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  #2116  
Alt 15.08.2008, 23:14
Sabrina1978 Sabrina1978 ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen

nun muß auch leider ich berichten, das mein alles geliebter vater heute morgen gegen 7 Uhr 30 seinen letzten atemzug machte und er endlich in aller ruhe einschlafen konnte.

mein letzter eintrag war am 23.6. und in den letzten 6 wochen ist soviel passiert das man garnicht alles schreiben kann,
mein vater machte alles mit von richtig dollen krampfanfällen von 30 min. ,bis hin zu erstickungsanfälle die von seinem schluckauf verursacht wurden.

er hat die letzte 1 halb wochen so leiden müßen, vorgestern sehr viele erstickungsanfälle gehabt, gestern 2 riesige krampfanfälle gehabt die ihm den rest gaben.

dann endlich hatten die ärzte soviel erbarmen mit meinem vater, das er jede menge schmerzmittel bekommen hat, so das er nichts mehr merkte und er endlich loslassen konnte.

die letzten 1 halb wochen war er im krankenhaus und war nicht eine minute allein, so wie wir es ihm versprochen haben, wir haben auch nachts bei ihm geschlafen.

wir haben uns alle von ihm verabschiedet und das war auch gut so, ich bin sehr stolz auf meine familie das wir die kraft für diesen kampf hatten und wir unserem vater so zur seite stehen konnten, er wäre so stolz auf uns das weiß ich.

auf der eine seite bin ich so froh das er es endlich geschaft hat, das er jetzt endlich frei ist von allen schmerzen und qualen, doch auf der anderen seite ist es so schlimm und es tut so weh wie nichts anderes auf der welt.

ich drücke euch allen ganz fest die daumen das eure lieben das so nie erleben müßen.

ganz liebe grüße aus berlin sabrina

du bleibst für immer in meinem herzen
Wolfgang Jebautzke
*30.12.1940 +15.8.2008
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  #2117  
Alt 16.08.2008, 00:13
Rolf_Rgbg Rolf_Rgbg ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe, liebe Sabrina,

diese Nachricht hat mich mit sehr großem Schmerz direkt ins Herz getroffen. Es tut mir so sehr leid für deinen Vater, für dich und für deine Familie, dass ich das in Worte nicht fassen kann.

"Wir gehen durch die Hölle, um in den Himmel zu kommen", das ist mein Wahlspruch, wie du ja weißt. Und als einer der sehr wenigen Betroffenen, die sich hier im Forum selbst öffnen, weiß ich ganz gewiss, wovon ich rede!

Die Hölle hat dein Papa überstanden, nun wird er sehr viel bessere Zeiten erleben, glaube es mir.

Ich wünsche dir und deinen Lieben nun sehr viel Kraft für die nächste Zeit. "Die Zeit heilt alle Wunden" heißt ja ein bekanntes Sprichwort. Das mag vielleicht auch stimmen. Aber die Narben (wie die an unseren geschundenen Körpern nach der Operation) werden für immer bleiben.

Ich umarme dich hiermit ganz ganz herzlich.

