
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Infos zur Erläuterung von OPIOIDEN findet man verständlich und ausführlich hier:
http://www.medizinfo.de/schmerz/thopioide.htm Unter anderem steht dort: .... Alle Schmerzen, bei denen andere Methoden und Pharmaka nicht oder nicht ausreichend helfen sollten mit Opioiden therapiert werden. Hierunter fallen nicht nur Krebsschmerzen sondern ebenso degenerative und entzündliche Gelenkerkrankungen. .... Eine Therapie mit Opioiden muß sich an konkreten Prinzipien orientieren. Eine Opioidtherapie muß eventuell lebenslang bestehen bleiben. Dabei sollten folgende Voraussetzungen und Prinzipien der Behandlung Punkt für Punkt beachtet werden: * Exakte Schmerzanalyse. * Opioide im Gesamtkonzept (medikamentös und nicht-medikamentös integriert). * Individueller Behandlungsplan. * Kooperativer Patient. * Individuelle Ermittlung der ausreichenden Dosis (Schmerztagebuch). * Individuelle Ermittlung des Dosisintervalls (Schmerztagebuch). * Ausschöpfung der Wirkung einer Substanz. * Therapie nach festem Zeitplan, entsprechend der Wirkdauer (antizipatorisch, hierdurch Verhinderung psychischer Abhängigkeit). * Sofortiger Therapiebeginn nach Indikationsstellung. * Ausnutzung nicht BtM-VV-pflichtiger Opioide: Codein, Dihydrocodein, Tilidin/Naloxon (Tilidin mit Naloxonzusatz), Tramadol, Dextropropoxyphen * Erforderliche Begleitmedikation beachten: Laxantien, Antiemetika, Antihistaminika .... Fehler aufgrund von Vorurteilen: Diesen Fehlern liegen sehr oft Vorurteile seitens der Ärzte und der Patienten zugrunde. Besonders die Opioid-Phobie, der Angst, daß es bei der Anwendung zur Erzeugung einer Sucht kommen könnte, ist bei der Anwendung der zentral wirkenden Analgetika das größte Hemmnis in Deutschland. .... Vergleich: Insulin - Opioide: Schmerztherapeuten nennen häufig diesen Vergleich: Was Insulin für Diabetiker ist, sind Opioide für Schmerzpatienten. .... Entzugsbehandlung ohne Sucht: Es kommt sehr häufig vor, daß bei Patienten mit opioidpflichtigen Schmerzen angebliche "Entzugsbehandlungen" vorgenommen werden, obwohl ein Entzug überhaupt nicht nötig ist, denn die Patienten sind nicht süchtig. Das Schlimme an diesem Vorgehen ist, daß während dieser Zeit des "Entzuges" keine adäquate Alternative angeboten wird. .... Beispiel: Der "süchtige" Diabetiker Besteht die Schmerzursache weiter und tritt nach dem Absetzen des Schmerzmittels der Schmerz wieder auf, so wurde die als Entzugserscheinung interpretiert. Diese Interpretation läßt sich in etwa so vergleichen: Kein Arzt würde auf die Idee kommen, bei einem Diabetiker das Ansteigen des Blutzuckers und ein beginnendes Koma nach dem Absetzen von Insulin als Abhängigkeit zu deuten. .... Voraussetzung: Schmerzanalyse. Die Grundlage einer effektiven Schmerztherapie ist die exakte Schmerzanalyse. Mit ihr ist es möglich, einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen. Hier eine weitere Internetquelle: http://www.medhost.de/schmerzen/opio...erzmittel.html
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel Geändert von shalom (16.04.2007 um 13:47 Uhr) |
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#1706
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Hallo,
