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Alt 23.10.2010, 21:37
Pferdchen Pferdchen ist offline
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Registriert seit: 22.10.2009
Ort: Lonnig
Beiträge: 134
Standard AW: Fragen an die, die hinterlieben sind!

Liebe Annika,

ich kann deine Fragen nicht beantworten wie lange es bei dir dauert, ich kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten.

Ich habe innerhalb von 3 Jahren 5 Menschen verloren die mir sehr nahe gestanden haben. Zuerst meine geliebte Oma ( Krebs) dann der Lebensgefährte meiner Mutter ( Krebs), dann die Mutter von meinem Freund ( Krebs), ein Jahr später der Vater( Herzinfakt) von meinem Freund und im Januar meinen Freund selber ( Krebs).
Am Anfang habe ich gedacht ich komme niemals über den Verlust hinweg und habe viel geweint. Ich bin aber ein Mensch der immer viel Aktion um sich rum hat und sich gut ablenken kann. Die Phasen in denen man wieder am Verzweifeln ist wurden mit der Zeit immer weniger und immer öfters habe ich beim Gedanken an den Verstorbenen nicht mehr geweint, sondern habe gelächelt und habe an schöne gemeinsame Erlebnisse gedacht. Selbst heute noch habe ich z.b oft den Gedanken das ich ja noch meine Oma anrufen muß um ihr irgend was zu erzählen...bis mir dann einfällt das sie nicht mehr lebt...und ich lächel bei dem Gedanken an sie!
ICH bin mir sicher das wir uns alle irgend wo, irgend wann wiedersehen werden in einer besseren Welt. Je mehr Menschen ich verloren habe, um so weniger habe ich selber Angst vor dem sterben denn ich freue mich darauf diese lieben Menschen wieder zu sehen.
Ich weiß das diese Menschen mich von irgend wo aus sehen können und sie würden nicht wollen, dass ich an ihrem Tod verzweifel!

Außerdem haben mich diese Verluste gelehrt, in meinem Leben viel gelassener zu werden denn genau wie du geschrieben hast: die kleinen Probleme des Alltags sind ein Witz gegen die Schicksale wie wir sie hier zu lesen bekommen. Das sollte man sich immer vor Augen halten.
Ich habe eine Angestellte die mir immer sehr damit auf den Wecker ging, dass sie sich wegen Nichtigkeiten so aufgeregt hat, dass sie den ganzen Tag mit einem langen Gesicht rum gerannt ist. Sie habe ich mal hier vor das Forum gesetzt und sich eine ganz schlimme Geschichte durchlesen lassen. Danach habe ich ihr gesagt das DASS schlimme Dinge sind und nicht wenn ein Kunde mal schlimme Laune hatte. Seit dem hat sie sich sehr verändert...zum positiven.
Du siehst, wie schlimm es auch immer ist, ich kann daraus noch "positive" Dinge ziehen.

Ich wünsche dir sehr, dass auch du irgend wann mit einem Lächeln an deine Mutter denken kannst!

Liebe Grüße

Michaela
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