Sehr liebe Grüße aus Regensburg

Rolf
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  #2118  
Alt 16.08.2008, 05:30
Anja07 Anja07 ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo ihr Lieben,
nach langer Zeit möcht ich mich mal wieder hier melden. Habe mich ausgeklinkt und es ist nicht einfach, hier wieder rein zu schauen.
Liebe Sabrina, ersteinmal eine ganz herzliche und feste Umarmung von mir. Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst und ich weiß, dass es keine Worte des Trostes gibt. Ich wünsche dir ganz viel Kraft in dieser jetzt so schweren Zeit und hoffe du hast jemand um dich, der dich hält...
Hallo Stefan, Hallo Heike schön, hier bekannte Stimmen wieder zu finden.
Und ein herzliches Hallo an alle die sich hier noch so finden. Es ist nach langer Zeit, in der ich nicht hier war, so traurig all die neuen Geschichten zu lesen, aber doch auch schön, das sich hier eine Plattform findet, in der man Trost findet, Mut und Kraft sammelt und auch seine 1000 Fragen beantwortet bekommt.
Nun möcht ich euch noch einwenig von mir berichten:
Mein lieber Papa hat leider auch den Kampf gegen diese bes... Krankheit verloren. Ganz leise und für uns völlig unfassbar hat er am 09.01. um 4 Uhr seinen Kampf beendet. Er war in der Klinik und es ging ihm den Umständen entsprechend ganz gut, er hatte etwas Atemnot, aber mit O2 ging es sonst okay. Da wir die Feiertage (-oh Gott ist das lang her, mir kommt es wie gestern vor) sehr schön in der Familie verbracht haben und mein Dad recht fit war, haben wir uns auch keine wirklichen Sorgen gemacht. Ja, und dann ging alles ganz schnell, am Abend haben wir noch telf., er hörte sich etwas müde an, und einpaar Stunden später kam der Anruf, das mein Papa verstorben ist, völlig unfassbar... Der Arzt sagt, es ging alles ganz schnell, mein Papa bekam gegen 2 Uhr Atemnot und wollte aber nicht, dass die Fam. benachrichtigt wird, wir sollten uns keine Sorgen machen und dann Herzstillstand...
Völlig unfassbar, mein großer, starker Papa, der alles so tapfer ertragen hat und nie geklagt hat, plötzlich nicht mehr da. Ich wollte ihm die Hand halten, wenn er geht, ihm sagen, es ist okay, wenn er nicht mehr kämpfen kann und wir schon irgenwie zurecht kommen. Aber er ist einfach fort, ohne das wir uns verabschieden konnten...
Naja, dann ging alles sehr schnell, Seebestattung in der Ostsee - wir haben uns vor Jahren mal darüber unterhalten und da haben meine Eltern das beide für sich beschlossen. War Anfangs nicht leicht, so ohne eine Grabstätte, aber mein Vater ist ja eh immer bei mir.
Und nun war ich mit meiner Mam und meinen Neffen Anfang Juli an der Ostsee und haben den 65. Geburtstag meines Papas gefeiert, haben uns mit einer Flasche Sekt an den Strand gesetzt, seinen ersten Geburtstag ohne ihn verbracht und darauf gewartet, dass die Zeit stehen bleibt. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, sie läuft einfach weiter und ich denk immer wieder, das kann doch alles nicht wahr sein...
Und heute, ein halbes Jahr später tut es noch genau so weh, frage mich immer wieder, ob es nicht doch irgendetwas gegeben hätte, was hätte helfen können, irgendwo doch ein Arzt, ein Wunder...
Es bleibt nur die Hoffnung, dass doch irgendwann mal ein Mittel gefunden wird, dass all den Betroffenen und ihren Angehörigen dieses Leid erspart bleibt...
Ich umarme euch ganz fest eure ANJA
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  #2119  
Alt 16.08.2008, 21:22
BettinaA BettinaA ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Sabrina,
es tut mir so unendlich leid, dass dein Papa soviel leiden musste. Ich drück dich ganz fest und wünsche dir und deiner Familie alles liebe und viel Kraft die Trauer zu überstehen.
Wenn ich sowas lese, dann bin ich im Nachhinein sehr froh, dass mein Schwiepa, die ltzten Wochen seines Lebens im Koma lag und nichts mehr mitbekommen hat. So traurig wie es immer ist, aber muss jemand auch noch so vielen Qualen erleiden?!
Ich wünsche euch für alles was jetzt kommt viel Kraft!
LG Bettina
__________________
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer)
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  #2120  
Alt 17.08.2008, 17:45
Benutzerbild von Koepifisch
Koepifisch Koepifisch ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Sabrina...
ich bin total betroffen, was Dein armer Papa durchmachen mußte. Aber wie Rolf schon sagte, nun hat er den Himmel erreicht und hält von oben seine schützende Hand über Euch.

auch an Anja, fühle Dich umarmt und getröstet und auch ich hoffe, dass es endlich etwas gegen diese Mistkrankheit geben wird.

Mein Mann und ich leben unser Leben wesentlich inniger und viele Dinge, die früher so wichtig warten, sind nun so unwichtig geworden. Morgen feiert mein Mann seinen 53. Geburtstag, im letzten Jahr hätten wir niemals daran gedacht, so vom Schicksal getroffen zu werden.

Ich schicke Euch alle liebe Grüße aus Duisburg
Marie-Luise
__________________
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  #2121  
Alt 17.08.2008, 21:18
Breezy Breezy ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Sabrina,

ich bin betroffen, dass Dein Vater zum Schluss noch so sehr leiden musste! Diese Krankheit ist die Hölle. Ich habe auch noch immer die letzten Bilder von meinem Vater vor Augen. Die letzen Tage, die immer schlimmer wurden. Zum Schluss hat er nur noch geatmet. Ich hoffe, dass im Laufe der Zeit andere, schönere, Bilder von meinem Vater vor meinem Auge sind und diese letzten Tage verblassen...! Dir wünsche ich auch alle Kraft dazu!!