auch wenn die sachbezogene medizinische Information sicher nicht emutigend war, mir hat es damals als Angehörigem geholfen, konkrete medizinische Infos zu haben, die uns (mir) eine persönliche Einschätzung des Mesotheliom - Krankheitsverlaufs ermöglichten und hilfreich für das Befragen der Ärzte waren. Vielleicht ist aus dem gleichen Grund für den einen oder anderen Betroffenen das Nachlesen der folgenden URLs sinnvoll. Wenn man als Laie in einen Arztbericht eines Rippenfell-Karzinom Patienten hineinschaut, wird man ggf. eine medizinisch verklausulierte Beschreibung des Krankheitsgeschehens (malignes Mesotheliom) mit Analyse/Prognose und Stadieneinteilung entdecken. Man wird wahrscheinlich nicht alles verstehen. Zur Epidemiologie, Histologie, Diagnostik, Stadieneinteilung (Staging, TNM Klassifikation), Prognose, Therapie kann man folgende URLs nachlesen: http://www.malignesmesotheliom.de/me...atreatment.htm http://www.mevis.de/~hhj/Lunge/Pl.html#Mesotheliom http://www.thieme-connect.com/ejourn...5/s-2002-32165 http://www.uni-essen.de/tumorforschu...heliom-ll.html ein Abstract (Inhaltsangabe) zu den kaum vorhandenen Therapieaussichten: http://www.springerlink.com/content/e7yggj5anrhxb0u5/ Bei all dem die Hoffnung nicht über Bord zu werfen und sich gleichzeitig auf ALLES vorbereiten zu müssen ist (war für uns(mich)) eine sehr schwer zu tragende Aufgabe. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel Geändert von shalom (20.04.2007 um 10:55 Uhr) |
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#1707
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Hallo Shalom.
vielen Dank für die Infos, habe gleich mal nach geschaut. Sicher hast du recht, man muß sich so viel Informationen viel möglich aneignen. Aber manchmal ist es echt schwer, dass alles zu verkraften... Ich stehe noch am Anfang, kann mich noch schlecht mit der Diagnose abfinden und hoffe immer noch, dass das alles nicht wahr ist. Liebe Grüße Anja |
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#1708
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Hallo allerseits
Meine Mutter hat im Januar die Diagnose Pleuramesotheliom erhalten und sofort mit einer neoadjuvanten Chemotherapie begonnen (sprich zuerst 3 Mal Kombinationschemo Cisplatin / Premetrexed und danach, so möglich Operation). Da sie vor 1.5 Jahren gute 2 Liter Wasser in der Pleura hatte, wurde damals schon auf Pleuramesotheliom untersucht, aber keines diagnostiziert. letzten Dezember wollte Sie zur Sicherheit einfach nochmals ein Röntgen haben, und da entdeckte man dann (im später gemachten CT) 3 Knoten, welche laparoskopisch entfernt wurden. Die eindeutige Histologie besagte Pleuramesotheliom. Ihr Tumorstaging ist sehr früh (T:1b; N:0; M:0) und daher erhoffen sich die Ärzte sehr viel von einer extrapleuralen Pneumektomie, sprich der kompletten Entfernung der gesamten rechten Pleura inkl. Lunge. Bei einer Mediastinoskopie wurden ihr alle Lymphknoten entfernt und diese waren alle samt ohne malignen Befund. Offen gestanden, meine Mutter hat etwas Angst vor der OP und vor der ungewissen Zukunft. Klar ist auch, dass ohne chirurgischen Eingriff, keine Chance auf "Heilung" (also 5 Jahre ohne neuerliches Tumorwachstum) besteht, man also höchstwarscheinlich nicht um eine Operation herum kommt. Frage ist nur: weiss jemand, wie man sich danach fühlt, wenn man ohne rechte Lunge lebt? Was hat Sie zu erwarten? Was kann Sie noch machen, was nicht mehr? Wie stark ist sie im alltäglichen Leben durch den Wegfall der rechten Lunge tangiert? Bin um jeden Erfahrungsbericht dankbar. Gruss an alle Stefan |
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#1709
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Hallo Stefan,
