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#13
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Hallo ihr lieben,
es tut gut von Euch zu lesen. Gestern hatte ich einen wahnsinnig anstrengenden Tag gehabt. Ich hatte mir Frei genommen um mich um meine Mutter zu kümmern. Ich war gestern morgen bereits um kurz nach Zehn bei ihr gewesen. Ich habe ihr die Haare, und das Gesicht gewaschen. Anschliessend habe ich sie an den Armen und im Gesicht eingecremt. Sie hatte es richtig genossen. Nachdem wir nun soweit dann fertig wurden, kam die Schwester mit Mittagessen (Es gab eine Suppe). Ich habe meine Mutter mit dem Löffel gefüttert und sie hat eine ordentliche Portion geschafft, vorher hat sie sogar einen ganzen Apfel gegessen. Ich war richtig froh und stolz darüber. Dann bin ich mit meinem Auto zur Strahlenklinik gefahren umd dann an dem Vorstellungsgespräch mit daran teilzunehmen. Kurz nachdem ich dann dort war, kam auch schon der "Bulli" mit meiner Mutter an. Meine Mutter musste vom Auto bis zur Klinik laufen, dies waren gute 20Meter, die ihr sehr anstrengend waren. Aber es gab nirgendwo einen "Rollstuhl" ums sie damit zu fahren. Der Fahrer und ich haben meine Mutter gestützt und sie dann in der Klinik auf einen Stuhl gesetzt. Kurz darauf kam auch schon die Ärztin, und wir haben dann das Gespräch geführt. Die Ärztin klärte uns über die Gefahren einer Bestrahlung auf und erwähnte bei dem Gespräch den Zustand der Krankheit bei meiner Ma. Sie sagte dass durch die Bestrahlung, wir Zeit gewinnen können, aber jedoch alles andere nicht Rückgängig sei. Meine Mutter hat sehr geweint, natürlich habe ich auch geweint, aber im nächsten Moment versucht ihr Kraft und Mut zu sprechen. Ich fragte meine Mutter, ob sie den Kampf weiter fortführen möchte und ob sie die Bestrahlung machen möchte. Sie sagte ja, weil ihr sowieso nichts anderes übrig bliebe. Wir wollen weiter Kämpfen und geben nicht klein bei. Wir werden den Kopf erheben und nach vorne schauen. Aber dennoch lassen wir unsere Tiefs auch zu. Während sie nun auf dem Behandlungstisch lag, um sich eine Maske anzufertigen lassen, besorgte ich aus einem anderen Gebäude einen "Rollstuhl",damit sie nicht wieder laufen musste. Des weiteren habe ich dort mich darum gekümmert dass meine Mutter ab sofort liegend Transportiert wird, solange sie nicht auf den Beinen ist. Nach der Behandlung fuhr ich dem Transporter des Krankenhausfahrdienstes hinterher, wieder zurück nach der anderen Klinik, wo meine Mutter auch liegen möchte. Ich brachte meine Mutter zurück auf ihr Zimmer und kümmerte mich sofort um den Sozialdienst dort. Ab dem heutigen Tage wird sich dort im Krankenhaus nun eine Psychoonkologin um meine Mutter kümmern, damit sie jemanden dort im Krankenhaus hat um über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen, falls sie es möchte. Im Falle einer Entlassung, wird sich rechtzeitig der Sozialdienst mit mir in Verbindung setzen, damit alles dann geregelt wird für evtl. Pflege..... etc. Zusätzlich, bekam ich eine Broschüre für Hilfe an Angehörigen, von der Bremer-Krebs-Hilfe. Meine Mutter wird nun in den folgenden 10 Tagen dort Bestrahlt und nach 4wochen dann erneut untersucht werden. Ich blieb dann noch eine ganze Weile bei ihr und wir unterhielten uns. Ich streichelte sie ganz oft und hielt ihre Hand fest. Ihr tat es auch wahnsinnig gut, dass ich bei ihr war. Am späten Nachmittag habe ich mich dann auf dem Weg gemacht um meinen Vater und meine Schwester zu informieren. Als ich bei denen war, haben wir um unsere Mutter geweint. Ich gab meinem Vati die Broschüre von der Krebs-Hilfe und bat ihn sich mal darüber gedanken zu machen um sich evtl. dort für die Bewältigung Hilfe zu holen. Zumindest war ich froh, dass er sich es überlegen wollte. Von meinen Geschwistern bin ich der einzigste(in der Nähe) der ein Auto besitzt und Mobil zu jeder Zeit meine Mutter besuchen kann.Somit kann ich die 80-90Kilometer Wegstrecke bewältigen. Meine Geschwister wohnen zum Teil in Bremen und brauchen mit der ÖPNV jeweils ~2std für jede Wegstrecke. Meine Schwester wohnt im selben Haus meiner Eltern und sie kümmert sich enorm um meinen Vati, damit er auch merkt, dass wir ihn nicht vergessen. Mein Zwillingsbruder wohnt in Süddeutschland, sein Auto ist im moment kaputt, sein Hund ist Silvester verstorben(in einer Tierklink) und der Kontakt zu meinen anderen Brüder ist eher dünn, auch wohl wir nun mehr Telefonieren. Mein ältester Bruder können wir nicht erreichen, da wir keine Handynummer und dergleichen besitzen. Der ist schon füh aus dem Haus und führt ein sehr unbeständiges Leben. Wir sind ja froh wenn er sich überhaupt wenigstens einmal im Jahr meldet. Tja, leider sind diese Verhältnisse nicht die Besten, aber das gibt mir ein Grund mehr um für meine Mutter da zu sein. Und ich bekomme langsam, so habe ich im moment den Eindruck, durch dieses Forum, bzw. durch Euch, dass ich mir hier Kraft holen kann. Wir wollen weiter kämpfen, auch wenn wir das Gefühl haben, das der Gegner immer mehr Geschütze auffährt. Ich hoffe nur dass meine Mutter es auch genauso meint. Heute war meine Tante mir ihrem Mann bei ihr und ich denke auch meine Schwester. Ich bin ziemlich K.o, der gestrige Tag war so anstrengend, ich konnte letzte Nacht nicht schlafen und hatte heute meinen ersten Arbeitstag. Morgen fahre ich wieder zu ihr, aber ich werde heute noch öfters mit ihr telefonieren und sie auf "Trapp" halten. Ich möchte Euch auch sagen, dass es mir gut tut, dass ich von Euch lese. Es gibt mir das Gefühl nicht alleine zu sein mit diesen Sorgen und Ängsten. Vielen lieben dank dafür. P.S. Habe gerade mit meiner Mutter telefoniert, ihr geht es den Umständen entsprechend. Zumindest wurde sie heute Liegentransportiert zur Strahlenklinik. |
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