@ Anja: Auch Dir wünsche ich viel Kraft für die kommende Zeit. Es tut mir Leid, dass Du Dich nicht mehr von Deinem Vater verabschieden konntest. Aber er wollte es so. Mir macht es auch zu schaffen, dass ich in der letzten Stunde nicht bei ihm war. An dem Tag habe ich ihn zwar besucht aber in seinen letzten Minuten war ich leider nicht da.

Uns allen bleibt zumindest der Trost, dass unsere Lieben nun nicht mehr so entsetzlich leiden müssen!!
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  #2122  
Alt 19.08.2008, 14:26
kiana kiana ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo zusammen,

am Donnerstag soll bei meinem Vater ein PET-CT gemacht werden. Weiss einer was das genau ist?

Vielen Dank
Kiana
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  #2123  
Alt 20.08.2008, 00:51
Rolf_Rgbg Rolf_Rgbg ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Kiana,

die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) wurde bei mir vor der großen OP im Februar gemacht. Es handelt sich hierbei um ein spezielles CT, welches den Ärzten allerdings sehr viel größeren Aufschluss über die Streuung etc. der Tumorzellen gibt. Sie dauert ca. 3 Stunden.

Zunächst hatte ich ein Aufklärungsgespräch mit dem durchführenden Arzt. Danach musste ich mich auf einer Liege niederlegen und es wurde eine Art radioaktive Flüssigkeit in die Venen gespritzt. Im Laufe von ca. 1 Std. verteilt sich die Flüssigkeit im Körper. Ich musste ungefähr 1 Ltr. Wasser trinken. Dann ging es in die Röhre, die der normalen CT-Röhre ähnelt. Aufgrund der eingespritzten und verteilten Flüssigkeit können die Ärzte dann anhand von Verfärbungen erkennen, ob noch weitere Organe von Krebszellen befallen sind. Dieses war in meinem Fall sehr wichtig, damit ausgeschlossen werden konnte, dass Leber, Niere, Darm etc. nicht befallen sind. Die Flüssigkeit verflüchtigt sich wieder in recht kurzer Zeit.

Das sind meine Erinnerungen, die nun schon wieder über ein halbes Jahr alt sind. Ich denke aber, dass es ziemlich genau stimmt.

Liebe Grüße aus Regensburg.

Rolf
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  #2124  
Alt 20.08.2008, 01:50
stefanzh stefanzh ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Und wieder geschieht hier so viel wenn man mal weg ist....

Liebe Sabrina, es tut mir wirklich so fest leid. Wie immer fehlen schlciht die Worte und es bleibt nur eine dicke Umarmung und viel Zuversicht und Kraft für die kommende Zeit. Bin in Gedanken bei Euch.

Anja: Schön, dass Du den Weg zurück zu uns gefunden hast. Freut mich wirklich riesig von Dir zu hören. Das erste Jahr ist immer das schlimmste. Jetzt kommen immer wieder erste Male: der erste Geburtstag, das erste Weihnachten usw.. Aber glaub mir: Du wirst mit der Leere leben lernen. Es braucht einfach ein bisschen Zeit und halt leider recht viel Kraft. Aber hier im Forum hast Du immer einen Platz und bist immer gern gesehen!!!

Kiana: Ein PET sind eigentlich 2 Aufnahmen vom Körper. Zuerst bekommt man einen markierten Zucker verabreicht, dann legt man sich eine Stunde in einen dunklen Raum und danach wird zuerst ein CT und anschliessend ein besonderes "CT" gemacht. Die sich dort schwarz anfärbenden Areale sind die Stellen, wo sich der markierte Zucker befindet, sprich diese Zellen die besonders aktiv sind du daher viel Zucker verbrauchen. I.d.R. sind das im Ruhezustand stets Tumorzellen. So kann man feststellen, wie gross die Ausdehnung des Tumors ist, ob Metastasen vorhanden sind und vor allem hilft es zu entscheiden, wie das weitere Vorgehen ist (kurz: hilft bei der Stadieneinteilung). Ich drücke Euch alle Daumen, dass das Resultat einige Optionen offen lässt! Halt uns jedenfalls auf dem Laufenden!

