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  #1801  
Alt 18.09.2007, 20:54
Seagirl Seagirl ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Kessi,

mein aufrichtiges Beileid. Aber so wie Du schreibst galube ich, dass Du die Kraft hast, diese schwere Zeit zu überstehen.
Mein Dad ist leider am Geburtstag meines Mannes verstorben. In der Woche darauf sollte er am Geburtstag meines Neffen, der ja auch an Krebs erkrankt ist, beerdigt werden. Dieses konnten wir jedoch abwenden und einen Tag früher diesen schweren Weg gehen.
Schön, wenn man Zeichen von seinen Lieben bekommt. Meine Schwester hat auch schon diverse von meinem Dad empfangen. Ich bin da wohl leider nicht sehr empfänglich für, denn ich habe leider noch kein Zeichen von ihm erhalten.

Fühl Dich von mir in den Arm genommen

Heike
__________________
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  #1802  
Alt 18.09.2007, 22:10
Kessi Kessi ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Danke Seagirl!

Ich fühle mich dir sehr verbunden. Mein Papa ist zwar nicht am Geburtstag meines Sohnes gestorben, aber an dem meines Schwagers. Wir werden alle noch viele Tage der Trauer erleben, doch was an diesem Samstag passiert ist gibt uns allen viel Kraft. Mein Papa wäre am 03.10. siebzig geworden und meine Eltern hätten 43. Hochzeitstag gehabt. Das wird nochmal schwer. Aber ich bewundere meine Mutti, sie ist so stark!

Es gibt mit Sicherheit einige Menschen, die denken, ich bin nicht bei Sinnen. Aber es war wirklich so. Es ist schade, daß das nicht jeder erleben darf.

Allen anderen weiterhin viel, viel Kraft. Und wenn ihr sie nicht habt, dann wird sie euch geschenkt. Man muß manchmal nur etwas Geduld haben.

Ich muß aber auch sagen, daß mein Papa im Schlafkoma lag. Einen Menschen mit dieser schrecklichen Krankheit, bei vollem Bewußtsein bis zum Schluß zu begleiten, muß grausam sein.

Ich danke Gott dafür, daß es meinem Papa erspart worden ist.

Liebe Grüße Kessi
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  #1803  
Alt 19.09.2007, 19:41
Daddys girl Daddys girl ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Kessi,

schön dass Du in Frieden abschied nehmen konntest. Ich wünsche dir alles gute und viel Kraft für die zeit die jetzt kommt. bei mir ist es nun schon 3 monate her. unglaublich ich weiss gar nicht wo die Zeit hin ist.

Ich habe auch ein Zeichen bekommen glaub ich.. an seiner seebestattung hat er mir einen schweinswal vorbeigeschickt, weil wir immer so gern zusammen delphine angekuckt haben..

alles liebe an alle.

sonja
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  #1804  
Alt 19.09.2007, 20:32
Kessi Kessi ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Daddys girl!

Ich glaube fest daran, daß es ein Zeichen deines Vaters war. Du darfst nur keine Zweifel haben, dann wird er dir noch öfters Zeichen geben. Ich bin bei
Leibe kein Mensch der in die Kirche geht und ich habe auch keinen Heiligenschein. Aber ich glaube aus tiefsten Herzen an Gott. Und ich habe seit frühester Kindheit schon diesen Draht. Ich denke den haben wir alle, deshalb sollte man auch auf die kleinen Dinge achten.

Drei Monate sind schnell vorbei, ich hoffe deiner Familie geht es gut und ihr könnt den schmerzlichen Verlust verarbeiten.

Wir hatten es übrigens mal mit dem Sojagetränk Haelan probiert. Mein Papa hatte immer erstaunlich gute Blutwerte, aber leider konnte es den Krebs nicht mehr aufhalten. Dafür ist er einfach zu aggressiv.

Doch wir haben alles versucht und das gibt uns auch noch eine Portion Kraft.