bei meinem Mann wurde diese OP im Sommer 2004 in Heidelberg (Thoraxklinik) gemacht. Vorab: das was ich schildere ist ein Einzelfall - andere verlaufen anders und ich habe in der Reha auch jemanden getroffen, der - allerdings erst Anfang 50 - sich deutlich schneller von der OP der holt hat. Aber vielleicht kommen ja noch mehr Berichte und du kannst dir daraus ein Bild machen. Die OP ist nicht ungefährlich, das werden euch die Ärzte vermutlich auch gesagt haben. Wenn (!!!) deine Mutter das wissen will, fragt die Ärzte nach Zahlen. In Heidelberg lag 2004 die Quote der Todesfälle (bis vier Wochen nach der OP) nach Aussage der Ärzte bei 4 Prozent. Bei meinem Mann dauerte die OP, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ca. 6 Stunden. Vorher war er körperlich ziemlich fit. 62 Jahre alt, kein Sportler aber halt gesund und ohne Übergewicht. Auch nach der Pleurodese (Verklebung der Lunge vor der großen OP) hatte ich - 17 Jahre jünger - Mühe, beim Walken mit ihm Schritt zu halten. (Vor der OP hatte er keine Chemo + keine Bestrahlung.) Nach der OP schien er sich zunächst ganz gut zu erholen, Der Beatmungsschlauch wurde einige Stunden nach der OP gezogen und er konnte wieder allein atmen, abends die ersten Löffel Suppe. Am 3. Tag dann der Schreck: es wurde nachoperiert, weil sich in der Wundhöhle zu schnell zuviel Wundwasser angesammelt hatte. War dann nicht so schlimm, wie wir erst dachten und er wurde wie geplant nach drei Wochen entlassen. Da konnte er dann immerhin zuhause die Treppe alleine hochgehen. Aber von der vorigen Fitness war nichts mehr da. Dafür Schmerzen vor allem bei längerem Sitzen, er nahm mehrere Monate Novalgin, dann ging es ohne. Was blieb bisheute: fortwährende Übelkeit und entsprechende Appetitlosigkeit, für die es keine ganz schlüssige Erklärung gibt. Hat aber wohl auch mit der totalen Veränderung im Bauchbereich zu tun, da gibt es ein ständiges Druckgefühl. Im Herbst 2004 folgte eine - völlig komplikationslose - Bestrahlung. Dann sollte es eigentlich bergauf gehen, doch dann kam eine Lungenentzündung, aus der er - nach zwei Wochen im künstlichen Koma - total geschwächt hervorging. Anfang 2005 im Rollstuhl in die Reha, mühsamer Aufbau. Dann 2005 ein gutes Jahr ohne große Ereignisse, zwei kleine Urlaube mit minimalen Laufstrecken (flach!!!) bis ein, zwei km. Die Luft auf den Kanaren ist übrigens klasse für Lungengeschädigte! Eineinviertel Jahr nach der OP fuhr er wieder selbst Auto, konnte wieder etwa 3 km in normalem Tempo laufen. Dann kam im Frühjahr 2006 das Rezidiv und fortwährende Chemo, die ihn ziemlich zu Boden warf. Fazit: Ohne die Lungenentzündung wäre es sicher besser gelaufen, doch auf jeden Fall ist man mit einer Lunge ziemlich eingeschränkt. Viele Dinge, die zum Alltag gehörten, gehen nicht mehr: bergauf laufen, schwere Koffer tragen, rennen, Sport ... aber das Wichtigste für ein normales Leben geht! Es ist nicht so, dass man mit der Sauerstoffflasche durch die Gegend laufen muss. Man braucht Hilfe und muss vieles sehr viel langsamer machen. Vielleicht kann man es so beschreiben: Es ist, als ob man auf einen Schlag sehr viel älter wird. Und die Erholung dauert wirklich lange. Ganz wichtig ist es, an der Kondition zu arbeiten: Atemübungen zu machen und die Ausdauer langsam zu steigern. Dabei braucht der Kranke auf jeden Fall Unterstützung, Krankengymnastik, Reha und/oder motivierende Familienmitglieder. Nochmal: was ich geschildert habe ist ein