Gruss
Stefan
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  #2125  
Alt 26.08.2008, 23:47
Sabrina1978 Sabrina1978 ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen

vielen dank für die lieben worte,
jetzt ist es genau 10 tage her das mein geliebter pa erlöst wurde und der schmerz wird immer größer, versuche mir zwar immer zu sagen das es so besser ist aber das ist richtig schwer...

heute haben ich und mein bruder den schrank meines vaters ausgeräumt, das ist besser so für meine mutter, man war das vielleicht schwer habe geheult wie ein kleines kind.

jetzt wird es nächste woche donnerstag noch einmal richtig heftig, denn am
4. sept ist die beitestzung meines vaters.

ich versuche mir immer zu sagen, das uns jetzt die erinnerungen schmerzen aber wenn ein wenig zeit vergangen ist sind wir froh das wir diese erinnerungen haben.

hoffe bei euch ist soweit alle ok..

lg sabrina
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  #2126  
Alt 27.08.2008, 08:15
stefanzh stefanzh ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hi Sabrina

ALso ich kann nciht für die anderen sprechen, aber bei uns, sprich meiner Mutter, ist derzeit alles ok. Gestern ist sie wieder im SPital für ein Kontroll-CT gewesen, aber beide CT's waren gerade kaputt. Tia, nun muss sie ENde der Woche nochmals gehen und nächste Woche ist dann das Gespräch mit dem Onkologen. Drückt uns also die Daumen, dass weiterhin alles in Ordnung ist...

Tia, die Zeit für Dich wird jetzt wirklich schwer werden. Beerdigung usw. sind halt wirklich harte Momente. Aber mein Vater ist gestorben als ich gerade mal 9 Jahre alt war und glaub mir, Du lernst damit umzugehen. Wie gesagt: die erste Zeit, besonders das erste Jahr, ist halt hart und erfordert einiges an Kraft, aber das Leben geht weiter und ich bin mir sicher, Dein Vater hätte nicht gewollt, dass ihr seinetwegen so leidet.
Jetzt bringt mal diesen nächsten schweren Gang hinter Euch (meine natürlich die Beerdigung) und dann könnt ihr hoffentlich ein bisschen zur Ruhe kommen und die Sache mal verarbeiten (muss nämlich auch sein). Evt. kannst Du ja sogar Ferien machen, weit weg von Orten, die Dich an Deinen Vater erinnern und ein bisschen abschalten...

Wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft und Zuversicht. Ich hab Dich hier eigentlich immer als starke Persönlichkeit kennen gelernt und bin mir sicher, dass Du das schaffst. Und wenn Du Lust hast, mit jemandem darüber zu reden, weisst Du ja, wo Du uns findest!
Gruss aus Zürich
Stefan
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  #2127  
Alt 27.08.2008, 18:47
4ever hope 4ever hope ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

hallo allerseits!

mein name ist jenny, ich komme aus österreich und bin seit 02.06.08 stille leserin in diesem forum. genau an diesem tag wurde nämlich bei meinem vater (51) erstmalig der verdacht auf ein pleuramesotheliom geäussert.

alles begann bereits im juni 2007, als mein vater ständig rückenschmerzen sowie schmerzen an der linken schulter bekam. leider hatte er sich jeher bestens gewehrt, zum arzt zu gehen, doch als die schmerzen im oktober 2007 schon so schlimm waren, dass er schwer luft bekam, ging er zum orthopäden. dieser diagnostizierte ihm zwar einen bandscheibenvorfall in der halswirbelsäule, schickte ihn aber vorsichtshalber auch zum lungenröntgen. auf dem röntgenbild war der linke lungenflügel aufgrund eines pleuraergusses schon fast nicht mehr sichtbar. er kam umgehend ins krankenhaus, wo ihm das wasser punktiert wurde. weitere untersuchungen ergaben einen hochgradigen Verdacht auf tbc (hochgradiger verdacht nur deswegen, weil die tbc nie im blut nachgewiesen werde konnte – jetzt wissen wir auch, warum…), aspest in der pleura sowie eine pleuraschwarte. biopsie und untersuchen der punktieren flüssigkeit brachten keine tumorzellen hervor. nach einer woche konnte er das krankenhaus verlassen und musste mit einer 6monatigen tabletten-therapie beginnen. bis ende 2007 ging’s ihm nicht so gut, er litt unter schweißausbrüchen (vor allem nachts), starker müdigkeit und reizhusten. die schmerzen in der schulter waren jedoch weg. ab jänner 2008 ging’s dann rapide besser. im februar fuhr er dann noch zur kontrolle ins akh wien, um eine zweitmeinung einzuholen. auch der arzt in wien hat den befund bestätigt. zur pleuraschwarte hat er gesagt: „ da könnten wir reinschauen, aber wozu sollen wir schlafende hunde wecken?!“ mein vater war derselben meinung, also ging’s frohen mutes wieder ab nach hause. im februar war er wieder voll fit und ging seiner arbeit wieder nach. am 02.06.08 schließlich termin für ein „abschluss-ct“, wo der ganze horror begann. bis zur eindeutigen diagnose rippenfellkrebs am 17.07.08 vergingen 6 (!!!) unfassbare lange wochen, welche von hoffen, bangen und beten geprägt warden. pet-ct, 1. biopsie – keine tumorzellen, 2. biopsie unter dem ct – keine tumorzellen, thorakoskopie – dann die diagnose mpm. puh, da glaubt man wirklich, die welt hat aufgehört, sich zu drehen!