Liebe Grüße Kessi
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  #1805  
Alt 21.09.2007, 23:15
Sabrina1978 Sabrina1978 ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen,

ich bin schon eine weile nicht mehr hier im net gewesen.

es macht mich sehr traurig zu lesen was alles in dieser zeit passiert ist.

ich möchte allen angehörigen die ihre lieben verloren haben, mein aufrichtiges beileid aussprechen und euch ganz viel kraft wünschen für die schwierige zeit!

es ist so traurig das man so hilflos ist und nur da stehen kann und nichts ist zu machen.

meinem Vater geht es soweit ganz gut, er hat jetzt 27 betsrahlungen hinter sich gebracht und hatte zum glück kaum nebenwirkungen.
er hält weiterhin sein gewicht, er geht viel spazieren und versucht sich irgendwie abzulenken
was aber nicht gerade leicht ist, denn er hat weiterhin den starken druck, der von tag zu tag wandert und verschieden stark ist.

jetzt hat er auch noch eine erkältung bekommen, nicht schlimm genug das er ohne erkältung einen starken husten hat, ist der jetzt noch viel schlimmer, so das er nachts kaum schlafen kann.

deshalb haben die ärzte ein ct gemacht um zu sehen ob alles ok ist, am dienstag ist die auswertung, ich hoffe das alles ok ist und nichts neues gefunden wird.

etwas positives gibt es die bg hat die krankheit nach einem halben jahr als berufskrankheit zu 100% angesehen und so werden jetzt alle kosten von der bg bezahlt, wir sind darüber alle sehr erfreut.

ich wünsche euch alle ganz viel kraft
ich denke an euch
ganz liebe grüße sabrina
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  #1806  
Alt 22.09.2007, 21:45
Kessi Kessi ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Sabrina!

Schön, daß es Deinem Vater so gut geht. Mein Papa hatte seit der OP im Januar auch ständig Husten. Leider haben wir kein Mittel gefunden, das dagegen geholfen hat. Bei uns hat die BG nach 9 Monaten immer noch nicht über den Antrag entschieden. Wir haben uns nach Papas Tod für eine Obduktion entschieden. Darauf hat die BG uns mitgeteilt, daß es jetzt noch einmal 2 - 3 Monate dauert, weil die Pathologie solange braucht, bis die Berichte fertig sind. Leider kann mein Papa das nicht mehr erleben. Aber wir würden gerne auf das Geld verzichten, wenn wir ihn noch bei uns haben dürften. Aber es geht hier ja auch um die Zukunft meiner Mutti, deshalb müssen wir das jetzt durchziehen.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Glück und Kraft im Kampf gegen diesen heimtückischen Krebs.

LG Kessi
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  #1807  
Alt 22.09.2007, 22:26
Sabrina1978 Sabrina1978 ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Kessi

uns ging es nur um die anerkennung, dass mein vater diesen scheiß krebs von der arbeit mit asbest hat.
das ist irgendwie eine bestätigung für uns alle.

klar wenn wir alle hätten wählen können, hätten wir uns für die gesundheit entschieden wer nicht

aber leider ist uns die wahl nicht gegeben und so müßen unsere lieben und wir mit der schrecklichen krankheit und den verlust leben.

das geld was mein vater jetzt als rente von der bg bekommt wird noch mit der normlen rente verrechnet und das finde ich echt ein unding aber was solls.

das was meine eltern jetzt noch bekommen sollen sie nehmen um sich die letzte zeit so richtig schön zu machen und zu genießen.

ganz liebe grüße sabrina
ich wünsche dir und deiner familie das ihr bald eine antwort bekommt
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  #1808  
Alt 23.09.2007, 09:55
stefanzh stefanzh ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Halle Kessi

Schön, dass Du dem Sterben bei all dem Leid, welches es Dir verursacht hat noch etwas erhebendes, göttliches abgewinnen konntest. Ich hab mal geschrieben, das meines erachtens der Tod etwas durch und durch natürliches und würdevolles sein sollte und gemäss Deinen Beschreibungen bin ich mir sicher, dass es in gegebener Situation nichts würdevolleres hätte geben können. Ich wünsche Dir alle Kraft dieser Welt um diese schwere Zeit zu überstehen und bin mir sicher, dass Du das schaffen wirst. Toi Toi Toi.

Zu Sabrina: Das ist ja super, dass Dein Vater die Bestrahlung beschwerdefrei über die Bühne bringen kann. Das mit dem Druckgefühl hat auch meine Mutter. Eigetlich sollte sie ja gemäss Arzt Krafttraining und Fitness machen, damit sie wieder etwas mehr gewicht bekommt, aber die Schmerzen an den Rippen und das Druckgefühl im Oberbauch ist derartig gross, dass z.Z. kein Training möglich ist. Jetzt wird zuerst mal die Muskulatur entspannt, massiert und soll anschliessend dann trainiert werden. Aber deutlich besser ist das mit dem Geschmack geworden. Anfangs konnte sie fast gar ncihts essen; alles hat irgendwie nach Blei usw. geschmeckt, aber inzwischen isst sie wieder fast alles, trinkt auch wieder kaffee und kommt auch sonst ganz anständig zurecht.
Ich hoffe mal, dass es Deinem Vater weiter besser gehen wird, er die Bestrahlung erfolgreich hinter sich bringen kann und vor allem dass das CT befundlos ist.
Alles Gute
Stefan
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  #1809  
Alt 24.09.2007, 23:01
Kessi Kessi ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Sabrina, Hallo Stefan!

