Krebs-Kompass-Forum seit 1997  


Zurück   Krebs-Kompass-Forum seit 1997 > Spezielle Nutzergruppen > Forum für Angehörige

 
 
Themen-Optionen Ansicht
  #4  
Alt 31.03.2009, 13:59
Taddl Taddl ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 22.06.2008
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 106
Standard AW: angst

Liebe/r Lachi und Plutonium,

ich habe euere Beiträge sehr betroffen gelesen, weil ich vor einem Jahr in der selben Situation steckte. Bei mir war es, wie bei Plutonium mein Stiefvater, was aber von der Gefühlslage keinen Unterschied macht.
Ich kann Euch leider nichts über die Chemo-Therapie sagen, weil mein Vater gar nicht mehr dazu kam. Die Krankheitsbilder gingen Schlag auf Schlag.

Das einzige das ich Euch empfehlen kann, sucht eine Hospitzberatung auf. Führt dort ein Gespräch. Ich habe mich über Folgeerkrankungen (Gelbsucht, Gewichtsabnahme, Erbrechen) aufklären lassen, damit war ich nicht ganz so geschockt, als es Realität wurde.

Auch ich habe mich während der Erkrankung meines Vaters immer gefragt, wie ein Mensch sich fühlen muss, wenn er eine solche Diagnose bekommt. Im Grunde ist sie ja ein Todesurteil.
Während der Erkankung habe ich versucht mir bewusst zu machen, das er nicht mehr lange leben wird. Einfach um nicht ein tiefes Loch zu fallen, wenn es passiert.
Ich konnte nichts essen, weil ich mir vorstellte: Er kann das nicht mehr. Er aß 3 Monate lang vor seinem Tod nichts mehr.
Ich konnte die Sonne nicht geniessen, weil ich mich vorstellte: Er war immer so braun und sah so gesund aus.

Mit seinem Tod ging es mir seltsamerweise besser, weil ich wusste, jetzt muss er nicht mehr so leben. So zu leben (Krankenhaus raus und gleich ein paar Tage später wieder rein) war niemals sein Ziel. Er mochte das Leben, hat sich aber nicht krampfhaft daran festgehalten.

Unterstützt Eure Väter und Mütter, wo es nur geht. Versucht ihnen die Zeit so schön wie möglich zu machen. Und vielleicht passiert ja bei Euren Papas das, was ich mir für meinen gewünscht hätte: Noch ein paar schöne Jahre oder noch besser Heilung.

Ich drücke euch die Daumen und bin in Gedanken bei Euch.

LG Taddl
__________________
In unserer Sanduhr fällt das letzte Korn,
ich hab gewonnen und hab ebenso verlorn'.
Jedoch missen möcht ich nichts,
alles bleibt unser gedanklicher Besitz.



Mein (Stief) Papa:
27.10.1948 - 08.10.2008
BSDK-Diagnose im April 08

Geändert von Taddl (31.03.2009 um 14:08 Uhr)
Mit Zitat antworten
 

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:55 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2025 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Volksbank Darmstadt Mainz eG · IBAN DE74 5519 0000 0172 5250 16 · BIC: MVBMDE55