folgender plan wurde vom (sehr optimitischen) doc mal festgelegt: 3x chemo mit alimta/cisplatin, dann die „große op“ und anschließend nochmals chemo. vor der 2. chemo wurde ein röntgen gemacht, wobei festgestellt wurde, dass der tumor auf dem bild von 21 mm auf 16 mm geschrumpft ist. endlich mal gute neuigkeiten. gott sei dank hat mein dad auch eine positive einstellung und meint, dass er mit der hilfe meiner mutter und mir alles schaffen kann. bis dato geht’s ihm den umständen entsprechend gut. müdigkeit, geringe übelkeit, jedoch ausgezeichneten appetit und nur geringe gewichtsabnahme. lt. ärzten ein ausgezeichneter allgemeinzustand, der nun auch jeden 2. tag am ergometer aufrecht erhalten wird. seit beginn der chemo hat er jetzt aber wahnsinnige schmerzen an der seite sowie in der schulter, welche nur mit einem morphium-pflaster und schmerztabletten einigermassen im zaum gehalten werden können. hattet ihr bzw. eure angehörigen ebenfalls solche schmerzen? lt. doc drückt der tumor auf’s zwerchfell und dieses wiederum auf einen nerv!? ende nächster woche steht auch schon die 3. chemo an...

da es sich bei meinem vater nicht nur um den besten daddy der welt handelt, sondern er auch mein seelenverwandter ist, habe ich nicht vor, so schnell aufzugeben. ich habe noch unendlich viel kraft und wie ich feststellen konnte, bin ich hier nicht die einzige!

liebe grüsse
jenny
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  #2128  
Alt 28.08.2008, 14:00
narnia narnia ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen,

mein Vater hat heute genau vor einer Woche (21.08.) und in dieser Stunde seinen schlimmsten Kampf verloren.
Ich bin unendlich traurig und noch immer im Schockzustand. Habe meinem über alles geliebten Vater 12 Stunden die Hand gehalten. Meine Mutter ist die letzten 25 Stunden nicht von seinem Bett gewichen. Er wollte glaube ich noch nicht sterben

Nun die ganze Geschichte. Mitte Januar diesen Jahres wurde mein Vater aufgrund großer Atemnot ins KH zum Röntgen geschickt. Dort wurde ein Pleuraerguss festgestellt, der dann punktiert wurde. Am 19. Jan. bat dann der Arzt meine Mutter und mich zum Gespräch zusammen mit meinem Vater. Das konnte nichts Gutes bedeuten und wir verständigten sofort meine Schwester, die sich gleich ins Auto setzte und 270 km angereist kam.
Der Arzt sagte uns, dass mein Vater Lungenkrebs hätte und sie nichts für ihn tun könnten. Mein Vater schaute dabei meiner Mutter , meiner Schwester und mir abwechselnd in die Augen. Wir bekamen die Papiere und durften ihn mit nach Hause nehmen.
Diese Diagnose konnten wir so einfach nicht akzeptieren.

10 Tage später wurde er in die Lungenfachklinik nach Bovenden-Lenglern zur genauen Diagnose gebracht. Dort vergingen 3 lange Wochen immer wieder mit den Aussagen, dass er keinen Lungenkrebs hätte. Viele Test wurden durchgeführt, die alle negativ waren. Bronchoskopie, Thorakoskopie, Gewebeproben etc. Wir haben alle so gehofft, dass die Diagnose nur ein großer Fehler war. Aber dann kam die wahre Diagnose.
PLEURAMESOTHELIOM Dieses Wort hat sich in mein Gehirn ganz tief eingegraben.
Sie haben uns dann angeboten eine Chemotherapie zu beginnen, aber wir sollten erst mal nach Hause und darüber reden.