Es ist echt eine unverschämtheit, daß die Rente noch mit anderen Einkünften verrechnet wird. Bei all dem Leid, daß die Betroffenen erleben oder erleben mußten - das ist echt die Hölle. Mein Papa hatte seit Juli unerträgliche Schmerzen, nicht mal das Morphium hat ihm wirklich geholfen. Da wäre es wirklich gerecht, die Zahlungen als "Schmerzensgeld" zu sehen. Aber Recht haben oder Recht bekommen sind leider zwei paar Schuhe. Ich wünsche Deinem Vater sehr, daß er sich mit Deiner Mama (oder der ganzen Familie) noch viele schöne Urlaube oder andere Dinge leisten kann, an denen er Freude hat.

Zu Stefan: Danke für die lieben Worte! Wir haben sehr viel Kraft bekommen, aber dennoch vermisse ich meinen Papa sehr. Jetzt, wo wieder etwas mehr Ruhe einkehrt, wird einem das sehr bewusst. Wir haben einen wunderbaren Menschen verloren!

Seid alle herzlich umarmt Kessi
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  #1810  
Alt 25.09.2007, 09:13
shalom shalom ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo,

ich bin nicht mehr jeden Tag im Krebskompassforum, lese aber immer wieder mit Betroffenheit vom Schicksal und Sterben am Rippenfellkrebs erkrankter Angehöriger. Auch mein Frau ist vor 7 Jahren mit 56 Jahren an dieser Krankheit gestorben.

Diese Krankheit ist zur Zeit noch nicht besiegbar mit medizinischen Mitteln. Wir können aber als Begleiter unserer Lieben den mühevollen Weg der Kranken begleiten und tun, was in unserer Macht und Kraft steht, leider mehr nicht.

Ich wünsche allen für diese Begleitung viel Kraft und Mut. Wenn es das Schicksal so gewollt hat, werden unsere Lieben jedoch befreit sein von ihrer großen körperlichen Beschwernis. Sie haben es geschafft und sind nun schmerzfrei. Sie sind nun für uns unsichtbare Begleiter für unser weiteres Leben, das wir ohne sie weiter leben dürfen (müssen). WIR haben eine Chance weiterzuleben, sie (unsere Lieben) hatten sie leider nicht.

Der Prozess des Abschiednehmens und Loslassens kostet viel Kraft und Zeit. Er ist notwendig und unumgänglich. Auch dafür wünsche ich Euch Geduld mit Euch selbst, sowie Zeit für Ruhe, Nachdenken und Besinnung auf Euer weiteres Leben.

Nun etwas eher Technisches:

@Sabrina und @Kessi,

das Zusammentreffen verschiedener Renten (Einkommen) ist nach dem Sozialgesetzbuch geregelt. Daher wird wohl bedauerlicherweise auch ein gewisser Betrag im oben genannten Fall aus der BG-Rente auf die gesetzliche (DRV/BfA)-Rente angerechnet.

Ähnlich ist es mir damals beim Tod meiner Frau ergangen. Als erwerbstätiger Witwer wurde mir mein eigenes Erwerbseinkommen auf die mir zustehende Witwerrente angerechnet.

An dieser gesetzlichen Regelung ist nichts von unserer Seite änderbar.

Mit lieben Grüßen
Shalom

Aus: http://www.rententips.de/rententips/...php?index=2835

ZITATANFANG:

Zusammentreffen von Renten und Einkommen

Ein Rentner kann nicht mehrere Sozialleistungen in voller Höhe nebeneinander erhalten, damit er nicht besser gestellt wird als ohne den Rentenbezug. Ein Bezieher einer Erwerbsminderungsrente, der mit 60 Jahren auch Anspruch auf eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen hat, erhält nicht etwa beide Leistungen nebeneinander, sondern nur die höhere von beiden.

Minderungen der errechneten monatlichen Bruttorente sind dann möglich, wenn die Monatsrente mit bestimmtem anderen Einkommen zusammentrifft. So ist z. B. auf die Monatsrente eine gleichartige Leistung aus der Unfallversicherung nach einem bestimmten Schema anzurechnen (z. B. Verletztenrente auf eine Erwerbsminderungsrente/Altersrente oder Unfallwitwenrente auf eine Witwenrente von der Rentenversicherung).