Einzelfall. Andere verlaufe ganz anders. Im Internet gibt es auch Berichte von Menschen, die wieder Fahrrad fahren und ihrem Beruf nachgehen. Ich habe z. B. auch vor der Pleurodese im Internet geforscht und den Bericht über eine Frau gefunden, die danach das Gefühl hatte "gegen eine Wand" zu atmen. Das hörte sich für mich schrecklich an. Bei meinem Mann war es dann ganz anders: dem ging es richtig gut nach der Pleurodese. Ich habe das trotzdem so ausführlich geschildert, weil die Ärzte die Auswirkungen der OP zuweilen sehr klein reden. Es gibt im Internet auch einen Beiträg, leider weiß ich nicht mehr wo, dass die kleinere OP (Dekortikation), also ohne Entfernung von Zwerchfell und Herzbeutel, ähnlich gute Ergebnisse hat ohne die Lebensqualität so drastisch einzuschränken. Doch auch das ist eine Einzelstimme, wenn auch wohl auf eine Studie gestützt. Ich finde die Entscheidung für oder gegen OP unendlich schwer. Bei uns stand sie gar nicht zur Debatte, weil mein Mann sich schnell und unbedingt entschieden hat, jede mögliche Chance wahrzunehmen. Da möchte ich mich den vielen Beiträgen von Shalom hierzu anschließen: der Patient muss entscheiden. Es ist nicht unsere Aufgabe, ihm die Entscheidung abzunehmen, ihm Hoffnung zu nehmen oder ihm Informationen aufzudrängen, die er nicht wissen will. Wenn deine Mutter sich für die OP entscheidet - und bei Stadium Ib spricht einiges dafür - dann mach ihr Mut und nicht Angst. Mir hat in der Zeit danach am meisten die Devise geholfen: immer schauen, was geht, und nicht, was nicht geht. Also: Sich freuen, dass laufen geht (und nicht traurig sein, weil Fahrad fahren nicht geht). Und noch was ganz Praktisches: die beste Idee, die wir vor der OP hatten, war die Anschaffung eines elektrischen Lattenrostes fürs Bett :-) Ich hoffe, diese Antwort hat dich jetzt nicht zu sehr verunsichert - vielleicht kommen ja noch ein paar Erfahrungsberichte dazu. Liebe Grüße |
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#1710
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gehofft gekämpft und wohl doch verloren!!
es ist so unendlich traurig zu erfahren ,dass es wohl kaum noch chancen gibt für meinen papa. die op wurde vorzeitig abgebrochen , der tumor hat ein wichtiges gefäss ,welches zum herzen führt,erfasst.er hätte wohl keine chance gehabt zu überleben, wenn sie weiter operiert hätten. mein vater hat so große hoffnung gesetzt in dieser op.leider hat die chemo nicht angeschlagen ,sodaß der tumor gewachsen ist. es ist so schwer davor zu stehen und nicht helfen zu können.ich muß die ganze katastrophe verdrängen , sonst weine ich nur noch. mein papa hofft immer noch , aber er hat rapide abgebaut und es geht ihm sehr schlecht.das schlimmste ist der seelische zustand.meine ganze familie ist für ihn da.er wird 100km von uns entfernt behandelt, wir haben uns ein zimmer gemietet und stehen abwechselnd meiner mutter zur seite. was ist der nächste schritt?(er will weiter kämpfen nimmt jeden strohhalm) papa redet nicht über den tod...wer kann mir sagen wie man da ganz vorsichtig mit anfängt?(oder warten bis er anfängt??) jeder geht mit dieser situation anders um, wer kann mir sagen wie?(damit man sich austauschen kann) wie übersteht man das? Selbhilfegruppe? wir(3schwestern) haben ein sehr sehr enges verhältnis zu unseren vater, wir hatten eine harmonische kindheit und er ist ein sehr sehr lieber mensch.es tut so verdammt weh. |
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