Mein Vater hat dann im März einen befreundeten Arzt meines Schwagers aufgesucht der Chefarzt in der Lungenfachabteilung in Köln Mernheim ist. Der hat uns soviel Hoffnung gemacht. Er sagte, dass er vielleicht auch ohne Behandlung noch gute 2-3 Jahre leben gut leben könnte.
Kaum zurück begann der richtige Leidensweg. Er bekam Anfang April eine akute Thrombozytopenie (er wäre an Nasenbluten fast verblutet). Nachdem sie in unserem Kleinstadtkrankenhaus nichts für ihn tun konnten außer erfolglos Bluttransfusionen und Kortison spritzen, wurde er in die Uni-Klinik nach Göttingen verlegt. nach 14 Tagen konnte er das KH verlassen weil die Thrombozyten gestiegen sind.
Aber dann begann ein Martyrium ohne Ende. Kaum zu Hause – Lungenentzündung – Sauerstoffgerät – wieder Lungenentzündung – 1. Chemo – immer wieder Atemnot – 2. Chemo – und dann ein Magengeschwür (viell. durch das Kortison verursacht, oder was weiß ich, das sagt ja kein Arzt wirklich)
Mein Vater lag dann 16 Tage auf Intensiv. Zuerst wurde das Magengeschwür geklammert und unterspritzt, genau eine Wo später wieder Blut spucken und Blut aus dem Darm, große NOT-OP am 13.8., 32 Bluttransfusionen, ein riesiger Schnitt am Bauch. Und das große Wunder am 17.08. Er saß im Bett und sagte zu den 4 Ärzten (die um ihn herum versammelt waren, weil es es kaum fassen konnten, dass er diese OP so gut überstanden hat) „jetzt macht, dass ich nach Hause kann, mein Enkel wird nä. Wo 18!“
Das war glaube ich das letzte Aufbäumen. Am Montag war er dann ganz verwirrt und stellte ganz wirre Fragen. Am Mi. (20.08.) war dann wieder alles voll Blut im Bauch. Das Blut kam ihm aus Darm und Mund. Um die schrecklich Atemnot dazu. Meine Mutter hat dann schweren Herzens entschieden, dass er nicht mehr operiert werden soll. Ich bin dann sofort nach der Arbeit wieder ins KH. Dort haben die Ärzte in seinem Beisein gesagt, dass wir ihn friedlich einschlafen lassen wollen. Er hat alles mit angehört. Er hat genickt und geweint. Aber er wollte unbedingt nach Hause in seinen Sessel.
Ich habe ihm gesagt, dass wir bei ihm sind. Ich sagte: „ Du kannst ruhig die Augen zumachen, ich passe auf dich auf, die ganze Zeit passe ich auf, so wie du immer auf uns aufgepasst hast. Er hat genickt und unsere beiden Hände gehalten. Meine Mutter und ich waren die ganze Zeit bei ihm. Er bekam dann Morphium. Sein Herzschrittmacher gab immer wieder den Impuls zum schlagen wenn das Herz aussetzte. Was einst ein Segen war, war jetzt eine grausame Verlängerung des Sterbeprozesses. Nach 25 Stunden Kampf hat er dann keine Luft mehr bekommen. Als die Atmung aussetzte, ging alles ziemlich schnell.
Ich bin soooo traurig.
Papa du fehlst mir so unendlich!!!!

In Liebe
Dagmar
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  #2129  
Alt 28.08.2008, 15:25
kiana kiana ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Dagmar,

ich sitze hier und es laufen die Tränen über mein Gesicht. Es tut mir so wahnsinnig leid, was dein Papa noch alles durchgemacht hat. Lass dich virtuell drücken. Ich wünsche dir und deiner Familie nun viel Kraft für die nächste Zeit.

Lieben Gruß
Kiana
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  #2130  
Alt 28.08.2008, 15:58
narnia narnia ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Danke Kiana,

ich stize im Büro, bin aber zu nichts fähig. Kann auch keinen um mich herum ertragen, nur meine Mutter, mit der ich alles durchgestanden habe.
Habe auch erfahren müssen, dass meine beste Freundin eigentlich diesen Namen nicht verdient hat. Sie kann nicht zuhören. Kommt selbst jetzt nur immer mit ihren "Problemen". Was ist schon ein Kratzer in einem fremden Auto???? KINDERKACKE (sorry für meine Ausdruckweise)

Dagmar

Geändert von narnia (08.02.2009 um 22:53 Uhr)
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