Bei einem solchen Zusammentreffen gelten bestimmte Grenzbeträge. Der Grenzbetrag ist grundsätzlich 70 Prozent des von der Berufsgenossenschaft festgestellten Jahresarbeitsverdienstes, der für die Berechnung der Unfallrente maßgebend war. Übersteigt die Summe der Rente und der Leistung aus der Unfallversicherung diesen Grenzbetrag, wird die Rente aus der Rentenversicherung um den übersteigenden Betrag gemindert.

Weitere Fälle der Anrechnung von Einkommen des Rentenberechtigten auf die Monatsrente sind u. a.:

* Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes
* Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung trifft mit Entgeltfortzahlung, Vorruhestandsgeld, Arbeitslosengeld oder Krankengeld zusammen
* Rente wegen voller Erwerbsminderung trifft mit Entgeltfortzahlung, Vorruhestandsgeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Verletztengeld/ Übergangsgeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung zusammen
* Aufteilung von Witwen-/Witwerrenten auf mehrere Berechtigte (z. B. bei Zahlung einer Witwenrente und einer Geschiedenenwitwenrente)
* Witwen-/Witwerrente oder Unterhaltsansprüche aus der letzten Ehe sind bei der Witwen-/Witwerrente aus der vorletzten Ehe zu berücksichtigen.

ZITATENDE
__________________
Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun.


(Johann Wolfgang von Goethe)
"Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel
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  #1811  
Alt 27.09.2007, 10:51
Minouminou Minouminou ist offline
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Registriert seit: 21.09.2007
Beiträge: 6
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen !

Ich bin seit ca. Mai/Juni 2005 stille Mitleserin hier im Forum und habe immer mal wieder reingeschaut und Euere Berichte mitverfolgt. Jetzt habe ich das Bedürfnis meine /unsere Geschichte aufzuschreiben, jetzt, da sie leider zu Ende gegangen ist.

Mein allerliebster Papa ist letzte Woche am 18.09.2005 um 19.00 Uhr auf einer sehr guten und liebevoll geführten Palliativstation in unserer Heimat eingeschlafen. Meine Mama, mein Mann und ich waren bei ihm. Drei Tage vorher hat ihn seine Schwester, die er sehr mochte, nochmals besuchen können. Er wurde 70 Jahre alt. Zum Glück ist ihm das, wovor er am meisten Angst hatte, der Erstickungstod, erspart geblieben. Er ist ganz leise und sanft weggegangen.

Wir haben im Mai 2005 die Diagnose erhalten, dass mein Papa ein Pleuramesotheliom hat. Seit März 2005 ging es ihm nicht mehr so gut, wir dachten zunächst er hätte eine Rippenfellentzündung. Leider bestätigte sich dann der schreckliche Verdacht. Es war, wie bei Euch allen, fruchtbar. Auch wir kannten die Krankheit vorher nicht, obwohl mein Papa als Ingenieur arbeitete. Und alles was man dann über die Krankeheit erfährt ist so niederschmetternd! Das erste Jahr war schrecklich. Mein Papa bekam ziemlich schnell die Alimta/Cisplatin-Chemo, die er nicht so gut vertragen hat. Außerdem hatte ihm sein Arzt gleich am Anfang, ich war dabei, gesagt: " Herr ..., Sie sind unheilbar krank. Herr..., sie werden nie mehr gesund werden." Mein Papa hat fast ein Jahr gebraucht, um diese Diagnose anzunehmen. Er hat sehr gehardert, denn er war immer ein sehr aktiver, gesunder und leistungsfähiger Mensch. Er war ca. 1,90 m groß und ca. 100 kg schwer und war dem Leben sehr zugewandt. Er hat alles angepackt und traute sich fast alles zu. Er hat das Leben geliebt. Im ersten Jahr war er oft sehr aggressiv und verzweifelt. Das hat dann alles meine Mama abgefangen.

Dann nach der Chemo und nach ca. einem Jahr ging es ihm etwas besser und die Krankheit ist bei uns etwas in den Hintergrund gerückt, soweit man das sagen kann. Mein Papa hat das beste draus gemacht, wir sind oft zum Essen gegangen, er hat sehr gerne gut gegessen und getrunken und war sehr gesellig, vor allem als er noch jünger und gesund war. Er sagte mal zu mir, dass er weninsgtens im Leben nichts verpasst habe, das tröste ihn. (Er hat immer viel gearbeitet, aber auch viel gefeiert, !) In diesem Jahr haben wir sehr viele schöne Augenblicke erlebt und ich habe festgestellt, dass man im Leben eigentlich nur möchte, dass es allen, die man liebt gut geht, und man ab und zu mit ihnen zusammen sein kann. Das ist das wichtigste im Leben! Wir haben uns in dieser Zeit auch Dinge gesagt, die wir früher nie gesagt haben. Wenn man noch jünger ist oder in der Pupertät ist, spielen die Eltern ja keine so große Rolle im Leben. Trotzdem hatte ich immer das beruhigende Gefühl, da ist noch jemand im Hintergrund, auf den du bauen kannst. Aber in der Zeit der Krankheit haben wir uns alles gesagt, wie sehr wie uns lieben und was er für ein guter Vater für mich war. Er hat mir gezeigt, wie man lebt, wie man feiert, dass man treu und fürsorglich ist, wie man sich einbringt und wie man Einsatz zeigt. Er hat mir vorgelebet, dass man Freundschaften pflegt, dass man Beziehungen pflegt und dass man zufrieden ist, mit dem, was man erreicht hat. Für all dies konnte ich mich bei ihm bedanken und ich bin froh, dass ich ihm dies noch sagen konnte.

Seit März 2007 ging es ihm dann immer schlechter, für uns kam dann die Zeit, in der er keine Kraft für Besuche (außer seiner Schwester) mehr hatte. Von März bis August 2007 wurde er fast wöchentlich punktiert, es wurden insgesamt ca. 20 Liter Flüssigkeit aus der Lunge entfernt. Er hatte mehrere Pleurodesen, war oft im Krankenhaus und konnte immer schlechter atmen. Es ging bergab. Mein Papa war ein Mensch, der im Leben immer vorwärts schaute. Und das tat er auch im Sterben. Er entschied sich, in eine Palliativeinrichtung eines Krankenhauses zu gehen, als er merkte, dass es daheim nicht mehr ging. Er entschied sich auch, nicht zu ersticken, sondern mittels entsprechnder Medikamente ruhig einzuschlafen.

Mitte Juli kam er auf diese Palliativstation, für uns war das grauenvoll, ich dachte meine Mutter überlebt das nicht. Plötzlich war er nicht mehr im Haus. Aber mein Papa ist nochmal aufgeblüht. Er wurde so gut umsorgt und er hatte endlich keine Angst mehr vor der Atemnot. Das Pflegpersonal mochte ihn und wir haben ihn so oft wie möglich besucht. Er konnte sehr gut Beziehungen zu "Fremden" aufbauen und konnte gut Hilfe von außen annehmen. Vor allem ein junger Pfleger hatte es ihm angetan, mit dem machte er immer seine Witzchen. Alle seine Leiden wurden dort gemildert, die Schmerzen waren endlich im Griff, er hatte keine mehr. Daheim mußte ihn meine Mutter jede Nacht um 24.00 Uhr wegen der Tabletten wecken. Auch die Atemnot wurde dort etwas besser, da er oftmals eine Drainage in der Lunge hatte. Die Übelkeit wurde besser und er hat endlich wieder mal mit Appetitt gegessen.

Nach vier Wochen wurde er sogar nochmal für 10 Tage nach Hause entlassen. Leider hat er es nicht länger geschafft. Als er wieder abgeholt wurde, schaute er sich nicht einmal mehr nach seinem Haus um. Dann war er noch ca. zwei oder drei Wochen im Hospiz, in seinem alten Zimmer. Am Samstag, den 15.09.2007 wurden seine Erstickungsanfälle so massiv, dass er, so wie er es verfügt hatte, in einen Schlaf gelegt wurde. Denn im Schlaf kommt man mit weniger Sauerstoff zurecht, so sagten ihm die Ärzte. Sein Atem hat dann noch bis zum Dienstag, den 18.09.2007 gereicht.

Er sah plötzlich viel kleiner und zarter aus, als er im Sterben lag. Sein letzer Atemzug war ein leises Seufzen. Ich weiß, dass ich seine große Freude im Leben war und dass ich ihn von ganzem Herzen lieb gehabt habe.

Als ich unsere Verwandten anrufen mußte, sagte ich meistens: Er hat es jetzt geschafft. Und das war auch mein/unser Gefühl, dass er jetzt alles geschafft hat und dass sein Leben vollendet ist. Keine Angst mehr, keine Qual, keine Not, kein Ersticken, kein Übelsein, keine Schmerzen, kein trockener Mund. Darüber bin ich froh.

Aber wir haben einen großen Verlust erlitten. Wir sind übrig geblieben.

Ich wünsche Euch allen viel Kraft, die Wege zu gehen, die ihr gehen müßt. Gebt Euren Lieben so viel Wärme und Liebe und Zuneigung wie ihr könnt, es ist da einzige was Euch am Ende vielleicht trösten kann.

Eure traurige Minouminou.
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  #1812  
Alt 28.09.2007, 05:31
Achim Deing Achim Deing ist offline
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Beiträge: 42
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo
bin seit längerem auch mal wieder hier-
und was soll ich sagen?
Schlimm immer weiter zu lesen wie immer mehr Leute ihre Liebsten an diese schrecklichste und tötlichste Berufskrankheit verlieren.
Von einem meiner besten Freunde der Vater hat jetzt auch den Krebs.
Wenn ich daran denke was die noch mitmachen müssen,tuen auch die mir richtig Leid.Mein alter Herr sagte öfters"Wenn ich jetzt eine Pistole..." oder"wenn ich noch Autofahren könnt würde ich mit 180 gegen...."

So weh es tut,aber die Toten sind erlöst von dieser Wahnsinnspein.....

Das ist das einzigst positive Fazit nach dieser Krankheit.


Ich wünsche euch allen für euch und eure Angehörigen das allerbeste!!!!!


Mfg Achim
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  #1813  
Alt 28.09.2007, 09:10
guertler2 guertler2 ist offline
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Beiträge: 15
Standard rippenfellkrebs

hallo,
in einem forum etwas zu schreiben ist für mich noch gewöhnungsbedürftig.
nach durchsuchen der internetseiten auf pleuramesotheliom bin ich auf diese seite gekommen.
letzte woche haben wir diese schreckliche diagnose bekommen. mein vater ist
krank. noch geht es ihm ganz gut., aber ich weiß nicht wie lange noch. ich habe angst.mit gehen tausend sachen durch den kopf und ich weiß nicht ob sie wichtig sind. ich weiß nicht damit umzugehen. es ist sehr schmerzhaft für mich. irgendwie fehlt das begreifen. geht es vielen so wie mir?
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  #1814  
Alt 28.09.2007, 12:51
Tamarak27 Tamarak27 ist offline
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Registriert seit: 28.09.2007
Ort: Ried im Innkreis
Beiträge: 2
Standard AW: Rippenfellkrebs

mir gehts genau so. Noch dazu ist mein Vater 300 km entfernt und er will keinen Besuch. Ich weis nicht was ich ihm schreiben soll ( sms) Er kann nicht mehr Telefonieren weil er fast keine Luft bekommt. Sie haben ihm auf der linken Seite das komplette Rippenfell entfernt . Er hat von Becken an bis zum Kopf Metastasen und die Bestrahlungen und chemo haben nix geholfen. Die Ärzte meinten es kann jeden Tag soweit sein. Ich habe erst seit ca. 3 Jahren wieder KOntakt zu ihm und jetzt das! Bin fix und fertig.
Und das beste ist keine weis woher oder von was er den Krebs bekommen hat.

Geändert von Tamarak27 (28.09.2007 um 12:54 Uhr)
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  #1815  
Alt 28.09.2007, 13:04
Kessi Kessi ist offline
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Ort: Schwalm-Eder-Kreis
Beiträge: 16
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo und Danke an alle für die hilfreichen Worte!

Zu Minouminou: Mein aufrichtiges Beileid. Mein Papa ist ja am 16.9.07 verstorben und es tut verdammt weh! Dir und Deiner Familie viel Kraft und Trost für die kommende Zeit.

Zu guertler: Auch für uns war es ein Schock, als wir die Diagnose am 27.12.2006 bekamen. Es gehen einem so viele Gedanken durch den Kopf, es ist sinnlos, da etwas zu sortieren. Mit der Zeit lernt man, mit der Krankheit umzugehen. Auch hier im Forum findest Du viele Informationen von Angehörigen und Du kannst Dein Herz ausschütten. Wieviel Zeit Deinem Papa bleibt, kann ja keiner genau sagen. Genießt die Zeit, in der es ihm gut geht. Auch Deiner Familie viel Kraft für das, was in der nächsten Zeit auf euch zukommt. Es wird nicht immer leicht, aber es gibt mit Sicherheit noch einige schöne Momente.

LG Kerstin
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